Was es in Lyon so für Jobs gibt

Da ich nun schon eine ganze Weile arbeitssuchend bin (demandeur d'emploi), will ich mal so ein bisschen zusammenfassen, was ich bis jetzt schon alles herausgefunden habe. Dieser erste Abschnitt endet mit meinem Besuch beim Arbeitsamt (ANPE), auf den ich einen Monat lang warten musste, und der die nächsten Abenteuer schon vorbereitet hat.

Grobaufteilung

Ein Informatiker kann natürlich in jedem Unternehmen arbeiten, dass hinreichend viel Informatik anwendet, und das trifft ja auf jedes mittlere und große Unternehmen, sowie viele Behörden und auch sehr große Vereine unserer Industriestaaten zu. Außerdem kann man in einem auf Informatik spezialisierten Unternehmen arbeiten. Ich habe mich bisher ausschließlich auf die spezialisierten Unternehmen beschränkt, in der Annahme, dass diese (1) mehr Knoff-Hoff haben, von dem ich lernen kann, (2) bessere Entwicklungsmöglichkeiten in Form von höher qualifizierten Jobs und (3) anspruchsvollere Projekte, weil Anwendende Unternehmen diese mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht alleine durchführen. Auf der Anwenderseite sind für mich höchstens sehr große Unternehmen interessant, weil diese dann natürlich eigene Informatikabteilungen haben, die von der Größe her einem kleinen oder mittleren Informatikspezialisten entsprechen.

Die Informatikunternehmen kann man grob aufteilen in Dienstleister (die meisten Unternehmen) und Softwareverleger. Die ersten Unternehmen nennt man in Frankreich SSII: société de services en ingénierie de l'informatique; die anderen sind éditeurs, also Unternehmen, die Software erstellen um sie wie Produkte zu verkaufen. Solche Software heißt in Frankreich übrigens progiciel, eine Kombination aus produit und logiciel. Die Softwaredienstleister teilen sich nochmals in drei Geschäftssparten auf, von denen manche Unternehmen alle abdecken und manche sind spezialisiert. Diese Sparten sind (1) Beratung, (2) Integration und (3) Outsourcing.

Man sieht das schön auf dem Bild, welches ich von der Firma Umanis geklaut habe, die sich hauptsächlich mit Kundenmanagement (CRM) beschäftigt. (Leider sind auf dem Bild die Beschriftungen teilweise verkehrt: die Wörter BUILD und RUN müssen vertauscht werden.) Auf diesem Bild sind Integration und Beratung die interessanten Bereichen.

Unternehmen die sich mit Installation und -Wartung von Hardware, Software und Netzen beschäftigen, kann man sowohl in die Integration-, als auch Betreiber-Sparten stecken, aber diese Firmen interessieren mich ja sowieso nicht.

Aufgrund meiner Vorerfahrungen aus dem Studium und meinen persönlichen Neigungen, interessiere ich mich zunächst für Stellen, die nah an der Programmierung/ Entwicklung sind. Da sind natürlich die Softwareverleger an erster Stelle, aber diese mag ich nicht: ich stelle mir vor, sie sind zu weit weg vom Kunden und die Arbeit ist nicht so interessant (außer vielleicht man arbeitet an Windows oder bei Google, aber das sind auch gerade die einzigen Beispiele, die mir einfallen). Außerdem ist man bei den Verlegern auch ziemlich spezialisiert und damit weniger mobil.

Dann gibt es natürlich die Aktivitäten Integration und Entwicklung bei den Informatik-Dienstleistern (SSII): von Integration spricht man dabei wohl eher im Zusammenhang mit der Wirtschaftsinformatik (informatique de gestion), weil man da nur die „Klebeprogramme“ (glue code) für vorhandene Software schreibt. In der industriellen Informatik (eingebettete Software, ...) kommt es vielleicht noch häufiger zu reinen Entwicklungsprojekten. Durch die höhere Hardwarenähe mancher dieser Projekte könnte ich wohl meine Kenntnisse in effizienten Algorithmen und „sicherer Programmierung“ besser einbringen. Andererseits sind diese Projekte auch wieder mehr spezialisiert, bieten also weniger Chancen den Arbeitgeber und/oder den Wohnort zu wechseln.

Arten von SSII

Die so genannten SSII sind die Hauptarbeitgeber für Informatiker in Frankreich. Durch Eingabe dieser Abkürzung findet man einige Portale mit Listen von SSII und auch Foren, wo Informatiker die Firmen nach ihren Arbeitsbedingungen bewerten. Man kann diese SSII grob entlang einer Achse bewerten: auf der untersten Stufe handelt es sich um reine Zeitarbeitsfirmen: die Ingenieure sind dort zwar fest angestellt, werden aber im Dreimonatsrythmus an Informatikanwender „vermietet“ (im obigen Bild ist das die „assistance technique“). Auf der oberste Stufe stehen Unternehmen, die ihre Kunden IT-strategisch beraten und dann Projektverantwortung zum Festpreis übernehmen. Diese Unternehmen unterscheiden sich in mehreren Punkten.

Die Zeitarbeitsfirmen haben einen Stamm von „ingénieurs commerciales“ (den Verkäufern), die direkt mit den Lebensläufen ihre Ingenieure in der Hand zum Kunden gehen und versuchen, den Ingenieur dort zu vermieten. Ein Ingenieur in solch einer Firma ist also nicht mehr als sein Lebenslauf und man versucht in immer für etwas zu hoch qualifizierte Aufgaben zu verkaufen, damit er beim nächsten Mal noch einen besseren Lebenslauf hat. Die Weiterbildung in solchen Firmen ist oft schlecht oder gar nicht vorhanden und eine Karriereleiter gibt es auch nicht: wenn man nicht selbst Verkäufer oder Manager wird, dann bleibt man stets jemand, der verkauft wird.

Ich glaube das Projekte zum Festpreis ein viel interessantere Form der Dienstleistung sind, weil ich sie mit verschiedenen positiven Folgen verbinde: das dienstleistende Unternehmen hat nämlich ein Interesse daran, die Leistung effektiv zu erbringen, also wird es im günstigen Fall seine Ingenieure nach ihren Fähigkeiten einsetzen und deren Fähigkeiten auch weiterentwickeln, so dass sie möglichst produktiv arbeiten. Man kann leicht dafür sorgen, dass Erfahrung automatisch von Seniors zu Juniors weitergegeben wird, indem man die Projektgruppen richtig mischt. Außerdem lohnt es sich für so ein Unternehmen projektübergreifende Kompetenzbereiche einzurichten, um nicht in jedem Projekt neue Räder zu erfinden, und Kompetenzen aufzubauen, die sich wiederverwenden lassen. Dabei entstehen Stellen in verschiedene Qualifikationsbereichen auf die sich Mitarbeiter spezialisieren können. So kommt man zu Posten wie Wissensmanagern oder Experten für bestimmte Technologien oder Anwendungsbereiche, die in der gesamten Firma nur einmal vorhanden sind und bei Bedarf ihr Knoffhoff einsetzen können. (Das ist viel günstiger als seltene Probleme jedes Mal mit try-and-error zu besiegen, insbesondere weil dabei wahrscheinlich auch nur stark suboptimale Lösungen herauskommen, die später wieder Ärger machen). Und letztlich glaube ich, dass das Management von Informatik-Projekten eine ganz besondere Disziplin ist, die besser von einem darauf spezialisierten Unternehmen ausgeübt wird, als von einem Kunden. Auch hier können die Dienstleister Kompetenzen sammeln.

Also, da ich ganz klar die letztere Art von Unternehmen bevorzuge, versuche ich die Unternehmen ein bisschen zu „erkennen“ und kümmere mich dann ganz besonders um die, die mir besser erscheinen. Insbesondere versuche ich in meinen Bewerbungsschreiben den Stil der „Projektverantwortung“ (Festpreis, Projektleitung durch Dienstleister) und die interne Kompetenzenbildung hervorzuheben, als etwas dessen Sinn ich verstehe und das mir wichtig ist. Unternehmen, deren Webseite diese Dinge nicht erwähnt, erhalten nur eine Standardbewerbung (zwei Sätze auf das Unternehmen bezogen, der Rest für alle gleich). Mehr haben sie auch nicht verdient, siehe dazu nächster Abschnitt.

Ingenieursmissbrauch

Die auf Ingenieursverleih orientierten SSII unterscheiden sich von gewöhnlichen Zeitarbeitsfirmen, dadurch dass die Ingenieurs bei ihnen angestellt sind und auch ihr normales Gehalt bekommen, während sie nicht an einen Kunden vermietet werden. Diese Zeit –genannt „intercontrat“– kann man nutzen, indem man dem Ingenieur eine Weiterbildung verschreibt, oder ihn bei einem internen Projekt mithelfen lässt – sofern die Firma auch solche hat, manche haben ja an ihrem Firmensitz nicht mal Büros für die Mitarbeiter, die ja ständig vermietet sind. In einer besseren Firma könnte ein Ingenieur auch Studienprojekte durchführen, um sich gezielt selbst weiterzubilden, oder am Intranet mitarbeiten, wo er seine Erfahrungen aus dem letzten Projekt für andere verfügbar machen kann. Schlechtere Firmen setzen aber darauf, die Zeit des intercontrat zu minimieren (notfalls indem sie den Ingenieur auf unpassenden Projekten oder heimatfern einsetzen). Während des restlichen intercontrat lassen sie die Ingenieure dann einfach bei vollem Gehalt zu Hause sitzen, was in gewissem Rahmen kein Problem darstellt, denn wenn der Ingenieur mal vermietet ist, dann verdient die Firma ein Mehrfaches seines Gehalts, was den intercontrat leicht ausgleicht.

Wenn die Firma aber mal in eine Krise kommt (wie zum Beispiel die Informatik-Krise 2001, oder einfach nur durch schlechtes Management), dann nimmt die Zahl der intercontrats tierisch zu und es wird eng für die Firma. Dadurch kommt es zur Anwendung einiger Techniken, die man kurz in missbräuchliches Einstellen und missbräuchliches Entlassen einteilen kann. Zum ersteren gehört es, dass eine Firma haufenweise Stellenanzeigen publiziert (natürlich zum Billigtarif in Internet-Jobbörsen), ohne überhaupt wirklich so viele Leute einstellen zu wollen. Diese Anzeigen dienen nur dazu erstens den Ruf der Firma zu verbreiten (und sie als stark wachsend erscheinen zu lassen) und zweitens möglichst viele Bewerbungen mit Lebenslauf zu bekommen, die man aber nicht beantwortet, sondern nur in die eigene Datenbank aufnimmt. Dann gehen nämlich die „Verkäufer“ dieser Firma zu ihren Kunden und tun so als wären diese Bewerber schon eingestellt und könnten sofort vermietet werden. Zeigt ein Kunde Interesse, dann lädt man den Bewerber zum Gespräch ein (das kann mehrere Monate nach der Bewerbung sein und für eine ganz andere Stelle!), möglicherweise nimmt man ihn sogar mit zum Kunden. Anscheinend hat diese Technik vielen Bewerbern sehr geschadet, weil diese sehr viel Zeit verwendet haben, um auf solche Bluff-Stellenanzeigen zu antworten, und um an Bluff-Bewerbungsgesprächen teilzunehmen, zu denen ihnen nicht einmal die Transportkosten erstattet wurden.

Selbst große Unternehmen arbeiten manchmal so: das abschreckende Beispiel schlechthin ist die Firma Altran, die aus vielen kleinen scheinbar recht unabhängigen Filialen besteht, die sich wohl sehr stark mit dem Ingenieursverleih beschäftigen. Die Mutterfirma scheint hauptsächlich aus einer Website, einem Image und einer Datenbank von Lebensläufen zu bestehen. Häufig werden Bewerber (Monate nach ihrer Bewerbung) bei mehreren Managern von Unterfirmen zu Gesprächen eingeladen. Ein Bewerber war sich dieses Missbrauchs bewusst, und hat Altran so benutzt, um sich Übung in Bewerbungsgesprächen zu schaffen. ;-) Viele andere Bewerber (insbesondere solche, die während der Zeit der Krise keinen Job fanden) fühlten sich aber durch diese Techniken stark missbraucht, was zur Gründung einer eigenen Webseite führte (recruteursbidons.com), welche diese Technik anprangerte. (Mich hat dieser ganze Einstellungsmissbrauch bisher noch nicht betroffen, weil ich zunächst nur Spontanbewerbungen verschickt habe und auch Wiederholungen von Stellenanzeigen nicht so ernst nehme: die Firmen versichern ja bei jeder abgelehnten Bewerbung, dass sie die Kandidatur aufbewahren und mit später freiwerdenden Stellen vergleichen.)

Beim missbräuchlichen Entlassen ist es noch schlimmer: am liebsten behält man die „Rekruten“ so lange wie möglich in der Probezeit (normalerweise nur drei Monate, mit Verlängerung sechs Monate, manche Firmen machen aber illegal länger) und wenn ein Projekt zu Ende geht, setzt man sie einfach wieder 'raus. (Was sich dann dummerweise auch nicht sehr gut auf dem Lebenslauf des Bewerbers macht.) Bei Ingenieuren, die schon eine Festanstellung haben, versucht man ihnen während des intercontrat unbezahlten Urlaub nahe zu legen oder sie ekeln den Ingenieur mit unannehmbaren Projektangeboten hinaus, deren Ablehnung zur fristlosen Kündigung wegen schweren Fehlers führt. (So etwas sollte natürlich in den eher Projekt- und Leistungsbezogenen Unternehmen nicht passieren.)

Bobs Strategie

Meine Liste der der 58 größten SSIIs habe ich jetzt durchgearbeitet: 32 davon sind als interessante Arbeitgeber identifiziert und an deren Hälfte habe ich Spontanbewerbungen geschickt und davon die Hälfte wurde auch schon beantwortet, mit jeweils sehr ähnlichem Wortlaut, den ich stets interpretierte als: „Prinzipiell stellen wir Ihr Profil ein, aber wir haben gerade keine Stelle. Sie bleiben sechs Monate in unserer Datenbank und werden somit über freiwerdende Stellen informiert.“ Unklar ist mir dabei, auf welchem Rang ich in deren Datenbank nun stehe; wo also zwischen „bei nächster Gelegenheit einstellen (falls er noch verfügbar ist)“ und „evtl. Mal zum Gespräch einladen, falls für eine Stelle nur wenig passende Bewerber da sind“. Insofern verlasse ich mich da auf nichts, bewerbe mich lustig weiter und hake ggf. nochmal nach, falls ich bei einem Unternehmen eine interessante offene Stelle auf deren Webseite sehe. Für die restlichen dieser 32 Unternehmen bin ich gerade am Schreiben der Bewerbung, oder letztere ist schon fertig, aber noch nicht gegen gelesen.

Wenn ich diese Liste durch habe, möchte ich mir mal die Gelben Seiten anschauen. Die habe ich bisher immer benutzt, um mir die Adressen der Unternehmensfilialen heraus zu suchen. Dabei habe ich gesehen, dass die SSII alle unter der selben Kategorie gelistet sind. So finde ich also leicht noch ein paar ähnliche Unternehmen und habe gleich sichergestellt, dass diese auch in Lyon installiert sind. Ich habe auch aus Forenbeiträgen und Stellenanzeigen die Namen von Unternehmen heraus gesucht und für spätere Untersuchung mit eventueller Spontanbewerbung notiert. Diese Unternehmen sind aber dann oft nur in Paris vertreten. Auf manche Stellenanzeigen habe ich mich auch schon direkt beworben, aber die meisten verlangen so viel Berufserfahrung, dass ich selbst mit großzügiger Interpretation meiner Praktika und J2EE-Selbstausbildung nicht ins Profil passe.

Bewerbungen bei Informatikanwender-Firmen und Softwareverlegern bin ich bis jetzt noch nicht angegangen und ich denke eigentlich, dass ich bei einem Dienstleister etwas finden sollte. Höchstens bei einem sehr großen Anwender (mit großer IT-Abteilung) oder einem sehr interessanten Anwender (öffentlicher Personen-Verkehr, Logistik, Umwelt, oder Online-Angebote, die ich selbst benutze) würde ich es in Betracht ziehen.

Besuch bei der ANPE

Ich hatte mich gleich nach meiner Ankunft hier arbeitslos gemeldet. Hierfür ist die Arbeitslosenkasse ASSEDIC zuständig. Nach der Meldung muss man dann einen Termin bei der Arbeitsagentur ANPE machen (den Termin war dann vier Wochen später) und eigentlich dürfte ich als Ingenieur auch zur Kaderagentur APEC, aber die haben zur Zeit schon zu viele frisch Diplomierte zu vermitteln. Alle diese Anfangs-As stehen übrigens für „agence“ – die Franzosen haben also schon länger den Schritt vom „Amt“ zur „Agentur“ gemacht. Die Webseite der APEC mit Veröffentlichung meines Profils und Stellenanzeigen kann ich aber trotzdem benutzen. Und die APEC hat mehr Stellen für Ingenieure, als die ANPE (wo letztere außerdem mit anderen Stellen vermischt werden...).

Bei der ANPE war's ganz lustig: während ich bei der ASSEDIC erst am Empfang Schlange stehen musste, und dann mit einem Warte-Ticket Schlange sitzen, bin ich bei der ANPE zu meinem Termin angerückt, war zwanzig Minuten zu früh (die Agentur lag unserer Wohnung näher als ich dachte) und bin trotzdem schon nach fünf Minuten dran gekommen. Zunächst erstmal hat die freundliche Dame meinen Lebenslauf in den Papierkorb geknüllt: zu lang! In Frankreich ist nur eine Seite erlaubt. Ich hatte den Lebenslauf kurz vorher zum ersten Mal überhaupt ausgedruckt (war ja vorher alles nur online) und gemerkt, dass er vier Seiten lang ist. Dieses Problem habe ich natürlich gleich abends angepackt und eine einseitige PDF-Version zum Ausdruck erstellt und auf meine Lebenslauf-Seite gepackt. (Schade nur, um die Unternehmen bei denen ich mich schon vorher beworben hatte. Insbesondere diejenigen, die den CV als Worddatei haben wollten, was meinem HTML beim konvertieren einige Bugs bescherte.)

Die freundliche Dame hat dann meine Basisdaten aufgenommen und den Berufscode heraus gesucht. Das hatte ich vorher schon mal auf der ANPE-Webseite gemacht, um Stellenanzeigen zu finden. Die Dame hat aber noch einen weiteren Code gefunden, der auf mich passt. Gut. Dann sind wir kurz ein paar Stellenanzeigen in ihrem Rechner durchgegangen und eine hat gepasst. Ich habe mich gleich am nächsten Tag darauf beworben (erst drei Tage her).

Dann wollte mit die freundliche Dame noch ein Bewerber-Seminar verschreiben, damit ich meinen Lebenslauf neu machen kann. Ich fragte nach, ob das speziell für mein Fachgebiet (Informatik oder Ingenieur) sei. Das war nicht der Fall. Ich wies also darauf hin, dass die nötigen Strategien in verschiedenen Branchen sehr verschieden sind, ja manchmal sogar entgegengesetzt und fragte nach spezielleren Angeboten. (Ich hatte ja gar nicht damit gerechnet, dass sie so lieb zu mir sein würde. Ich war also ausnahmsweise mal relativ schlagfertig!) Sie rief also bei einer Agentur an, die Bewerbertraining speziell für Kader macht. (Dieser Begriff für Fach- und Führungskräfte, also Ingenieure und Manager, wird in Frankreich häufig verwendet.) Und dann hat sie mich tatsächlich für eine dreimonatige, persönliche und vom Staat bezahlte Bewerberbegleitung abonniert! Ich habe dann alle sieben bis zehn Tage einen Termin bei einem Spezialisten, der mich bei der Suche und Bewerbung hilft! Und das Sahnehäubchen: obwohl dieser Spezialist gleich um den Block wohnt (vier Stationen mit der Tram vor unserer Haustür, kleiner Spaziergang tut der Gesundheit tut), bekomme ich noch jeden Monat 45€ in bar bezahlt, um mich zu eben diesem Spezialisten hin zu transportieren! Frankreich, Du gefällst mir!

Fortsetzung folgt.