WPCR 2% BNZ'Roman 10cpi3|xx\  @X@Epson LQ-800EPLQ800.PRSx  @"#X@USDE .,,. <P   3'3'Standard6&6&StandardQ-800@_]     X` hp x (#%'0*,.8135@8:5h7$*f9 hRXH|7hJ\  @X@2P  ПЊ 3'3'Standard6&6&StandardEPLQ800.PRSXx6X] INHALTSVERZEICHNIS    Kapitel 0 Einleitung .................................... 4 0.1 Status Quaetionis und Untersuchungsgegenstand ... 4 0.2 Methode ......................................... 10 0.3 Struktur der Arbeit ............................. 13 Kapitel 1 "Philosophische Untersuchungen": Das Werk ..... 15 1.0 Einleitung ...................................... 15  7  1.1 Ein Plan der Philosophischen Untersuchungen ..... 16 1.2 Zentrale Thesen, Themen und Zielsetzungen ....... 27 1.3 ZurGckgewiesene klassische Thesen der Philosophie bzw. der Philosophie der Psychologie ............ 32 Kapitel 2 Inhalt der PU ................................. 41 2.0 Einleitung ...................................... 41 2.1  1133: Methodologische Grundlegung der Doktrin ..................................... 41 2.2  134693 und Teil II: Anwendung der Methode in der Sprachphilosophie ........................... 71 2.2.1 Philosophisches Problem des Meinens: Ausdruck des psychologischen Zwangs ....... 72 2.2.2 Grammatik des Meinens: Flle des Gebrauchs von "Meinen" .............................. 77 Kapitel 3 Grammatik des Verstehens: Prolegomenon zur Grammatik der Regelbefolgung .................. 83 3.0 Einleitung ...................................... 83 3.1 Das Problem und Falsche Auffassungen Gber das Verstehen ....................................... 84 3.1.1 Das Problem ............................... 84 3.1.2 Die zu kritisierenden Auffassungen ........ 85 3.2 Rekonstruktion der Argumentation gegen den logischen Zwang ................................. 87 3.2.1 Der logische Zwang ........................ 87 3.2.2 Kritik des Verstehens als Zustand oder Vorgang ................................... 893*p-++@@Ԍ 3.2.3 Grammatik des Lesens ...................... 93 3.2.3.1 Das Lesen hat kein "Wesen" ........ 94 3.2.3.2 Das Lesen ist kein bio physikalischer Vorgang ............ 96 3.2.3.3 Das Lesen ist kein mentaler Vorgang ............................ 98 3.2.4 Anwendung der Untersuchungen Gber die Grammatik des Lesens auf das Verstehen .... 102 3.3 Die Grammatik des Verstehens als Prolegomenon zur Grammatik des Ausdrucks "einer Regel folgen" .... 105 Kapitel 4 "Einer Regel folgen": Rekonstruktion der Argumente ..................................... 108 4.0 Einleitung ...................................... 108 4.1 Die Problematik ................................. 109 4.1.1 185: Die Varianten des Problems von "einer Regel folgen" ................................. 109 4.1.2 Argumente zur Entkrftung des ontologischen Zwangs ........................................ 112 4.2 "Verwandte" des Wortes "Regel" .................. 135 4.2.1 215216, 223227: "gleich" .............. 136 4.2.2 201, 224: "Fbereinstimmung" ............. 138 4.2.3 207214: "regelmig" ................... 139 4.3 Anstze zur L?sung: Lebensfom, Familienhnlichkeit und Kriterien ................................... 141 4.3.1 Fbereinstimmende Lebensform ............... 141 4.3.2 Familienhnlihkeit und Kriterien der Regelbefolgung ............................ 147 4.4 Wittgensteins L?sung als Mittelweg zwischen Platonismus und Skeptizismus .................... 149 Kapitel 5 Das Privatsprachenargument: Epilog zur Grammatik der Regelbefolgung ................. 151 5.0 Einleitung ...................................... 151 5.1 Die Problematik ................................. 153 5.1.1 243, 256: Grammatik der Privatheit als 0*p-++@@Ԍ Epilog zur Grammatik des Ausdrucks "einer Regel folgen" ............................. 153 5.1.2 Das Privatsprachenargument: Ein BGndel von spezifischen Argumenten .................... 162 5.2 Die Argumente zur "Undenkbarkeit" einer Privatsprache ................................... 164 5.3 Der "WolfKind"Fall: Wittgensteins Stellungsnahme .................................. 198 Kapitel 6 Zur Stellung der Sprechergemeinschaft ......... 203 6.0 Einleitung: Der rote Faden der Rekonstruktion ... 203 6.1 Die Rolle der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft ............................ 204 6.1.1 Die "Community"Sichtweise ................ 204 6.1.2 Die "AntiCommunity"Sichtweise ........... 211 6.1.3 Die "SuperCommunity"Sichtweise .......... 216 6.2 Kripkes Rekonstruktion .......................... 218 6.2.1 Wittgensteins "skeptisches Paradox" und seine "skeptische L?sung" ................. 219 6.2.1.1 Wittgensteins "skeptisches Paradox" hinsichtlich der Regelbefolgung ... 219 6.2.1.2 Wittgensteins skeptische L?sung ... 222 6.2.2 Privatsprachenargument als Korollar zu den AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung ...... 225 6.2.3 Kritische Betrachtung ..................... 228 6.3 Ansatz Wittgensteins zur Stellung der Sprechergemeinschaft ............................ 233 6.3.1 Regelbefolgung und Sprechergemeinschaft .... 234  7  6.3.2 Zur Einheit der Philosophischen  7!  Untersuchungen im Licht der AusfGhrungen zur Sprechergemeinschaft ................... 239 Schluwort ............................................... 242 Literaturverzeichnis ..................................... 248 Anhang ................................................... 253 6*p-++@@  7X   a!K a p i t e l 0  a$Einleitung׃   0.1 Status Quaestionis und Untersuchungsgegenstand Unter den meist diskutierten philosophischen Werken der  7` zweiten Hlfte dieses Jahrhunderts dGrften wohl die Philosophi 7 schen Untersuchungen Ludwig Wittgensteins aufgrund ihrer ungew?hnlichen stilistischen Form, ihres Bruchs mit dem ersten Teil des philosophischen Wirkens des Autors und vor allem ihrer schwer begreiflichen Argumentationslinie eine Sonderstellung einnehmmen. In der WittgensteinLiteratur der letzten 20 Jahre zeichnen  7 sich drei Richtungen ab in der Interpretation der Philosophischen  7 Untersuchungen als Werk allgemein und Gber die Auffassung des Regelbegriffs insbesondere. Die erste Richtung umfat eine Gruppe von Arbeiten, deren ausdrGckliches Ziel es ist, den Lesern eine m?glichst textnahe Exegese zu liefern. Diese Gruppe tendiert dazu, sich schlicht auf "Kommentare fGr Leser" zu beschrnken, worin auch ihre Schwche liegt. Ihre TextVerbundenheit sichert jedoch die n?tige Verankerung, die eine eventuelle Interpretation bzw. Rekonstruktion braucht, um den Anspruch erheben zu k?nnen,  7, eine Interpretation bzw. Rekonstruktion der Philosophischen  7[ Untersuchungen anzubieten. Eine Exegese, wie sie in einigen  7 wenigen Arbeiten Gber die gesamten Philosophischen Untersuchungen  7 oder in den zahlreichen Arbeiten (zumeist Aufstzen) zu einzelnen wichtigen Problemen des Werks anzutreffen ist, erweist sich aufgrund des besonderen Stils des Buchs als notwendig. In seinem Werk allerdings schreibt Wittgenstein in Dialogen, in denen eine groe FGlle von Beispielen angefGhrt und stndig neue, nicht direkt beantwortete Fragen aufgeworfen werden. Es ist auerdem auffllig, da Wittgenstein andere Philosophen kaum zitiert, wodurch sein Werk wenig enzyklopdisch erscheint. Viel mehr ist bei ihm das AnfGhren von Beispielen zu einer besonderen Methode der Philosophie geworden. E*p-++@@Ԍ All dies wirft ganz besondere Interpretationsprobleme auf. Es ist nmlich oft schwierig festzustellen, ob Wittgenstein selber oder ein Opponent spricht, wovon die Rede ist und wo die aufge 7 stellten Thesen im Textk?rper hingeh?ren  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Man vergleiche hierzu von Savigny[1988], EinfGhrung.. In bezug auf den II. Teil des Buchs kommen noch die Probleme hinzu, ob es eine erkennbare Einschtzung seitens Wittgensteins selber, eine seitens der Leser rekonstruierbare Argumentationslinie und eine typische stilistischformale Ausreifung des Textes gibt, so da dieser Teil dem Status nach dem I. Teil gleichgestellt werden  7 k?nnte X  7t Ԟ ,.,. DEDEЍ. Siehe Scholz[1995a] fGr eine ausfGhrliche Nachforschung  7< zum Status des II. Teils der Philosophischen Untersuchungen.. Jede Interpretation des Werks soll diese Fragen klren und versuchen, Gber seine scheinbaren BrGche hinweg eine durchgehende Argumentation aus einem Buch herauszukristallisieren, das vorwiegend als eine Hufung von nicht streng geordneten Abschnitten erscheint. Als interessante und gute Beispiele von Exegesen des gesamten Werks liegen Hallet[1977], Baker und Hacker[1980, 1985] sowie Hacker[1990, 1996] und von Savigny[1988, 1989] fGr 1693 vor. Hallets Buch ist ein typisches Beispiel eines gro angelegten Kommentars mit zahlreichen Hinweisen auf verwandte Stellen aus  7D den Philosophischen Untersuchungen und Werken anderer Philosophen. Das Buch beinhaltet aber wenig an eigenen Interpretationen. Bakers und Hackers Werk besteht aus einer bis auf die Einzelheiten gehenden Exegese sowie zahlreichen philosophischen Essays  7 Gber die einzelnen Problematiken der Philosophischen Untersuchun 7& gen. Diese Exegese und die Essays bilden ohne Zweifel das bisher beste Beispiel des Forschungsstands der Untersuchungen zur Sptphilosophie Wittgensteins. Sie sind eine auergew?hnliche und  7 wichtige Quelle fGr das Verstndnis der Hauptthemen der Philoso 7 phischen Untersuchungen. Die Zusammenstellung der Essays zu den einzelnen Themen liefert ein Gesamtbild der Argumentationen Wittgensteins zu den angesprochenen Problemkreisen. Bei diesen Essays wird jedoch ein Versuch, hinter den verschiedenen Argumentationen zu den einzelnen Themen eine geringe und leicht%p-++@@ greifbare Anzahl verteidigter Grundthesen herauszufinden, vermit. Vielleicht haben Baker und Hacker recht, wenn sie es vorziehen, eine Art diskretes Bild des Werks Wittgensteins zu entwerfen, was ihrem Charakter entsprechen mag. So ein Bild ist  7 aber nur Ausdruck von dem, was uns die Philosophischen Unter 7 suchungen  ausdrGcklich liefern, weshalb in diesem Fall nicht eine rekonstruierte These, sondern ein Netz von Thesen am besten als Interpretationsgitter fungieren kann. Wenn es aber darum gehen sollte, das wiederzugeben, was uns das Werk Wittgensteins unausdrGcklich liefert, dann reicht es nicht mehr hin, einfach ein Netz von aufgestellten Thesen zu rekonstruieren, sondern es mGssen auch die zentrale These oder die zentralen Thesen, die wir hinter dem Netz der ausdrGcklichen Thesen erkennen, explizit gemacht werden. D.h.: Wir sollten das UnausgedrGckte explizieren. Oft ist es nur dieser Weg, der uns philosophisch weiterfGhrt. Denn auf diese Weise haben wir die M?glichkeit, ein kontinuierli 7 ches Bild der Philosophischen Untersuchungen zu bekommen. Dabei mu aber stets zwischen den audrGcklichen Thesen, die man direkt im Text verankern kann, und denjenigen Thesen, die nicht direkt im Text erkennbar sind, die aber eine befriedigende Erklrung des Textes darstellen und als solche Wittgenstein zugesprochen werden k?nnen, unterschieden werden. Eine exegetische Arbeit, die ein vergleichbares Ma an wissenschaftlicher Qualitt wie diejenige von Baker und Hacker erreicht, ist das zweibndige Werk von Savignys. Im Gegensatz zu Baker und Hacker aber unterscheidet von Savigny nicht einen reinen, eng an den Text gebundenen exegetischen Teil von einem Teil, in dem versucht wird, thematische Zusammenhnge innerhalb von Gruppen von Abschnitten zu finden. Von Savigny schlgt einen  7" anderen Weg ein: Er versucht, die Struktur der Philosophischen  74# Untersuchungen dadurch zu klren, da er sie auf eine zentrale These hinordnet, zu deren BegrGndung die anderen Thesen des Werks  7% explizit oder implizit beitragen. Zentral in den Philosophischen  7& UntersuchungenĬ wre ihm zufolge die folgende These Gber seelische Sachverhalte: )p-++@@ԌMXDie Tatsache, da jemand sich etwas vorstellt, etwas erwartet, etwas wGnscht, etwas fGhlt, an etwas denkt oder etwas beabsichtigt usw., betrifft ihn nicht isoliert. Diese Tatsache besteht vielmehr darin, da die Muster seines individuellen Verhaltens in bestimmter Weise im Muster des sozialens Verhaltens in der Gemeinschaft, zu der er gerechnet wird, eingebettet  7 sind.q 7t Ԟ ,.,. DEDEЍ. von Savigny[1988], S.7.q ƺ M In 1315 sei fast ausschlielich von einem Spezialfall dieser zentralen These die Rede, nmlich von einer These Gber das Meinen.  7  Von Savigny unterteilt die Philosophischen Untersuchungen in einzelne Kapitel, die den einzelnen Themen des Buches entsprechen sollen und deren Fberschriften einzelne Thesen, welche zur BegrGndung der zentralen These beitragen, in bezug auf die behandelten Themen darstellen. Die einzelnen Kapitel gliedern sich in weiter unterteilte Unterkapitel. Diese Gliederung verleiht dem Werk Wittgensteins eine vereinheitlichende Struktur, die das Verstndnis erleichert. Kurz gefat, kann das Werk von Savignys als eine gut strukturierte und vereinheitlichende  7_ Exegese bezeichnet werden _X  7G Ԟ ,.,. DEDEЍ. Eine Schwche der Strukturierung von Savignys ist seine  7  durchgehende Einteilung der Philosophischen Untersuchungen. Er gliedert das Werk nach seiner durchgehenden, publizierten Form, als wre es ein systematisches, von seinem Autor streng geordnetes Buch gewesen. Das Werk ist vielmehr ein "Album", in dem oft verstreute, nicht durchgehende Abschnitte ein einheitliches Thema behandeln. Seine Struktur nach den behandelten Themen zu rekonstruieren hnelt dem Zusammensetzen eines Puzzles, dessen Muster physikalisch verstreut sind..  7  Zur zweiten Richtung der Interpretationen der Philosophischen  7 Untersuchungen sind solche Werke geh?rig, die zwar einen Anspruch auf Textnhe erheben, deren Bindung an den Text aber in der Tat so locker bleibt, da es den Kritikern schwerfllt, sich Gber die Richtigkeit der Exegesen und der Rekonstruktionen, die darin angeboten werden, zu verstndigen, da eben konkrete gemeinsame Ansatzpunkte fGr die Kritik hier oft fehlen. Als Beispiel eines Werks, das dieser Gruppe zuzurechnen ist, kann man Kripke[1982] * p-++@@ angeben, auf das von Savigny, ohne es zu erwhnen, mit folgenden Worten anspielt: MXDas b?seste Beispiel bietet das in den letzten Jahren meist diskutierte von den BGchern, die eine Beziehung  7 ihres Inhalts zu den Philosophischen Untersuchungen in Anspruch nehmen. (...) [Es] zeugt von einem Verfall  7 wissenschaftlicher Sitten.u 7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. von Savigny[1988], S.2627.u ƺ M Mit obigen scharfen Worten wGrden wir das Werk von Kripke nicht charakterisieren. Es ist in unseren Augen als ein Werk anzusehen, das zwar eine vermutlich zu lockere Bindung zum Text aufweist, das aber an sich einen beachtlichen spekulativen Inhalt besitzt. Es steht in krassem Gegensatz zu von Savignys Werk: Whrend dieser auf die Exegese viel mehr Wert legt, wird bei Kripke auf den rekonstruktiven Charakter einer Interpretation mehr Wert gelegt als auf die reine Exegese. Die dritte Richtung der Interpretation umfat Werke, die sowohl eine starke Bindung zum Text als auch eine kreative Rekonstruktion, die eine spekulative Prgung haben kann, pflegen. Hier wird versucht, eine einheitliche Rekonstruktion anzubieten, die unausdrGcklichen zentralen Thesen hervorzuheben und diese, im Gegensatz zu von Savigny, bis in die Einzelheiten zu diskutieren. Die Arbeiten von N. Malcom, wie zum Beispiel die von 1989, zeugen unserer Ansicht nach von dieser Art der Interpretation und sind daher der dritten Richtung zuzurechnen. Bakers und HackersXp-++@@  7 Werk k?nnte mit einer gewissen Einschrnkung  7X Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Einschrnkung lautet: Beide Autoren haben eine  7  Vorliebe fGr Essays zu wichtigen Problemen der Philosophischen  7 Untersuchungen, wie z.B. die Regelbefolgung, die Privatsprache, das Seelische des anderen, den Gebrauch der W?rter, ohne sich dabei um eine vereinheitlichende Rekonstruktion zu bemGhen. Zu deren Gunsten mu jedoch hinzugefGgt werden, da Hackers Zusammenfassung der Arbeiten beider Autoren erheblich dazu beitrgt, diese Schwche zu korrigieren, ohne sie ganz auszurumen, denn sie konzentriert sich auch auf bestimmte Themen der  7d Philosophischen Untersuchungen (Siehe Hacker[1996b], S. 97136).  auch zu dieser Richtung gezhlt werden. Die soeben beschriebenen Richtungen sind eine Bestandsaufnahme der heutigen WittgensteinForschung bzgl. der Philosophischen  7 Untersuchungen.  7n Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wir erheben keinen Anspruch auf die Vollstndigkeit unserer Bestandsaufnahme. Hier haben wir mehr Gewicht auf das Wesentliche in der WittgensteinForschung in bezug auf die  7 Philosophischen Untersuchungen legen wollen als auf eine detaillierte Behandlung derselben, was den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen wGrde. Vgl. hierfGr Stern[1994].. Was uns betrifft, so ordnen wir uns der dritten Richtung zu, indem wir zwei Ziele in der vorliegenden Arbeit verfolgen, nmlich: 1. XDie Angabe einer textnahen Interpretation der Problematik von "einer Regel folgen", wie sie vorwiegend in 185242 ausgefGhrt wird und ƺ 2.Xeine Rekonstruktion der interpretierten Argumente, unter dem Gesichtspunkt eines einheitlichen Wittgensteinschen methodologischen und doktrinalen Rahmens, wobei die umliegenden Stellen vor 185 und nach 242, welche den Abschnitten 185242 als Prolog bzw. Epilog dienen, stark herangezogen werden. ƺ Das erste Ziel gleicht einer Exegese, die als Anregung und Bezugspunkt die Arbeiten von von Savigny sowie Baker und Hacker hat. Das zweite Ziel ist eine Rekonstruktion, die auch spekulative ZGge haben kann und in deren Verlauf stets darauf geachtet werden wird, dazwischen zu unterscheiden, wo eine Exegese vorliegt und wo spekuliert wird. Der Gegenstand unserer Arbeit p-++@@ ist also auf das Wesentliche gebracht die Rekonstruktion der Argumentation Wittgensteins bzgl. der Regelbefolgung in den  7X Philosophischen Untersuchungen, 185242, deren Prolog und Epilog in 134185 bzw. 242315 zu finden sind. Wir verteidigen die These, da Wittgenstein die Ansicht angreift, nach der ein Sprecher, der einer Regel folgt, nach einer ontologischen Motivation handeln wGrde. Unter ontologischer Motivation verstehen wir eine Motivation, die durch eine Bereitsstellung einer Vorlage angetrieben ist. Die verschiedenen Attacken Wittgensteins gegen die ontologische Motivation und verwandte Ansichten einerseits und die in unseren Augen von ihm aufgestellte "positive" These in bezug auf die Regelbefolgung das Gewicht der Rolle der Sprechergemeinschaft und die soziale Verbindlichkeit der Regelbefolgung andererseits bilden den Kern der vorliegenden Dissertation.  0.2 Methode  7  In einer programmatischen Arbeit aus dem Jahr 1981g  7G Ԟ ,.,. DEDEЍ. Baker[1981]. g, die in der Tat das zusammenfat, was spter detailliert als Inter 7G pretation von 143242 erscheinen wirdw GX  7/ Ԟ ,.,. DEDEЍ. Baker und Hacker[1980, 1985].w, stellt Baker seine mit Hacker gemeinsam entwickelte Methode folgendermaen vor: Sie sei gegen die allgemeine Kasuistik in der WittgensteinLiteratur gerichtet und ziele darauf, Wittgensteins Strategie bzw. allgemeine Zielsetzung in den 143242 zu rekonstruieren. Baker schreibt diesbezGglich: MXWe should take a wider look around 185242. Not to discern the contours of some hidden theory, but to clarify Wittgenstein's strategic purpose in locating  7! these remarks where they occur.l ! 7& Ԟ ,.,. DEDEЍ. Baker[1981], S.34.l ƺ M Zur UnterstGtzung ihrer Methode fGhrt Baker unter anderen GrGnden die folgenden vor:$ x p-++@@Ԍ MXTo perceive in Wittgenstein 's remarks concern with a form of judgement about rulefollowing may be to parody his thought by directing attention to matters peripheral or even altogether alien to his line of  7< argument.m < 7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S.35.mƺ M Von der skizzierten Bakerschen Methode k?nnen wir sagen, da sie auf einerlei hinausluft:  7 1. XIsoliert k?nnen die Stellen in den Philosophischen  7 Untersuchungen, in denen es um die Regelbefolgung geht (vorwiegend 185242), zu einer fragmentierten Interpretation fGhren, die ein wom?glich intendiertes Hauptziel des Werks verflschen k?nnte. Man solle deshalb diese Stellen im Rahmen ihres textuellen Kontextes betrachten; denn nur so k?nnen Zusammenhnge ans Licht kommen. ƺ Weiterhin sollte ein Bedenken hervorgehoben, das sie ausdrGcken und welches im wesentlichen wie folgt aussieht: 2.XWir seien davor gewarnt, versteckte (positive) Theorien hinter den Bemerkungen Wittgensteins zu suchen;  7 denn das Werk sei "hauptschlich negativ"g X  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem .g. Auch wenn es nicht "ausschlielich" negativ sei, dann weil es eben gegen das Aufstellen von Theorien ist. Kurz  7^ gesagt: Die Philosophischen Untersuchungen sind positiv nur im Sinne von 133, d.h. im Sinne einer  7 Philosophie, die Probleme verschwinden lt.p   71# Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S.5556.p ƺ Methodologisch folgen wir Baker, was den ersten Punkt anbelangt, und wir stellen uns ihm in bezug auf den zweiten Punkt entgegen. Die Argumentation in 185242 wird im Rahmen des Kontextes rekonstruiert, in dem diese Abschnitte auftauchen, wobei im einzelnen wie folgt vorgegangen wird: Wir stellen jedesmal$ x p-++@@ zunchst die in unseren Augen von Wittgenstein verteidigte These auf; danach gehen wir die Schleifen der einzelnen ArgumentationszGge durch, die meistens destruktiv und negativ zu sein scheinen; anschlieend versuchen wir entgegen Bakers Ansicht eine konstruktive und positive Theorie innerhalb nicht "hinter" der entschlGsselten Argumentation zu finden. Die Motivation, etwas Positives innerhalb der zumeist negativ und destruktiv erscheinenden Argumentationen Wittgensteins zu suchen, sch?pfen wir aus der folgenden Stelle: MXEs gibt wohl Folgen [eines Urteils Gber die Echtheit des GefGhlsausdrucks], aber sie sind diffuser Art. Erfahrung, also mannigfaltige Beobachtung, kann sie lehren; und man kann sie auch nicht allgemein formulieren, sondern nur in verstreuten Fllen ein richtiges, fruchtbares Urteil fllen, eine fruchtbare Verbindung feststellen. Und die allgemeinsten Bemerkungen ergeben h?chstens, was wie die TrGmmer eines  7 Systems aussieht. (Philosophische Untersuchungen, Teil II, S. 575) ƺ M Man k?nnte vorwerfen, da der Satz "und man kann sie auch nicht allgemein formulieren ..." sprche gegen unsere These. Die Stelle verstehen wir aber als einen Ort, wo Wittgenstein zwar einen Pessimismus hinsichtlich der Formulierung allgemeiner Thesen in der Philosophie zum Ausdruck bringt, jedoch zugibt, ein fragmentarisches System sei formulierbar, um Gber die Tatsache hinauszugehen, da die einzelnen Flle der Feststellung der Echtheit/Unechtheit von GefGhlsausdrGcken verstreut sind. Man mag zwar die einzelnen, gefllten Urteile in bezug auf eine Reihe von GefGhlsausdrGcken nicht in allgemeiner Form formulieren k?nnen, indem man jedem einzelnen Fall zurecht die Echtheit oder die Unechtheit bescheinigt; zumindest aber ist etwas wie "TrGmmer  7% eines Systems" formulierbar %  7v' Ԟ ,.,. DEDEЍ. Angesichts der bekannten Hrte von Wittgenstein mit seinem eigenem Werk und seinen Ansichten (vgl. Scholz[1995a], S.28), sind die Worte "TrGmmer eines Systems" nicht so negativ zu lesen, wie sie scheinen k?nnten. Auerdem liegt es auf der Hand, spteren Einschtzungen eines Autors den Vorzug vor* p-++ frGheren in bezug auf die gleichen Themen zu geben. Eine Einschtzung zur M?glichkeit der Theoretisierung einer Familie von Fllen sind in 126f. zu finden. Dem 126 ist z.B. die folgende Stellungnahme zu entnehmen: XDie Philosophie stellt eben alles blo hin, und erklrt und folgert nichts.ƺ Bedenkt man also, da 1693 frGher entstanden sind als der Teil  7` II der Philosophischen Untersuchungen (vgl. von Wright[1995]), so liegt fGr uns auf der Hand, der soeben zitierten Stelle aus Teil II, S.595, den Vorzug zu geben und den Versuch zu unternehmen, etwas Allgemeineres und Positiveres innerhalb der Wittgensteinschen Argumentationen zu entdecken. . Wir wollen Gber TrGmmer hin% J p-++@@Ԯausgehen und versuchen, Thesen aus Wittgensteins Anmerkungen zu rekonstruieren. Zusammengefat ist unser methodischer Ansatz eine Rekonstruktion der Wittgensteinschen Argumentation unter BerGcksichti 7 gung des Kontextes ihres Erscheinens in den Philosophischen  7 Untersuchungen und unter Trennung der exegetischen Nhe zum Text von spekulativen Vermutungen unsererseits bzgl. der von Wittgenstein verteidigten Thesen.  0.3 Struktur der Arbeit Unsere Rekonstruktion der AusfGhrungen bzgl. der Regelbefolgung verluft Schritt fGr Schritt durch sechs Kapitel hindurch. Das erste Kapitel liefert ein "Inhaltsverzeichnis" der  7n Philosophischen Untersuchungen. Der von uns aufgestellte Plan des Werks lt sich im Text begrGnden: Der Plan unterstGtzt bestimmte, gut abgegrenzte Themen, die um zentrale Thesen und Zielsetzungen kreisen, auf die eingegangen wird. In bezug auf die Regelbefolgung selbst und auf das Privatsprachenargument, einen Epilog dazu, tauchen bestimmte klassische Themen der Philosophie auf, die von Wittgenstein kritisiert und verworfen werden. Wir stellen diese Thesen auf, auf die spter in der Arbeit bezug genommen wird.  7  In Kapitel 2 wird auf den inhalt der Philosophischen Unter 7, suchungen entlang des im ersten Kapitel rekonstruierten Plans des Werkes eingegangen. Der Inhalt der ersten 133 Paragraphen des[ J p-++@@ Werks steht im Zentrum der Betrachtung, denn er bildet vorwiegend die methodologische Grundlegung der Doktrin, die in den anschlieenden Paragraphen entwickelt wird. Wir rekonstruieren Wittgensteins Philosophie des Meinens als ein exemplarisch ausgewhltes Thema, auf welches er seine Methode anwendet. Kapitel 3 handelt von dem Begriff des Verstehens. Das hierbei auftauchende Problem und Wittgensteins Ansicht diesbezGglich wird untersucht, wobei gezeigt wird, inwiefern die Problematik des Verstehens eine Vorstufe zu derjenigen der Regelbefolgung ist. In Kapitel 4 werden die von Wittgenstein gegen die ontologische Motivation vorgefGhrten Argumente in 185242 rekonstruiert und kritisch betrachtet. Darin ist Wittgensteins L?sungansatz fGr das Problem, was einer Regel folgen sei, rekonstruiert. Im wesentlichen lautet der Kern der Wittgensteinschen L?sung wie folgt: Einer Regel folgen ist eine ?ffentliche Praxis, in der ich von der Regel zu deren Anwendungen dadurch Gbergehe, da ich mich auf eine Selbstverstndlichkeit stGtze, die meiner Lebensform entspricht, welche durch eine Fbereinstimmung mit der Sprechergemeinschaft charakterisiert werden kann. Ein weiterer L?sungsansatz luft darauf hinaus, den methodologischen Rahmen der  7p Familienhnlichkeit, der in dem ersten Teil der Philosophischen  7 Untersuchungen (1133) entwickelt wurde, auf die verschiedenen Facetten des Begriffs von "einer Regel folgen" anzuwenden. Die AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung finden ihren Epilog in den AusfGhrungen Gber die Unm?glichkeit einer Privatsprache. Das sog. Privatsprachenargument und dessen Konsequenzen sind Gegenstand des Kapitels 5. Dort werden die Argumente Wittgensteins gegen die M?glichkeit einer Privatsprache, d.h. einer Sprache, die nur ein einzelner Sprecher allein verstehen oder auf Privates anwenden kann, im Licht der AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung rekonstruiert. Um den wichtigsten L?sungsansatz bezGglich der Regelbefolgung wird die Auswertung der Rekonstruktionen anderer Autoren organisiert. Die wichtigsten Richtungen der Rekonstruktion der Problematik von "einer Regel folgen" und die Auseinandersetzung mit diesen Richtungen machen einen Teil des Kapitels 6 aus, wobei wir darin vorzugsweise auf diejenige Richtung Wert legen, die der6*p-++@@ Sprechergemeinschaft eine bedeutende Rolle zuweist, insbesondere auf die skeptische Rekonstruktion Kripkes. Kapitel 6 handelt ebenfalls von Wittgensteins Anstzen zum Begriff der Sprechergemeinschaft. Ein Vorzug, den wir der Rekonstruktionsrichtung geben, die diesem Begriff eine besondere Rolle einrumt, wird hier begrGndet. Schlielich betrachten wir die Einheit der  7 gesamten Philosophischen Untersuchungen hinsichtlich der von uns vorgeschlagenen Rekonstruktion. Ein Schluwort, welches die wichtigsten Ergebnisse der  7 Untersuchung zusammenfasst, beendet die Arbeit.  p-++@@  a!K a p i t e l 1׃  7,   QaPhilosophische Untersuchungen: Das Werk   1.0 Einleitung  7   Die Philosophischen Untersuchungen werfen als philosophisches Werk mehrere Schwierigkeiten auf, die im vorliegenden Kapitel behandelt werden. Diese Schwierigkeiten hngen mit der uerlichen Struktur des Werks zusammen. Es handelt sich hier um die Beantwortung der Frage, ob angesichts der scheinbar unzusammen 7 hngenden uerlichen Struktur der Philosophischen Untersuchungen eine innere Struktur in dem Werk zu finden sei, aus der eine Art Plan bzw. Inhaltsverzeichnis herstellbar wre. Die Antwort auf diese Frage wird im Abschnitt 1.1 gegeben, in dem ein Plan der  7 Philosophischen Untersuchungen vorgeschlagen wird. Fber den Abschnitt 1.1 hinaus verluft die BegrGndung des vorgeschlagenen Plans mit der Ausformulierung der zentralen Thesen und Zielsetzungen des Werks im Abschnitt 1.2. Hier initiieren wir die  7P Diskussion Gber die thematische Einheit der Philosophischen  7 Untersuchungen und Gber deren durchgehenden roten Faden. Erst im Kapitel 6 wird diese Diskussion erneut aufgenommen, um dort abgeschlossen zu werden.  72  1.1 Ein Plan der Philosophischen Untersuchungen  7  Strawson gibt in seinem Critical Note of Wittgenstein's  7 Philosophical Investigations eine allgemeine Charakterisierung des betreffenden Werks, von der wir als Arbeitshypothese ausgehen wollen: XMThis is a treatment, by a philosopher of genius, of a number of intricate problems, intrically connected. It also presents in itself an intricate problem: That of seeing clearly what the author's views on the topics  7( he discusses are, and how these views are connected.( 7* Ԟ ,.,. DEDEЍ. Strawson[1954], abgedr. in Morick[1966], S.3.ƺ(Xp-++@@Ԍ 7 MЙStrawson begrGndet diese Tatsache, da die Philosophischen Unter 7/ suchungen selbst an sich ein Problem darstellen, teilweise durch den Hinweis auf den berGhmten Satz in dem Vorwort zur ver?ffentlichten Ausgabe des Werks: M X[Ich sah ein, da] das beste, was ich schreiben konnte, immer nur philosophische Bemerkungen bleiben wGrden ... .ƺ M Weiterhin gibt Strawson aber einen fGr uns guten Grund an, warum man trotz der Vorsicht Wittgensteins das Problem des Buchs selbst, d.h. das Problem der Rekonstruktion seiner Struktur, zu l?sen versuchen sollte, um aus den Bemerkungen eine "zusammengeschweite" ("connected") Philosophie Wittgensteins herauszulesen: XMIt might even be thought that there were good reasons why no attempt at all should be made to present his view in a more conventional form. But this could be true only in a very specialised view of the nature of  7^ philosophical understanding.o^ 7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S. 34.oƺ M Wir streben keinen "very specialised" Sinn der Philosophie an,  7 sondern wollen das StrukturProblem der Philosophischen Unter 7 suchungen angehen, um eine vernGnftige Arbeitsgrundlage in Form eines Plans des Werks fGr eine Rekonstruktion der Wittgensteinschen philosophischen AusfGhrungen zu erhalten. Die Schwierigkeiten, die auftauchen, wenn man in Kontakt mit  7 den Philosophischen Untersuchungen tritt, sind mehr oder weniger  7! bekannt!X  7% Ԟ ,.,. DEDEЍ. Am besten er?rtert scheinen sie uns in Findley[1973] zu sein.: (i) Das Werk mag einem wie eine Ansammlung von halb bearbeiteten Bemerkungen erscheinen, deren volle Bearbeitung den einzelnen'$p-++@@ Lesern Gberlassen wird und von denen einige, wie Malone, sagen k?nnten: XMThere is in Wittgenstein's Work no argument and no ƺ  7  conclusionm 7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Malone[1985], S.174m oder XI am not recommending that we should strive to emulate  7 ... Wittgenstein's terseness and ruthless.o X 7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S. 188.oƺ M (ii) Die Beispielmethode, die Wittgenstein verwendet, um seine Ansichten zu erklren oder zu verteidigen, macht es oft schwer zu verstehen, was er eigentlich sagen will. Dieser Eindruck wird durch seinen besonderen Stil des "impliziten" Dialogs verschrft. Es ist oft sehr schwer, genau zu bestimmen, wer in einem inszenierten Dialog spricht, ob das der Gegner sei oder Wittgenstein selbst und worum es im Dialog geht, d.h. ob die laufende Problematik nun fortgesetzt wird oder eine viel frGhere Problematik neu aufgenommen wird. (iii) Die Lnge der destruktiven Stellen Gbertrifft mit Abstand die der konstruktiven Stellen, an denen man die positiven und wesentlichen Beitrge Wittgensteins zur Philosphie herauslesen kann. Man ist somit fast gezwungen, alle Kurven seines Gedankenganges, durch alle Beispiele, mitzuverfolgen, um sich ein Bild dessen zu machen, welchen Beitrag Wittgenstens AusfGhrungen zur Philosophie leisten.  7  (iv) Die 14 (bzw.13) Texte des II. Teils der Philosophischen  7 Untersuchungen scheinen prima facie zum einen kein ausgereiftes  7 Werk zu sein und zum anderen keine "Sinneinheit" zu bilden   7b& Ԟ ,.,. DEDEЍ. Scholz[1995a] ist diesen beiden Schwierigkeiten nachgegangen und unterstreicht ihre Wichtigkeit fGr die Interpretation. Zu Recht weist Scholz auf manche unkritischen Aspekte der "Bemerkungen der Herausgeber" hin, wie z.B. die folgende Vermutung: J*p-++ԌXHtte Wittgenstein selber sein Werk ver?ffentlicht, so htte er das, was jetzt ungefhr die letzten 30 Seiten von Teil II ausmacht, gr?tenteils fortgelassen und statt dessen den Inhalt von Teil II, unter HinzufGgung weiteren Materials, eingearbeitet. ƺ Diese Vermutung habe zur groen Selbstverstndlichkeit der Handhabung von Teil II als "Teil eines einheitlichen Werkes" gefGhrt (Scholz[1995a], S.25), obwohl sie rtselhaft sei, denn sie sei nicht begrGndet. Man finde zwar manche thematischen Fberschneidungen zwischen den mehr oder weniger 30 letzten Seiten der BlackwellAusgabe und manchen TextstGcken aus Teil II, vor allem Teil II ii, vi und xi. Man kann aber keineswegs behaupten, Teil II sei eine Ausarbeitung jener 30 letzten Seiten der BlackwellAusgabe, da viele andere TeilstGcke von Teil II kaum Entsprechungen dort finden. Vermutungen bzgl. m?glicher Ausarbeitungen der angesprochenen 30 letzten Seiten m?gen aufgestellt werden; es ist jedoch schwer zu begrGnden, ob Wittgenstein solche Ausarbeitungen vorhatte und welche konkrete Richtung er eingeschlagen htte. .  hp-++@@Ԍ Trotz dieser angesprochenen Schwierigkeiten kann man Regelm 7, igkeiten in den Philosophischen Untersuchungen erkennen. Das Werk hat unserer Ansicht nach eine Struktur. In dem Vorwort gibt  7 es schon einen Hinweis darauf, welche Themen behandelt werden h  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Das Vorwort zu den ver?ffentlichten Philosophischen  7I Untersuchungen mu vermutlich zu einem frGheren Text geh?rt haben, den es aber nicht mehr als durchgehendes Typoskript gibt und der sich von der jetzt zur VerfGgung stehenden Endfassung unterscheidet (siehe hierGber u.a. von Wright[1982], S.114 und von Wright[1995], S.1213). Wie Scholz treffend anmerkt, hat dies Konsequenzen fGr die Interpretation, nmlich: "Hinweise auf Inhalt und Gestaltung der PU darf man dem Vorwort allenfalls soweit entnehmen, wie sie Teile betreffen, die im Januar 1945 ... bereits vorlagen."(S.30) Vor Januar 1945 lag allerdings der Kern von 1693 vor. An diesem Kern hat Wittgenstein laut von Wright[1995] noch bis sptestens in die Jahre 1950 weitergearbeitet, so da er alle Aspekte des thematischen Inhalts nicht in diesem Vorwort htte besprechen k?nnen.: XM[Die Untersuchungen] betreffen viele Gegenstnde: Den Begriff der Bedeutung, des Verstehens, des Satzes, der Logik, die Grundlagen der Mathematik, die Bewutseins 7 zustnde und anderes.s$$ 7& Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Hervorhebung ist von uns. Der Terminus "Begriff"  7g' spielt eine uerst wichtige Rolle durch die Philosophischen  71( Untersuchungen hindurch und ist ein Verankerungspunkt unserer Wiedergabe des Plans sowie des Inhalts des Werkes (Vgl. 1.2).s ƺ M  p-++@@Ԍ 7 Die Philosophischen Untersuchungen sind zwar eine "Menge von Landschaftsskizzen" von Wittgensteins philosophischen Bemerkungen, von denen einige mit Findley vermutlich sagen wGrden: MXThe album contains no conclusion, no summary, no deduction, no claims or counterclaims, but only the thoughts the sketches as they occurred. It is not the penthouse of a philosophical edifice, but simply a collection of images: This book is not the result of a construction, it is the result of a selec 7 tion  7# Ԟ ,.,. DEDEЍ. Findley[1973], S. 20. Die hiesige, kurze Auseinandersetzung mit Findley ist stellvetretend fGr eine allgemeine Auseinandersetzung mit Anhngern der These, nach der es eben keine SchlGsse, keine Deduktionen, keine Argumente, keine Zusammen 7C fassungen, etc. in den Philosophischen Untersuchungen gbe.;ƺ M der Leser der Wittgensteinschen Untersuchungen ist jedoch nicht daran gehindert, hinter den Skizzen eine kohrente Struktur zu  7S suchen, die sogar einen Ansatz einer Theorie beinhaltet. Sz  7] Ԟ ,.,. DEDEЍ. Auf den theoretischen Aspekt, d.h. die Rekonstruktion der zum gr?ten Teil negativen und destruktiven Bemerkungen Wittgensteins in Form einer konstruktiven Theorie kommen wir im Abschnitt 1.2 zu sprechen... Wittgenstein braucht dem Leser nicht ausdrGcklich zu sagen: "Hier ziehe ich einen Schlu, dort deduziere ich, hier ist ein Argument, dort ist eine Zusammenfassung, etc.", damit er SchlGsse, Deduktionen, Argumente, Zusammenfassungen, etc., in dem Werk findet; vielmehr: In Wittgensteins Werk sind implizit ausgedrGckte SchlGsse, Deduktionen, Argumente, Zusammenfassungen, etc., zu finden, die vom Leser expliziert werden k?nnen. Findley fhrt fort, indem er behauptet: XM... strictly speaking there is no principle of organisation, no division into topics, no classification according to questions, no plan, no grand design: what we have instead is simply a collection of items, mementos .... To be sure they have some order; but  7 this is nothing other than the linear order ... .m b  7+ Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S.22.m ƺ  p-++@@Ԍund den Schlu zieht: XIf there is any simple uniting principle of the Investigations , we might say it is this: contiguity.  7 (...) The only other order is a kind of disorder.g 7h Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem .gƺ M Dieser Schlu ist ein Extremfall derjenigen Ansicht, nach der die  7p Philosophischen Untersuchungen kein strukturiertes Buch seien: Dem Werk wird hierin schlicht der Charakter eines Buchs mit einem Plan bzw. Inhaltverzeichnis verweigert. Findley geht noch weiter als in seinem streitbaren Schlu, indem er empfiehlt, "to read the Investigations ... as a scrapbook and to glean from it what  7O lessons we can about travelling [in the Landscape]"mOX  77 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S.31.m. Wir stellen wie Findley fest, da das Werk ein Album ist. Es gibt zwar darin keinen einfachen Argumentationszug. Es ist sogar oft m?glich, mehrere ArgumentationszGge an derselben Stelle oder in bezug auf das gleiche Thema zu haben. Dem Schlu aber, da das Werk kein Inhaltsverzeichnis htte und desweiteren wie ein Album zu lesen sei, stimmen wir nicht zu. Wittgenstein hat zwar der Natur seiner Gedanken nach ein Album, ein "scrapbook" geliefert, wir sind jedoch nicht dazu gezwungen, sein Werk als ein Album zu lesen. Dies wGrde dem Verlangen gleich kommen, einen Dichter dichterisch, Heidegger heideggerisch, Aristoteles aristotelisch, usw., zu lesen bzw. zu interpretieren. Wollen wir ein kreatives  7_ Lesen der Philosophischen Untersuchungen betreiben, so sollten wir dieses Werk nicht Wittgensteinsch lesen, wie Findley es empfiehlt, sondern strukturgesteuert . DiesbezGglich k?nnen wir auf andere Bilder in dem Werk, nmlich diejenigen der "Gbersichtlichen Darstellung" sowie des "zusammenhngenden Sehens" hinwei 7>" sen und nicht nur auf dasjenige des "Albums", denn die Philoso 7m# phischen Untersuchungen erscheinen uns als ein organisiertes Werk. Wie Genova es ausdrGckt: Da dieses Werk organisiert ist, wird durch die Angabe eines "guide to its contents", einer "Map%p-++@@  7 of the Text" unterstGtztn  7X Ԟ ,.,. DEDEЍ. Genova[1978], S.141.n. Zur BegrGndung dieser Ansicht kann 122 zur Hilfe herangezogen werden: M XEs ist eine Hauptquelle unseres Unverstndnisses, da wir den Gebrauch unserer W?rter nicht Gbersehen . Unserer Grammatik fehlt es an Fbersichtlichkeit. Die Gbersichtliche Darstellung vermittelt das Verstndnis, welches eben darin besteht, da wir die 'Zusammenhnge sehen'. Daher die Wichtigkeit des Erfindens von Zwischengliedern. Der Begriff der Gbersichtlichen Darstellung ist fGr uns von grundlegender Bedeutung... ƺ MDiese Stelle, die im Rahmen der Bemerkungen Gber die Rolle der Philosophie auftaucht, ist unserer Ansicht nach wie folgt zu deuten: In der (in meiner) Philosophie setzte ich mir als Ziel die Offenbarung der "Zusammenhnge", der "Zwischenglieder", sogar das "Erfinden" der letzteren, die es zwischen den verschiedenen Teilen eines gedeuteten Gegenstandes gibt; zum Schlu erreiche ich damit eine Darstellung, in der die Verbindungen zwischen verschiedenen Fllen eines Unterrichtsgegenstandes zu "sehen"  7  sind X  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Es sei auf die hnlichkeit der hiesigen Argumentation mit der allgemeinen Methodik der Familienhnlichkeit hingewiesen..  78  Eine Struktur haben wir aus den Philosophischen Untersuchungen herausgelesen. Sie wird als Wegweiser zur Reise durch das Album vorgeschlagen. Der Leser m?ge sie im folgenden abgekGrzt und im Anhang in voller Lnge finden: p-++@@Ԍ 7  !!c Plan der Philosophischen Untersuchungen (abgekGrzte Version)  Teil I I Begriffe aus dem Tractatus : Eine Revision, 1133 A. Bedeutung als Gebrauch vs Bildtheorie der Bedeutung, 159 B. Neue Ziel und Voraussetzungen fGr die Sprachanalyse, 6088c C. Entidealisierung der Logik, 89108 D. Zur Rolle der Philosophie, 109133 II Erkenntnistheoretische Begriffe, 134184 A. Aussagen, 134138 X B. Verstehen, 139155 X C. Lesen, 156178 D. Verstehen als Wissen, 148155, 179184 III Begriff von "einer Regel folgen", 185142 A. Befolgen eines Befehls als Spezialfall des Befolgens einer Regel, 185197    B. Einer Regel folgen ist eine von einer Gepflogenheit bestimmte Praxis, 198205 C. Die gemeinschaftsspezifische Beherrschung einer Tech nik, 206217 D. Einer Regel folgen ist eine konsensuelle Selbstver stndlichkeit, die mehrere falsche Physiognomien hat, 218242 IV. Begriffe fGr Privates bzw Privatbegriffe: Empfindung, Schmerz, ..., 243315 A. Klrung bzw. Grammatik der Privatheit, 243255 B. Unm?glichkeit einer Privatsprache, 256315 V. Begriffe fGr Geistiges: Denken, Vorstellen, ..., 316436 A. Denken, 316362 B. Vorstellung ("sich vorstellen"), 344402)p-++@@Ԍ C. Begriffe des Selbst: "ich", "mich", "mein" und "Be wutsein", 398436 VI.Intentionsbegriffe: Wollen, Glauben, Meinen, WGnschen, ..., 437653 A. Wunsch und Erwartung, 437448, 452454 B. Meinen, 449451, 455457, 491508, 558570 C. Befehlen, 458465 D. Rechtfertigung von intentionalen Begriffen, 466490 E. Verstehen, 525546 F. Verneinen, 446448, 547557 G. Verhaltensmuster als Kriterien fGr Intentionsbegriffe, 571593, 601610 XH. Exkurs: Nachtrag zur Rolle der Philosophie, 593600ƺ I. Wollen, 611632 J. Sagen Wollen, 633653 VII. "Tiefengrammatik" des Begriffs des Meinens, 654693 A. "Meinen" hat seine Bedeutung in der Feststellung eines Sprachspiels, 654665 B. Die unterschiedlichen Gebruche der Wendung "Ich meine S mit den W?rtern W", 666693 Teil II VIII. Intentionsbegriffe (Fortsetzung), Kapitel ix Kap. i: W?rter allgemein, und Intentionsbegriffe insbesondere, sind Flle der Sprache, welche ihre Lebensform bildet Kap. ii: Intentionsbegriffe haben einen Bezug auf einen Zusammenhang, von dem ihre Bedeutung abhngt Kap. iii: Die Beschreibung vom Vorgestellten in W?rtern "kann ... statt der Vorstellung stehen" Kap. iv: Auf den "Dienst" einer Intentionsuerung kommt es uns an Kap. v: Es kommt bei Intentionsbegriffen auf das Benehmen des Menschen an, das nicht wie der Gegenstand der 0*p-++@@ Physik zu handhaben ist, sondern Objekt der Psycho logie ist Kap. vi: Wir haben keine "Intention" im Sinne eines Vor schwebens der Verwendungen eines Wortes, und Inten tionsw?rter sind weder innere Vorgnge, noch werden sie von einem GefGhl begleitet, noch haben sie einen eindeutigen Charakter Kap. vii: Traumerzhlungen brauchen nicht unbedingt mit im Traum gesehenen Bildern verknGpft zu werden Kap. viii: Parallelfall zu den Intentionsbegriffen: Der grammatische Unterschied zwischen W?rtern fGr SinneseindrGcke trgt zur Unterscheidung dieser bei Kap. ix: Am Beispiel der W?rter "Ich fGrchte mich" lt sich die Vielfltigkeit der Verwendung der Intentions begriffe illustrieren Kap. x: "Ich glaube ..." ist Ausdruck weder einer Beschrei bung von SinneseindrGcken noch einer Disposition des Glaubenden  7p IX. Grammatik von "sehen" Xp  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. FGr die Einteilung IXX verwenden wir Seitenangaben. Bezug wird auf die Werksausgabe [in 8 Bnden], Bd I, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 5. durchges. Aufl., 1989, genommen.  XA. Die zwei Verwendungen des Wortes "sehen", S. 518 523ƺ XB. Charakterisierung von "sehen als", S. 518552ƺ XC. "Zusammenhang der Begriffe 'Sehen des ƺ Aspekts' und 'Erleben der Bedeutung eines Wortes'", S. 553556 X. Begriff des Meinens (Fortsetzung), S.556577 A."Das Meinen ist so wenig ein Erlebnis wie das Be absichtigen", S. 5565 B. Das "innerliche Reden" ist ?ffentlich, S. 562569 C. Meinen vs. Sicherheit, S. 569577 D. Varia&p-++@@ԌЙ Der obige Plan spiegelt im wesentlichen den Inhalt der  7, Philosophischen Untersuchungen wider. Auf diesen wird in Kapitel 2 eingegangen. Der Plan an sich ben?tigt motivierende Erklrungen, (i) was die Zielsetzungen anbelangt, auf die Wittgenstein hinaus m?chte, und (ii) in bezug auf die darin enthaltenen Gliederungen. Der anschlieende Abschnitt 1.2 behandelt den Punkt (i), und der Punkt (ii) wird in Kapitel 2 vertieft. Wir sprachen oben die Doppelschwierigkeit an, den von den Heraugebern als Teil II publizierten Text als ausgereiftes Werk Wittgensteins anzusehen, das mit Teil I in Zusammenhang stGnde. Scholz[1995a] schlgt als m?glichen Ausweg aus dieser Schwierigkeit vor, sich Gedanken Gber den Status von Teil II anhand von drei durch Schulte[1989] aufgestellten Kriterien zu machen. Die drei Kriterien sind: (1) Eine erkennbare Einschtzung Wittgensteins selber; (2) eine von Lesern feststellbare Argumentationslinie; und (3) die stilistischformale Ausreifung des in Frage kommenden Textes. Das erste Kriterium beinhaltet historischbiographische Elemente, wie z.B. Wittgensteins uerungen Fremden gegenGber bzw. in den nachgelassenen Texten. DiesbezGglich merkt Scholz zweierlei an: Man solle immer der letztdatierten Einschtzung mehr Gewicht verleihen als lteren und sich dabei im klaren sein, da Wittgenstein immer so "hart und ungerecht" mit seinem eigenen Werk gewesen ist, da seine negative Einschtzung des eigenen Werks mit uerster Vorsicht zu betrachten ist. In bezug auf das dritte Kriterium merkt Scholz an, da man Flle bei Wittgenstein habe, wo stilistische Ausreifung nicht redaktionnellem Fortschritt gleichzusetzen sei. Das sog. "Big Typeskript" zeuge davon. Die gr?te Bedeutung ist Scholz zufolge dem zweiten Kriterium einzurumen, welches im Konfliktfall den Ausschlag geben sollte. Mit dem Einsatz des Kriteriums ist jedoch eine Warnung verknGpft: Eine Beweislast trgt der Leser, der sich fGr die eine oder die andere Lesart der Argumentation entschieden hat. Unsererseits wollen wir uns fGr die Wichtigkeit der Argumentationslinie stark einsetzen und durch unsere Rekonstruktion des  73* Inhalts der Teile I und II zeigen, da die Philosophischen3*p-++@@  7 Untersuchungen zentrale Themen aufweisen, die sich unter einen Kerngedanken oder besser: eine zentrale These subsumieren lassen. Auf diese Themen und deren subsumierende These sowie auf den Inhalt des Werkes wird in den beiden nchsten Abschnitten eingegangen. L 1.2 Zentrale These, Themen und Zielsetzungen Ein Gedanke, der wie ein Leitmotiv in den AusfGhrungen Gber die unterschiedlichen Themen implizit oder explizit auftaucht, ist derjenige einer Kontextabhngigkeit und einer sprachlich 7 sozialen Bedingtheit unserer "Begriffe" .  7? ԍ. In dieser KGrze scheint dies im ersten Blick eine  7 uninteressante These zu sein. In den Philosophischen Unter 7 suchungen aber hat sie eine originale Ausprgung, die sie atractiv macht. Hier ist die sprachlichsoziale Bedingtheit stets in Gegensatz zu der M?glichkeit einer solipsistischen Bedingtheit der Begriffe hervorgehoben.  Angesichts des zuL unprzisen Titels "Philosophische Untersuchungen" wGrde dieser Gedanke aufgrund der weiter unten im vorliegenden Kapitel stehenden Er?rterungen am besten als dessen Titel passen. Die Verwendung des Terminus "Begriff" ist in unserer Strukturierung des Werkes reflektiert; sie ist zum Teil durch den Hinweis darauf im Vorwort des Werkes und zum Teil durch die anschlieenden  7 Er?rterungen motiviert D  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Es gibt keine Stelle in den Philosophischen Unter 7 suchungen, wo eine klare Definition oder zumindest Charakterisierung dessen gegeben ist, was unter "Begriff" zu verstehen ist. Angaben zum Begriff des Begriffs sind eher im ganzen Werk verstreut. Wittgenstein scheint "Begriff" und "Wort" als Synonyme zu betrachten, denn er verwendet beides oft fGreinander. So z.B. in "Gebrauch des Wortes X" bzw. "Gebrauch des Begriffs X" oder noch "Grammatik des Wortes X" bzw. "Grammatik des Begriffs X". Obwohl keine Charakterisierung explizit angegeben wird, k?nnen 6871, wo von der Grenze eines Begriffs die Rede ist, als eine solche betrachtet werden (Siehe hierfGr 2.1). Ein Unterschied scheint jedoch zwischen "Begriff" und "Wort" zu bestehen: Whrend fGr Partikeln wie "ich", "dies", "mein", usw. das Wort "Wort" bei ihm Verwendungen findet, sieht man keine Redeweisen der Art: "Der Begriff 'ich'", "Der Begriff 'mein'", usw.. Eine entscheidende Frage, die hinsichtlich des Ausdrucks "Begriff des B" aufgeworfen wird, ist, ob er ein Prdikat oder eine mit einem Prdikat bezeichnete Eigenschaft bzw. Relation darstellt. Wir verwenden ihn im folgendem in der letzten Deutung.+p-++ Diese aber ist zweifaltig. Wenn der Ausdruck "Begriff des B" eine Eigenschaft darstellt, dann ist er intensional gedeutet. Stellt er aber eine Relation dar, dann ist er extensional gedeutet. Im folgenden werden wir die extensionale Deutung verwenden, denn sie ist die plausibleste im Licht der AusfGhrungen Wittgensteins Gber den Begriff der Familienhnlichkeit. Ein Begriff des B wie in Kapitel 2 zu sehen sein wird ist erklrt als die Betrachtung der Flle des Gebrauchs des B. Solche Flle k?nnen klarerweise nur extensional gedeutet werden..  p-++@@Ԍ Es ist eingangs festgelegt und begrGndet worden, da unsere Rekonstruktion so weit wie m?glich eine Kasuistik vermeiden  7X m?chtel!X  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Vgl Abschnitt 0.2.l. Wir werden daher im einzelnen und getrennt zwar fragen: Was ist die Bedeutung bei Wittgenstein? Was versteht er unter "Sprachspiel", unter "Familienhnlichkeit", unter "Lebensform", usw.? Wie lautet seine Theorie in bezug auf das Meinen, auf die Regelbefolgung, usw.? Die folgenden Fragen aber werden eher in erster Linie gestellt: X1.X` ` Welche Strategie verfolgt Wittgenstein insgesamt in seinem Werk?b` X2. X` ` Auf welches Hauptproblem luft diese Strategie hinaus? Auf welche Hauptthese ?b`  7<  Zu 1.: Die Strategie der Philosophischen Untersuchungen Es gibt zwei Begriffsnetzwerke, auf die in dem Werk eingegangen wird. Das erste Netzwerk, welches seinen Schwerpunkt in  1133 hat, ist ein Komplex von allgemeinen, methodologischen Begriffen. Es legt die Methode fest, die in den darauf folgenden Abschnitten angewandt wird. 1133 haben zwar auch einen offensichtlichen doktrinalen Inhalt, ihr methodologischer Inhalt scheint uns aber im Vordergrund zu stehen. Die Begriffe des ersten Netzwerks sind: Bedeutung, Grammatik, Sprachspiel, Lebensform, Familienhnlichkeit und Philosophie, um nur die wichtigsten zu nennen. Das zweite Netzwerk von Begriffen ist mehr doktrinal als methodologisch. Hier wird das erste Netzwerk von Begriffen auf eine ganze Reihe weiterer anderer Begriffe angewandt, nmlich: erkenntnistheoretische Begriffe, den Begriff von "einer Regel folgen", Begriffe fGr Privates, Begriffe fGr ( !p-++@@ Geistiges und Intentionsbegriffe. Wie sich der in 1133 festgelegte methodologische Rahmen entfaltet und worin er besteht, wollen wir nun untersuchen. In 109133 findet man Er?rterungen zur Rolle und Funktion der Philosophie. Wittgenstein fragt sich als Philosoph, was er in der Philosophie zu tun hat und was er darunter versteht. Die Antwort liefert er in drei Stufen: Die Philosophie sei (i) ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache (109115), (ii) eine Rehabilitierung der Alltagssprache (116123) und (iii) das Aufzeigen ihrer eigenen Grenzen (124132). Die zentrale Schaltstelle hinter dieser dreistufigen Antwort lt  7 sich unter den Begriff der "Grammatik" subsumieren"  7h Ԟ ,.,. DEDEЍ. Der Leser sei auf Kapitel 2 fGr mehr Details Gber die Verwendung des Begriffs der Grammatik hingewiesen.. Die Philosophie hat sich bei Wittgenstein nur um die Aufl?sung von grammatischen Tuschungen zu kGmmern, die von der Oberflchenstruktur der Sprache verursacht werden (110f.). Diese Aufgabe wird durch die Beschreibung der "Grammatik der W?rter" gel?st. Nun liegt es nah, da sich Wittgenstein nicht mit allen erdenklichen W?rtern (bzw. Begriffen) beschftigen wird, sondern nur mit solchen, die uns insbesondere die Philosophen unter uns "verhext" oder "verwirrt" haben. DiesbezGglich scheint der Begriff der Bedeutung grundlegend zu sein. Er durchdringt nahezu alle AusfGhrungen in den Philosophischen Untersuchungen. Dieses Durchdringen veranlat uns, eine Hypothese aufzustellen: Die Strategie (bzw. die Methode), die in dem Werk angewandt wird, besteht darin, den Begriff der Bedeutung durch ein Netzwerk weiterer Begriffe zu erhellen und dabei dem Augustinischen Bild der Sprache und dessen Deutung der Bedeutung entgegenzuwirken; das Netzwerk der erhellenden Begriffe bildet ein formales Schema, das sich auf die in den auf 1133 folgenden Abschnitten er?rterten Begriffe anwenden lt. T$ "p-++@@ԌZu 2.: Der doktrinale Rahmen Die oben aufgestellte Hypothese wird nach und nach durch die  7 Darlegung des Inhalts der Philosophischen Untersuchungen in Kapitel 2 begrGndet. Was die Hauptthese des Werks anbelangt, so behaupten wir, da Wittgenstein folgendes verteidigt: (I) XBegriffe aus dem Tractatus bedGrfen einer drastischen Revision: Die Bedeutung, das Absolut Einfache, die Sprachanalyse, die Logik und die Philosophie selbst sollen und werden mit neuem "Inhalt" gefGllt, wobei die Klrung der sprachlichen Konfusionen bzgl. dieser Begriffe und die Abwendung vom Allgemeinen anzustreben sein wird.ƺ (II)XErkenntnisbegriffe, der Begriff von "einer Regel folgen", Begriffe fGr Privates, Begriffe fGr Geistiges und Intentionsbegriffe werden nur relativ zum sozialen Verhalten einer Gemeinschaft betrachtet, d.h. einer Gemeinschaft der Erkennenden, der Regelbefolger, der Wollenden, der Denkenden usw., also einer Gemeinschaft derjenigen, in bezug auf die die Frage sinnvoll gestellt werden kann, wie die entsprechenden Begriffe anzuwenden sind. ƺ Teil I der Hauptthese kann als die EinfGhrung in die neue und die Motivation zur "neuen" Philosophie Wittgensteins angesehen werden, deren GrundzGge in 109132 er?rtert werden. Diese EinfGhrung und Motivation bestehen aus einer Revision des  7 Begriffnetzwerks aus dem Tractatus, nmlich: Der Bildtheorie der Bedeutung, der Sprachanalyse und der idealisierten Logik. Die Revision dieser Begriffe bringt ein neuartiges Begriffsnetzwerk ans Tageslicht, dessen Deutung in der neuen, auf die Klrung sprachlicher Konfusionen und Verhexungen beschrnkten Philosophie erfolgt. Das neuartige Begriffsnetzwerk artikuliert sich um die Begriffe der Bedeutung als Gebrauch, der Lebensform, der Sprachspiele, der Familienhnlichkeit und der Grammatik. Auf diese wird im folgenden Abschnitt eingegangen. 6*"p-++@@Ԍ Teil II der Hauptthese ist eine Anwendung der neuen Philosophie, auf die Teil I hinausluft, auf eine Reihe von Begriffen, in bezug auf die eine genaue, abgegrenzte Aufgabe zu l?sen ist. Gegeben sei ein Begriff B. In bezug auf B sei laut Wittgenstein ein bestimmter Mythos je nach Art des in Frage kommenden Begriffs  7 B zu bekmpfen#X  74 Ԟ ,.,. DEDEЍ. FGr eine fallbezogene BegrGndung dieser Behauptung sei der Leser auf Kapitel 2 und auf die Abschnitte 3.2 sowie 4.1 verwiesen. . DiesbezGglich erweitern wir die von uns rekonstruierte, aufgestellte Hauptthese um einen dritten Teil: (III)` ` In bezug auf Erkenntnisbegriffe ist der Mythos des logischen Zwangs, in bezug auf die Begriffe der Befolgung einer Regel sowie fGr Privates der Mythos des ontologischen Zwangs und in bezug auf die Begriffe fGr Geistiges sowie fGr Intentionen der Mythos des psychologischen Zwangs bzw. des Inneren zu be 7 kmpfen$  7  Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Bezeichnung "Mythos des Inneren" ist Bouveresse[1976] entnommen worden.. b` Anders augedrGckt, ist also in bezug auf einen Begriff B einer der in Teil III der Hauptthese aufgelisteten Mythen zu bekmpfen. Unter dem logischen, ontologischen bzw. psychologischen Zwang verstehen wir eine Notwendigkeit fGr jemanden, der versteht, einer Regel folgt bzw. eine Intention hat, das Verstandene im voraus zu erfassen, der Regel wie einer Vorlage zu folgen bzw. die Intention wie einen privaten inneren Proze zu verwirklichen. Da Wittgenstein die Hauptthese IIII verteidigt, wird nach und nach in den anschlieenden Ausarbeitungen der vorliegenden Arbeit begrGndet und illustriert. @$p-++@@Ԍ4 1.3 ZurGckgewiesene klassische Thesen der Philosophie bzw. der Philosophie der Psychologie Im Verlauf der AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung schreibt Wittgenstein dem von ihm ins Spiel gebrachten Gegner Positionen zu, die mehr oder weniger einigen klassischen Thesen der Philosophie bzw. der Philosophie der Psychologie entsprechen. Welche4 Thesen zurGckgewiesen werden und welches Verstndnis Wittgenstein  7` von ihnen hat, werden wir im folgendem sehen% `  7 ԍ. Wir beschrnken uns auf die in Zusammenhang mit der Regelbefolgung und mit dem Privatsprachenargument zurGckgewiesenen klassischen Thesen. Dabei besprechen wir nur die wichtigsten unter ihnen.. In Zusammenhang mit der Regelbefolgung selbst werden Positionen von Wittgenstein zurGckgewiesen, die einerseits dem Essen 7 tialismus und andererseits dem Platonismus zuzurechnen sind&   7$ ԍ. Da Wittgenstein den Essentialismus angreift hat Feyerabend schon frGh gesehen (siehe Feyerabend[1954b], S.449f.): XThe theory criticized is closely related to medieval realism (about universals) and to what has recently been termed "essentialism" [K.R. Popper, The Open Society and Its Enemies, Princeton, 1950, p.31ff.].ƺ Vom Angriff gegen den Platonismus spricht u.a. Pears[1986], S.423f.. . Bei der ZurGckweisung der Denkbarkeit einer Privatsprache werden weitere klassische Thesen zurGckgewiesen, nmlich der Behaviourismus, der Solipsismus und der mit diesem eng verwobene Carte 7 sianismus' H  7l ԍ. Zur ZurGckweisung des Behaviourismus siehe u.a. StegmGller[1975], S.639f.; zur Kritik des Solipsismus vgl. u.a. Gabriel[1995], Sp.1022; und zum Angriff gegen den Cartesianismus siehe u.a. Pears[1989], S.264. . Die Darstellung des Skeptizismus in bezug auf die Regelbefolgung oder, kGrzer, des Regelskeptizismus ist insofern ein wichtiger Diskussionspunkt als Wittgensteins eigene Position  7D manchmal mit ihm verwechselt worden ist.b(D0  7) ԍ. Vgl. die Diskussion der Kripkeeschen Position in Kapitel 6. bD (p-++@@Ԍ Der Regelskeptizismus ist die philosophische Position, nach der die Regel die Regelbefolger zu keiner Verhaltensweise nach ihr zwingt . Als direkte Konsequenz dieser Position ist einerseits eine gegebene Verhaltensweise oder eine Praxis nach einer noch nicht unbedingt klar herauslesbaren Regel mit einer ausdruckbaren Regel in Einklang zu bringen. VerfGgt man andererseits Gber eine bereits vorgegebene Regel, so ist jede geregelte Verhaltensweise derart zu deuten, da sie als deren Befolgung angesehen wird. Eine Charakterisierung Kmmerlings mag dies verdeutlichen: "Keine Verhaltensweise ist ein Regelversto; alles Verhalten ist  7 Regelfolge".)   7 ԍ. Kmmerling[1975], S.105. Die von Kmmerling als Skizzierung des Regelskeptizismus dargelegte Charakterisierung ist eigentlich eines der Argumente Wittgensteins gegen diese Position. Auf den Regelskeptizismus weisen mehrere Stellen hin, an denen Wittgenstein Gber Regeln ausfGhrt. Die erste Komponente des Regelskeptizismus besagt, da man fGr jede gegebene Verhaltensweise eine Regel finden kann, deren Befolgung als die gegebene Verhaltensweise gedeutet wird. Diese Ansicht ist am deutlichsten in 200 zu finden. Dort wird eine Verhaltensweise beschrieben, nmlich ein Spiel des "Ausstoen[s] von Schreien oder Stampfen[s] mit den FGen", fGr die der Skeptiker nachtrglich eine Regel finden wGrde, nmlich durch eine Abbildung der gegebenen Verhaltensweise in eine Schachpartie, von der jeder ausgehen kann, da sie geregelt ist. Die zweite Komponente des Regelskeptizismus, nach der jede beliebige Handlungsweise als Befolgung einer gegebenen Regel gedeutet werden kann, ist u.a. in 198 formuliert: M XAber wie kann ich mich eine Regel lehren, was ich an dieser Stelle zu tun habe? Was immer ich tue, ist doch durch irgendeine Deutung mit der Regel zu vereinbaren.ƺ M Was der Regelskeptiker leugnet, ist die Anwesenheit jegliches Zwangs, auf eine bestimmte Weise nach einer Regel vorzugehen. Ich kann alles tun und dieses Tun wre immer noch als Befolgung irgendeiner Regel zu deuten und, umgekehrt, ist eine mir &!)p-++@@ vorgelegte Regel immer noch als eine Regel zu deuten, die jede beliebige Verhaltensweise reguliert. Somit wre der wohl eingebGrgerte Unterschied zwischen dem Fehlermachen und dem Richtig handeln ausgerumt. Die Beschftigung mit der Regelbefolgung kann auch auf eine ziemlich natGrliche Weise zu einer weiteren bekannten Doktrin fGhren, nmlich zum Platonismus. Den Regelplatonismus wollen wir die Position nennen, nach der die Regel die Regelbefolger zu einer bestimmten bzw. zu mehreren bestimmten Verhaltensweisen zwingt . NatGrlich erscheint diese Position, insofern niemand prima facie die Regel so zusagen "an sich" mit deren Formulierung oder Ausdruck verwechseln wGrde. Es scheint v?llig klar zu sein, da eine und dieselbe Regel auf verschiedene Weisen ausdruckbar ist. Zum Beispiel kann ein Wegweiser grGn, schwarz oder gelb bemalt werden, ohne dadurch in seiner Funktion als Hinweis auf eine zu verfolgende Richtung beeintrchtigt zu sein. Es wre witzlos, sich einen grGnen Wegweiser in einer anderen Funktion vorzustellen als in derjenigen, die auch ein schwarzer oder gelber hat. Der Regelplatonismus steht also unserem gew?hnlichen Verstndnis so nah, da die Versuchung ernsthaft besteht, Regeln als eine Art abstrakte Entitten anzusehen, die in jeder Lage die Richtung seiner Verwendung zeigen wird. Dieser Versuchung aber stellt sich Wittgenstein gegenGber. Seine Argumente diesbezGglich sind sogar, an ihrer Schrfe gemessen, weitaus gewichtiger als Argumente gegen den Regelskeptizismus. An vielen Stellen sind explizite Hinweise auf den Regelplatonismus zu finden. Die in unseren Augen wichtigsten Stellen sind gleich in den ersten Paragraphen der AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung zu finden: M XDu warst also zu AusdrGcken geneigt, wie: "Die Fbergnge sind eigentlich schon gemacht; auch ehe ich sie schriftlich, mGndlich, oder in Gedanken mache." Und es schien, als wren sie in einer einzigartigen Weise vorausbestimmt, antizipiert wie nur das Meinen die Wirklichkeit antizipieren k?nne. (188) ƺ )")p-++@@ԌXEs ist, als k?nnten wir die ganze Verwendung des Wortes mit einem Schlag erfassen. (191)ƺ M Wittgenstein nennt eine solche Tendenz zum Regelplatonismus, eine VerfGhrung zu "FberAusdrGcken" zur Bezeichnung von "Fbermige[n] Tatsachen".(192) Eine ganze Reihe von Bildern werden von Wittgenstein verwendet, um den Regelplatonismus zu charakterisieren: M XDie Maschine ... scheint ihre Wirkungsweise schon in sich zu haben. (193)ƺ X... die Idee, es [= die Regelbefolgung] wre die angefangene Reihe ein sichtbares StGck unsichtbar bis ins Unendliche gelegten Geleise. (218) ƺ XDie Regel, einmal mit einer Bedeutung gestempelt, zieht die Linien ihrer Befolgung durch den ganzen Raum. (219)ƺ XEine Reihe hat fGr uns ein Gesicht! (228) ƺ M Die oben zitierten Stellen weisen klarerweise auf den Regelplatonismus hin, indem sie besagen, da nichts anderes als die Formulierung der Regel ein fGr alle Male festlegt, was diese Regel ist: Die Wirkungsweise der Regel ist fest verdrahtet in ihrer Formulierung (Vgl. das MachineGleichnis); die Formulierung legt die kGnftigen Anwendungen fest (Vgl. das GeleiseGleichnis); sie hat eine einzige Erscheinung (Vgl. das GesichtGleichnis). DarGber hinaus existiert die Regel unabhngig von der Verwendung, die die Menschen davon machen, da sie eben eine art archetypische Tatsache ("Fbermige Tatsache") ist. In Kapitel 4 werden wir sehen, wie Wittgenstein sowohl den Regelplatonismus als auch den Regelskeptizismus zurGckweist und einen Mittelweg zwischen beiden Doktrinen einschlgt. Dieser Mittelweg ist die RGckkehr zu der Regelbefolgungspraxis, die in Kraft in der Gemeinschaft der Regelbefolger ist. Unter Essentialismus oder Wesensphilosophie verstehen wir mit Gilson "der Primat der essentia vor der existentia, die Reduktion des Seienden auf die Wesenheit unter Vernachlssigung der ExiP(#)p-++@@Ԯ 7 stenz... ."O*  7X ԍ. Paraphrasiert in Schneider[1972], Sp.752.O Unterstrichen in dieser Charakterisierung ist das Primat der Essenz. In diesem Sinne ist der Essentialismus kompatibel mit der Tendenz, hinter Allgemeinbegriffen etwas Seiendes in Form eines Wesens zu sehen. In Zusammenhang mit der Bekmpfung des Augustinischen Bildes der Sprache wird auch der Essentialismus bekmpft; denn die Bedeutungen, die unabhngig von jeglicher Verwendung der Sprache bestehen, sind "Wesen", die im Augustinischen Sinne nur noch mit Worten der Sprache zu benennen sind. Bezogen auf die Regelbefolgung findet der von Wittgenstein zurGckgewiesene Essentialismus in der folgenden Charakterisierung Niederschlag: M XWer einen Satz ausspricht und ihn meint , oder versteht , [betreibt] damit einen KalkGl ... nach bestimmten Regeln. (81) ƺ M Ein Vorgang nach bestimmten Regeln ist von Verteidigern des Essentialismus als ein Vorgang nach einer zu benennenden Regel verstanden, die z.B. nachzuschlagen wre, oder als erklrende "Hypothese" der Regelanwendung fungieren wGrde, oder noch als eine bereitstehende Antwort zur Frage, welcher Regel jemand folge (82). Man habe also z.B. ein Wesen namens "Regel der Fortsetzung der Reihe 2n", welches hinter den Regelanwendungen stGnde. WGrde ein Regelbefolger nach dieser Regel operieren, so bestGnde seine Motivation, der Regel zu folgen, eben in der Existenz dieses Wesens. Pears hat den zurGckgewiesenen Essentialismus zu recht als einen Platonismus bezeichnet, den der Gegner wie folgt beschreiben wGrde: M XThere must .. be some other elements [than human nature] in the rulefollower's mental equipment which Wittgenstein has failed to mention. This extra element will complete the authority of the rule and in everyl%$X*p-++@@ conceivable case it will give an unambiguous indica 7 tion of the correct way to continue.9+ 7\ ԍ. Pears[1986], S.423.9ƺ M Das "ExtraElement", welches der Regel eine Autoritt verleiht, hnelt allerdings einer Platonischen Idee, die als Archetyp der einzelnen Regelanwendungen fungiert. Das philosophische Problem des Behaviourismus wird von Wittgenstein in 304308 angegangen. In 307 fasst er die Diskussion der vorangegangenen Abschnitte 304306 zusammen. Was der ins Spiel gebrachte Gegner behauptet, ist Folgendes: Wittgenstein sei ein "verkappter Behaviourist", fGr den hinter dem menschlichen Benehmen nichts zu suchen sei , fGr den also dort nur Fiktives zu finden sei. FGr den Behaviourist sei hinter dem Erinnerungs bzw. Empfindungsbenehmen kein innerer Vorgang zu finden. Wittgensteins Erwiderung darauf ist, da er kein Behaviourist sei; denn er leugne nicht, da Menschen sich erinnern, empfinden, usw., da Menschen Seelisches erleben; eine falsche grammatische Deutung der Worte "erinnern", "empfinden", usw., sei das, was er leugne. Die Fiktion, gegen die Wittgenstein vorgeht, ist nicht faktisch, sondern grammatisch. Grammatisch ist die Fiktion in dem Sinne, da man es hier mit einem falschen Begriff vom Seelischen zu tun  7L habeD,LX  74 ԍ. Vgl. von Savigny[1988], S.355.D. Was nun dieser falsche Begriff vom Seelischen sein soll, ist in 304 ersichtlich: M X"Aber du wirst doch zugeben, da ein Unterschied ist, zwischen Schmerzbenehmen mit Schmerzen und Schmerzbenehmen ohne Schmerzen." Zugeben? Welcher Unterschied k?nnte gr?er sein! "Und doch gelangst du immer wieder zum Ergebnis, die Empfindung selbst sei ein Nichts." Nicht doch. Sie ist kein Etwas, aber auch nicht ein Nichts! Das Ergebnis war nur, da ein Nichts die gleichen Dienste tte wie ein Etwas, worGber sich nichts aussagen lt. ƺ M Den Dialog k?nnte man folgendermaen rekonstruieren:%%,p-++@@ԌGegner: Wenn Du so oft das Benehmen betonst, solltest Du wohl zugeben, da sich ein Schmerzbenehmen mit Schmerzen von einem ohne Schmerzen unterscheidet! Wittgenstein: Ich gebe ja zu, man habe hier mit einem gewaltigen Unterschied zu tun! Gegner: Wenn Du dies zugibst, warum kommst Du dann immer zu dem Schlu, es gbe die Schmerzempfindung selbst nicht; diese sei ein Nichts? Es heit: Warum bist Du dann ein Behaviourist, obwohl Du den Unterschied zugibst?  7 Wittgenstein: Nein, Ich bin kein Behaviourist. Was Ich sagte-X  7 ԍ. Vgl. u.a. 281: Empfindungen seien nur lebenden Menschen oder benehmenshnlichen Wesen zuzuschreiben. Mit einem Empfindungsbenehmen sei also eine Empfindung eng verbunden., lt die Tatsache irrelevant, ob die Schmerzempfindung ein Etwas oder ein Nichts ist. Mich kGmmert nur die Grammatik der Schmerzuerungen, ob sie fehl am Platz ist oder nicht. Diese Grammatik zu untersuchen, hat nicht mit dem Bestehen oder Nichtbestehen der Schmerzempfindung zu tun. Mir geht es viel mehr darum, eine Grammatik, die fehl am Platz war und die sich aber aufgrund der gngigen philosophischen Praxis aufdrngt, zu beseitigen. Wenn wir mit StegmGller einen metaphysischen Behaviourismus , in dem die Existenz innerer psychischer Vorgnge geleugnet wird, von einem methodischen Behaviourismus , unterscheiden, "der die Frage des Bestehens psychischer Phnomene offenlt oder solche Phnomene sogar ausdrGcklich anerkennt, sich aber darauf be 7 Ԛschrnkt, fGr alles Psychische Verhaltenskriterien zu geben"A.  7@ ԍ. StegmGller[1975], S.639.A, dann geht klarerweise aus obigem Dialog hervor, da Wittgenstein Vertreter eines methodischen Behaviourismus ist; was Wittgenstein unter "falschen Begriff vom Seelischen" versteht, ist dementgegen der metaphysische Behaviourismus. Gabriel gibt die folgende Definition des Solipsismus: M XUnter 'Solipsismus' wird meistens ein radikaler erkenntnistheoretischer Idealismus verstanden, der nicht nur eine vom Bewutsein unabhngige Auenwelt leugnet,#&x.p-++@@ sondern Bewutsein darGberhinaus mit dem eigenen Be 7 wutsein gleichsetzt.=/ 7\ ԍ. Gabriel[1995], Sp.1018.=ƺ M Vom erkenntnistheoretischen Standpunkt her sei ein methodischer Solipsismus von einem ontologischen zu unterscheiden: M XDer ... methodische Solipsismus behauptet nicht (wie der ontologische) die alleinige Existenz des eigenen Selbst, wohl aber dessen epistemische Prioritt mit dem Ergebnis, da ich (zumindest zunchst) nur von meinen eigenen Bewutseinsinhalten ein sicheres, unbe 7 zweifelbares Wissen habe ... .<0 X 7 ԍ. Ibidem , Sp.1021.<ƺ M Der von Wittgenstein ins Spiel gebrachte Gegner vertritt einen methodischen Solipsismus, der "das Streben nach Gewiheit" als  7, Hauptanliegen hatA1,  7 ԍ. Ibidem , Sp.10211022.A. Als ein solches Streben ist der zurGckgewiesene Solipsismus eine Version des Cartesianismus. Nach diesem allerdings ist die "Gewiheit von Gott, Ich und Welt durch Intuition und auf Intuition gegrGndete Demonstration, nicht durch Tradition und Autoritten, die der 'methodische Zweifel' dis 7 qualifiziert" zu erlangen;2x  7 ԍ. Specht[1971], Sp.969.;. Was zurGckgewiesen ist, kann als eine Sorte von semantischem Cartesianismus charakterisiert wer 7` den3X`  7 ԍ. Vgl. auch Gabriel, op.cit. , Sp.1022. Dieser spricht von einem "semantische[n] Pendant zum erkenntnistheoretischen Solipsismus".. Semantisch ist dieser Cartesianismus zu bezeichnen, weil er seine Methodik ("der methodische Zweifel") hier auf Bedeutungen anwendet. Dieser ist in Zusammenhang mit der Denkbarkeit einer Privatsprache verworfen worden. Er findet Niederschlag in AusdrGcken wie "Nur Ich wei vom eigenen Fall, ob Ich Schmerzen habe", "Der Andere wei ebenfalls von seinem eigenen Fall, ob er Schmerzen hat", usw.. In Anlehnung an obige Definition des methodischen Solipsismus von Gabriel k?nnen wir den von Wittgen '( 3p-++@@Ԯstein zurGckgewiesenen semantischen Cartesianismus wie folgt wiedergeben: Dieser behauptet die epistemische Prioritt des eigenen Selbst mit dem Ergebnis, da Ich nur von meinen eigenen seelischen Inhalten (insbesondere von meinen eigenen Empfindungsinhalten) ein sicheres Wissen und folglich eine sichere Assoziierung dieser Inhalte mit Worten einer Privatsprache habe. (3p-++@@  7,   a!K a p i t e l 2׃  7X   aInhalt der Philosophischen Un 7 tersuchungen  4  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Es sei betont, da die AusfGhrungen im vorliegenden Kapitel sich auf die wichtigsten Themen des Werks beschrnken. Im Vordergrund steht vorwiegend die argumentative Seite der er?rterten Themen. Hier und dort werden jedoch auch tiefgehende Einsichten in einzelne, zentrale Begriffe gegeben.  2.0 Einleitung  7:  Die im Abschnitt 1.1 rekonstruierte Struktur der Philosophi 7i schen Untersuchungen wird uns als Wegweiser durch dieses Werk dienen. Gem den in 1.1 prsentierten Plan und entlang den in 1.2 vorgeschlagenen roten Faden wird der Inhalt des Werks im vorliegenden Kapitel ausfGhrlich prsentiert. Zunchst werden die ersten 133 Abschnitte und das darin enthaltene Netzwerk von Begriffen gem Teil I der Hauptthese dargelegt. Anschlieend legen wir 134693 sowie den Teil II des Werks im rekonstruktiven Rahmen von Teil II und III der Hauptthese dar. Aus dem im vorangegangenen Kapitel rekonstruierten Plan und rotem Faden sowie aus dem im vorliegenden Kapitel rekonstruierten Inhalt soll in den anschlieenden Kapiteln ersichtlich werden, in welchen Rahmen die Diskussion der Problematik von "einer Regel folgen"  7| in den Philosophischen Untersuchungen hineinpasst. 2.1 1133: Methodologische Grundlegung der Doktrin  7/  Begriffe aus dem Tractatus und sonstige mit den darin enthaltenen Deutungen verwandte Ansichten bedGrfen gem Teil I der Hauptthese einer drastischen inhaltlischen Revision. Um welche Begriffe handelt es sich? Welchen Inhalt haben sie? Welchen revidierten Inhalt bekommen sie nun? Inwiefern erhellt das ganze Netzwerk der inhaltlich revidierten Begriffe den Begriff der Bedeutung, und inwiefern bildet es eine methodologi:#)x4p-++@@Ԯsche Grundlegung der in den restlichen Abschnitten des Werkes  7, enthaltenen Doktrin? Auf diese Fragen wird nun eingegangen5 ,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Da diese Fragen und die Begriffe, auf die sie sich  7L beziehen, eng mit dem Tractatus verbunden sind, ist an den Hinweisen auf dieses Werk seitens Wittgensteins selber ersicht 7 lich. Er weist auf den Tractatus genau vier Male in  1133 hin (23, 46, 97, 114). Jedesmal geschieht dies als Illustration der von ihm angegriffenen Ansichten bzgl. der Bedeutung, der Sprachanalyse, der idealisierten Logik und der Rolle der Philosophie, die allesamt die wichtigsten Gruppen von Abschnitten bilden, um die die 1133 kreisen. . A. Die 1133 bestehen aus vier gut abgrenzbaren Gruppen von Abschnitten. Die erste Gruppe von Abschnitten kreist um den Begriff der Bedeutung und die sog. Bildtheorie derselben, wie sie  7 im Tractatus 3 und 4 zu finden ist, hier jedoch in Form des Augustinischen Bildes der Sprache als Stellvertreterin ausgefGhrt. Die Er?rterungen bzgl. des Augustinischen Bildes der Sprache und dessen Konsequenzen erstrecken sich von 1 bis 59, wobei sich die Diskussion auf die Bedeutung der sprachlichen AusdrGcke(125), auf die Beherrschung der Sprache als Voraussetzung bestimmter Formen der Deutung der Bedeutung (2637) und auf das Postulat des Einfachen (3859) konzentriert. Augustinus beschreibt den Lernproze einer Sprache und  7 zugleich ihrer Bedeutungen (1) 6|  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Siehe Augustinus, De Confessione I/8 fGr die zitierte  7 Stelle. In Philosophische Grammatik weist Wittgenstein auf den von Augustinus stammenden Begriff der Bedeutung hin als "aus einer primitiven Philosophie der Sprache" stammend (S.56). Es ist berechtigt, aus dieser Stelle herzuleiten, da Wittgenstein versuchen wird, dem Leser eine nicht primitive, elaborierte Philosophie der Sprache darzubieten. . Die "Erwachsenen" sind diejenigen, die den "state of the art" in Sachen Sprache beherrschen. Der Lernende hat deren Sprechverhalten zu beobachten, um dabei seine Sprachkompetenz zu erh?hen. Die Worte lernt er, indem er guckt, worauf sie hinweisen (hinzeigen), wenn sie diese Worte aussprechen: "So lernt [er] ... verstehen, welche Dinge die  7 W?rter bezeichneten"{7  7) Ԟ ,.,. DEDEЍ. Siehe De ConfessioneĩZitat.{. Die Stze lernt er durch die Worte, "die*r7p-++@@ [er] wieder und wieder, an ihren bestimmten Stellen in ver 7, schiedenen Stzen aussprechen h?rte"g8,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem .g. Man hat den Eindruck, als wGrden Stze nur dadurch gelernt, da sie nach und nach verschiedenartig gebildet werden. In dem  7 Zitat aus De Confessione sollte man erkennen erfhrt man nur sehr wenig Gber den Proze des Erlernens von Stzen. Die Sprache scheint hier aus Stzen zu bestehen, in denen Worte vorkommen, die "Gegenstnde benennen". Diese Auffassung drGckt Wittgenstein wie folgt aus: "Die W?rter der Sprache benennen Gegenstnde Stze sind Verbindungen von solchen Benennungen." (1). Es sei angemerkt, da Wittgenstein Gbertreibt, wenn er von Stzen als "Verbindungen" von Worten spricht: Dies geht keineswegs aus dem obigen Zitat von Augustinus hervor. Die Augustinische Sprache (AS) wird vermutlich in der folgenden Reihenfolge gelernt: "Hauptw?rter" und "Namen von Personen" zunchst, danach "Namen gewisser Ttigkeiten und Eigenschaften" und anschlieend die "Gbrige[n] Wortarten"; Welchen Gegenstand aber k?nnte "fGnf" in "fGnf rote pfel" benennen? Man mag allerlei Erklrungen dazu geben, die Bedeutung des Wortausdrucks "fGnf" nach diesem Muster stolpert aber irgendwann vor Schwierigkeiten und kommt zu "Ende" (1,6). Die AS ist nur "ein System der Verstndigung", das jedoch nicht alles umfat, was allgemein als Sprache bezeichnet wird, und ist nur begrenzt "brauchbar" (3). Sie ist auerdem eine Art und Weise, mit Hilfe deren ein Kind seine Muttersprache erlernt, und als solche ist sie ein "Spiel": M XIch will diese Spiele 'Sprachspiele' nennen ... und von einer primitiven Sprache manchmal als einem Sprachspiel reden. (7) ƺ M Sprachspiele k?nnen von primitiven auf elaboriertere Spiele ausgeweitet werden, z.B. um Zahl und Indexw?rter. Man k?nnte denken, das Hinweisen auf Dinge bzw. auf Gruppen von Dingen wGrde die These einer VerknGpfung zwischen bezeichnendem Wort undg(+X8p-++@@ bezeichnetem Gegenstand aufrechterhalten. FGr Wittgenstein aber geschieht das Hinweisen fGr Zahlw?rter innerhalb eines Prozesses des Erlernens des Gebrauchs der Zahlw?rter, und fGr Indexw?rter geschieht das Hinweisen sogar " im Gebrauch der W?rter und nicht nur beim Lernen des Gebrauchs" (9). Man bemerkt eine Steigerung der Verwicklung des Gebrauchs im Proze der Verfeinerung der Sprache: Je elaborierter eine Sprache durch HinzufGgung von W?rtern wird, die sich von "reinen" bezeichnenden W?rtern entfernen, desto wichtiger wird die Rolle des Begriffs des Gebrauchs im Proze der semantischen Deutung. Es kommt nach Wittgenstein noch mehr hinzu: Demjenigen, der im Extremfall behauptet, jedes Wort der Sprache bezeichne etwas, dem mu entgegengehalten werden, da das Wort "bezeichnet" nicht ungedeutet hinnehmbar sei (13). Vielmehr mu zwischen den verschiedenen Sprachspielen unterschieden werden, in denen "bezeichnet" vorkommt. In einem Sprachspiel k?nne nmlich das bezeichnete "Etwas" ein Bezeichnetes bedeuten; in anderen jedoch ein "Nichts", etwa bei W?rtern wie "Ohe Ohe" in einem Lied ( Ibidem ). Die direkteste Anwendung des Wortes "bezeichnen" findet im Fall einer Etikettierung statt (16). Daneben gibt es weitere Anwendungen von "bezeichnen", die Gber die Etikettierung hinausgehen und die nach und nach die Sprache vervollstndigen. Je nach Funktionen eines Wortes erhlt man eine neue Wortart. Worte mit hnlichen Funktionen geh?ren zur gleichen Wortart (17). Wittgenstein vergleicht die Architektur der Sprache mit derjenigen einer Stadt: Genauso wie diese aus einem Stadtkern sowie zahlreichen Vorstdten besteht, so hat die Sprache auch einen harten Kern, der stndig um neue Wortarten ausgedehnt wird (18). Neben einem Kern wie der AS kann man sich "unzhlige andere" Sprachen "vorstellen", die jede fGr sich einer "Lebensform" entsprchen, denn "eine Sprache vorstellen heit, sich eine Lebensform vorstellen" (19). Die Verbindung der verschiedenartigen Formen der Sprachen mit dem Begriff der Lebensform ist uerst wichtig in der Argumentation Wittgensteins: Dahinter steckt ein Gedanke, der hufig in  70* den verschiedenen Er?rterungen der Philosophischen Untersuchungen0*,8p-++@@  7 vorkommen wird, nmlich die Kontextbedingtheit der Deutung der W?rter einer Sprache und der Bedeutungen dieser W?rter (23, 238f., usw.). Die unterschiedlichen "Vorstdte", die zur Sprache hinzukommen, bringen jedesmal unterschiedliche Lebensformen mit sich. Nur im Zusammenhang mit solchen Lebensformen, und nicht nur mit einer , sind Worte der unterschiedlichen Sprachen, das Wort  7 "bezeichnen" inklusiv, zu deuten.9X  7` ԍ. Der Grund dafGr liefern die AusfGhrungen Gber den Begriff der Familienhnlichkeit (Siehe weiter unten im Abschnitt B). Das Augustinische Bild der Sprache setzt nur einen Typ von Semantik der W?rter voraus, nmlich die Referenzsemantik. Die Erwiderung Wittgensteins dagegen luft darauf hinaus zu zeigen, da die Referenzsemantik Teil der Semantik und nicht die ganze Semantik ist. Der Gebrauch eines Wortes ist fundamentaler als alles andere. Auch "bezeichnen" hat eine Bedeutung, die gebrauchsbedingt ist. UnausgedrGckt scheint uns in diesem Zusammenhang die Struktur einer Argumentation prsent, der wir spter bei der Regelbefolgung begegnen werden: "Bezeichnen" ist in einem Sprachspiel in einem Sinne zu verstehen, in einem anderen Sprachspiel aber in einem weiteren, anderen Sinne; dies k?nnte seitens eines Opponenten die Frage hervorrufen: Auf welche objektiven Tatsachen, Fakten k?nnte sich eine hnlichkeit der unterschiedlichen Sinne von "bezeichnen" stGtzen? Der Umgang mit dem Augustinischen Bild der Sprache in bezug auf WortausdrGcke wird auf SatzausdrGcke Gbertragen. Ob verkGrzt, d.h. in elliptischer Form, oder unverkGrzt, hat ein Satz in beiden Formen den gleichen Sinn, der "ihre gleiche Verwendung" ist (20). Die Verwendung ist die Rolle, die der Satz im Sprachspiel spielt. In manchen Fllen m?gen z.B. die Miene bei der Aussprache oder der Ton derselben zur Unterscheidung der Sprachspiele behilflich sein, entscheidend ist oft aber nur die Verwendung (21). Es gibt vielerlei Arten von Stzen. Behauptungen, Fragen und Befehle sind z.B. nur einige der "unzhligen", m?glichen Arten von Stzen. Diese Arten entstehen und verfallen irgendwann (23). Wittgenstein verbindet die Art und Weise, wie alles, was "Zei&-9p-++@@Ԯchen", "Wort" und "Satz" genannt wird, verwendet wird, mit dem Begriff des Sprachspiels : XMDas Wort "Sprachspiel" soll hier hervorheben, da das Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Ttigkeit, oder einer Lebensform. (23) ƺ M Aus diesem Zitat geht hervor, da der wichtige Begriff der "Lebensform" als eine "Ttigkeit" aufzufassen ist, und sicherlich im Sinne von einer Art ttig zu sein , die das Spielen eines Spiels hervorhebt. Es geht hier nicht um das Spiel als solches, was der Sprache als System entsprche, sondern um das gespielte  7 Spiel, d.h. um den Einsatz des Systems in Sprechakten.:  7 ԍ. Die Frage wird nun aufgeworfen, ob eine Lebensform als eine menge von Ttigkeiten oder als eine Menge von Ttigkeitsarten aufgefasst werden kann. Wittgenstein verwendet diesen Begriff vorwiegend im Sinne einer Menge von Ttigkeitsarten. Es sind die verschiedenen Nuancen einer einzigen Ttigkeit wie zum Beispiel das Lesen, das Verstehen, das Denken, und dergleichen, die unter dem Begriff "Lebensform" subsumiert werden. Dies geht klarerweise aus 23 hervor, in dem es von "Ttigkeit, oder ... Lebensform" die Rede ist. Aktuelle Ttigkeiten k?nnen nur dann unter einer einzigen Ttigkeit subsumiert werden, wenn in der Gesellschaft eine Verschiebung stattfindet, die diese aktuellen Ttigkeiten in Variationen einer neuen Ttigkeit transformiert, die nun in der Gesellschaft als eine einzige Ttigkeit betrachtet wird.  In Zusammenhang mit Sprachspielen verwendet Wittgenstein die Begriffe "Werkzeuge" und deren "Verwendungsweisen" ( Ibidem ). Diese beiden Begriffe sollen gewi die angesprochenen Unterscheidungen zwischen dem Sprachsystem und dessen Verwendung in konkreten Sprechakten aufrechterhalten: Ein Sprachspiel ist ein Werkzeug, welches unzhlige Verwendungsweisen erfhrt, unter  7 denen die referentielle Verwendung der W?rter im Tractatus nur eine ist ( Ibidem ). Wittgenstein fGhrt eine offene Liste von Sprachspielen zur Veranschaulichung ihrer "Mannigfaltigkeit" vor (23). Er weist schon darauf hin, da nicht nur das Wort "bezeichnen" und Verwandtes mannigfaltige Verwendung erfahren, sondern auch Stze, die mit "ich denke", "ich glaube", usw. beginnen, welche "Beschreibung meines Innenlebens" sind (24). . :p-++@@Ԍ BezGglich der mannigfaltigen Sprachspiele wird eines von Wittgenstein betont: "Befehlen, fragen, erzhlen, plauschen geh?ren zu unserer Naturgeschichte sowie gehen, essen, trinken, spielen." (25). Was hier betont wird, ist die Tatsache, da die Sprachspiele etwas de facto sind, nach dessen BegrGndung nicht zu suchen ist. Wir sprechen "eben", nicht weil wir denken, sondern verwenden die Sprache de facto . Nachdem die Mannigfaltigkeit der Sprachspiele in Zusammenhang mit Wort und SatzausdrGcken er?rtert wurde, wobei Wittgenstein den Rahmen der Referenzsemantik gesprengt hat, begibt er sich in eine detaillierte Kritik des deskriptiven Sprachspiels allgemein und der hinweisenden Definition insbesondere (2637). Er charakterisiert die deskriptive Sprache wie folgt: "Wir benennen die Dinge und k?nnen nun Gber sie reden. Uns in der Rede auf sie beziehen." (27). Es ist kein Wunder, da die deskriptive Sprache eine so dominierende Stellung einnimmt, denn MXWir werden erzogen, abgerichtet dazu, zu fragen: "Wie heit das?" Worauf dann das Benennen erfolgt. Und es gibt auch ein Sprachspiel: FGr etwas einen Namen erfinden. Also, zu sagen: "Das heit ...", und nun den neuen Namen zu verwenden. (27) ƺ M Die Frage "Wie heit das?" ist ein Verlangen nach einer hinweisenden Erklrung, und die Worte "Das heit ..." fGhren mit einer anschlieenden, gekoppelten Benennung dazu. Benennung und hinweisende Erklrung sind ein "eigenes Sprachspiel". Gegen die Tendenz, dem Hinweisen gezwungenermaen einen Gegenstand gegenGberzustellen, wendet Witgenstein vernichtend ein: MXDie hinweisende Definition erklrt den Gebrauch die Bedeutung des Wortes, wenn es schon klar ist, welche Rolle das Wort in der Sprache Gberhaupt spielen soll. (30) ƺ M (/:p-++@@Ԍ Anders ausgedrGckt: Die Rolle des Wortes in der Sprache, d.h. das Sprachspiel mit diesem Wort ist nicht durch die hinweisende Definition gegeben, sondern von ihr vorausgesetzt . Derjenige, der benennt, setzt schon den sprachlichen Gebrauch dessen voraus, was als Benennung oder Hinweis dient. Veranschaulicht wird diese Ansicht durch das Zeigen auf Figuren eines Schachspiels: Der Gebrauch einer Figur ist einem Gberhaupt nicht dadurch erklrt, da auf sie gezeigt wird; ihm wird nur zur Erkennung eine Figur prsentiert, deren Gebrauch er bereits kennt (31). Nur weil der Lernende etwas mit der Benennung anzufangen wei, k?nnte er selber die Benennung vollstrecken, "fGr alles selber aufkommen" ( Ibidem ). Was das Augustinische Bild der Sprache angeht, zieht Wittgenstein angesichts des vorausgesetzten Gebrauchs der Sprache den Schlu: MXAugustinus beschreibe das Lernen der menschlichen Sprache so, als kme das Kind in ein fremdes Land und verstehe die Sprache des Landes nicht; das heie: So als habe es bereits eine Sprache, nur nicht diese. (32) ƺ M Neben der vorab beherrschten Sprache kommen zur Bestimmung des Gegenstandes des Hinweisens noch Umstnde hinzu, die das Hinweisen begleiten. Diese Umstnde sind mit heranzuziehen, wolle  7X man sich nicht auf ein "Meinen" des Gegenstandes verlassen;X  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Das kritisierte Meinen ist im besonderen Sinn von "seine Aufmerksamkeit auf [etwas] konzentrieren" zu verstehen. In diesem Zusammenhang entwickelt Wittgenstein eine Argumentation, die Quines Unbestimmtheit der Ontologie in "Ontological relativity" hnelt: Man wei nie das, worauf gezeigt wird,"Ob ... auf die Form des Gegenstandes, oder auf seine Farbe oder auf die Anzahl, etc. etc." (33). Quines Beispiel ist: Man wei nie, ob man auf einen Hasen, auf dessen Teile oder auf dessen temporale Erscheinung zeigt (Quine[1969], S.33). . Zum Schlu der ersten Gruppe unter den Abschnitten 1133 kritisiert Wittgenstein den Begriff des absoluten Einfachen. Die kritisierte Ansicht ist die folgende: Die "eigentlichen Namen" sind Namen fGr Einfaches, denn das Einfache luft keine Gefahr, irgendwann nicht mehr zu bestehen (39); "das Wort [htte] keine Bedeutung, wenn ihm nichts entspricht" (40). Die Kritik Wittgen`"0;p-++@@Ԯsteins dagegen lt sich wie folgt zusammenfassen: Der Gebrauch von "Bedeutung" hier sei "sprachwidrig"; man setze Bedeutung gleich mit Trger des Namens, obwohl nicht die Bedeutung eines Namens mit dem Verschwinden des Trgers, sondern nur der Trger allein entfllt (40). In vielen Bedeutungen des Wortes "Bedeutung" ist dieses so zu erklren: "Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache." (43) Die Mithilfe des Zeigens auf den Trger ist aber nicht total ausgeschlossen: Die BerGcksichtigung des Trgers in der Erklrung kann das Herausfinden des Gebrauchs unterstGtzen, mit dem jedoch der Trger nicht gleichzusetzen ist. Stze, in denen trgerlose Namen vorkommen, behalten weiter einen Sinn, weil der Gebrauch von Namen auch in Abwesenheit des Trgers geschieht, obwohl man sich ja auch ein Spiel vorstellen k?nne, in dem Namen nur in Anwesenheit ihrer Trger gebraucht werden (44). Ein Mensch z.B. ist zerst?rbar, sein Name aber verliert keineswegs dadurch seine Bedeutung. Welche Probleme aber bereitet die Benennung des Einfachen? Unter dem Einfachen hier seien Platons "Urelemente", Russells  7D "Individuals" und "Gegenstnde" des Tractatus zu verstehen (46). Was einfach ist, ist Wittgenstein zufolge nicht festgelegt, sondern eine Sache der Perspektive: M X"Einfach" heit : nicht zusammengesetzt. Und da kommt es darauf an: in welchem Sinne 'zusammengesetzt'? Es hat gar keinen Sinn von den 'einfachen Bestandteilen des Sessels schlechtweg' zu reden. (47) ƺ M Was "einfach" ist, ist letztendlich abhngig von dem im Kontext relevanten Sinn oder von einer Entscheidung des Subjekts, so da das absolut Einfache trGgerisch ist.  7#  Der Tractatus stellt die These auf, da Stze Komplexe beschreiben, whrend Namen Elemente beschreiben. Dagegen wendet 49 ein: XMBenennen und beschreiben stehen nicht auf einer Ebene: Das Benennen ist eine Vorbereitung zur Beschreibung. Das Benennen ist noch gar kein Zug im Sprachspiel, J*1;p-++@@ԫso wenig wie das Aufstellen einer Schachfigur ein Zug im Schachspiel. ƺ M Das darin enthaltene Fazit ist: Das Benennen ist noch nicht Teil der Sprachttigkeit, sondern nur eine Vorstufe dazu. Wir haben bis jetzt gesehen, da fGr Wittgenstein der grundlegende Begriff der Bedeutung im Augustinischen Bild der Sprache zu einschrnkend ist, denn er wird auf die Benennung bzw. das Hinweisen reduziert. Auerdem ist das Postulat des absolut Einfachen nicht aufrechtzuerhalten. Die reine Referenzsemantik des Augustinischen Bildes der Sprache wurde durch den Begriff des Gebrauchs der Sprache gesprengt. Die Benennung sei nun ein m?glicher Gebrauch unter vielen, einer, der sogar den Gebrauch der Sprache wiederum voraussetzt. Ein Gebrauch entsteht im Rahmen eines Sprachspiels unter vielen. Diese sind jeweils mit einer Lebensform als deren Teile eng verknGpft. Bei Gebruchen in Sprachspielen, die Teile von Lebensformen sind, haben wir es mit drei wichtigen Begriffen zu tun, die den grundlegenden Begriff der Bedeutung erhellen: "Bedeutung" ist nicht nur referentiell zu deuten, sondern auch als Gebrauch in den verschiedenartigen Sprachspielen , welche Verwendungsweisen von SprachausdrGcken sind; dabei geh?ren Sprachspiele zu bestimmten Lebensformen , als deren allgemeine, enthaltende Bestehensrahmen. B. Die zweite Gruppe von Abschnitten hat als Gegenstand neue Ziel und Voraussetzungen fGr die Sprachanalyse (6088). Eins nach dem anderem werden der Begriff der " analytischen Form ", das Konzept der idealen Sprache und die Forderung nach Metaregeln von Wittgenstein er?rtert und scharf kristisiert.  7!  Sei irgendein Satz S1 gegeben; was heit nun: Ein Satz S2 ist  7" eine analysierte Form von S1? Zwei Auffassungen der "analysierten  7$ Form" sind m?glich: (i) S2 ist in S1 implizit verborgen und nun  70% "ausgesprochen"; (ii) S2 besagt (leistet) dasselbe wie S1, oder  7\& hat den gleichen Sinn wie S1, aber "auf einem umstndlichen Wege" (6061). FGr Wittgenstein ist (ii) die richtige Auffassung. Er fGgt gleich hinzu: M)2;p-++@@ԌXAber damit ist nicht gesagt, da wir uns Gber die Verwendung des Ausdrucks "den gleichen Sinn haben" oder "dasselbe leisten" im allgemeinen verstndigt haben. (61) ƺ M  7< In anderen Worten: "S2 leistet dasselbe wie S1" hat nicht nur "S2  7h ist analysierte Form von S1" als einzige Verwendung. Es stellt sich also hier die Frage nach Identittskriterien fGr Formen  7 eines Spiels. Mehr als das: Fber meherere Stze Si, i=1,2,..., die das gleiche leisten, k?nnte keine Verstndigung herrschen,  7 denn man k?nnte von den Si's sagen, der eine oder der andere Satz sei "das Wesentliche", wodurch aber nichts gel?st ist, denn "nicht immer sind wesentlich und unwesentlich klar getrennt." (62)  7  Der Tractatus fragte danach, was das Wesentliche der Sprachspiele sei, d.h. was allen Sprachspielen gemeinsam sei, und zwar in der Form: Was ist die allgemeine Form des Satzes ? (65). Wittgenstein "schenkt sich" diese Frage nun und statt dessen MX... sage ich, es ist diesen Erscheinungen [des Satzes] gar nicht Eines gemeinsam, weswegen wir fGr alle das gleiche Wort verwenden, sondern sie sind miteinander in vielen verschiedenen Weisen verwandt . Und dieser Verwandtschaft, dieser Verwandtschaften wegen nennen wir sie alle "Sprachen". (65) Mƺ Was ist nun allen Vorgngen, die "Spiele" heien, gemeinsam, wenn nicht ihre "allgemeine Form"? Die Antwort Wittgensteins dazu lautet: " Denk nicht", es mu ihnen etwas gemeinsam sein, sondern "schau", ob sie etwas Gemeinsames haben (66). Wittgensteins These ist: Es gibt keine Entitten, die den Spielen gemeinsam wren, sondern beim Beobachten wird einem klar, da nur eine ganze Reihe von "hnlichkeiten", "Verwandtschaften", zwischen ihnen besteht. Wittgenstein verzichtet also auf die Redeweise "Etwas ist Spiel1, Spiel2, ... gemeinsam" zugunsten von "Spiel1, Spiel2, ... sind hnlich, verwandt". Unter allen Spielen (Brettspielen, Kartenspielen, Ballspielen, ...) gibt es viele "Entsprechungen", "gemeinsame ZGge" und "manches Gemeinsame",)3;p-++@@ aber auch unterschiedliche ZGge, manches Verschiedene und Differenzen (66). Die Lage bei den Spielverwandtschaften k?nnen wir wie folgt  7 aufzeichnen: Seien Si, i=1,2, ..., Spiele und j, j=1,2, ...,  7 eine Bezeichnung fGr eine hnlichkeit zwischen den Si's. SijSi+1  7 heit: Si unterhlt die jhnlichkeit mit Si+1. Damit gilt: Ist  7 kcl, dann kdl. Der Grund dafGr liegt darin, da beim Fbergang  74 von k auf l neue hnlichkeiten auftauchen und einige der alten verschwinden ( Ibidem ). Zwischen den verschiedenen Spielarten besteht ein "kompliziertes Netz von hnlichkeiten", die als "Familienhnlichkeiten" charakterisiert werden, denn die verschiedenartigen Spielarten bilden eine "Familie" (6667). Den Begriff der Familienhnlichkeit kann man formal in  7< Anlehnung an von Kutschera noch besser erlutern.F<<  7 ԍ. von Kutschera[1971], S. 190203.F Nach von Kutschera will Wittgenstein mit seiner These folgende sprachliche Phnomenen erklren: (i) Die Angabe einer allgemeinen Erklrung fGr ein Prdikat wie "Spiel", welches aber ebenso allgemein verwendet wird; (ii) die Vagheit von umgangsprachlichen Prdikaten; (iii) die starke Kontextabhngigkeit der Prdikate, welche zur Versuchung fGhren k?nnte, verschiedene Verwendungen in verschiedenen Kontexten als Verwendungen von verschiedenen Begriffen zu betrachten; (iv) die Synonymitt zweier Prdikate F und G, die meistens "keine Sache des Entweder Oder" ist. Zu (i): Die Familienhnlichkeit ist das einzige Anwendungskriterium eines Prdikats wie "Spiel", wenn nur sie zwischen den unter "Spiel" fallenden Objekten besteht. Zu (ii): Da, wo es Vagheit gibt, dort helfen nur die Familienhnlichkeiten das Gleichgewicht zwischen den Objekten zu wahren, denen "Spiel" zugesprochen oder abgesprochen wird; denn die Vagheit stammt daraus, da eine Ttigkeit sowohl hnlichkeiten mit Ttigkeiten, die als Spiele charakterisiert werden als auch mit solchen, die nicht als Spiele charakterisiert werden. Zu (iii): Die M?glichkeit der Kontextabhngigkeit entsteht dadurch, da spezifische Kontexte spezifische hnlichkeiten aufweisen; existierende Bedeutungshnlichkeiten Gber Kontexte hinweg erlauben auch die'4X<p-++@@ anwendung des gleichen Prdikats, ohne da die neuen Prdikate ganz neu geklrt werden. Zu (iv): Die graduelle Synonymitt von Prdikaten F und G ist dadurch erklrt, da, nach der These der Familienhnlichkeit, ein FObjekt (GObjekt) ein Objekt ist, welches denjenigen Objekten mehr hnlich ist, die F (G) gennant werden, als anderen Objekten. Was die These der Familienhnlichkeiten in der Tat versucht zu przisieren, ist eine Art "Modell fGr die EinfGhrung von  7` klassifikatorischen Begriffen auf hnlichkeiten an[zu]geben".:=`  7 ԍ. Ibidem , S.196.: Ein solches, logischbasiertes Modell erklrt die Familienhn 7 lichkeiten als eine partielle Ordnungsrelation.>X X  7 ԍ. Ibidem . Eine partielle Ordnungsrelation ist ein komparativer Begriff im Sinne einer Relation, die die Transitivitt und die Vergleichbarkeit der elemente aufweist. Seien F1, F2,  7 ..., Fn Prdikate aus einer Menge von FPrdikaten. Die F 7 Prdikate Fi, 1p-++@@ Prdikats "ist ein Spiel" geht von der vierstelligen Relation "a und b sind untereinander h?chstens so spielhnlich wie c und d". Beispielklassen von Spielen enthalten solche Spiele, die untereinander keine Spielunhnlichkeiten aufweisen. Eine  7 Spielklasse Si kann nun als Menge der Spiele, die den Spielen der  7 Beispielklasse Bi hnlicher sind als den Objekten aller anderen Beispielklassen. Solche Spielklassen sind zum Beispiel "Brettspiel", "Ballspiel" und "Kampfspiel". Die These der Familienhnlichkeiten wird auch an Zahlarten illustriert (6768). Hierbei kommt ein wichtiger Aspekt des Begriffs zu Tage: Eine hnlichkeit braucht nicht alle Zahlarten zu durchdringen, vielmehr M XWir dehnen unseren Begriff der Zahl aus, wie wir beim Spinnen eines Fadens Faser an Faser drehen. Und die Strke des Fadens liegt nicht darin, da irgend eine Faser durch seine ganze Lnge luft, sondern darin, da viele Fasern einander Gbergreifen. (67) ƺ M Man k?nnte versucht sein, zu sagen, der Begriff der Zahl sei die "logische Summe" der verwandten Begriffe "Kardinalzahl", "Rationalzahl", "natGrliche Zahl", usw., genauso wie der Begriff des Spiels gleicherweise die logische Summe von verwandten  7 Begriffen "Brettspiel", "Ballspiel", "Kampfspiel", usw., wre.?X  7\ ԍ. Unter logischer Summe ist die Vereinigungsmenge zu verstehen, die aus den klassifikatorischen Begriffen gebildet wird. Dies aber lehnt Wittgenstein ab, weil damit die Umfnge von "Zahl" und "Spiel" genau begrenzt wren, was nicht immer stimmt: Diese Umfnge sind nicht immer fest abgeschlossen (68). Man kann deren Grenzen ziehen, die jedoch nicht gegeben sind. Daneben verluft der normale Gebrauch von "Spiel" reibungslos, ungeachtet der ungenauen Grenzziehung seitens der Sprecher ( Ibidem ). Als Korollar aus Obigem zieht Wittgenstein die folgende Konsequenz: Die Anwendung eines Wortes ist nicht v?llig geregelt, genau so wenig wie man im Tennisspiel eine Regel dafGr hat, wie6?p-++@@ hoch und stark der Ball beim Aufschlag geworfen werden darf  7, (68)@,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Dieses Korollar scheint uns per Kontraposition deduziert gewesen zu sein, und zwar aus einer von Wittgenstein stillschweigend vorausgesetzten Annahme, da aus einer v?lligen Regelung unbedingt eine klare, genaue Abgrenzung der Umfnge von Begriffen herleitbar ist. Es ist jedoch noch zu GberprGfen, inwiefern diese Annahme hinnemmbar ist. . Nur im Kontext der gezogenen Grenzen, fGr einen bestimmten Zweck, ist ein Begriff "brauchbar", was zur Konsequenz fGhrt, da das Ideal der Exaktheit zu verwerfen sei (69). Denn die Exaktheit selbst braucht auch als Begriff eine Grenzziehung, die den gleichen Einschrnkungen wie die Grenzziehung jedes anderen Begriffs unterliegt. Mehrere GrGnde werden von Wittgenstein angegeben, um die Verwerfung des Ideals der Exaktheit zu bekrftigen: Das "genaue" Anerkennen oder Bestimmen von Begriffen sei unm?glich (70); Ein unscharfer Begriff kann oft brauchbarer, vorteilhafter sein als ein scharfer (71); Ein Wort hat eine "Familie von Bedeutungen", welche die verschiedenen Sprachspiele sind, in denen es gelernt wurde (77); und von sehr unscharfen Begriffen kann man wissen, was sie ausdrGcken, ohne es sagen zu k?nnen (78), d.h. Sprecher k?nnen de facto mit sehr unscharfen Begriffen operieren, die sie aber Gberhaupt nicht genau przisieren k?nnen. Wir wollen in bezug auf den Begriff der Familienhnlichkeit ein Unbehagen ausdrGcken: Kann man nicht sagen, es gbe etwas Gemeinsames an den verschiedenen Sorten von Spielen, auch wenn nicht gleich in Form von Universalien, jedoch in Form von  7  diskreten "Entsprechungen"A @  7l ԍ. Unter diskreten Entsprechungen verstehen wir nicht kontinuierlichen hnlichkeiten, die zwischen Objekten bestehen. Nicht kontinuierlich sind sie deshalb, weil sie nicht alle Objekte durchdringen. ? Unser Eindruck ist allerdings der folgende: Es gibt bei Wittgenstein zwar keine "allgemeine Form des Spiels" mehr, aber wohl noch etwas Gemeinsames zwischen den Spielen und zwar in Form von verstreutem, zusammenzusetzendem Gemeinsamen: Alle klassifikatorischen Begriffe bilden nmlich eine Menge , deren definierende Eigenschaft als das Gemeinsame an den Spielen betrachten werden kann. Das, worauf Wittgenstein7( Ap-++@@ besteht, ist der partielle Charakter solcher Eigenschaften: Sie sind nmlich keine Universalien im traditionellem Sinne.  7X  In 81 spielt Wittgenstein auf den Tractatus an, in dem er sagt: XM...Wir [vergleichen] nmlich in der Philosophie den Gebrauch der W?rter oft mit Spielen, KalkGlen nach festen Regeln, ... aber [k?nnen] nicht sagen, wer die Sprache gebraucht, mGsse ein solches Spiel spielen.ƺ M Die Konsequenz dieser Ansicht des Tractatus ist, da die Logik eine ideale Sprache sei, von der sich AusdrGcke der Sprecher nur nhren. Wittgenstein vergleicht diese Ansicht mit einer "Logik fGr den luftleeren Raum", die nicht fGr die konkrete Sprache geeignet ist. Die nun vertretene Ansicht lautet anders: Unsere Umgangssprache ist gut, wie sie ist, und die ideale Sprache k?nnen wir nur daraus "konstruieren", nicht umgekehrt. Es sei auerdem ein Irrtum zu glauben, "wer einen Satz anspricht und ihn meint , oder versteht , damit einen KalkGl betreibt nach bestimmten Regeln." (81) Um den Begriff der idealen Sprache, der eigentlich schon in 6580 scharf kritisiert wird, endgGltig zu erledigen, antizipiert Wittgenstein seine weiter unten kommende Untersuchung dessen, was es heit, nach einer Regel vorzugehen (8288). Drei m?gliche Antworten zur Frage, was eine Regel sei, nach der Einer vorgeht, sind ihm zufolge erdenklich (82): X(i) X` ` Die "Hypothese", die zufriedenstellend den beobachteten Gebrauch beschreibt (d.h. eine erklrende Hypothese des Gebrauchs);b` X(ii)X` ` die von ihm nachgeschlagene Regel;b` X(iii) die Regel, die er zur Antwort gibt, falls er danach gefragt worden wre.ƺ Zu (i)(iii) gibt es aber nach Wittgenstein Schwierigkeiten, nmlich: Die Beobachtung kann keine Regel klar erkennen lassen (zu (i)); oder es kann vorkommen, da der Sprecher keine eindeutige benutzte Regel angibt, indem er erst eine Regel angibt, die er anschlieend jedoch widerruft und abndert (zu (ii) und (iii)). Als Fazit zieht Wittgenstein den Schlu, da*8Ap-++@@ noch weiter untersucht werden mu, was der Ausdruck "Regel, nach welcher er vorgeht" eigentlich besagen soll ( Ibidem ). Seine Antwort zur Deutung dieses Ausdruckes verluft in zwei Etappen: 1.XUm zu wissen, was eine Regel ist, nach der Einer beim Sprechen vorgeht, guckt man sich die Spiele an, wegen der Analogie, die zwischen diesen und der Sprache besteht (83). Hierbei stellt man fest, da nicht bei jeder uerung nach festen Regeln gehandelt wird. Vielmehr steht eine Regel wie ein "Wegweiser" da, der "manchmal einen Zweifel [ wie nach der Regel vorzugehen ist ] offen [lt], manchmal nicht"; d.h. die Anwesenheit des Wegweisers garantiert keine eindeutige Wegweisung (85). Allgemeiner drGckt Wittgenstein dies so aus, da es keine Regel gibt, die die Anwendung aller Regeln regelt und im Zweifelsfall die Auswahl der richtigen Regel bestimmt. Eine solche Regel sei Metaregel genannt. Der Wunsch nach Metaregeln ist also unerfGllbar, denn tatschliche und konstruierbare Zweifeln k?nnen nicht v?llig ausgerumt werden.ƺ 2.XMetaregeln sind funktionslos in dem Sinn, da die wirklichen Zweifel, die in bezug auf die Anwendung von Regeln auftauchen und zu Unsicherheiten fGhren, weiterbestehen, auch wenn wir Metaregeln htten. Diese sind somit immer schon unvollstndig. Wittgenstein illustriert diese Funktionslosigkeit durch eine Instanz der Augustinischen Sprache (AS) (86). Sei allerdings die AS mit Hilfe einer Tabelle als deren Regel gespielt. Auf der Tabelle stehen auf einer Seite Zeichen und auf der anderen Bilder von bezeichneten Dingen, hier Bausteinformen. Das Aufsuchen von Entsprechungen in der Tabelle sei u.a. dadurchƺ gelernt, da "der SchGler lernt, in der Tabelle mit dem XFinger horizontal von links nach rechts zu fahren; also lernt, sozusagen eine Reihe horizontaler Striche zu ziehen" (86). Problematisch ist nun aber die0*9Ap-++@@ Tatsache, da neue Lesarten der Tabelle hinzukommen k?nnen. Man k?nnte sich z.B. die HinzufGgung von Reihen diagonaler Striche erdenken, so da eine Menge von vorab festgelegten Lesarten nicht funktioniert und immer schon vorab unvollstndig ist ƺ  7  (86)yB  74 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Charakterisierungen "unerfGllbar" und "funktionslos" entnehmen wir von Savigny[1988], S.135. Dort redet der Autor jedoch von den eigentlichen Regeln, obwohl aus 86c klar ersichtlich ist, da hier nicht die Regeln, sondern die Metaregeln von Wittgenstein kritisiert werden.y֬. Das Fazit der Er?rterungen der Metaregeln lautet: Wir k?nnen mit Zweifeln in bezug auf Lesarten leben, solange dadurch keine  7 Miverstndnisse entstehenC( x  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Obwohl in einem anderen Zusammenhang entwickelt, sind hiesige AusfGhrungen Wittgensteins Gber die Regelbefolgung auch wichtig fGr die Erhellung der weiteren AusfGhrungen darGber in 185242. Man findet hier einen Niederschlag der beiden L?sunganstze zur Problematik der Regelbefolgung, die wir in Kapitel 4 rekonstruieren. Mehrere Flle dessen, was ein gew?hnlicher Sprecher als Regelbefolgung bezeichnen wGrde, k?nnen auftreten. Diese Flle und die mit ihnen verbundenen Lebensformen sind jedoch keineswegs von einer Metaregel bzw. Metalebensform bestimmt; sondern die Verwendbarkeit im normalen (also Gbereinstimmenden) Gebrauch der Gemeinschaft bildet den Bezugsrahmen, der eine Familie charakterisiert und an dem sich die Sprecher orientieren. . Als Korollar der ganzen Er?rterungen wird auch das Ideal der Genauigkeit verworfen. Im normalen Gebrauch gilt allerdings: " Ein Ideal der Genauigkeit ist nicht vorgesehen" (88). Wichtig ist jedoch die Brauchbarkeit des benutzten Ausdrucks. So k?nnen AusdrGcke wie "Halte dich ungefhr hier auf" gut funktioniern, ohne da man sich um deren weitere Przisierung bemGhen mGte (88). Welche Begriffe sind in Zusammenhang mit den neuen Ziel und Voraussetzungen der Sprachanalyse revidiert worden? Und welche neuen sind an deren Stelle getreten? Die eindeutige analysierte Form eines Ausdrucks, die ideale Sprache und Metaregeln sind  7p durch eine mehrdeutige Analyse von AusdrGckennDph  7h) ԍ. Eine mehrdeutige Analyse deutet einen Ausdruck in mehr als einer Weise. n, die Umgangsp:Dp-++@@Ԯsprache (d.h. die Alltagssprache ) und die Regeln selbst als Wegweiser des Gebrauchs ersetzt worden. Bei der Verwerfung der idealen Sprache und deren Korollare wie des Ideals der Genauigkeit ist der Begriff der Familienhnlichkeit in den Vordergrund gerGckt. Sein operationaler und methodologischer Wert ist von groer Bedeutung: Jeder andere Begriff wird dadurch erlutert, da die Familie der Flle seines Gebrauchs rezensiert und dargelegt werden. Nur hauptschlich dadurch werden "Verstehen", "einer Regel folgen", "Schmerz haben", "Denken", "Meinen", usw., gedeutet. Der Begriff der Familienhnlichkeit hat zwar einen doktrinalen Inhalt: Er ist eine Darlegung einer Art "Theorie"  7 der Universalien+E  7< Ԟ ,.,. DEDEЍ. Vgl. unsere kritische Anmerkung diesbezGglich oben, um unsere hiesige Relativierung zu verstehen. In Zusammenhang mit dem Begriff der Familienhnlichkeit ist eine groe Debatte in Folge von Bambrough[196061], der besonderen Wert auf die Deutung dieses Begriffs als Theorie der Universalien legte, entflammt (Siehe u.a. Wennerberg[1967] und Mauser[1967]). Die besten Diskussionen des Begriffs scheinen uns Smart[1957], und Wennerberg[1967] abzuliefern.+. Sein methodologischer Charakter scheint uns jedoch wichtiger zu sein: Er ist ein Deutungsinstrumentarium ,  7< welches die ganzen Philosophischen Untersuchungen bis zu Ende durchdringt. Wir werden diese Ansicht bei der Er?rterung weiterer Wittgensteinscher Begriffe in den restlichen Kapiteln der vorliegenden Arbeit immer wieder betonen und ausarbeiten. Hier wollen wir nur noch dessen doktrinale Seite kritisch betrachten. Sehr frGh schon richtete Smart an den Begriff der Familienhnlichkeit eine entscheidende Kritik, die unserer Ansicht nach viele andere Kritiken kristallisiert: MX...one extreme [d.h. "the excessive pretentions of symbolic logic"] tends to generate its opposite, and it seems as if Wittgenstein has not been entirely  7 successfull in resisting this natural tendency.mF 7+( Ԟ ,.,. DEDEЍ. Smart[1957], S.228.m ƺ M;( Fp-++@@ԌIns Zentrum der Aufmerksamkeit Wittgensteins gerGckt ist eben nicht die Sprache, sondern die Alltagssprache. Zwischen der Alltagssprache und dem Begriff der Lebensform besteht eine Verbindung Gber den Begriff des Spiels (23). Die Lebensform scheint ein neues, metaphysisches Letztes zu sein, das von Wittgenstein eingefGhrt wird: Die Lebensform ist als gegeben zu akzeptieren und ist als ein "indubitable basis, a rock of  74 certainty, like the cartesian Cogito ."nG4  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S.232.n Dies ist wie Smart es zurecht sagt ein "heavy price to pay for the priviledge of carrying on philosophical investigations of the sort undertaken  7 by Wittgenstein."gH X  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem .g Ein Hauch von Relativismus und Subjektivismus schwebt Gber dem Begriff der Familienhnlichkeit. Es scheint hiermit allerdings eine Ebnung der Sprachspiele stattzufinden, so da der Eindruck  7h entsteht, da "no game is of vital importance"nIh  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S.233.n. Eine weitere wichtige Kritik an dem Begriff der Familienhnlichkeit findet man bei Mauser[1967]. Die hnlichkeiten, um die  7 es geht, sind nach Mauser "the set of properties Cn which apply  7 to all games"nJx  7  Ԟ ,.,. DEDEЍ. Mauser[1967], S.213.n. Dies aber setzt voraus, da die in Frage kommenden Spiele auf irgendeine Weise schon vorab identifiziert  7p wurdenrKp  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem , S.213214.r. In anderen Worten: Wittgenstein fordert uns dazu auf, die unterschiedlichen Sprachspiele, die es gibt, zu schauen , um die darin vorhandenen Familienhnlichkeiten zu sehen. Wie wei ich aber, welche Sprachspiele in Frage kommen, wenn nicht vorab durch irgendein Identifizierungsmittel? Die hnlichkeiten, die Wittgenstein uns auffordert, zu schauen, werden nicht nach der Konfrontation mit den Spielen zu sehen sein, sondern bereits vorher zwecks der Identifizierung der zu schauenden Spiele. Die Familienhnlichkeiten werden von dem Schauen vorausgesetzt und nicht impliziert . !<Kp-++@@Ԍ 7 ԙ C. Die dritte Gruppe der 133 ersten Abschnitte der Philosophi 7/ schen Untersuchungen entidealisiert die Logik (89108). Die dortigen AusfGhrungen kreisen um die Beantwortung der Frage:  7 "Inwiefern ist die Logik [nichts] Sublimes?" (89)_L"  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die eigentliche, gestellte Frage lautet: "Inwiefern ist die Logik etwas Sublimes?" Sie bezieht sich auf den kritisierten  7r Tractatus, in dem die Logik sublimiert wurde. Hier jedoch geht es darum, der Logik jegliche Sublimierung zu entziehen._ Sie handeln auch von der ZurGckweisung m?glicher Einwnde gegen die Alltagssprache. Wittgenstein skizziert, inwiefern die Logik in seiner ersten Philosophie sublimiert wurde: (i) ` ` Eine allgemeine Bedeutung kommt der Logik als Grundlage aller Wissenschaft zu (89);b` (ii) ` ` die Logik erforscht das Bestehende und nicht die tatschlichen bestehenden Dinge (89); d.h. die Logik kGmmert sich um die allgemeine Form der sprachlichen AusdrGcke, nicht um die tatschlichen AusdrGcke; "` (iii) ` ` mit ihr lernen wir etwas Neues;b` (iv) ` ` sie entsteht aus dem Interesse, "das Fundament oder Wesen alles Erfahrungsmigen zu verstehen" (89);b` (v)XX` ` sie ist das Wesen des Denkens, die Ordnung a priori, die der Welt und dem Denken gemeinsam sein mu, eine Ordnung, der "keine erfahrungsmige TrGbe oder Unsicherheit" anhaften darf (97). b`  7  Gegen diese Ansichten des Tractatus geht Wittgenstein nun vor. Gegen (iii) wendet er ein: Mit der Logik wird nichts Neues gelernt; sich der Logik widmen, heit, einen Versuch zu unternehmen, das schon Vorhandene zu verstehen. Mit ihr "wollen [wir] etwas verstehen , was schon offen vor unseren Augen liegt"  7 (89)M   7' Ԟ ,.,. DEDEЍ. Augustinus De Confessione werden erneut zitiert (xi/14). Im Hinblick auf die Verwendung des Begriffs der Grammatik anstatt der Logik ist das Zitat wie folgt zu deuten: Wir verwenden die Grammatik beim Sprechen ("ne nemo ex me quaerat scio"), sie aber zu erklren, fllt uns schwer ("si quaerenti explicare velim, nescio"). Diesen Gedanke wollen wir weiter unten im vorliegenden+Lp-++ Kapitel ansprechen. . In bezug auf (iv) kontert er: =XMp-++@@ԌMXUnsere Untersuchung ... richtet sich nicht auf die Erscheinungen , sondern, wie man sagen k?nnte, auf die ' M?glichkeiten 'der Erscheinungen. Wir besinnen uns, heit das, auf die Art der Aussagen , die wir Gber Erscheinungen machen. (90) ƺ M Was hier betont wird, ist die ZurGcksetzung der Untersuchungen auf eine Ebene Gber der Sprachebene. Auf dieser Hintergrundebene wird eine Art der Untersuchung betrieben, die er "grammatisch" nennt: MXUnsere Betrachtung ist daher eine grammatische. Und diese Betrachtung bringt Licht in unser Problem, indem sie Miverstndnisse wegrumt. (90)ƺ M Eine grammatische Betrachtung ist also eine Betrachtung der Arten von Aussagen, die Gber AusdrGcke gemacht werden. Ihr Ziel ist das Wegrumen der Miverstndnisse, die beim Gebrauch der Sprache auftreten. Als Beispiel einer Rumungsmethode nennt Wittgenstein die Paraphrasierung, d.h. das Einsetzen einer Ausdrucksform fGr eine andere (90). Dies geschieht manchmal per Zerlegung, was diesem Vorgang den Namen "Analyse" bescheren kann ( Ibidem ). Wittgenstein warnt gleich in 91, da mit dem Wort "Analyse" der Eindruck erweckt wird, als gbe es eine "letzte Analyse unserer Sprachformen", nach der unsere Klrungsaufgabe in einer Offenbarung des Verborgenen gel?st wre. Durch dieses Wort wird ebenfalls der Eindruck erweckt, als sei ein Zustand vollkommener Exaktheit anzustreben; ein Zustand, der das "eigentliche" Ziel der Grammatik wre. Eine letzte Analyse bzw. eine vollkommene Exaktheit sind auch ersichtlich in der "Frage nach dem Wesen der Sprache" (92) und finden ihren Ausdruck in (i) und (ii). Dagegen richtet sich Wittgenstein: MX[Die Frage nach dem Wesen] sieht in dem Wesen nicht etwas, was schon offen zutage liegt und was durch Ordnen Gbersichtlich wird. Sondern etwas, was unter der Oberfche liegt. (92)ƺx(>XMp-++@@Ԍ M Eine andere Variante der Frage nach dem Wesen ist: " Was ist die Sprache?" bzw. " Was ist der Satz?" Es scheint danach so, als wre sie eine fGr alle Male zu beantwortende Frage, "unabhngig von jeder kGnftigen Erfahrung" (92). Die Frage verfGhrt dazu, die Sprache oder den Satz als etwas Auerordentliches zu betrachten. Dies aber gleicht einer Sublimierung der Sprach bzw. Satzlogik. FGr Wittgenstein ist der Ausdrucksform der Frage daran schuld, da die besagte Sublimierung zustandekommt; sie hindert uns daran zu sehen, da der Ausdruck von der alltagsrealitt handelt und schickt uns stattdessen "auf die Jagd nach Chimren" (94). Wir wGrden glauben, eine ideale Ordnung in der gew?hnlichen Sprache zu finden, obwohl eine solche Ordnung in den gew?hnlichen Lebenssituationen gar nicht zu finden ist und wir mit dieser Sprache zufrieden sind (105). Gegen die Ansicht, da die Logik eine Ordnung a priori der Welt und des Denkens darstelle (d.h. gegen (v)), wird in 97 argumentiert, da dies eine Tuschung sei, und die angesprochene Ordnung eine " Fber ĩOrdnung zwischen ... Fber ĩBegriffen" sei. Die Wahrheit liege woanders: In ihrer Verwendung haben die Worte "Sprache", "Welt", usw., nichts Auerordentliches; vielmehr werden sie genauso wie andere Worte verwendet. Unsere Sprache mit ihren Stzen ist "in Ordnung", wie sie da steht, was das Anstreben eines Ideals, also einer "FberOrdnung", unn?tig macht (98). Unsere gew?hnlichen, vagen Stze sind sinnvoll und "wo Sinn ist, mu vollkommene Ordnung sein" ( Ibidem ). Daher der Schlu Wittgensteins: Unsere vagen Stze sind vollkommen in Ordnung. Eine genauere Betrachtung der "tatschlichen Sprachen" offenbart den "Widerstreit" zwischen ihr und der (legitimen und vom Gegner gestellten) Forderung nach einer "kristallreinen" Logik, denn die Reinheit der Logik ist nicht in der Sprache gegeben, sondern war nur eine Forderung (107). Da die natGrliche Sprache die Forderung jedoch nicht erfGllt, bleibt diese etwas Leeres ( Ibidem ). Also bleibt nur Eines zu tun, nmlich: "ZurGck auf den rauhen Boden" der natGrlichen Sprachen zu gehen ( Ibidem ). Durch diese RGckkehr zur realen Sprache geschieht nmlich, da0*?Mp-++@@ "Wir erkennen ... die Familie mehr oder weniger miteinander verwandter Gebilde" (108). Durch sie verliert die Logik keineswegs ihre Strenge, denn diese Strenge, die "Kristallreinheit", war nur ein "Vorurteil", das durch eine Drehung der ganzen Betrachtung beseitigt werden mGsse : Unsere BedGrfnisse , d.h. unsere reale Sprache, sind nun der "Angelpunkt" der Betrachtung, nicht die kristallreine Logik: MXWir reden von dem rumlichen und zeitlichen Phnomen der Sprache; nicht von einem unrumlichen und unzeitlichen Unding. (108) ƺ M In Zusammenhang mit der Plazierung der "gew?hnlichen Sprache" im Zentrum der Betrachtung an der Stelle der idealen Logik wehrt Wittgenstein einige m?gliche Einwnde ab (99103): (i)X"Ein unbestimmter Sinn wre eigentlich gar kein Sinn" (99);ƺ (ii)Xgibt es eine Vagheit in den Spielregeln, so k?nne man doch nicht mehr von einem Spiel sprechen: Es ist dann keins mehr, "jedenfalls kein vollkommenes" (100); ƺ (iii) die Logik k?nne nicht vage sein (101); (iv)Xdie klare und strenge Logik des Satzes liege im Hintergrund (102);ƺ (v)Xdie Idee des Ideals sitze fest in uns (103).ƺ Die Erwiderung zu (i) und (ii) lautet: MXWir miverstehen die Rolle, die das Ideal in unsrer Ausdrucksweise spielt. D.h.: auch wir wGrden es ein Spiel nennen, nur sind wir vom Ideal geblendet und sehen daher nicht deutlich die wirkliche Anwendung des Wortes "Spiel". (100) ƺ M Die Frage, die nun zu stellen ist, lautet: " Wie wird das Wort 'Spiel' in der Tat angewandt?" und nicht etwa " Was ist ein Spiel?" Die tatschliche Anwendung offenbart eben Unbestimmtheiten des Sinnes sowie Vagheiten der Spielregeln; trotzdem handelt es sich dabei immer noch um Spiele. (@Mp-++@@Ԍ Ein analoger Einwand wird gegen (iii) gerichtet: Derjenige, der glaubt, die Logik mGsse das Ideal der Exaktheit sein, der hat noch nicht gesehen, wie sich dieses Ideal in der realen Sprache befindet (101). D.h.: Htte er gesehen, wie die Sprache tatschlich ist, so wGrde sein Glauben entfallen. Gegen (iv) wird folgendes eingewendet: Dadurch, da ein Sprecher ein Zeichen versteht, mit ihm etwas meint, dadurch sieht er auch unmittelbar diese strenge und klare Logik des Satzbaues (102). Gegen die Idee eines in uns festsitzenden Ideals, also gegen (v), richtet Wittgenstein die Kritik, da diese ein etwas komischer, ungew?hnlicher Gedanke sei: Man stelle sich dieses Ideal "als Brille auf unsrer Nase" vor, eine festsitzende Brille, wodurch wir alles ansehen wGrden, was anzusehen ist (103). In Zusammenhang mit der EntIdealisierung der Logik ist ein zentraler Begriff in Erscheinung getreten, nmlich der Begriff der grammatischen Betrachtung oder kGrzer: der Begriff der Grammatik . Wir haben gesehen, da er an Stelle des Begriffs der  7 Logik aus dem Tractatus tritt. Er spielt eine so herausragende  7G Rolle in den Philosophischen Untersuchungen, da wir nun auf Wittgensteins Verwendung dieses Wortes darin eingehen. In 496497 gibt Wittgenstein das an, was man als eine Definition des Begriffs der Grammatik ansehen kann: MX[Die] Grammatik sagt nicht, wie die Sprache gebaut sein mu, um ihren Zweck zu erfGllen, um so und so auf Menschen zu wirken. Sie beschreibt nur, aber erklrt in keiner Weise, den Gebrauch der Zeichen. (496) ƺ M Hier wird also zwischen dem Vorschreiben und Beschreiben des Sprachgebrauchs unterschieden. Unter Grammatik versteht Wittgenstein eine Lehre des Sprachgebrauchs. Sie ist nicht die ganze Lehre des Sprachgebrauchs, sondern deren beschreibender Teil. Da die Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks dessen Gebrauch ist, reduziert sich die Frage nach der Bedeutung darauf, eine grammatische Betrachtung des Ausdrucks zu betreiben. Die Unterscheidung aus dem 496 wird in 664 vertieft und verfeinert. Hier unterscheidet Wittgenstein "im Gebrauch eines*AMp-++@@ Wortes" eine Oberflchengrammatik von einer Tiefengrammatik . Wie von Savigny es treffend deutet: MXDer Abschnitt erklrt positiv nur, was mit "Oberflchengrammatik" gemeint ist, nmlich die Syntax (...). Was die "Tiefengrammatik" ist, wird ... blo angedeutet; aber die PU haben bisher sowohl zahllose Beispiele fGr den Unterschied zwischen beiden gegeben als auch hufig Einzelheiten der auf diese Weise exemplarisch definierten Tiefengrammatik von W?rtern beschrieben, da klar ist: Die "Tiefengrammatik" eines Wortes sind die Regeln fGr den Umgang mit ihm in Sprachspielen, also das, was Wittgenstein sonst seine  7 "Grammatik" oder einfach seinen "Gebrauch" nennt.Nx  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Von Savigny[1988], S.311. Der Autor weist auch zurecht darauf hin, da die Fbernahme der Terminologie in die von Chomsky initiierte generative Transformationsgrammatik Wittgensteins Prgung unterlassen hat. Der gr?te Unterschied zwischen Wittgensteins und Chomskys Tiefengrammatik liege in der Rolle von Regeln. Bei dem ersteren sind es "Verhaltensregeln"; dagegen sind es bei dem letzteren "Umformungsregeln" ( Ibidem , S.312). ƺ M Um die Grammatik also dreht sich die neue Philosophie Wittgensteins (Vgl. 90). Im engeren Sinne ist unter Grammatik die Tiefengrammatik zu verstehen, d.h. wie oben schon angedeutet eine Beschreibung der Regeln des Sprachgebrauchs. Im weiteren Sinne aber ist sie sowohl diese Beschreibung als auch die Syntax der gebrauchten sprachlichen AusdrGcke. Die "zahllose[n] Beispiele" fGr den Unterschied zwischen (Tiefen und Oberflchengrammatik), die von von Savigny erwhnt werden, sind oft Flle vom IrrefGhren durch die Oberflchengrammatik: Diese fGhre uns durch Verwirrungen, weshalb wir uns der Tiefengrammatik widmen sollten, die uns dann Klarheit schaffe (73, 187, 291, 317 u.a.). Weil AusfGhrungen Gber den Gebrauch wichtig sind und da die  7 Grammatik eine zentrale Rolle in den Philosophischen Unter 7G suchungen spielt, k?nnen AusfGhrungen Gber Regeln (des Gebrauchs) nur mindestens von gleicher Bedeutung sein, weshalb Wittgenstein ihnen eine besondere Stellung einrumt. Darauf kommen wir spter in Kapitel 4 zurGck. #BNp-++@@Ԍ 7 ԙ D. In der letzten Gruppe der 133 ersten Abschnitte der Philoso 7/ phischen Untersuchungen wird auf die Rolle der Philosophie eingegangen (109123). Es handelt sich hiermit um die wohl bekanntesten Stellen des Werkes, in denen die Philosophie als "Kampf gegen die Verhexung unseres Verstands durch die Mittel unserer Sprache" betrachtet und die rehabilitierte Alltagssprache thematisiert wird (109123). Auf welche Grenzen die Philosophie st?t, wird in 124132 aufgezeigt. Schlielich bildet 133  7f einen Schlupunkt der Er?rterung der Begriffe aus dem Tractatus. In 109 wird die Rolle der Philosophie charakterisiert, bevor sie in den anschlieenden Abschnitten 110123 nher betrachtet wird. Behauptet ist folgendes: MX...wir dGrfen [in der Philosophie] keinerlei Theorie auf stellen. Es darf nichts Hypothetisches in unsern Betrachtungen sein. Alle Erklrung mu fort, und nur Beschreibung an ihre Stelle treten. (109) ƺ M Die Worte "unser[er] Betrachtung" heien hier "Philosophie". Es darf also nach Wittgenstein keine hypothetisch erklrende, wissenschaftliche Theorie in der Philosophie geben. Diese darf nur beschreibend zwecks der Klrung "philosophischer Probleme" bleiben. Solche Probleme sind so zu verstehen: M ` ` [Sie] sind freilich keine empirischen, sondern sie werden durch eine Einsicht in das Arbeiten unserer Sprache gel?st, und zwar so, da dieses erkannt wird: entgegen einem Trieb mizuverstehen. ( Ibidem ) b` M Es gibt hiernach eine Neigung, so Wittgenstein, die Arbeitsweise unserer Sprache mizuverstehen. Ein solches Miverstehen ist ein philosophisches Problem, das sozusagen in einer Zusammenstellung gngiger Erfahrungen besteht. Daher liegt seine L?sung nicht in der Beibringung neuer Erfahrungen, sondern in einer beschreibenden, neuen Zusammenstellung alter Erfahrungen. Da eben philosophische Probleme Miverstndnisse der Arbeitsweise unserer Sprache sind, ist die Philosophie ein Kampf fGr das Aufheben derartiger Miverstndnisse (109).+CNp-++@@Ԍ Wittgenstein betrachtet philosophische Probleme als "grammatische Witze", die als "tief", d.h. als ernstzunehmend, empfunden werden (111). Ein Beispiel eines grammatischen Witzes im Sinne von 111 sei das folgende "Gleichnis": "Es ist doch nicht so ! ... Aber es mu doch so sein !" (112) Hierdurch wird nach Wittgenstein ein "falscher Schein" bei den Sprechern bewirkt: Das Gleichnis verleihe allerdings den Eindruck, als "mGte [man] das Wesen der Sache erfassen, wenn [man seinen] Blick nur ganz scharf auf dies Faktum einstellen ... k?nnte" (113). Ein Locus, in dem  7 das Gleichnis verwendet wurde, ist nach Wittgenstein Tractatus 4.5, wo es behauptet wird: "Die allgemeine Form des Satzes ist: Es verhlt sich so und so." (114). In Zusammenhang mit dem angesprochenen Gleichnis bleiben die Sprecher von einem Bild "gefangen", nmlich von der Suche nach dem " Wesen der Sache", welches durch scharfes Blicken zu erfassen sei (113). Von diesem  7 Bild blieb auch der Verfasser des Tractatus gefangen (115). Aus dem WesenBild k?nnen wir nur dann herauskommen, wenn wir der Tendenz bei Philosophen, mit Worten das Wesen der Dinge erfassen zu wollen, mit der Frage entgegenkommen, ob diese Worte auch so in den Sprachen, in denen sie eingebettet sind, gebraucht werden (116). Dieses Entgegenkommen gleiche einer ZurGckfGhrung der Worte "von ihrer metaphysischen, wieder auf ihre alltgliche Verwendung", d.h. einer Rehabilitierung der Alltagssprache ( Ibidem ). Solche metaphysischen Verwendungen sind "Luftgebude", die es zu zerst?ren gelte. Obwohl sie jegliche Theorie, also jegliches theoretische Gebude zerst?rt (109), ist die Philosophie insofern wichtig, als die zerst?rten Gebude eben nur Luftgebude sind (118). Innerhalb der Philosophie k?nnen wir auch wohl von der Philosophie selbst als Wort genauso reden, wie wir von der Rechtschreibung des Wortes "Rechtschreiblehre" reden. Von einer Rechtschreiblehre "zweiter Ordnung" handelt es sich aber nicht. Ebensowenig betreibt man eine Philosophie zweiter Ordnung, wenn%DNp-++@@ von dem Wort "Philosophie" in der Philosophie die Rede ist  7, (121)O,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wittgenstein warnt auch in 120, da keine Sprache "zweiter Ordnung", d.h. eine andere als die Alltagssprache, ben?tigt wird, obwohl von der Alltagssprache in ihr selbst die Rede ist und dabei Sprechebenen unterschieden werden mGssen. Die Quelle des Glaubens an eine Sprache zweiter Ordnung liege darin, da der Gebrauch der W?rter in unserer Sprache nicht voll "Gbersichtlich" sei. Wre er so, dann wGrden wir "Zusammenhnge sehen" und solche Miverstndnisse, wie das Herauskommen aus der Sprache, wGrden verschwinden (122).. Die in 109123 charakterisierte Philosophie st?t auf Grenzen: Sie bleibt ein beschreibendes Unternehmen, das sich nie  7 Gber die Beschreibung hinaus wagtlP  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Eine Abschwchung dieser Ansicht stellt die schon zitierte Stelle von Teil II dar, in der die Formulierbarkeit eines fragmentarischen Systems von Wittgenstein erwhnt wird  70 (Teil II, S.575, zitiert in der Einleitung zur vorliegenden Arbeit, S.9).l: "Die Philosophie darf den tatschlichen Gebrauch der Sprache in keiner Weise antasten, sie kann ihn am Ende nur beschreiben." (214). Die Grundlage dazu ist nmlich: Der tatschliche Gebrauch der Sprache lt sich nicht in der Philosophie begrGnden ( Ibidem ). "Die Philosophie stellt eben alles blo hin, und erklrt und folgert nichts" (126). Es genGgt, nach Wittgenstein, alles offen zu legen. Ist alles einmal offengelegt worden, so bedarf die Lage keiner Erklrung mehr, denn etwas bleibt uns fGr immer verborgen und ist folglich uninteressant, wenn es uns verborgen. Die Philosophie ist eine Art Propdeutik , welcher " vor allen neuen Entdeckungen und Erfindungen m?glich ist" ( Ibidem ). Eine Konsequenz hiervon sei die Zwecklosigkeit des Aufstellens von Thesen in der Philosophie. Wren Thesen aufgestellt, so wren alle "mit ihnen einverstanden" (128) und zwar wegen ihrer  7D FbersichtlichkeitQXDJ  7% Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wittgenstein meint es wie folgt: Ist alles in der Sprache Gbersichtlich, so sieht jeder die bestehenden Zusammenhnge, so da keine Streitpunkte mehr m?glich sind.  und der Tatsache, da in der Regel eine Fbereinstimmung vor neuen Entdeckungen herrscht. In 133a und b wird ein Fazit der AusfGhrungen in 1133 gezogen:Das Ziel der Philosophie (und folglich von Wittgenstein)EjQp-++@@ ist es nicht, das "Regelsystem" der Sprache "verfeinern oder vervollstndigen" zu wollen, sondern eine "vollkommene" Klarheit im Sinne eines vollkommenen Verschwindens der philosophischen  7 Probleme anzustrebenBR@  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Hier ist ein neuer Mythos von Wittgenstein eingefGhrt worden: Ist die vollkommene Klarheit jemals zu erreichen? Dies ist umso erstaunlicher, als Wittgenstein immer darauf besteht, da die Alltagssprache in Ordnung ist, wie sie ist, also mit allen ihren Unklarheiten. Wie sollte sie nun pl?tzlich "vollkommen klar" sein? Denn es gibt ihm zufolge ja keine Philosophie zweiter Ordnung, die anders ausdruckbar wre als in unserer gew?hnlichen Alltagssprache (121f.). B.  7  Der Abschnitt 133 ist der Punkt in den Philosophischen Unter 7 suchungen, wo eine Zsur zwischen dem Teil des Buchs, in dem der  7 Tractatus revidiert wird, und der neuen Philosophie Wittgensteins stattfindet. Darin offenbart er seine Absicht fGr den Rest seiner Untersuchungen: MXDie eigentliche Entdeckung ist die, die mich fhig macht, das Philosophieren abzubrechen, wann ich will. Die die Philosophie zur Ruhe bringt, so da sie nicht mehr von Fragen gepeitscht wird, die sie selbst in Frage stellen. Sondern es wird nun an Beispielen eine Methode gezeigt, und die Reihe dieser Beispiele kann man abbrechen. Es werden Probleme gel?st ..., nicht ein Problem. (133c) ƺ M Eine Interpretation dieser Stelle ist die folgende: Wittgenstein und seine Leser mit ihm wGrde nicht mit der Philosophie aufh?ren, weil sie sich selbst durch nicht endende Fragen zerst?rt htte, sondern weil er die Probleme durch eine stets abzubrechende Serie von Beispielen beseitigt. Er wGrde Abschied von der Philosophie nehmen, entweder indem er die Reihe der Beispiele selber abbricht, oder weil das Problem durch eine  7A geeignete Beschreibung verschwunden istSXA  7& Ԟ ,.,. DEDEЍ. In der Tat unterscheiden sich beide Flle kaum, denn das Abbrechen geschieht mit gutem Gewissen in dem Wissen, da man die Reihe eigentlich htte weiterfortsetzen k?nnen.. Bei dem Geben von Beispielen gibt es nicht nur eine Methode, sondern mehrere. D.h.: Durch die Angabe von Beispielen wird einF Sp-++@@ Problem auf verschiedene Weisen gel?st. Das L?sen von Problemen durch Schwierigkeitsbeseitigung ist nach Wittgenstein gleich einer Therapie . Ein philosophisches Problem ist ihm zufolge also eine (Sprach)Krankheit, fGr die es durch die Angabe von Beispielen verschiedene Therapien gibt. 72.2 134693 und Teil II: Anwendung der Methode in der Sprach philosophie Ab dem 134 fngt Wittgenstein damit an, seine neue Methode anzuwenden, und zwar auf einen letzten, noch nicht besprochenen  7 Begriff aus dem Tractatus: auf die Aussage. Dies sollte man nicht so interpretieren, da er nicht schon von Anfang an seine neue7 Methode angewandt htte. Die bessere Erklrung hierfGr ist eher die folgende: Er wendet sie schon von Anfang an an, aber nun scheint sie ihm erprobt genug zu sein, da er sie explizit anspricht, bevor er sich mit dem neuartigen Stoff seines Buchs  7 beschftigtT  7G Ԟ ,.,. DEDEЍ.Die Zsur in 133 ist von vielen Kommentatoren erkannt worden: von Savigny, Genova, Baker & Hacker u.a.. Der methodologische Rahmen, innerhalb dessen Wittgenstein die philosophischen Probleme behandeln m?chte, steht am Ende von 1133 fest: Sei ein Problem P zu l?sen. P wird durch eine Reihe von Beispielen (Fllen) so paraphrasiert, da es am Ende klar ist, auf welche Weise die in P vorkommenden Begriffe gew?hnlich gebraucht werden. In anderen Worten: Die verschiedenen Beispiele der Flle des Gebrauchs von in P vorkommenden Begriffen werden betrachtet und dabei wird auf deren Familienhnlichkeit im Hinblick auf die ihnen gemeinsame Lebensform geachtet. Was angestrebt wird, ist also eine Darstellung der Grammatik der in P vorkommenden Begriffe. Die Grammatik dieser Begriffe zeigt also auf, welchen Gebrauch sie tatschlich in der Alltagssprache haben. Das Netzwerk bestehend aus den hnlichkeiten zwischen den Fllen des Gebrauchs der Begriffe und aus der Lebensform, in der die Flle eingebettet sind, liefert die L?sung fGr das Problem P, in dem die besagten Begriffe vorkommen. Sei zum Beispiel das Problem des Denkens. Im konkreten wird dieses Problem dadurch'G Tp-++@@ gel?st, da zunchst die verschiedenen Flle des Gebrauchs des Wortes "Denken" grammatisch untersucht werden, um klassifikatorische Klassen zu bilden. Danach werden die Lebensformen, in denen diese Klassen vorkommen, identifiziert. Die L?sung fGr das Problem des Denkens besteht daraus, die so erhaltenen klassifikatorischen Klassen samt den entsprechenden Lebensformen anzugeben. Das obige L?sungsmuster wird von Wittgenstein in Form des von  74 uns aufgestellten zweiten Teils der Hauptthese der Philosophi 7c schen Untersuchungen realisiert (Vgl. 1.2). So werden zum Beispiel in bezug auf einen Erkenntnisbegriff wie "Wissen" die Flle des Gebrauchs von "Wissen" sorgfltig betrachtet und zwar gem des Vorbildes des sozialen Verhaltens der Gemeinschaft der Erkennenden als Lebensform, in der das Wort "Wissen" eingebettet ist. Wie Erkenntnisbegriffe (anhand des Begriffs des Verstehens), der Begriff von "einer Regel folgen" und Begriffe fGr Privates im einzelnen von Wittgenstein behandelt werden, geh?rt zum Kern der vorliegenden Arbeit und wird in den anschlieenden Kapiteln detailliert vorgefGhrt. Hier wollen wir kurz ausfGhren, wie Wittgenstein das besprochene L?sungsmuster auf Intentionsbegriffe  7J am Beispiel des Begriffs des Meinens anwendet0UZJ  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. AusfGhrungen Gber den Begriff des Meinens sind ziemlich  7j verstreut in den Philosophischen Untersuchungen zu finden:  3336, 449451, 455457, 491508, 558570, 654693; S.556577.0. Dabei wird gezeigt, wie fGr ihn die Annahme eines psychologischen Zwangs bzw. eines "Inneren" im Akt des Meinens ein zu bekmpfender Mythos sei. ` 2.2.1 Philosophisches Problem des Meinens: Ausdruck des psychologischen Zwangs Im allgemeinen ist das mit dem Begriff des Meinens verbundene Problem dasjenige der Beziehung zwischen Sprache und Geist bzw. geistigen Akten. "Geistige Akten" sind hier wie StegmGller es treffend ausdrGckt "jene geistigen Phnomene, die mit` dem verstndnisvollen Ansprechen und H?ren sprachlicher Gebilde  7% verbunden sind"uV%  7+ Ԟ ,.,. DEDEЍ. StegmGller[1975], S.626.u. Die von Wittgenstein kritisierte Auffassung%HzVp-++@@ kann folgendermaen geschildert werden: Geistige Akte begleiten AusdrGcke bzw. uerungen, die an sich tote Gebilde sind und erst dadurch bedeutungsvoll werden, da ihnen "Geist eingehaucht"  7 wirdgW  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ibidem .g. So werden Akte wie Denken, Behaupten, Meinen, Verstehen, usw., von privaten psychischen Prozessen begleitet. Diese gegnerische Ansicht, gegen die Wittgenstein argumentiert, wollen wir den psychologischen Zwang nennen. Die Bezeichnung "psychologischer Zwang" lt sich dadurch rechtfertigen, da die beglei 7` tenden geistigen Akte, d.h. das "Innere"X` X  7H Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Bezeichnung "Inneres" stammt von Wittgenstein selbst (24, 305, 344, 361; S.500, 523, u.a.). Es soll angemerkt werden, da das sogenannte Innere des Menschen nicht nur aus Intentionen, sondern auch aus Hoffnungen, BefGrchtungen, ... und, kurz, der gesamten GefGhlswelt besteht. Der Terminus "Intention" soll hier als Sammelbegriff fGr alle diese Begriffe dienen., das Ma der Intentionsakte sind, in dem Sinne, da Menschen, die sich vollkommen am Inneren orientieren wGrden, sich stndig der aufgezwungenen Verpflichtung beugen mGten, nach ihr agieren zu mGssen. (344). Die Bestndigkeit des ueren Aktes der Intention scheint somit Ausdruck eines Zwangs zu sein, der vom Inneren aus auf die ueren Akte ausgeGbt wird. Gegen einen solchen Zwang wird argumentiert. Das allgemeine Muster der Wittgensteinschen Erwiderung ist bereits oben angegeben worden: Man untersuche die verschiedenen Flle des Gebrauchs des betreffenden Intentionsbegriffs. Dabei wird festgestellt, da keine "geistigen Ttigkeiten" hinter  7p Intentionsbegriffen stGndenY @p  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wittgenstein drGckt das (gegnerische) Erfinden einer geistigen Welt als Resultat einer erfolglosen Suche nach einer k?rperlichen Welt hinter den IntentionsausdrGcken aus: XUnd wir tun hier, was wir in tausend hnlichen Fllen tun: Weil wir nicht eine k?rperliche Handlung angeben k?nnen, die wir [Meinen, WGnschen, Verstehen, ...] (im Gegensatz z.B. zur Farbe) nennen, so sagen wir, es entspreche diesen Worten eine geistige Ttigkeit. (36)ƺ XWo unsere Sprache uns einen K?rper vermuten lt, und kein K?rper ist, dort, m?chten wir sagen, sei ein Geist . (37) ƺ*Xp-++ԌAus diesen Zitaten geht hervor, da wir uns durch unsere Sprache dadurch in die Irre fGhren lassen, da wir eine grammatische Analogie zwischen den Intentionsbegriffen und referenzierenden Begriffen wie etwa "Farbe", oder "Stuhl" etablieren. Da hinter referenzierenden Begriffen k?rperliche Entitten zu erwarten sind, erwarten wir auch Entitten hinter Intentionen. Weil hinter diesen keine K?rper zu finden sind, erfinden wir dort geistige Gegebenheiten. . pIYp-++@@Ԍ Wie sieht der psychologische Zwang im Falle des Meinens aus? Auf diese Frage sei nun unter der Zuhilfenahme der AusfGhrungen in 3336, 449451, 654665 sowie auf Seiten 556560 eingegangen. In bezug auf das Meinen ist oft von folgenden Ansichten die Rede: (i) Begleit und Vorgangsthese : XDas Meinen entspreche dem Begleiten eines Ausdrucks mit einer Vorstellung (449f.); meine ich S mit den  7 W?rtern W1...Wn, so heit dies, da eine "geistige Einstellung" die W?rter begleitet (673). Da ich S  7 mit den Worten W1...Wn gemeint habe, heit, da in mir eine Vorstellung von S vorgegangen ist (S.559).ƺ (ii) Essentialistische These :  7h XMeine ich S mit den Worten W1...Wn, so richte ich die Aufmerksamkeit auf etwas, auf das sozusagen seelisch bzw. psychisch gezeigt wird (33f.).ƺ (iii) Inhaltserlebnisthese :  7  XDas Meinen von S mit den Worten W1...Wn sei ein Erleb 7D nis des Inhaltes der Worte W1...Wn (S.556f.).ƺ Gegen die obigen Ansichten richtet Wittgenstein seine Kritik, bevor er sich der "Tiefengrammatik" des Begriffs von Meinen zuwendet: Zu (i) : Wittgensteins Erwiderung auf die Begleitungsthese ist eine Art reductio ad absurdum : "Man kommt nicht davon weg, da die Benutzung des Satzes darin besteht, da man sich bei jedem Wort etwas vorstelle." (449). Da dies eine Art reductio ad absurdum darstellt, sieht man an folgender LektGre: WGrde der Gegner z.B. behaupten, das Meinen von S mit dem Satz "Du sollst eine Kuh(#JYp-++@@ ausschlachten" mGsse mit einer Begleitung des Wortes "Kuh" durch eine entsprechende Vorstellung einhergehen, damit der besagte Satz einen Sinn hat, so fGhrt dies im Extremfall dazu, da hinter jedem Wort eine begleitende Vorstellung stehen mGsse. Obwohl eine begleitende Vorstellung einer Kuh nicht zu leugnen ist, dGrfte diejenige von "soll" oder von "einer" schwer zu bestimmen sein. BezGglich der Vorgangsthese leugnet Wittgenstein zwar nicht, da gewisse Begleitvorgnge mit dem Meinen verknGpft sein k?nnen; aber vom "Meinen" kann auch eine korrekte Verwendung gemacht werden, ohne da Begleitvorgnge anwesend sein mGssen (S.560). Auerdem ist die Identifizierung des Vorgangs schwierig: "Wann fing er an; wie verlief er; etc.?" (661). Dies sei nicht mit dem  7 scheinbar glatt verlaufenden Meinen zu vereinbarenZH   7h Ԟ ,.,. DEDEЍ. In Teil II, S.560, gibt Wittgenstein einen weiteren Grund an, weshalb das Meinen kein Vorgang ist: "Kein Vorgang k?nnte die Konsequenz des Meinens haben". Welche Konsequenzen das Meinen haben mag, sagt er in diesem Zusammenhang nicht. Er gibt nur einen analogen Fall an, ohne Nheres zu den angesprochenen "Konsequenzen" zu sagen. Einen Hinweis zur EntschlGsselung dieser Stelle findet man jedoch in 486. Dort wird der Zusammenhang zwischen Intentionsbegriffen und Handlungen er?rtert: "'Ich ziehe [von dem Meinen] Konsequenzen' nicht nur in Worten, sondern auch in Handlungen". Begleitende Vorgnge des Meinens eines Wortes k?nnen eben nicht die fGr das Meinen typischen Handlungen haben. Man merke an, da dieser Schlu uerst unbefriedigend ist: Nichts scheint in unseren Augen einen Vorgang daran zu hindern, eine Handlung als Konsequenz zu haben; denn die Handlung selbst kann als ein begleitender Vorgang des Meinens betrachtet werden und insofern wren der Vorgang und das Meinen nicht auseinanderzuhalten.. 4 Zu (ii) : Die essentialistische These, wonach das Meinen ein psychisches Zeigen auf "etwas", im augenblicklichen Fall auf etwas Psychisches, sei, wird von Wittgenstein dadurch zurGckgewiesen, da er auf die Schwierigkeiten hinweist, die auftauchen, wenn es um das psychische4 Zeigen auf das Gleiche geht (33f.). Man denke allerdings an jemanden, der seine Aufmerksamkeit auf die Farbe einer Vase richtet (33). Es gibt kein auf Objekte anwendbares Identittskriterium, das uns im Kontext des psychischen Zeigens erm?glichen wGrde, auf eine eindeutige Farbe psychisch zu zeigen. Redewendungen wie " Dieses Blau ist nicht das gleiche , wie das KZp-++@@ dort", " Dieses Blau ist Indigo", " Dieses Blau ist von jenem verschieden", usw., sind verschiedene Flle, die davon zeugen sollten, wie mit dem Wort "Blau" nicht immer das Gleiche gemeint sein dGrfte. In anderen Worten: Sprchen zwei Leute vom Blau des Himmels, so wre dies kein garantierter Ausdruck eines gleichen Gemeinten. Vielmehr, die Aufmerksamkeit auf etwas richten geht mit begleitenden "Umstnden" einher, wie zum Beispiel dem Nachzeichnen einer Form, wenn auf diese die Aufmerksamkeit zu richten sei (33). Da wir hinter dem Richten der Aufmerksamkeit auf etwas eben ein Etwas in Form eines K?rpers vermuten, was aber keinswegs k?rperlich sei, haben wir die Tendenz, einen Geist zu postulieren (36); diese Tendenz ist aber nur eine (irrefGhrende)  7 Gewohnheit, die uns innewohnt[x  7h Ԟ ,.,. DEDEЍ. Da es hier um ein Postulat des Geistes geht, lt sich an dem Subjunktiv "sei" herauslesen: Wir sind es gewohnt, dort, wo kein k?rperliches "Etwas" zu finden ist, ein geistiges Etwas zu postulieren. Was Wittgenstein hier betonen will, ist folgendes: Die Tendenz, einen Geist zu postulieren, ist eine Ist ĪGewohnheit und keineswegs, angesicht der geschilderten Schwierigkeiten, eine Mu ĩGewohnheit. .  Zu (iii) : Eine ZurGckweisung der Erlebnisthese findet exemplarisch auf ziemlich kurze aber schlagkrftige Weise auf S.557 statt. Nehmen wir an, fGhrt Wittgenstein aus, jemand wGrde mir sagen, ich solle auf ihn bei der Bank warten, worauf ich dann erwidere: "Hast Du, als Du das Wort ['Bank'] ansprachst, diese Bank gemeint?" Diese Frage und das angesprochene Meinen beziehen sich nicht auf ein Erlebnis whrend einer Zeitspanne bzw. zu einem Zeitpunkt, sondern auf die Zeitspanne bzw. den Zeitpunkt selbst. Der Grund dafGr liegt darin, da die Zeitspanne (bzw. der Zeitpunkt), auf die meine Erwiderung aufweist, eindeutig eine nahe Vergangenheit ist. Erlebnisse aber haben "Erlebnisinhalte", whrend das Meinen keinen Inhalt hat. H?chstens k?nnen Inhalte das Meinen "begleiten  7 und illustrieren", ohne es jedoch zu sein\  7<( Ԟ ,.,. DEDEЍ. Vgl. hierzu die Erwiderung zu (i) fGr die Schwierigkeiten der Begleitungsthese.. L` \p-++@@Ԍ Wie man leicht feststellen kann, weisen die Erwiderungen zu (i)(iii) einen starken negativen Charakter auf. Gegnerische Thesen werden wom?glich gekontert. Die dabei verwendeten Argumente erscheinen uns jedoch bis auf die Erwiderung zu (i) viel zu ad hoc zu sein: Es fehlt ihnen an einem verallgemeinerbaren theoretischen Hintergrund. Diesen aber, so behaupten wir, bekommen die AusfGhrungen Gber das Meinen erst mit der Betrachtung der Tiefengrammatik dieses Begriffs. Erst hiermit kommt das methodologische Netzwerk der Begriffe aus 1133, insbesondere der Begriff der Familienhnlichkeit und Verwandtes, zum Einsatz durch eine Art Aufstellung einer "positiven These" bezGglich des Meinens. 2.2.2 Grammatik des Meinens: Flle des Gebrauchs von "Meinen" Man betrachte wieder den Ausdruck "Ich meine S mit den Worten  7 W1...Wn". FGr Wittgenstein lt sich dessen Sinn dadurch erklren, da die unterschiedlichen Gebruche des Ausdrucks untersucht werden. Anhand des Gebrauchs von "ist" in "Diese Rose ist rot" und in "2 mal 2 ist 4" wird zunchst die allgemeinere Problematik von "verschiedenen Bedeutungen eines Wortes" diskutiert (558, 561f.). Da "ist" in beiden Fllen unterschiedliche Bedeutungen, also Gebruche, erfhrt, k?nne nicht an den oberflchengrammatischen Regeln liegen, denn "wenn ich nur auf die [oberflchen]grammatischen Regeln achte, so erlauben diese eben die Verwendung des Wortes "ist" in beiderlei Zusammenhngen" (558). Es m?ge auch so sein, da diese unterschiedlichen Bedeutungen unterschiedliche Funktionen des Wortes "ist" in beiden Zusammenhngen hieen. Dies aber sei nur die halbe Wahrheit: Es mGsse noch weiter gefragt werden, worin die unterschiedlichen Funktionen bestehen und wie sie ausgedrGckt werden. In anderen Worten:  7% "Die Funktion mu sich im Laufe des KalkGls zeigen." (559)@]x%  7' Ԟ ,.,. DEDEЍ. In Philosophische Grammatik, S.54f. findet sich ein Hinweis darauf, was unter der sich im Laufe des KalkGls ausdrGckenden Funktion zu verstehen ist. Mit dem Terminus "KalkGl" ist eine Sprache zu verstehen. Das, was "ist" bedeutet, kommt also schrittweise beim Sprechen der Sprache ans Licht. Hinter den*\p-++ verschiedenen Fllen des Gebrauchs von "ist" gibt es keine voneinander verschiedenen "Bedeutungsk?rper". Nicht weil unterschiedliche handfeste K?rper, die als Bedeutungen von "ist" fungieren, hinter "ist" stGnden, sondern weil sich unterschiedliche Verwendungen "im Laufe" des Sprechens der Sprache zeigen, kann auf unterschiedliche Bedeutungen von "ist" geschlossen werden.@.%M]p-++@@ Im Laufe des KalkGls wird das Wort "ist" gebraucht. M?chte man nun den Gebrauch dieses Wortes verstehen, so sollte man "nachsehen", was die Sprecher unter "Erklrung der Bedeutung von 'ist'", d.h. die Erklrung des Gebrauchs davon, verstehen (560). Die Bedeutung des Ausdrucks "Bedeutung von W" wird somit auf die  7 Bedeutung von "Erklrung der Bedeutung von W" zurGckgefGhrt.^   7t ԍ. Wittgenstein macht an dieser Stelle keinen Unterschied zwischen Erklrung und Beschreibung, denn es in 559560 um die Art und Weise wie die Funktion eines Wortes in einem Satz zu Tage tritt. In bezug auf die semantische RGckfGhrung von "Bedeutung von W" auf "Erklrung der Bedeutung von W" wollen wir jedoch auf einen Regressus ad Infinitum hinweisen, der scheinbar hier auftritt. Wenn allerdings das Verstndnis beider Verwendungen von "ist" eine Art h?here Stufe hervorruft, auf der die Verwendungen erklrt werden, wird dadurch auch nicht ausgeschlossen, da konkurrierende Erklrungen der Verwendungen existieren k?nnen. Soll man nun zwischen diesen durch eine weitere Erklrung entscheiden, so hat man nachzusehen, was man "Erklrung der Erklrung der Verwendung" nennt? Der Erklrungsproze k?nnte somit ad infinitum fortgesetzt werden. Wittgenstein scheint, zumindest im direkten Zusammenhang mit dem Begriff des Meinens, keinen Mechanismus vorzusehen, mit Hilfe dessen die Regression unterbunden werden k?nnte. In einem anderen Rahmen aber l?st er dieses Problem auf eine allgemeine Weise (23), auf die wir eingehen wollen, denn die dort herauszulesende L?sung lt sich auf das ganze Netzwerk der Begriffe anwenden, um die es in den  7 Philosophischen Untersuchungen ab 134 geht. Die allgemeine L?sung zum Regressionsproblem beruht auf dem Begriff der Lebensform (19, 23, 241) und lautet im wesentlichen wie folgt. Man kann sich unzhlige Arten von Sprachen vorstellen, u.a. solche, die "nur aus Befehlen und Meldungen ..., aus FragenN ^p-++@@ und einem Ausdruck der Bejahung und der Verneinung [bestehen]" (99). Eine Sprache sprechen aber ist "Teil ... einer Ttigkeit, oder einer Lebensform" (23). Jene unzhligen vorstellbaren Sprecharten, unter ihnen auch das Meinen, sind folglich Teil einer Lebensform. Unter den Menschen herrscht jedoch Fbereinstimmung hinsichtlich der Lebensform, "was richtig und was falsch ist" (241). Auf das Meinen bezogen heit dies, da die Fbereinstimmung der Lebensform entscheide darGber, was unter einem  7` Ausdruck A gemeint wird, ob mit A S1 oder doch S2 gemeint wird. Diese Fbereinstimmung, wie in Kapitel 4 zu sehen sein wird, ist stark mit dem Begriff der Selbstverstndlichkeit verbunden. D.h.:  7 Da z.B. mit A S1 eher gemeint wird als S2 beruht darauf, da diese Konstellation den Sprechern selbstverstndlicher in deren Lebensform ist als jede andere. Damit besteht also keine Notwendigkeit einer h?heren Arbitrierungsinstanz, einer Art FberLebensform, wonach zu entscheiden wre, welche Lebensform die richtige sei. Angewandt auf das Meinen, heien die in bezug auf die Bedeutung von "ist" gewonnenen Erkenntnisse nun: M?chte man den  7D Gebrauch von "Ich meine S mit den Worten W1...Wn" verstehen, sollte man Wittgenstein zufolge nachsehen, wie sich die verschiedenen Gebruche von "Meinen" in der Sprechergemeinschaft erklren lassen (561f.). Nehmen wir an, es gbe zwei konkurrierende Gebrauchsarten des gleichen MeinenSatzes. Wie unterscheidet man nun zwischen beiden Arten? Ist es anhand einer "Realitt", die hinter dem Gebrauch zu finden wre? (562) Wittgensteins Antwort lautet: Beim genauen Beobachten der Rolle von "Ich meine S mit den Worten  7 W1...Wn" kann der Schlu gezogen werden, da: "Das Spiel ... hat nicht nur Regeln, sondern auch einen Witz ." (564). Erst der "Witz" und keine, dem Sprachspiel fremde Realitt induziert einen Unterschied zwischen den Gebrauchsarten, zwischen wesentlichen  7% und unwesentlichen Regeln des Gebrauchs von "Meinen"q_X%  7' Ԟ ,.,. DEDEЍ. Der Witz eines Spiels wird sch?n am Beispiel des Losverfahrens zur Entscheidung, welcher der Spieler mit Wei spielen darf, illustriert. Es ist allerdings gar nicht mehr "witzig" fGr das Losverfahren, wenn derjenige Spieler, der in geschlossener Hand einen per Los zu whlenden Schachk?nnig halten sollte, in*^p-++ der Tat aber in jeder Hand einen K?nig hlt. Unter dem Begriff "Witz" ist das zu verstehen, was ein Spiel wesentlich charakterisiert (62, 142, 567). q. %O_p-++@@Ԍ Woran liegt nun der "Witz" des Meinens? Welche Verwendungen  7, des Satzes "Ich meine S mit W1...Wn" drGcken diesen Witz aus? Diese Fragen werden durch die Betrachtung der unterschiedlichen  7 Gebruche von "Ich meine S mit W1...Wn" beantwortet (666f.). Der Witz des Meinens besteht in einem umfassenden Zusammenhang, der es stGtzt: M X"Freilich habe ich den B gemeint; ich habe gar nicht an A gedacht!"ƺ X"Ich wollte, B sollte zu mir kommen, damit...." Alles dies deutet auf einen gr?ern Zusammenhang. (686) ƺ M Der Zusammenhang besteht aus allen mit dem Meinen verwandten Begriffen, mit deren Hilfe das Meinen expliziert, paraphrasiert werden k?nnte, nmlich dem Denken oder dem Reden u.a.: M XStatt "Ich habe gemeint" kann man freilich manchmal sagen "Ich habe an ihn gedacht"; manchmal auch "Ja, wir haben von ihm geredet". Also frag dich, worin es besteht 'von ihm reden'! (687)ƺ M Bei der Betrachtung des mit dem Meinen verwandten Reden, wird offenbar klar, da mit "N" im "Ich rede von N" verschiedene Personen htten gemeint sein k?nnen. Die physikalische Person Namens N mu also auch mit der Rede von ihm in "Verbindung" stehen, so da das Meinen auf ihn zutrifft: " Gewi, eine solche Verbindung besteht. Nur nicht ... durch einen geistigen Mechanismus ." (689). Die Verwendungen des Satzes "Ich meine S  7D mit W1...Wn", welche den Witz des Meinens ausdrGcken, sind diejenigen, die Kriterien des Meinens erfGllen (692). Fber solche Kriterien findet man wenige, aber deutliche Angaben in  7# zwei Stellen der Philosophischen Untersuchungen. Zunchst in 190: M#&P_p-++@@ԌXMan kann nur sagen: "Wie die Formel gemeint wird, das bestimmt, welche Fbergnge zu machen sind." Was ist das Kriterium dafGr, wie die Formel gemeint ist? Etwa die Art und Weise, wie wir sie stndig gebrauchen, wie uns gelehrt wurde, sie zu gebrauchen. ƺ M Die Art und Weise des stndigen und gelernten Gebrauchs einer Formel F sei also "das Kriterium" des Meinens von F. Auf sprachliche AusdrGcke extrapoliert heie dies: Die Art und Weise des stndigen und gelernten Gebrauchs eines Ausdrucks sei das Kriterium, wonach zu suchen sei, wie er gemeint wird. Will jemand  7 wissen, wie z.B. durch W1...Wn ein S1 oder ein S2 gemeint wird,  7H so hat er zu schauen, auf welche Art und Weise W1...Wn gew?hnlich  7t gebraucht wird, wie ihn gelehrt wurde W1...Wn zu gebrauchen. Ein zweites Kriterium des Meinens wird in 692 angegeben: M XWie haben wir zu beurteilen, ob Einer dies gemeint hat? Da er z.B. eine bestimmte Technik der Arithmetik und Algebra beherrschte und dem Andern den gew?hnlichen Unterricht im Entwickeln einer Reihe gab, ist so ein Kriterium.ƺ M Die Beherrschung einer Technik eines Bereichs B sei also ein Kriterium, wonach zu beurteilen ist, ob jemand dies oder jenes mit einem Ausdruck aus B meint bzw. gemeint hat. Es sei von uns angemerkt, da beide Kriterien des Meinens im Grunde genommen nicht unabhngig voneinander sind, denn die Beherrschung einer Technik eines Bereichs B wird vom stndigen und gelernten Gebrauch der AusdrGcke aus B vorausgesetzt. Nur dejenige, der z.B. die Technik der Arithmetik beherrscht, ist in der Lage, eine arithmetische Reihe richtig fortzusetzen, d.h. eine algebraische Formel, die der Reihe entspricht, so zu gebrauchen, da er die angesprochene Reihe und keine andere meint. Das GebrauchKriterium ist somit nur eine Konsequenz des  7 & TechnikKriteriums` h &  7x( Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wir werden in Kapitel 4 sehen, wie Wittgensteins L?sung des Problems von "einer Regel folgen" um zweierlei kreist: Um den Begriff der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft zum einem und um denjenigen der Familienhnlichkeit zum anderen. Dort tritt die*_p-++ Rolle des ersten Begriffs ganz explizit und detailliert in den Vordergrund, whrend diejenige des zweiten eher im Hintergrund bleibt. Was das Meinen anbelangt, so scheint uns auch eine hnliche Konstellation Platz zu finden: Die richtige Grammatik des Meinens kreist zwar um die verwandten Begriffe, die den Witz des Meinens aufweisen, aber auch um die Gbereinstimmende Gemeinschaft. Ein Hinweis hierfGr findet man auf S.573 von Teil II: XGbe es die volle Fbereinstimmung nicht, so wGrden die Menschen auch nicht die Technik lernen, die wir lernen. Sie wre von der unsern mehr oder weniger verschieden, auch bis zur Unkenntlichkeit. ƺ Die Technik eines Bereichs B kann hiernach nur dann gelernt werden, wenn die Menschen, die sie lernen, voll mit einander Gbereinstimmen. Die Fbereinstimmung verhindert die Kakophonie zwischen den gelernten Techniken der einzelnen Menschen. Man merke, da dieser Hinweis jede Technik allgemein betrifft. Die Fbereinstimmung der Technik des Meinens ist nur ein Spezialfall des allgemeinen Falls.. &Q`p-++@@Ԍ Wir haben uns bislang der Aufgabe gewidmet, die gesammten  7, Philosophischen Untersuchungen argumentativ so zu rekonstruieren, da das Netzwerk der darin er?rterten Begriffe unter dem Gesichtspunkt der "neuen Philosophie" Wittgenstein mit Hilfe einer Hauptthese in einen einzigen doktrinalen Rahmen hineinpasst. Die AusfGhrungen im vorliegenden Kapitel haben versucht zu zeigen, wie Wittgensteins Werk die von uns aufgestellte Hauptthese nach und nach konkretisiert und verteidigt. Dabei fand unsere Hypothese, wonach die von Wittgenstein er?rterten Begriffe zu einer schrittweisen Erhellung des Begriffs der Bedeutung beitragen, durch die Rekonstruktion der Argumentation bezGglich des Meinens eine erste Besttigung. Die nachfolgenden Kapitel setzen die Entfaltung der aufgestellten Hauptthese und die  7? Besttigung unserer Hypothese fort. ?R`p-++@@  a!K a p i t e l 3׃  Grammatik des Verstehens: Prolegomenon zur Grammatik der Regelbefolgung  3.0 Einleitung  74  Die AusfGhrungen in dem ersten Teil der Philosophischen  7c Untersuchungen (1133) beziehen sich zwar auf mannigfache Themen, wie dies aus dem erstellten Plan des Werks ersichtlich ist,beinhalten jedoch die Klrung des Begriffs der Bedeutung als zentrales Thema; von Anfang an wurden also anhand dessen die Klrung sprachlicher Konfusionen bzw. "Verhexungen" und die Abwendung vom Allgemeinen erprobt. Nun tritt eine Reihe von Begriffen an, die eng mit dem Begriff der Bedeutung verkoppelt ist. Zu deren Klrung wendet Wittgenstein die neuartige Methode  7 an, indem er die Konkretisierung der Grundthese der Philosophi 7 schen Untersuchungen Begriff fGr Begriff anstrebt. Der erste von den betrachteten Begriffen ist derjenige des Verstehens. Er macht den Kern der 139242 aus und ist derjenige Begriff, anhand dessen ein Argumentationsgang entwickelt wird, der mutatis mutandis in den AusfGhrungen Gber die restlichen Begriffe zu finden ist. Hier wird der Grundstein einer Kritik gelegt, die  7 sich wie ein stndiges Leitmotiv in den Philosophischen Unter 7/ suchungen wiederholen wird, und einen Zusammenhang mit dem Bedeutungsbegriff hergestellt. In dem vorliegenden Kapitel wenden wir uns dem Begriff des  7 Verstehens zua  7" Ԟ ,.,. DEDEЍ.AusfGhrungen Gber den Begriff des Verstehens sind auch im zweiten Teil der Philosophischen Untersuchungen zu finden, u.a in 320326, 431433 und 513516. Wir beschrnken uns auf die 139184, in denen der Bezug auf das anschlieende Problem der Regelbefolgung ersichtlicher ist als in anderen Stellen, die aber bei Bedarf mitherangezogen werden. . Es soll hierbei das gestellte Problem angesprochen, die von Wittgenstein kritisierte Auffassung des Verstehensbegriffs charakterisiert, die Argumentation diesbezGglich rekonstruiert und Wittgensteins eigene Auffassung dargelegt werden. Es soll auerdem gezeigt werden, wie sich die Regelbefolgung undf$S@ap-++@@ AusfGhrungen darGber als Korollar der bei den AusfGhrungen Gber das Verstehen gewonnenen Auffassung der erkenntnistheoretischen Begriffe ergeben. Wittgenstein analysiert und kritisiert das Verstehen, aufgefat als erkenntnistheoretischer Begriff, der einen Proze, einen mentalen Zustand oder ein Ereignis bezeichnen wGrde, und weist auf grammatikalische hnlichkeiten hin, die es mit AudrGcken wie "im Stande sein" oder "k?nnen" aufweist. Eine besondere Stellung im diesbezGglichen Wittgensteinschen Argumentationsgang nimmt jedoch der Exkurs Gber den Begriff des Lesens ein: Hierdurch werden wichtige Aspekte des Verstehens allgemein und des Verstehens einer Regel insbesondere erfat und sorgfltig diskutiert; Resultate der gefGhrten Diskussion werden anschlieend auf das Verstehen angewandt. 3.1 Das Problem und falsche Auffassungen Gber das Verstehen 3.1.1 Das Problem Das Problem, welches das Verstehen darstellt, lt sich wie folgt aufstellen: Einem Sprecher A, der in sinnvollen Sprachspielen von W?rtern und Stzen Gebrauch macht, tritt ein Sprecher B entgegen, der ihm zuh?rt. Die W?rter oder die Stze von A kommen auf irgend eine Weise bei B an, der sie versteht . B kann dies mit einem "Ich verstehe" quittieren. Damit stellt sich nun die Frage: Wie lt sich die Grammatik des Wortes "Verstehen"  7L klren bzw. beschreiben? Womit ist sie verwandt?b L  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ.Das Problem wird in den Philosophischen Untersuchungen  7n oft nicht in dieser Form explizit aufgestellt. Diese Formulierung geht aber aus den Formulierungen hervor, die Wittgenstein zufolge falsche Ansichten Gber die Verwendung des Wortes "Verstehen" voraussetzen. Beispiele solcher Formulierungen sind: XWas geschieht, wenn ein Mensch versteht? (321)ƺ XAber sind denn diese Vorgnge, die ich da beschrieben habe, das Verstehen ? (152)ƺ wo die Vorgnge und der logische Zwang als Explikate fGr das Verstehen ausgeschlossen werden. Aus unserer These, da die Reihe der Begriffe, die von Wittgenstein geklrt werden, in das gleiche Argumentationsmuster passen, k?nnen wir auerdem die Fragen, die in bezug auf andere Begriffe der Reihe gestellt werden, auch in*ap-++ bezug auf das Verstehen stellen. Ein Beispiel hierfGr ist: XNun, was nennt man noch "denken"? WofGr hat man gelernt, das Wort zu benutzen?"(328) LTbp-++@@Ԍ Da dieses Problem an dieser Stelle (d.h. ab 139) angegangen wird, liegt sicherlich in einer Art natGrlicher Verbindung, die es zwischen der Bedeutung, die den Schwerpunkt der Diskussion in den Philosophischen Untersuchungen bis dahin bildet, und dem Verstehen gibt, in dem Sinne, da es dem Sprecher in der normalen Sprache oft um das Verstehen der Bedeutung der Stze bzw. der W?rter der anderen Sprecher geht. Dies ist eine sehr plausible Erklrung dafGr, da die AusfGhrungen Gber das Verstehen gleich mit der Kritik einer Auffassung, die auf der soeben angesprochenen Bindung fut, beginnen, nmlich die Kritik des Verstehens eines Ausdrucks als Vorschweben von dessen Bedeutung. 3.1.2 Die zu kritisierenden Auffassungen Wittgensteins AusfGhrungen Gber das Verstehen ab 139 wollen einigen in seinen Augen bestreitbaren Auffassungen dieses Begriffes entgegenwirken. Der gemeinsame Nenner der bestreitbaren  7 Auffassungen ist die folgende Theorie3c@  7, Ԟ ,.,. DEDEЍ.Es sei hier bemerkt, da die Verwendungen der Begriffe "Auffassung" und "Theorie" im Lichte der AusfGhrungen Gber die Rolle der Philosophie in 109 zu unterscheiden sind. Dort weist Wittgenstein das Aufstellen von Theorien innerhalb der Philosophie zurGck.Im folgenden nenne ich Theorie oder Auffassung eine von Wittgenstein kritisierte philosophische Auffassung, whrend seine eigenen (oft rekonstruierten) Ansichten lediglich Auffassung genannt werden.3: Das Verstndnis der Bedeutung eines Wortes bzw. eines Ausdrucks besteht darin, da derjenige, der versteht, schon vorab in irgendeiner Form (z.B. in Form einer Erkenntnis) im Besitz des Ausdrucksinhalts ist. Er "erfat die Bedeutung" des Ausdrucks "mit einem Schlage"(138) im voraus in seinem Geist und wei somit u.U. schon, wie dieser Ausdruck zu gebrauchen ist. Die Bedeutung ist hiernach nicht der Gebrauch, sondern ist ihm vorgngig. Haben wir jemanden, der einen Ausdruck beim H?ren bzw. Lesen versteht oder durch ihn etwas "meint" vor uns, so geschieht dieses Meinen in einemxU cp-++@@ geistigen Akt, bevor der betreffende Ausdruck verwendet wird. D.h.: derjenige, der einen Ausdruck versteht und gleichzeitig sein Verstehen zum Ausdruck bringt, hat schon im Geist einen mentalen Akt des Verstehens geleistet, welchen er nachtrglich bekannt gibt. An vielen Stellen ist diese von Wittgenstein kritisierte Theorie formuliert: X"...wie kann das, was in einem Augenblicke gegenwrtig ist, was uns in einem Augenblick vorschwebt, zu einer Verwendung passen?"(139)ƺ XDas Beispiel in 143, auf das im folgendem noch ?fter eingegangen wird: Angenommen jemand "versteht" die algebraische Formel einer mathematischen Reihe, dann heit dies nach der von Wittgenstein kritisierten Auffassung, da er im voraus schon wei, welche konkreten Zahlen in der Folge hintereinander aufzuschreiben sind.ƺ XIn 148 ist die kritisierte Auffassung auf eine Kernfrage gebracht: Diese Auffassung postuliert einen Bewutseinszustand oder einen Vorgang als Grundlage des Verstehens.ƺ XBeim Verstehen lt man sich so von einer Vorlage (z.B. einer Bedeutung) derart fGhren, da diese als Berechtigung dazu dient, zu sagen, man verstehe oder nicht (169f.).ƺ Die Kritik der obigen Auffassung, die wir mit Wittgenstein  7 selbst "logischen Zwang"d  7! Ԟ ,.,. DEDEЍ. FGr die Przisierung dieses Terminus siehe 3.2.1. nennen k?nnen(140, 231), ist in  7 den Philosophischen Untersuchungen 139184 wie folgt gegliedert: i) In 139147 greift Wittgenstein sehr scharf den Psychologismus bzgl. des Verstehensbegriffs an: Er argumentiert, da u.a. das Verstehen einer mathematischen Reihe die sprechergemeinschaftlich normierte Beherrschung einer Technik des Gebrauchs voraussetzt.&VXdp-++@@Ԍ ii) In 148155 setzt er seinen Schlu des ersten Arguments als Prmisse fest und argumentiert anhand dessen, da die "Grammatik" des Wortes "Verstehen" und die des Wortes "Wissen" eng beieinanderstehen, verwandt sind. 155 rundet die Diskussion mit einer zu diskutierenden These Gber das Verstehen ab: Verstehen ist ein beschreibbares Erlebnis, das von einem unabhngigen Beobachter durch die motivierenden Umstnde wahrgenommen wird, die ihn zu einer uerung des Ausdrucks seines Verstndnisses wie z.B. "Jetzt verstehe ich es!" gefGhrt haben. iii) Mit dem Verstehen weist das Lesen grammatikalische hnlichkeiten auf. Ein Exkurs Gber das Lesen soll also zur Klrung des Verstehens beitragen ( 156178). iv) Die Ergebnisse der AusfGhrungen Gber das Lesen werden anschlieend auf das Verstehen als erkenntnistheoretischen Proze angewandt (179184). Bezogen auf das Reihenbeispiel heit dies: Woraus wei jedesmal ein SchGler, der arithmetische Reihen lernt, wie er Gber den nchsten Schritt in der Fortsetzung einer Reihe zu entscheiden hat? Wir wenden uns im nchsten Abschnitt des vorliegenden Kapitels der Rekonstruktion der Kritik gegen den logischen Zwang zu. 3.2. Rekonstruktion der Argumentation gegen den logischen Zwang 3.2.1 Der logische Zwang Gleich am Anfang des Argumentationsgangs gegen den logischen Zwang ist die zu kritisierende These aufgestellt: "Wenn mir jemand z.B. das Wort "WGrfel" sagt, so wei ich, was es bedeutet."(139) "So wei ich" hier wird spezifiziert als ein Erfassen "mit einem Schlage" vor jeglicher Verwendung des betreffendenWortes. Anders gesagt: Alle Verwendungen sind im voraus miterfasst.  7T$ Gegen diese These wird argumentiert.eT$  7& ԍ. Wittgensteins Argumentation wollen wir die Worte  7t' "Argument n" voranstellen und mit . abschlieen. Argument 1 : &W"ep-++@@Ԍ Es wird gezeigt, da eine vorab vorgeschwebte Bedeutung als  7, Erklrung fGr das Verstehen nicht problemlos erklrbar istf,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ.In 138 weist Wittgenstein darauf hin, da, wenn wir eine Bedeutung als Ganzes mit einem Schlag erfassen, sie nicht das gleiche sein kann wie ein "in Zeit ausgedehnter 'Gebrauch'". Was implizit von Wittgenstein hier in die Argumentation miteinbezogen wird, ist die Tatsache, da die Bedeutung, wie er sie auffat, nmlich als Gebrauch, nicht mit einem Schlag erfat werden kann, sondern eine Praxis "on the long run" ist, die allmhlich gegeben wird. Diese Stelle kann als eine Vorstufe zur eigentlichen Argumentation betrachtet werden.. Angenommen, da ich trotzdem, wie der Gegner es behauptet, die Bedeutung eines Ausdrucks mit einem Schlag erfasse, stellt sich immer noch die Frage nach der Natur von dem, was mir bei einem solchen Erfassen vorschwebt . Ein attraktiver Kandidat wre ein Bild; d.h. das mir Vorschwebende ist ein Bild. Er ist aber kein tauglicher Kandidat, denn ein Bild "legt" zwar "eine gewisse Verwendung nahe", ist jedoch nur eine unter vielen m?glichen Verwendungen des Bildes(139e). Wenn der Gegner aber glaubt, das eine Bild, das ihm vorschwebt, wGrde ihn zu einer Verwendung zwingen , dann irrt er sich, indem er einen psychologischen Zwang mit einem logischen verwechselt. Da jemand unter gewissen Umstnden unter einem psychologischen Druck z.B. seiner Gemeinschaft steht und dadurch ein Bild auf eine bestimmte (gew?hnliche) Art verwendet, heit ja, da ihm "nur der eine Fall und kein andrer einfiel". Dieser Einfall ist also eine Tatsache de facto . Es besteht darin folglich kein logischer Zwang, von dem mentalen Bild zu dessen konkreten Fllen Gberzugehen; d.h., da das Bild den einen Fall de jure erzwingt und alle anderen nicht, ist eine Illusion. Auch wenn dies der Fall wre, wGrden wir nicht sagen, da das Bild und die von ihm erzwungene Anwendung die gleiche Bedeutung htten (140). Die Bedeutung eines Wortes mit einem Schlag zu erfassen kann also nicht als das Vorschweben eines Bildes aufgefasst werden. Auch wenn jemandem nicht nur das Bild eines Dinges, sondern auch die Methode, nach der ein Bild zu einer Verwendung pat ("Projektionsmethode"), vorschwebt, ist damit nichts gel?st, denn konkurrierende Methoden k?nnen bestehen und ihn vor eine Unbestimmtheit stellen. Besteht der BildAnhnger aber weiterhin!Xfp-++@@ darauf, da ein Bild dem Verstehenden vorschwebt, und ihm mitsamt mehreren Projektionsmethoden zur Wahl gestellt werden, k?nnen immer noch "Bild und Anwendung kollidieren"(141). D.h.: der Verstehende k?nnte eine Anwendung auswhlen, die zur "normalen" Anwendung des ihm vorschwebenden Bildes nicht pat. Das Fazit dieser Diskussion lautet nun: Eine (korrekte) Anwendung, im Rahmen derjenigen Flle des Gebrauchs eines Wortes, die als normale Flle in einer Gemeinschaft gelten, bildet eine Norm fGr das Verstehen eines Ausdrucks: MXEs gibt einen normalen Fall und abnormale Flle"(141)ƺ X"Nur in normalen Fllen ist der Gebrauch der W?rter uns klar vorgezeichnet(...) gbe es z.B. keinen charakteristischen Ausdruck des Schmerzes, der Furcht, der Freude; wGrde, was Regel ist, Ausnahme und was Ausnahme ist, zur Regel; oder wGrden beide zu Erscheinungen von ungefhr gleicher Hufigkeit so verl?ren unsere normalen Sprachspiele damit ihren Witz. (142) ƺ M Der BildAnhnger kann uns obigem Zitat zufolge zur Witzlosigkeit unserer Sprachspiele fGhren; nicht in dem Sinne eines totalen Mangels an Witz, sondern in dem Sinne eines Verlustes des gew?hnlichen Witzes unserer Sprache. Mit abnormalen Anwendungen eines Bildes gewinnt unsere Sprache abnormale Witze. Dies scheint sicherlich nicht das zu sein, was der BildAnhnger erzielen wollte, was aber eine Konsequenz der Existenz seiner konkurrierenden Projektionsmethoden ist. .  7  3.2.2 Kritik des Verstehens als Zustand oder Vorgang gX  7" Ԟ ,.,. DEDEЍ. Argumente gegen das Verstehen als Erlebnis bzw. spezielle Empfindung werden in Zusammenhang mit den AusfGhrungen Gber das Lesen thematisiert. Das soeben rekonstruierte Argument k?nnen wir als einen Speziallfall eines allgemeinen Wittgensteinschen Arguments gegen den logischen Zwang betrachten. Das allgemeine Argument richtet sich nmlich gegen die  allgemeine Auffassung, nach der es Etwas ,p&Ygp-++@@ eine Art Entitt, gbe, die der Verstehende erfat oder aus der sein Verstehen entspringt. Eine solche Entitt k?nnte z.B. ein Bild sein. Sie k?nnte aber auch ein Zustand oder ein Vorgang sein. Auf Wittgesteins Argumentation gegen diese weiteren Speziallflle des allgemeinen logischen Zwangs gehen wir nun ein. Die zu kritisierenden Thesen sind: a)X"Das Verstehen ist ein Zustand , woraus die richtige Verwendung [der Reihe] entpringt"; und es kann nicht in dem Fortsetzen der Reihe bis zu einer beliebigen Zahl bestehen, denn dies sei nur eine Anwendung des Verstehens, welches ein Zustand sei(146).ƺ b)XDas Verstehen als Wissen ist eine Disposition, d.h. ein "Zustand eines Seelenapparats"(149f).ƺ c)XDas Verstehen ist ein Vorgang z.B. das Einfallen einer eindeutigen algebraischen Formel einer Reihe.ƺ Gegen a) : Sei zunchst das Spachspiel zugrundegelegt, anhand dessen die Argumentation konstruiert wird (143). Ein Lehrer A befiehlt einem SchGler B, er solle arithmetische Reihen niederschreiben, die er nach einem bestimmten Muster gelernt hat. B setzt nun die Reihe richtig fort bis zu einem gewissen Glied, wo er aufh?rt. Wenn die betreffende Reihe ein StGck der Folge der natGrlichen Zahlen ist, so ist A berechtigt, nach dem Aufh?ren von B, die Frage zu stellen, ob B dieses System der natGrlichen Zahlen verstanden hat oder nicht, d.h., ob B jederzeit das schon entwickelte StGck fortsetzen kann oder nicht. Argument 2 : Die These, da das Verstehen ein Zustand wre, der die richtige Verwendung (d.h. die richtige Entwicklung der Reihe) bestimmt, ist quivalent damit, das Verstehen einer Reihe als die Angabe eines algebraischen Ausdrucks anzusehen, aus der die einzelnen aktuellen Reihen ableitbar sind. Der Verstehende wGrde hier also eine algebraische Formel einsehen. Dies bringt uns aber keineswegs weiter, denn die gleichen Probleme, die wir bei dem Verhltnis des Bildes zu seiner Anwendung hatten, tauchen in dem0*Zgp-++@@ Verhltnis des algebraischen Ausdrucks zu seiner Anwendung wieder auf. Genauso wie dort, wo die Anwendung als eine Art Kriterium fGr das Verstndnis eines Bildes fungiert, bleibt sie auch "ein Kriterium des Verstndnisses" des algebraischen Ausdrucks und nicht des algebraischen Ausdrucks selbst. Mit dem algebraischen Ausdruck in der Rolle des Bildes sind die dortigen Kritiken auch  7 hier anwendbarh  7` Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Angabe einer Formel schrnkt aber die Umbestimmbarkeit ein. Damit ist also eine Art der Umbestimmbarkeit eliminiert. Aber auch mit einer Formel bestGckt sind zwei SchGler dadurch immer noch in der Lage, verschiedene Reihen zu entwickǭkeln, wenn z.B. diese so komplex sind, da Abweichungen leicht entstehen k?nnen. : MXUnd an was denkt man da eigentlich? Denkt man nicht an das Ableiten einer Reihe aus ihrem algebraischen Ausdruck? Oder an etwas Analoges? Aber da waren wir ja schon einmal. (146) .ƺ M Gegen b): Argument 3 : Die These Gber das Verstehen als Zustand eines Seelenapparats lautet genauer wie folgt: Wenn im Unterricht der SchGler B dem Lehrer A durch die uerung "jetzt verstehe ich es!" oder "jetzt wei ich es!" sein Verstndnis zum Ausdruck bringt, dann heit das Verstehen in diesem Fall ein genaues Wissen von der Reihe, die der SchGler anzuwenden hat, unabhngig von jeglicher Erfahrung oder von den tatschlich entwickelten Reihen von natGrlichen Zahlen. Das Wissen der Anwendung einer Reihe sei hier also ein "Zustand der Seele", der mit einem Zustand eines Seelenapparats, etwa des Gehirns, als dessen materielles Korrelat  7 gekoppelt ist.ix @  7% Ԟ ,.,. DEDEЍ. Das vorlufige Argument ist in 149150 zu finden. Dort aber ist nicht eindeutig zwischen einem biophysikalischen und einem mentalen Zustand unterschieden, wenn von einem "Seelenapparat" die Rede ist. Denn Wittgenstein spricht hier von einem "Zustand der Seele", der zugleich mit einem "Zustand eines [biophysikalischen] Apparats" liiert ist. Man kann das vorlufige Argument als gegen beide Arten von Apparaten gerichtet betrachX*hp-++Ԯten, da Wittgenstein keinen grammatikalischen Unterschied zwischen dem biophysikalischen Zustand (d.h. dem Dispositionszustand) und dem mentalen Zustand (oder Bewutseinszustand) macht(149). [ip-++@@Ԍ Um hier aber "einwandfrei" von einem Zustand der Seele sprechen zu k?nnen, braucht man zweierlei Dinge: (i) das "Erkennen" der Konstruktion eines von seinen Wirkungen unabhngigen Seelenapparats und (ii) das Erkennen der Wirkungen. Da wir ja dieses Erkennen nicht leisten k?nnen, folgt daraus, da wir nicht einwandfrei von einem Bewutseinszustand sprechen k?nnen (149). Eine hnliche Argumentation gilt auch im Falle von Gestndnissen wie "jetzt kann ich es!" oder "jetzt bin ich imstande, die Reihe fortzufGhren!", denn die Grammatiken der W?rter "k?nnen", "imstande sein", "wissen" und "verstehen" sind eng miteinander verwandt. In allen diesen Fllen geht es um die Praxis einer beherrschten Technik, und nicht um den Fbergang in einen Zustand des Bewutseins, des K?nnens oder des Verstndnisses (150). . Gegen c) : Argument 4 : Die M?glichkeit des Einfalls einer algebraischen Formel, ohne da der SchGler sie verstanden hat, ist nicht ausgeschlossen. "Verstehen" mGte somit nach der zu kritisierenden These mehr umfassen als den bloen Einfall; es umfat auch mehr als seine "charakteristischen" Begleitumstnde, mehr als die ihn begleitenden uerungen, kurz: seine Begleituerungen. Die gegnerische These bedeutet, da hier behauptet wird, den Versuch zu unternehmen, das Verstehen hinter den Begleiterscheinungen zu erfassen. So ein Versuch findet jedoch gar nicht statt. Denn der Vorgang des Verstehens kann einem gar nicht verborgen sein, whrend er versteht. Wre der Vorgang verborgen, so wGrde er auch nicht wissen, wonach er zu suchen htte (153). Wenn es Gberhaupt hinter einer Begleituerung wie etwa "Jetzt verstehe ich's!" etwas geben mGte, dann sind es nur "gewisse Umstnde", die zum FortfGhren der Reihe motivieren. D.h.: Hinter den Begleituerungen verfllt man ins Nichts. Ein Bild, das in%\ip-++@@ Zusammenhang mit dem Lesen in 164 benutzt wurde, taugt hier auch: "Um die eigentliche Artischocke zu finden, hatten wir sie ihrer Bltter entkleidet." Genauso wie bei einer Artischocke, die nur aus ihren Blttern besteht (d.h. eine Familie von ihren Bltter ist), ist das Verstehen eine Familie von Fllen seiner Begleituerungen. Wir brauchen gar nicht so etwas wie das Wesentliche des Verstehens hinter den Begleituerungen derart "Nun verstehe ich es!" zu suchen, denn dahinter finden wir nichts als die Begleitumstnde, wenn wir Gberhaupt dort etwas finden mGten. Dies heit aber nicht, da die Begleitumstnde einen verborgenen Vorgang identifizieren, sondern da "sie dafGr  7 sorgen, da die uerungen am Platze sind"sj  7< Ԟ ,.,. DEDEЍ. von Savigny[1988], S.196.s. Konsequenterweise kann das Verstehen kein (etwa seelischer) Vorgang sein, der eindeutig identifizierbar wre und in einzelnen Verstehensfllen Anwendung fnde; es ist die Praxis einer beherrschten Technik (cfr.150), die nicht unabhngig von den Begleitumstnden der Verstndnisuerung denkbar ist(154155). . 43.2.3 Grammatik des Lesens Durch AusfGhrungen Gber den Begriff des Lesens erhofft sich Wittgenstein mehr Klarheit Gber die Grammatik des Verstehens. Die Lesesituation und das damit verbundene Problem lt sich wie folgt schildern: Dem Lehrer A steht ein SchGler B gegenGber, dem er das4 Lesen in einem Unterricht beibringt; irgendwann erreicht der Unterrichtsproze einen Punkt, in dem B mit Freude ausruft, er k?nne lesen. Es stellt sich nun die Frage, wie die Grammatik eines Lesegestndnisses wie "Jetzt lese Ich!", wodurch B die Mitteilung seines K?nnens macht, zu beschreiben ist. Es geht darum, "die Rolle ..., die das Wort in unserem Leben spielt, und damit das Sprachspiel, in dem wir es verwenden...", zu klren (155). Denn unter gew?hnlichen Umstnden wissen wir, wie mit dem Wort "Lesen" umzugehen ist; die Rolle der zahlreichen Sprachspiele mit ihm sind aber schwer darstellbar (155).&]Xjp-++@@Ԍl Unter "Lesen" betrachtet Wittgenstein hier MXdie Ttigkeit, Geschriebenes oder Gedrucktes in Laute umzusetzen; auch aber, nach Diktat zu schreiben, Gedrucktes abzuschreiben, nach Noten zu spielen und dergleichen. (156)ƺ lM Die Klrung der Grammatik des Lesens wird unternommen, um der Neigung entgegenzuwirken, bei einem Wort Gber das vermeintlich Seelische wie "Lesen" eine innere Instanz vorauszusetzen, weder in Form eines biophysikalischen bzw. mentalen Leseprozesses noch in Form eines Wesens, einer Essenz eines vielseitigen Vorgangs. 3.2.3.1 Das Lesen hat kein "Wesen" Ist ein Mensch durch "Abrichtung" in der Lage zu lesen, so ist eine FGlle von Fllen zu beobachten, die alle als Ttigkeiten des Lesens gelten k?nnen. Wir wGrden allerdings "unter den Umstnden unsres gew?hnlichen Lebens" in den Fllen, wo (155, 168) Xjemand gedruckte W?rter ausspricht oder sie zu sich selbst spricht, whrend dabei seine Augen an ihnen entlang gleiten;ƺ Xer in der Lage ist, den gelesenen Satz mehr oder weniger wiederzugeben;ƺ Xer eine Zeitschrift anschaut, und dabei darauf achtet, was er liest;ƺ Xer eine "bloe Lesemaschine" ist, die nicht auf das Gelesene achtet und nicht in der Lage ist, es wiederzugeben; ƺ Xer sich von einem Blatt voller "Haken und Schn?rkel" leiten lt und dabei seine Augen an den gedruckten Zeilen entlang gleitet, als wren sie unsere gew?hnlichen Buchstaben;ƺ Xusw.ƺ wohl sagen, da der betreffende liest. Eine philosophische Neigung, die verbreitet ist, besteht darin, zu behaupten, man mGsse hinter den vorhandenen Fllen des Lesens ein Gemeinsames suchen. Als These formuliert, hiee dies:*^jp-++@@ Hinter den uns erscheinenden Lesefllen liegt ein "Wesen" des Lesens, eine Essenz davon, verborgen. Die konkreten Flle des Lesens seien "besondere HGllen", die man "abstreifen" sollte, m?chte man zu dem Wesen des Lesens gelangen (164). Das Lesen sei in dieser Versuchserklrung die Ableitung einer "Reproduktion" von der "Vorlage", nach einer Regel des Alphabets, die der Lehrer den Lernenden gelehrt hat (164). Wittgensteins Erwiderung zur WesenThese verluft Gber die Betrachtung des Wortes "Ableitung"(162164): Wre die vorlufige Lesettigkeit eine Ableitung der Reproduktion von der Vorlage, die das Lesen selbst bzw. dessen Wesen darstellen wGrde, so bedGrfte "Ableitung" einer Erklrung. Eine m?gliche Versuchserklrung hierfGr sei: Der Lernende "zeigt" dem Lehrer, da er den Fbergang von der Vorlage zur Reproduktion nach der ihn gelehrten Regel realisiert. Ein solches Zeigen k?nnte z.B. mit Hilfe einer Tabelle erfolgen, wenn man folgendes Beispiel bedenkt: Der SchGler B mu auf Befehl von A Druckschriften in Kursivschriften umwandeln und zwar mit Hilfe einer gegebenen tabellenf?rmigen Regel (162). Gegen die Versuchserklrung der Ableitung als Ablesen einer Tabelle ist aber laut Wittgenstein vielerlei einzuwenden (163). Erstens ist der Fbergang von der Vorlage zur Reproduktion keineswegs mit einer Tabelle eindeutig festlegbar. Es sei allerdings auf 86b verwiesen, wo die Denkbarkeit der Existenz konkurrierender Lesarten fGr eine und dieselbe Tabelle unterstrichen wird. Zweitens: Im Falle der Existenz mehrerer konkurrierender Lesearten, wobei einige durchaus komplexe Regelmigkeiten aufweisen, tritt ein Problem auf, das in Zusammenhang mit geregelten Vorgngen Schwierigkeiten bereitet, nmlich (143): Die Grenze zwischen dem regellosen Vorgehen und dem "systematischen Fehler" ist nicht ein fGr allemal festgesetzt. Der Vertreter der WesenThese k?nnte nun einwenden, da das Wort "Ableiten", angesichts der obigen Kritik, uns so in Verwirrung fGhrt ("ins nichts zerfliet"), da man sich folgerichtig fragen k?nnte, ob es nicht bedeutungslos sei(163d). Unser Vertreter der WesenThese wGrde dieses Zerflieen in nichts darauf zurGckfGhren, die verschiedenen Lesearten einer Vorlage0*_jp-++@@ wren nur Spezialflle des Ableitens, die einzeln genommen uns Schwierigkeiten bereiten, weshalb wir uns bemGhen sollen, das Wesen des Ableitens hinter allen Spezialfllen zu finden (164a). Dem Vertreter der obigen These antwortet Wittgenstein mit dem schon zitierten ArtischockenBild. In Klartext heit dies: M XDas Wesentliche des Ableitens war nicht unter dem ueren dieses [speziellen] Falls versteckt, sondern dieses "uere" war ein Fall aus dem Famillie der Flle des Ableitens. (164)ƺ M Sprich: Wie eine Artischocke aus ihren umhGllenden Blttern besteht, so auch das Ableiten aus Spezialfllen, hinter denen es nichts Verborgenes gibt. BezGglich des Wortes "Lesen" heit dies: Sein Gebrauch steht fGr eine Familie von Fllen, die nach jeweiligen Gebrauchsumstnden eigene Kriterien fGr das Lesen bzw. Nichtlesen vorweisen. Die anfangs in 3.3.1. aufgefGhrte Liste von Lesefllen ist nach Wittgenstein also eine Liste von Fllen einer Familie von Verwendungen des Wortes "Lesen", die es alle verdienen so genannt zu werden und Familienhnlichkeiten vorweisen, ohne jedoch ein "Wesen" gemeinsam zu besitzen. 3.2.3.2 Das Lesen ist kein biophysikalischer Vorgang Ein weiteres m?gliches Explikat fGr das Wort "Lesen" m?ge nach dem Gegner folgendes sein: Der SchGler B liest genau dann, wenn in seinem Gehirn und in seinem Nervensystem bestimmte biophysikalische Leseverbindungen hergestellt werden. Ein Beobachter k?nnte somit genau dann wissen, ab wann B gelesen hat, wenn er die biophysikalischen Vorgnge im Gehirn und im Nervensystem des B kennen wGrde (158). Folgerichtig wGrde der SchGler dem Gegner zufolge wie eine biophysikalische Lesemaschine funktionieren: M X[Bei] einer Lesemaschine, die, etwa nach der Art eines Pianolas, Zeichen in Laute Gbersetzt, k?nnte man sagen:"Erst nachdem dies und dies an der Maschine geschehen war die und die Teile durch Drhte verbunden worden waren hat die Maschine gelesen; *`jp-++@@ das erste Zeichen, welches sie gelesen hat, war...". (157)ƺ M Es kmen also dem Lesenden bestimmte Zustnde zu, unter denen man Lese von Nichtlesezustnden unterscheiden wGrde, so da von einem Leseanfang sinnvoll gesprochen werden k?nnte (157). Wittgenstein weist jedoch das biophysikalische Explikat angesichts von dessen offensichtlichen Schwierigkeiten zurGck.  7 Ein Argument geht vom folgenden Fall aus (157a)k  7h Ԟ ,.,. DEDEЍ. In etwas genderter, aber mit den AusfGhrungen kompatibler Form. Vgl. weiteres Beipiel in Feyerabend[1954].. Sei ein SchGler B, der im Leseunterricht etwa wegen Faulheit nichts geleistet hat und der bei Vorlage eines gedruckten Satzes willkGrliche Laute uert. Von diesen Lauten k?nnen einige zufllig stimmen. so kann er auf Vorlage von "Island" z.B. "Moland" hervorbringen. Sein Lehrer A wGrde hier sagen, er wGrde das Wort "Island" nicht lesen, sondern nur "land", denn nur bei diesem so der Lehrer ist ein biophysikalischer Lesevorgang anwesend. Ein neutraler Beobachter C wGrde jedoch, ohne zu wissen, welches Wort dem B vorgelegt wurde, behaupten, B lese, denn er wGte z.B. das Vorgehen von B mit einem Lesevorgehen zu verbinden. Es ist aber Wittgenstein zufolge "sinnlos", sich nun zu fragen, ab welchem Zeitpunkt B angefangen hat zu lesen. Wittgenstein lt unausgedrGckt, inwiefern Fragen dieser Art sinnlos seien. Die naheliegendste Erkrung hierfGr scheint mir Feyerabend in seiner Interpretation des 157a geliefert zu haben: MXIt seems, however, that it is quite meaningless to hypo thesize that in the circumstances described a person was reading only for one second or two, so that his uttering of sounds in the presence of printed paper before or after that period must not be called  7" 'reading'. ol"  7& Ԟ ,.,. DEDEЍ. Op. cit. ,S.453.oƺ M Der Witz der Wittgensteinschen Kritik liegt in der Postulierung eines einfachen Lesehintergrunds. Mit normalen Leseumstnden istl%alp-++@@ nmlich eine Verhaltensweise verbunden, die feststellbar ist und die mit Berechtigung eine Leseverhaltensweise genannt wird, die sich gew?hnlich nicht in sekundenlange Lese bzw. Nichtlesesequenzen zerlegen lt. 3.2.3.3 Das Lesen ist kein mentaler Vorgang Die Versuchung liegt nah, die Lesettigkeit als mentalen Vorgang zu erklren, nachdem sich die Wesen und biophysikalistische These als untauglich erwiesen haben. Der Mentalist wGrde folgende These aufstellen: MX... das einzige wirkliche Kriterium dafGr, da Einer liest, ist der bewute Akt des Lesens, des Ablesens der Laute von den Buchstaben. `Ein Mensch wei doch, ob er liest, oder nur vorgibt zu lesen!' (159)ƺ M Demnach liest jemand (z.B. der SchGler B) genau dann, wenn ein bewuter und somit mentaler Leseakt seiner Lesettigkeit innewohnt. Der Mentalist k?nnte als Argument zugunsten seiner These, die Existenz "mehr oder weniger charakteristische[r] Empfindungen" (159f.), insbesondere die Existenz einer Empfindung der "Verursachung unseres Sprechens durch die Wortbilder" (Empfindung des "GefGhrtwerdens")(169f.) und eines "ganz bestimmten Vorgangs" (159) bzw. "Erlebnisses" (165f.) vorweisen. Ein Beobachter wird hiernach genau dann sagen, der SchGler B liest, wenn B wei, da er liest und Leseempfindungen hat bzw. nach einer Lesevorgehensweise agiert (159). Den Argumenten Wittgensteins gegen den Mentalismus unter den zuletzt erwhnten Aspekten wenden wir uns nun zu. (1) Gegen die charakteristischen Begleitempfindungen als Lese kriterium Die zu kritisierende These lautet: FGr das Lesen gibt es eine Menge von charakteristischen Empfindungen, und gleichfalls solche fGr den Ausdruck vom Nichtlesen. *blp-++@@Ԍ Gegenargument : Nehmen wir an, ein erfahrener Leser wGrde einen Text, etwa eine Tageszeitung, den er vorher noch nicht gelesen hat, so gut lesen, fast Gberfliegen, da er sich dabei einen Eindruck des uerns vom Auswendiggelerntem erweckt; so stellt sich seitens eines unabhngigen Beobachters die Frage: Ist die Empfindung des Lesenden hierbei ein Kriterium fGr das Lesen oder fGr das Nichtlesen? Mit diesem Fall ist die gegnerische These in Verlegenheit gebracht: Die Empfindungen des Lesenden k?nnen als Kriterium sowohl fGr das Lesen als auch fGr das Nichtlesen fungieren  7 (160)m  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Empfindungen des Lesenden k?nnen als Kriterium fGr das Lesen insofern fungieren, da das Fberfliegen von gedruckten Texten allgemein als Zeichen einer hohen Lesekompetenz gilt. Sie k?nnen aber auch als Kriterium des Nichtlesens dadurch gelten, da dasselbe Fberfliegen den Eindruck des Auswendiggelernten erweckt.. Das Unbehagen mit den Empfindungen verschrft sich noch, wenn man den Fall eines Lesens einer Reihe von nicht alphabetischen Zeichen unter Einflu einer Droge oder im Traum betrachtet, als wGrden die gelesenen Zeichen ein wirkliches Wort einer Sprache bilden. Auch hier kann keiner mehr die Empfindungen als Kriterium dafGr, da jemand liest oder nicht, ernst nehmen.. (2) Gegen das Bewutsein eines besonderen Vorgangs bzw. Erlebnisses Der Gegner, der sich damit nicht zufrieden gibt, das Wort "lesen" fGr eine Familie von Fllen zu verwenden, die zwar Familienhnlichkeiten und demnoch auch groe Abweichungen voneinander aufweisen, kann versucht sein, zu kontern: M XAber lesen m?chten wir sagen ist doch ein ganz bestimmter Vorgang! Lies eine Druckseite, dann kannst Du's sehen; es geht da etwas Besonderes vor und etwas h?chst Charakteristisches. (165) ƺ M Als These formuliert heit diese Entgegnung: Ein B liest genau dann, wenn er wei ("sieht") bzw. erkennt, da bei seiner Ttigkeit etwas Besonderes vorgeht.#c@mp-++@@Ԍ Gegenargument : Das Lesen m?ge nach dem Gegner ein "ganz bestimmter Vorgang" mit charakteristischen Merkmalen sein, nmlich das Sehen von gedruckten W?rtern. Dazu ist folgendes einzuwenden: (i) Auch wenn die ausgesprochenen W?rter die gedruckten sein sollten, ist damit noch nicht gewhrleistet, da es de facto so verluft, wie der Gegner behauptet: "... denn ich k?nnte gedruckte W?rter sehen und W?rter aussprechen, und es wre doch nicht lesen."(165) (ii) Die gegnerische Behauptung, das Lesen sei ein ganz bestimmter Vorgang, kann verstanden werden, als sei es ein und derselbe Vorgang, der immer vom Lesenden wiedererkannt wird. Damit ist aber ein Problem von Identittskriterien verbunden. D.h. es stellt sich die Frage: Welche Identittskriterien stehen einem zur VerfGgung, der den seelichen Lesevorgang zu bestimmen hat? (167) Man diagnostiziert die Ursache der gegnerischen Vorstellung des Lesens als Vorgang in der "Gleichf?rmigkeit" und der "Vertrautheit" der gedruckten Texte. Gedruckte Texte sind dem erfahrenen Leser so vertraut und ihre wiederholte Vorlage erscheint ihm so gleichf?rmig, da der Gegner versucht ist, einen bestimmten Vorgang des Lesens zu postulieren. Es gibt auerdem so viele Vorgnge die allem Anschein nach zur Annahme eines eindeutig festgelegten seelischen Lesevorgangs fGhren k?nnten (Vgl. Beispiele in 3.3.1.). Aber man kann nicht unbedingt deswegen sagen, da all den unterschiedlichen Lesevorgngen ein  7L "Zug", ein Kernvorgang gemeinsam wre (168).nL  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Damit ist ein Anschlu zu der Argumentation gegen die WesenThese hergestellt, die dadurch gestrkt wird. Auch mit "Erlebnis" anstelle von "Vorgang" in der gegnerischen These ist man mit Schwierigkeiten konfrontiert. WGrden wir also annehmen, das Lesen sei ein "bestimmtes Erlebnis", wodurch einem die ausgesprochenen W?rter "in besondere[r] Weise" kommen wGrden, so wre eines sicher: MX... so spielt es ja gar keine Rolle, ob du nach einer von Menschen allgemein anerkannten Regel des Alphabets liest, oder nicht. (165) ƺ'd np-++@@ԌMEs zhlt also nur das eigene Leseerlebnis, nicht die Leseregel  7, der Lesergemeinschaft6o ,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ein solches Leseerlebnis wre ein Privaterlebnis, obwohl die Lesettigkeit eine ?ffentliche Ttigkeit ist. Gegen diese Privatheit gelten die Argumente, die Wittgenstein gegen die Privatsprache gerichtet hat.6. WGrden auerdem dem Lesenden die W?rter "auf besondere Weise" kommen, so k?nnte nicht unbedingt daraus auf das Wissen ("sehen") von dieser Weise geschlossen werden (166). Das Wissen der besonderen Weise ist eine Fiktion. Denn in einigen Fllen ist ein solcher Schlu wegen Vertrautheit nicht m?glich: Buchstaben, die man regelmig benutzt hat, rufen bei einem sofort bestimmte Laute hervor, so da man z.B. das Aussprechen eines Lautes "U" bei der Vorlage eines umgekehrten Sigma " " vom Aussprechen des gleichen Lautes bei der Vorlage des Buchstaben "U" unterscheiden k?nnte (166). Dieser Erlebnisunterschied verleiht aber keine Berechtigung zur Postulierung eines "ganz bestimmten" Privatleseerlebnisses, woraus das Wissen des  7< Lesenden Gber sein Lesen entspringen wGrde (166).?p <  7| Ԟ ,.,. DEDEЍ. Dies ist in 166 implizit ausgedrGckt. Aber der Vergleich mit dem Gedchtnis (d.h. einem inneren Erinnerungserlebnis), wovon sich andere Vorstellungsbilder unterscheiden wGrden, macht meine Interpretation plausibel.? . (3) Gegen die Empfindung des GefGhrtwerdens Eine weitere These, die der Gegner nach dem Fehlschlag der These Gber das Lesen als Vorgang aufstellen k?nnte, ist: Der SchGler B liest genau dann, wenn er die Verursachung des Gelesenen durch die Wortbilder fGhlt, d.h. wenn er beim Lesen einen Einflu der Buchstaben auf ihn fGhlt; er hat eine Empfindung des GefGhrtwerdens. Gegenargument : Es k?nnte viele m?gliche Flle des GefGhrtwerdens geben (172): sich mit verbundenen Augen blind hin und her fGhren lassen; sich mit Gewalt an der Hand hinfGhren lassen und zwar unfreiwillig: sich so rezeptiv wie m?glich beim Tanzen fGhren lassen; sich beim Spazieren von einem Weg fGhren lassen; usw. Den ausgefGhrten Situationen des GefGhrtwerdens ist aber nichts!epp-++@@  7 Gemeinsames, bis auf Familienhnlichkeiten (172)qq  7X Ԟ ,.,. DEDEЍ. Allen samt ist nichts Gemeinsames deshalb, weil man zwar fGr je zwei oder drei oder mehr Lesesituationen gewisse hnlichkeiten finden kann, aber ein absolut Gemeinsames fGr alle, die Gbrigens groe Unterschiede aufweisen, zu finden, ist freilich nicht m?glich.q. Der Gegner wGrde aber sicherlich sagen, allen diesen Fllen des GefGhrtwerdens lge ein mentaler Proze des GefGhrtwerdens zugrunde. Dies ist aber ein Irrtum, der daraus stammt, da der Gegner nur an eines unter vielen Erlebnissen "denkt" (173). Auerdem wGrde der Gegner selbst es sehr schwer haben, bei so vielen Unterschieden zwischen den Fllen das Charakteristische an dem GefGhrtwerden auszudrGcken (173a, 175a). . 3.2.4 Anwendung der Untersuchungen Gber die Grammatik des Lesens auf das Verstehen Der Exkurs Gber das Lesen hat nach Wittgenstein wichtige Ergebnisse darGber hervorgebracht, unter welchen Umstnden die Verstndnisuerung eines SchGlers B, dem in einem Unterricht das Lesen beigebracht wird, berechtigt ist. BezGglich eines Gestndnisses wie "Jetzt lese ich!" haben AusfGhrungen Gber das Lesen folgendes ergeben (179): (i) Der Ausdruck "Jetzt lese ich!" kann verwendet werden, ohne jedoch dadurch eine Art inneres (d.h. empfundenes) Erlebnis, nmlich das Leseerlebnis, und ohne einen  7p Vorgang, den Lesevorgang, zu postulierenUr px  7x Ԟ ,.,. DEDEЍ. In 179 erwhnt Wittgenstein den Lesevorgang nicht mehr. Es ist jedoch klar, da das Resultat der AusfGhrung Gber das Lesen diesbezGglich hier implizit miteinbezogen wird. Das gleiche gilt auch fGr den biophysikalischen Zustand. U. (ii) Der Ausdruck ist schon vom SchGler B richtig verwendet worden, weil er unter gewissen Umstnden benutzt wurde, die allein zu solchen uerun 7 gen zum Zeitpunkt ihrer Verwendung berechtigen (Vgl. 164b)esx`  7% Ԟ ,.,. DEDEЍ. Auch in einem Extremfall, wo der einzige Einfall beim SchGler B nur der Satz "Jetzt lese ich!" selbst ist, ist sein Lehrer berechtigt, unter gewissen Umstnden wie z.B. einem Ausdruck der Erleichterung im Gesicht des B, zu sagen: "B liest". Hier wGrde man den Satz eher ein "Signal" nennen als die Beschreibung eines seelischen Zustands. Der Lehrer beurteilt seine Berechtigung allein nach den Umstnden und nach dem, was*rp-++ der SchGler anschlieend tut (179180). e.fXsp-++@@ (iii) Nichts Inneres in Form einer Instanz, eines Zustandes, ist zu postulieren, damit der Ausdruck gerechtfertigt wird, damit ein Beobachter sagen kann, der SchGler B wGrde nun lesen. Die Anwendung der obigen Ergebnisse auf den Begriff des Verstehens erfolgt per Ersetzung des Lesegestndnisses "Jetzt lese ich!" durch das Verstndnisgestndnis "Jetzt verstehe ich!". Aus der engen Verwandtschaft der W?rter "wissen", "k?nnen", "imstande sein" (also auch "imstande sein, zu lesen") und "verstehen" (150), lt sich eine solche Anwendung rechtfertigen. Aus ihr lt sich auch die allgemeine Konklusion der Anwendung der Ergebnisse Gber das Lesen, d.h. " so werden diese Worte gebraucht " (180) interpretieren. Durch diese Konklusion verweist Wittgenstein darauf, da erkenntnistheoretische Begriffe so gebraucht werden, wie im Exkurs Gber das Lesen geschildert worden ist. Die Schilderung setzt IrrtGmer und Vorurteile bzgl. des Gebrauchs der erkenntnistheoretischen Begriffe auer Kraft. So wre es "irreleitend", den Satz "jetzt wei ich weiter!" als Benennung eines "seelischen Zustandes" zu verwenden. Wittgenstein weist ausdrGcklich auf die entscheidende Rolle hin, die ihm zufolge der Begriff des "Verstehens" und ihm verwandte Begriffe im sprachlichen Verkehr spielen. Es kommt der Philosophie die Aufgabe zu, sie zu untersuchen, um auftretende philosophische Paradoxien aufzul?sen: MXDiese Rolle ist es, die wir verstehen mGssen, um philosophische Paradoxe aufzul?sen. Und darum genGgt dazu gew?hnlich nicht eine Definition; und schon erst recht nicht die Feststellung, ein Wort sei 'undefinierbar'. (182)ƺ M Diese Stelle ist in meinen Augen uerst wichtig. Man k?nnte sie wie folgt deuten: Das Verstehen und ihm verwandte Begriffe sind diejenigen Begriffe, deren Klrung durch einen Mittelweg zwischen (expliziten) Definitionen und Ablehnung wegen Undefinierbarkeit zu leisten ist, als Bedingung zur Aufl?sung von philosophischen Paradoxien. Dies ist schon mit dem Begriff des Verstehens gemacht<(gXsp-++@@ worden und wird anschlieend mit verwandten Begriffen oder mit ihm zusammenhngenden Begriffen fortgesetzt. Daher hat das Verstehen eine SchlGsselrolle inne im GerGst der AusfGhrungen Gber erkenntnistheoretische Begriffe. Diese Rolle Gbernimmt der Verstehensbegriff aber auch fGr die restlichen Begriffe der  7 Philosophischen Untersuchungen, bei deren Untersuchungen sich die Ergebnisse der Untersuchungen Gber ihn wie ein Leitmotiv oft wiederholen. BezGglich der Berechtigung der AusdrGcke fGr Verstndnisuerungen stellt Wittgenstein den Gebrauch als eine Art operationelles "quivalenzkriterium" dar (183): Seien A1 und A2 Verstndnisuerungen; damit sind A1 und A2 genau dann quivalente uerungen, wenn es eine Menge von Umstnden gibt, unter denen der Gebrauch der beiden uerungen gleich ist, d.h. beide leisten das Gleiche. Wir wGrden demzufolge die AGerungen "Jetzt kann ich fortsetzen" und "Jetzt ist mir eine Formel eingefallen" genau dann als quivalente AGerungen betrachten, wenn beide das Gleiche leisten, in dem Sinne, da der ArithmetikschGler in  7 beiden Fllen das Gleiche leistettx  7s Ԟ ,.,. DEDEЍ. Fber das Wort "gleich" siehe die Argumente bzgl. der Regelbefolgung. Hier kann man jedoch unter das Gleiche leisten das Erzielen eines eindeutigen kommunikativen "Inhalts" verstehen. "Jetzt kann ich fortsetzen" und "Jetzt ist mir eine Formel eingefallen" sind somit quivalent genau dann, wenn ein eindeutiger kommunikativer Inhalt, nmlich die Mitteilung eines K?nnens, erzielt wird.. Die Reichweite des obigen operationellen Kriteriums wird aber erheblich gekGrzt. Wittgenstein merkt an, es sei eine Fiktion zu glauben, da die Menge der Umstnde vollstndig in ihrer "Gesamtheit" zur VerfGgung steht. Folglich kann die Festsetzung bzw. Feststellung der quivalenz zweier VerstndnisaGerungen nie allgemein sein. Trotz dieser Einschrnkung kann im vorlufigen Zusammenhang Wittgenstein die folgende These Gber das Verstehen zugeschrieben werden: H?rt unser Lehrer A seinen SchGler B beim Zahlenreihenunterricht die uerungen "Jetzt kann ich fortsetzen!", "Jetzt ist mir eine Formel eingefallen!", "jetzt habe ich es!" usw. machen, so kann er sich "vergewissern", ob der SchGler verstanden hat, indem er sich vergewissert, ob die+#htp-++@@ Begleitumstnde des Gebrauchs dieser uerungen einander entsprechen. 43.3 Die Grammatik des Verstehens als Prolegomenon zur Grammatik des Audrucks "einer Regel folgen"  Die Verbindung zwischen den AusfGhrungen Gber das Verstehen und denjenigen daran anschlieenden Gber das Folgen einer Regel wird sowohl ausdrGcklich durch den Hinweis "Gehen wir nun zu unserem4 Beispiel (143) zurGck" als auch thematisch in 185 hergestellt. Das Bezugsbeispiel ist die Unterrichtssituation, die nun bezogen auf die Regelbefolgung wie folgt gedeutet werden kann (185): (1) Der Lehrer A bringt dem SchGler B das Fortsetzen der Reihen der Form '+n' bei. Auf den Befehl hin "Addiere n und fang bei null an!" sollte B die Reihe 0, n, 2n, 3n, ... aufschreiben. Folgt nun der SchGler, der auf den Befehl "+2!" mit dem Aufschreiben der Reihe 0, 2, 4, 6, ..., 1000, 1004, 1008, ... reagiert einer Regel der Fortsetzung der Reihe '+2' oder nicht? Wenn ja, welche Tatsachen verleihen einem Beobachter dieses Regelfolgens eine Rechtfertigung zu seiner Bejahung? (2) Gegeben sind zwei verschiedene Reaktionen zur Fortsetzung der Reihen der Form '+n' Gber eine bestimmte Zahl hinaus, nmlich die Reaktion des Lehrers, der den Befehl '+2' Gber 1000 hinaus mit 1000, 1002, 1004, ... ausfGhrt, und die Reaktion des SchGlers, der ihn mit 1000, 1004, 1008, ... ausfGhrt. Gesucht ist die richtige Reaktion, oder was damit gleichbedeutend ist objektive Kriterien, die uns berechtigen, fGr die eine oder die andere Reaktion zu stimmen. Das Gesuchte kann wie folgt genauer angegeben werden (186, 188): Wie entscheidet der Lernende bei jedem Schritt , was als nchstes in der Reihe kommt? Sind diese Schritte schon in dem Befehl antizipiert , gemeint? Sind die Fbergnge der Reihe "eigentlich" schon im voraus gemacht? Wir wenden uns nun der Beantwortung der Frage zu, wie die Regelbefolgung mit dem Verstehen als dessen Korollar verbunden ist, so da die Ergebnisse, die bei den AusfGhrungen Gber das0*itp-++@@ Verstehen erzielt wurden, auch bei dem Problem der Regelbefolgung anwendbar sind. Anhand des zugrundeliegenden Beispiels lt sich die Frage folgendermaen beantworten. Wenn der Befehl "Addiere 1!" vom SchGler im Unterricht befolgt wird und dieser die Reihe der natGrlichen Zahlen mit einem uerung "Jetzt verstehe ich es!" oder "jetzt wei ich es!" richtig fortsetzt, dann k?nnen wir sagen, der SchGler verstehe die Regel zur Fortsetzung der Reihe . Damit ist aber eine weitere Frage aufgeworfen: Wie kann die Redewendung "die Regel zur Fortsetzung der Reihe verstehen" gedeutet werden? Die Beantwortung der letzten Frage kann nun nach dem Muster der AusfGhrungen Gber das Verstehen erfolgen. Somit liee sich das, was Gber das Verstehen als Ergebnisse erzielt wurde, auf die Regelbefolgung anwenden. So kann diese z.B. unter dem Gesichtspunkt des logischen Zwangs untersucht werden. Das zu l?sende Problem sei hier: Sind die Schritte der Entwicklung einer Reihe schon im voraus im Geist desjenigen, der der Regel der Fortsetzung dieser Reihe folgt, anwesend? Oder, wie Wittgenstein es selber beschreibt: MXDa m?chte ich [dem Gegner] zuerst sagen: Deine Idee sei die gewesen, jenes Meinen des Befehls habe auf seine Weise alle jene Fbergnge doch schon gemacht: deine Seele fliege beim Meinen, gleichsam, voraus und mache alle Fbergnge, ehe du k?rperlich bei dem oder  7 jenem angelangt bist. (188)ƺ  M Hier ist zu sehen, wie das Problem des Folgens einer Regel in der Tat ein Korollar des fundamentaleren Problems des Verstehens  7" istu"  7h$ Ԟ ,.,. DEDEЍ. Hier liegt ein grundlegender Unterschied zwischen Kripke[1982] und mir. Nheres darGber im Kapitel 6.. Oder: Die AusfGhrungen Gber dieses Problem sind ein Prolegomenon zu jenem Problem. Aus einem anderen Blickwinkel gesehen, bildet die ZurGckweisung der These des logischen Zwangs einen der gemeinsamen HintergrGnde der beiden Probleme. In beiden Fllen stellt sich die gleiche Frage: Erzielt Wittgenstein mit der Kritik des logischen Zwangs eine ZurGckweisung der logischen'j up-++@@ Notwendigkeit? Diese Frage ist in der Literatur diskutiert  7, worden.v,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Obwohl meiner Meinung nach nicht genug. Cfr u.a. Baker & Hacker [1980, 1985], Malcolm[1967]. Sie ist sicherlich zu verneinen: Wittgenstein weist nur eine irrtGmliche Auffassung der logischen Notwendigkeit zurGck. Wenn jemand die Regel der Fortsetzung einer Reihe versteht, dann besteht gar kein Zwang, da er die eine oder die andere Anwendung davon macht, nur weil das Verstndnis der verstandenen Regel diese Anwendungen als Konsequenz haben mGte. 4k vp-++@@  7  aa)׃  7,    a!K a p i t e l 4 "Einer Regel folgen": Rekonstruktion der Argumente     7   4.0 Einleitung Wir wollen im vorliegenden Kapitel die in 185242 vorgefGhrten Argumente rekonstruieren. Es geht zunchst darum, die Problematik von "einer Regel folgen" und die diesbezGglich vorgefGhrten Argumente abzugrenzen. Danach werden Argumenmte bezGglich der Begriffe, die Wittgenstein als "Verwandte" der W?rter "einer Regel folgen" nennt, dargelegt. Anschlieend rekonstruieren wir das, was wir als Wittgensteins Anstze zur L?sung der Fragen in bezug auf den Begriff von "einer Regel folgen" herausfinden. Bevor im Detail die eigentliche Rekonstruktion der wichtigsten Argumente der 185242 angegangen wird, wollen wir von vornherein eine Grundthese, die in diesem Kapitel verteidigt wird, aufstellen: XIn 185242 verteidigt Wittgenstein die These, da die philosophische Ansicht, nach der "einer Regel folgen" hiee, eine ontologische Motivation stGnde hinter allen einzelnen Anwendungen der befolgten Regel, ein philosophischer Mythos und eine "Verwirrung" aufgrund eines falschen Verstndnisses des Begriffs "einer Regel folgen" sei. Folglich mGte man sich einer Demythologisierung dieses Verstndnisses unterziehen.ƺ Die von Wittgenstein bekmpfte These nennen wir in Anlehnung an seine eigene Bezeichnung der These, die er in bezug auf das Verstehen bekmpft hat nmlich: des "logischen Zwangs" den ontologischen Zwang ; "ontologisch", weil es Wittgenstein nun'lvp-++@@  7 darum geht, "objektive" w  7X Ԟ ,.,. DEDEЍ. Vgl Bakers Unterscheidung zwischen subjektiven und objektiven Aspekten der Regelbefolgung (Baker[1981], S.49). Er sieht die Problematik des Verstehens und die der Regelbefolgung als zwei Facetten der gleichen Medaille: Die eine Seite ist die subjektive (das Verstehen der befolgten Regel) und die andere die objektive (die ueren StGtzpunkte der Regelbefolgung).,"weltliche" und "uere" Aspekte der Problematik von "einer Regel folgen" zu untersuchen. In der Vorstellung der anschlieenden Argumente werden die verschiedenen Attacken Wittgensteins gegen die unterschiedlichen  7 Varianten des ontologischen Zwangs analysiert und kritischxz@  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wir werden am Ende jedes Arguments auf dessen unmittelbare Schwachstellen hinweisen. Weitere Kritikpunkte werden in Zusammenhang mit der allgemeinen Diskussion der Wittgensteinschen Anstze zur Sprechergemeinschaft in Kapitel 6 aufgebracht. Die bisherige Konvention, Wittgensteins rekonstruierte Argumente mit  7h dem Wort "Argument n" zu beginnen und mit dem Zeichen  abzuschlieen, wenden wir auch hier an. betrachtet. 4.1 Die Problematik 4.1.1 185: Die Varianten des Problems von "einer Regel folgen" In 185 ist Wittgensteins Lieblingsbeispiel aus 143 wiederaufgenommen, aber von einem anderen Standpunkt her. In den 143184 war dieses Beispiel vorwiegend dazu gedacht, den Proze zu beschreiben, der zur Beherrschung eines Zahlensystems fGhrt, d.h. zum Verstehen des Systems. Hier standen "innerliche" Aspekte der Beherrschung eines Regelsystems in Vordergrund. Ab 185 stehen nun "objektive" Aspekte des Problems im Vordergrund; das Problem ist nun: Angenommen der SchGler hat das Zahlensystem (bzw. die Zahlenreihe) verstanden, was ist die objektive Verankerung seiner kGnftigen Verwendung des beherrschten Systems? Das Beispiel selbst haben wir schon in Kapitel 3 ausfGhrlich wiedergegeben, so da wir nun nur die darin angeschnittenen Varianten des gestellten Problems herausnehmen: m xp-++@@ԌřI.XWarum reicht die Beherrschung des Spiels (d.h. die Kompetenz, die Reihe fortzusetzen) fGr eine "richtige" Anwendung der Spielregeln im Einzelfall nicht aus? (185a)ƺ II.XWarum reicht die Beherrschung dafGr nicht aus, "auf die gleiche Weise [wie frGher, oder wie bei einem Vorgesetzten] fortzufahren"? (185c) ƺ III.XAuf welchen gewissen, uerlichen Objekten und Tatsachen, die man vielleicht mit dem Zeigen determinieren k?nnte, beruht das Spielen eines Spiels? (185a,d) ƺ IV.XWas verbindet eine Regel mit ihren Anwendungen? Welche Art von Beziehungen besteht zwischen diesen beiden Po len (d.h. zwischen Regel und deren Anwendungen)?ƺ (185d) Der Zusammenhang der Varianten IIV liegt darin, da objektive Gegebenheiten mit Regeln in Verbindung gebracht werden. Deren Verschiedenheit rGhrt daher, da unterschiedliche objektive Gegebenheiten betont werden. In den Varianten I und II steht die durch Einzelflle festellbare Beherrschung von Regeln im Vordergrund. Whrend aber die Variante I die festellbare Kluft betont, die es zwischen einer Regel und deren Einzelanwendungen gibt, hebt die Variante II den Unterschied zwischen den Weisen hervor, nach denen eine Regel angewandt wird. In der Variante III liegt die Betonung auf den ueren Tatsachen, die als Referenzen fGr die Befolgung einer Regel dienen k?nnten. In der letzten Variante stehen die Verbindungselemente im Vordergrund, die die Kluft zwischen einer Regel und deren Anwendungen zum GberbrGcken verhelfen. Die Argumente, die Wittgenstein in 185242 vorfGhrt, sind hauptschlich Attacken gegen Varianten einer Antwort auf die Fragen IIV. Diese Antwort, die es zu demythologisieren gilt, ist das, was wir einfGhrend den ontologischen Zwang genannt haben. Neun Argumente diesbezGglich haben wir herauslesen k?nnen. Bevor auf die neun Argumente detailliert eingegangen wird, seien sie zunchst aufgezhlt und kurz charakterisiert: 0*nxp-++@@Ԍ1.XArgument (186197, 213214):ƺ XEinwnde gegen Kandidaten fGr Bindeglieder zwischen Regel und deren Anwendungen. ƺ 2. XArgument (198202):ƺ XAufl?sung eines Paradoxons in bezug auf den ontologischen Zwang und Konsequenz dieser Aufl?sung. ƺ 3. XArgument (198202):ƺ XFragmentarisches Argument Gber die Grammatik von "einer Regel folgen", dessen Schlu in 202 ist und dessen Korollar die Unm?glichkeit einer Privatsprache ist.ƺ 4. XArgument (205208):ƺ XAufl?sung der Unbestimmtheit der ontologisch bedingten Wahl der Regelanwendungen.ƺ X5. XArgument (215216, 223237):ƺ XAttacke gegen die Unfehlbarkeit der Gleichheit.Xƺ 6. XArgument ( 217221, 228231): ƺ XEigentliches Argument gegen den Mythos des ontologischen Zwangs.ƺ 7. XArgument (2327):ƺ XVariante von Argument 1, aber verstrkt auf die Fami lienhnlichkeit angewandt. ƺ 8. XArgument (237242):ƺ XSelbstverstndlichkeitsargument mit Elementen eines L?sungsansatzes.ƺ 9. XArgument (23242):ƺ XFbereinstimmungsargument mit weiteren Elementen des in Argument 8 begonnenen L?sungsansatzes .ƺ Die obigen Argumente werden in den folgenden Abschnitten 4.1.2 sowie 4.2 und 4.3 rekonstruiert, wobei die Nhe zum Text der  7T$  Philosophischen Untersuchungen  ein wichtiges Gebot sein wird. Die Argumente 14 sowie 67 werden als erste in 4.1.2 vorgestellt, da sie diejenigen Argumente sind, in denen die m?glichen Antworten auf die Varianten IIV unter die Lupe genommen werden. Das Argument 5 wird in 4.2 in einem leicht unterschiedlichen Kontext, nmlich im Kontext der fGr Wittgenstein mit der3*oxp-++@@ Regelbefolgung verwandten Begriffe, dargelegt. Die Argumente 5 und 7 sowie die Argumente 8 und 9 werden erneut in 4.3 als Verankerungsort der Wittgensteinschen Antwort zu den Fragen IIV prsentiert. Schlielich wird in 4.4 einen Schlu der Diskussion in bezug auf Wittgensteins Position gegenGber dem Regelskeptizismus und dem Regelplatonismus gezogen. 4.1.2 Argumente zur Entkrftung des ontologischen Zwangs 186197, 213214 : Es gibt potentielle L?sungskandidaten, die als Bindeglied zwischen Regeln und deren Anwendungen fungieren k?nnten. In bezug auf die vier Fragen, die aus 185 herausgelesen wurden, k?nnte man folgende Thesen aufstellen: (i) XDie richtige Anwendung einer Regel ist diejenige, die aufgrund (der Intuition) des Gemeinten erfolgt. So fGhrt der SchGler eine Reihe richtig fort, indem er die vom Lehrer gemeinten Fortsetzungen auswhlt. Es gibt also etwas Gemeintes, dem der Anwender einer Regel zu folgen hat.ƺ (ii) Eine Regel ist gleich der Gesamtheit ihrer Anwendungen, die man "mit einem Schlag erfat", wenn man das Regelsystem gelernt hat. (iii) Die Regel steht im gleichen Verhltnis zu ihren Anwendungen wie eine Maschine zu ihrer Wirkungs weise, in dem Sinne, da der Aufbau der Maschine das ist, was die Gesamtheit ihrer Wirkungen im voraus be stimmt. Die Thesen (ii) und (iii) behaupten die Vollstndigkeit a priori der Regel; die Thesen (i) und (iii) behaupten den Zwang, dem die Regel den Befolger aussetzt, bestimmte Anwendungen auszuwhlen; einen Zwang, der auf etwas Greifbarem beruht, nmlich dem Gemeinten bzw. dem Aufbau der Maschine. Wittgenstein greift diese Thesen an, die er als "irrefGhrend" bezeichnet. 0*pxp-++@@Ԍ Argument 1 : Was die These (i) behauptet, ist wie folgt zu deuten: Ein Schritt in der Fortsetzung einer Reihe ist genau dann "richtig" und folglich auszuwhlen, wenn es eine Fbereinstimmung gibt zwischen diesem Schritt und dem durch den Befehl gemeinten Schritt, so da nach jeder aufgeschriebenen Zahl der Reihe die Wahl der nachfolgenden Zahl durch eine geeignete Intuition folgt (186). Dies aber heit, da unser SchGler "an jedem Punkt [der Reihe] eine neue Entscheidung n?tig hat!" (186) Eine solche Entscheidungskette ist aber "unnatGrlich" und passt nicht zu dem gew?hnlichen Bild dessen, was "einer Regel folgen" heit, wobei ein "Mensch ... von Natur aus [einen] Befehl " versteht.  7 (185)y  7h Ԟ ,.,. DEDEЍ. Diese Interpretation ist durch die ironische Wendung "wre beinah" in  186 motiviert. Man k?nnte die These (i) zu sichern versuchen, indem man anstelle einer Fbereinstimmung mit dem Gemeinten eine Fbereinstimmung mit dem Wissens des Lehrers betrachtet. Damit kme man aber nicht weiter als mit dem Gemeinten, denn beide W?rter, "meinen" und "wissen", sind hier fehl am Platz. Der Grund dafGr ist: De facto an 1002 als Folgezahl von 1000 zu denken, heit noch nicht, da der Fbergang von 1000 auf 1002 selbst mitbedacht, mitgemeint  7p oder mitgewut wurdezXp   7  ԍ. An den Fbergang selbst zu denken heit da, alle m?glichen Richtungen, in die eine Reihe fortgesetzt werden k?nnte, mitbedacht werden (187). . Die Aussage, da "Der Leherer wute, da auf 1000 die Zahl 1002 folgt" hat nach der These (i) die folgende Grammatik: "Auf 1000 folgte damals [ de facto ] 1002". Diese aber ist eine ungew?hnliche Grammatik fGr das Wort "wissen". Derjenige, der die Intuitionsthese verteidigt, irrt sich also, wenn er die gew?hnliche Grammatik des Wissens auf ein de facto Aufeinanderfolgen zweier Zahlen anwendet. Der Fehler, der Irrtum, liegt darin, da die These (i) mit der Idee verknGpft ist, da das Meinen (bzw. das Wissen) eines Befehls zur Fortsetzung einer Reihe alle zukGnftigen Schritte der Reihe antizipiert , bevor diese Schritte tatschlich gemacht werden.(#q@zp-++@@Ԍ Durch die VerknGpfung mit der Antizipation erreichen wir die Vollstndigkeitsthese (ii): "Wir k?nnten die ganze Verwendung des Wortes mit einem Schlag erfassen!". Dies h?rt sich aber an, als k?nnte man ein Beispiel, ein "Vorbild" eines solchen Erfassens vorlegen (191192), was freilich nicht der Fall ist: Ein Vor 7 bild einer solchen " Fbermigen Tatsache "{  74 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Unsere Hervorhebung. Kripke[1982] betont diese Stelle besonders stark. Siehe diesbezGglich auch Kapitel 6., die vorab existieren wGrde, haben wir nicht; auch nicht in Form einer Maschine als Symbol ihrer Wirkungsweise.(193 f.) Eine "Maschine als Symbol ihrer Wirkungsweise" schliet alternative Wirkungsweisen aus (193). Diese aber lassen sich nicht vorab ausschlieen, denn ein Bruch, eine Biegung, eine Schmelzung, ... der Maschinenteile lassen sich nicht ausschlieen, was zu anderen Wirkungsweisen fGhrt oder fGhren kann als die  7< vorausgesehene StandardwirkungsweiseK|@<   7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wittgensteins Argumentation kann hier noch weitergefGhrt werden, wenn man den Begriff der Maschine abstrakt und verallgemeinert betrachtet, indem man dazu u.a. SoftwareAgenten zhlt. Hier hat man nmlich neben den erwarteten Standardausgaben auch mit unvorhergesehenen Ausgaben zu rechnen, die mit der internen Komplexitt der Software in Zusammenhang stehen. Es k?nnten nmlich Konzeptionelle Fehler geben, die ab und zu zu unvorhersehbaren Auswirkungen fGhren k?nnen.K. Da eine Maschine abweichende Wirkungsweisen zult, ist eine Gegebenheit, so da von ihr als Symbol ihrer Wirkungsweise zu sprechen hiee, da "ihre Bewegungsweise noch viel bestimmter [in ihr] enthalten sein [mGte] als in der wirklichen Maschine", die ja eine lockere Verbindung mit ihrer Bewegungsart unterhlt (193). Die Bewegungsart der Maschine als Symbol mGte also in "einem mysteri?sen Sinne ... gegenwrtig sein" ( Ibidem ). Dies heit also: "die Maschine habe ihre m?glichen Bewegungen schon in irgendeiner  7 Weise in sich "(194)}@(  7% Ԟ ,.,. DEDEЍ. So formuliert verweist uns diese Stelle auf eine Art Kantianismus: So wie die Verstandeskategorien des vernunftbegabten Individuums den Raum seiner m?glicher Erfahrungen begrenzen, so begrenzt etwas in der Maschine deren Bewegungsm?glichkeiten. Insbesondere weist der Terminus "m?glich" darauf hin (die Hervorhebung haben wir vorgenommen), so da die anschlieende Kritik in  194 als eine Kritik des Kantianismus aufgefasst werden k?nnte. Man kann aber das Konzept der "Maschine*|p-++ als Symbol" oder um Wittgensteins W?rter zu verwenden des "Maschinensymbols" auch als eine Art allgemeine Idee einer Maschine, und zwar im Platonischen Sinne, auffassen, so da die hiesige Kritik auch als eine Kritik des Platonismus (in der Tat des Regelplatonismus) gelten kann.. Zu sagen, "die Maschine habe (besitze)rx}p-++@@ diese Bewegungsm?glichkeiten", ist leider eine Redeweise , zu der man in der Philosophie verleitet wird. Dabei wird an die "ideale" Maschine gedacht, die sich nur auf genau eine Weise bewegen kann. Es soll aber noch geklrt werden, was unter "Bewegungsm?glichkeit" zu verstehen ist. In so einem Maschinensymbol scheint sie nicht die Bedingung der Bewegung wie wir es "erfahrungsgem" verstehen zu sein, sondern "eher wie ein Schatten der Bewegung selber [zu] sein", denn eine Bedigung im physikalischen Sinn lt keinen einzigen Spielraum zwischen ihr und dem Bedingten, whrend eine M?glichkeit einen solchen zwischen ihr und derjenigen Maschine lt, die sich m?glicherweise bewegt (194a). Sie scheint nicht als Erklrungsinstanz der Bewegung gebraucht zu werden. So ein Schatten liegt aber nicht vor, und wir stehen mit solchen Begriffen vor unn?tigen WeiterfGhrungen solcher Redearten ("Sieh, wie hoch die Wellen der Sprache hier gehen"). Unsere eigene Redeweise fGhrt uns von den Dingen ab, die wir deuten wollten, die wir nun aber durch unsere sprachliche Ablenkung mideuten (194c). Worin liegt aber die Ursache dieser unn?tigen WeiterfGhrungen solcher Redearten? Sie liegt eben in der Betrachtung der M?glichkeit der Bewegung als eine Tatsache, die keine Erfahrungstatsache ist (194b). Es bleibt uns Gbrig, nur noch die Klrung des Ausdrucks "mit einem Schlag erfassen" anzustreben (189 f.). Die Klrung wird uns belehren, da dieser Ausdruck "Resultat sich kreuzender Bilder" und somit irrefGhrend ist (190). Der Schlu, den wir ziehen k?nnen, ist, da wir "manchmal" den Ausdruck "mit einem Schlag erfassen" verwenden k?nnen, um die Handlung, die ihn begleitet, zu beschreiben. Fehlerhaft wre zu denken, diese Handlung selbst (z.B. einer Regel bzgl. der Fortsetzung einer arithmetischen Reihe zu folgen) sei etwas Seltsames oder Erstaunliches. Seltsam ist nicht unsere Handlung, die von dem Ausdruck "ich erfasse die ganze Verwendung mit einem Schlag"%sx}p-++@@ begleitet wird, sondern diesen Ausdruck als gegenwrtige Anwesenheit der kGnftigen Verwendungen "in irgendeiner Weise" in dem Akt des Erfassens zu deuten und diese Verwendungen eben als zukGnftige anzusehen: Eine Verwendung wre dann antizipiert in dem Erfassensakt und zugleich nicht gegenwrtig in ihm! Statt uns in solche Verwirrungen verwickeln zu lassen, sollten wir die Verbindung zwischen Regeln und ihren Anwendungen im Spielunterricht, "in der tglichen Praxis des Spiels" suchen  7` (197)~X`  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Man sei auch auf den Hinweis auf die Kausalitt vorbereitet ( 195), worauf wir in Zusammenhang mit der Diskussion von Kripke[1982] in Kapitel 6 zurGckkommen werden.. Auf drei kritische Anmerkungen in bezug auf das eben rekonstruierte Argument wollen wir nun eingehen. Der erste Kritikpunkt betrifft die Art des Primats des Bestehenden, das Wittgenstein mit dem Ausdruck "von Natur aus" vertritt. Da Wittgenstein hier die Vorherrschaft des Bestehenden betont, fllt bei dem Beispiel auf, das in  185e vorgefGhrt wird: Zeigt jemand mit der Hand auf einen Gegenstand, so reagieren die Menschen "von Natur aus" derart, da sie in der Richtung von der Handwurzel zur Fingerspitze blicken und nicht umgekehrt. Demjenigen, der sagen wGrde: "Von Natur aus versteht X den Befehl '+2!' so, wie wir von Natur aus den Befehl '+2! bis 1000; +4! bis 2000; +6! bis 3000; usw.' verstehen", dem mu eben geantwortet werden, es sei so, als wGrde er von Natur aus "in der Richtung von der Fingerspitze zur Handwurzel" blicken. Es scheint also so, als wre "von Natur aus" das Zeigen auf einen Gegenstand mit dem Blicken in der Richtung von der Handwurzel zur Fingerspitze verbunden. Diese Verbindung wirft Wittgenstein ganz und gar unkritisch auf, und zwar fast dogmatisch, als seien die bestehenden Gewohnheiten bzw. Institutionen de jure selbstverstndlich hinzunehmen. Tatschlich werden wir bei weiteren Argumenten, insbesondere bei dem Argument 8, sehen, da Wittgenstein den bestehenden Gewohnheiten bzw. Institutionen eine herausragende Rolle zuweist. In Kapitel 6 werden wir sehen, welche Schwierigkeiten damit verbunden sind; es sei aber jetzt schon gegen das Primat des Bestehenden eingewandt, da es im augenblicklichen Argument ohne BegrGndung&t~p-++@@ behauptet wird: Es gibt eine Kluft zwischen den von Wittgenstein begrGndeten Kritiken an den Thesen (i)(ii) und dem von ihm vorgeschlagenen Ausweg. Wittgensteins Vorgehensweise kann wie folgt skizziert werden: Ich lehne die Thesen (i)(iii) und die vorgeschlagenen potentiellen Kandidatl?sungen, die als Bindeglied zwischen Regeln und deren Anwendungen fungieren k?nnten, aus diesem oder jenem Grund ab und schlage ohne BegrGndung vor, da wir zu den bestehenden Gewohnheiten zurGckkehren. Gegen Ende der 185242 werden Argumente vorgefGhrt, in denen versucht wird, GrGnde fGr das Bestehende zu suchen. Der Eindruck des Dogmatismus, der hier entsteht, wird dort zwar geschwcht, aber nicht ganz aus dem Weg gerumt. Der zweite Kritikpunkt betrifft eine Fbertreibung, in die Wittgenstein mit seiner Parallele des Maschinensymbols verfllt. Wittgenstein Gbertreibt in der Tat die Unfehlbarkeit, die die Menschen in einer Maschine zu finden versuchen. Wenn wir die Praxis des Umgangs mit dem Wort "Maschine" beobachten wie Wittgenstein es uns Gbrigens empfiehlt , werden wir darin kein so idealisiertes und einheitliches Bild der Maschine finden. Es mag zwar sein, da ziemlich viele Menschen immer von den Errungenschaften der modernen Technologie so in Erstaunen versetzt werden, da sie diese verg?ttern werden. Aber es ist auch wahr, da sich ein groer Teil der Menschen der modernen Technologie kritisch gegenGber stellt. Wittgenstein hat recht, wenn er uns dazu anhlt, auf unsere Redeweisen, besonders beim Philosophieren, zu achten. In bezug auf das Wort "Maschine" scheint diese Warnung ins Leere zu laufen, denn auf ein derart idealisiertes Bild der Maschine verfallen die meisten Philosophen nicht; auch nicht diejenigen, die sich sonst bei anderen W?rtern htten irrefGhren lassen. Die dritte Kritik richtet sich gegen den Schlu des Arguments, der zu pl?tzlich gezogen wird. Der Fbergang von dem Punkt, wo die Kritik Wittgensteins an den bis dahin betrachteten gegnerischen Vorschlgen fGr Verbindungen zwischen Regel und deren Anwendungen aufh?rt, auf den Schlu, da die Praxis des Spiels diese Verbindung herstellt, kommt hier einem Sprung gleich. Nur im Zusammenhang mit den in 237242 vorgefGhrten Argumenten lt0*u~p-++@@ sich der Fbergang besser deuten. Darauf wird noch im Abschnitt 4.3 eingegangen.  7X  In bezug auf die Varianten III und IV der Regelproblematik<X  7 ԍ. Siehe Abschnitt 4.1.1.< wollte Wittgenstein folgendes zeigen: Die Kluft zwischen der Regel und ihren Anwendungen wird nicht durch etwas Greifbares aufgezwungen, sondern durch die Praxis des Regelunterrichts und die tgliche Praxis im Umgang mit dieser Regel. Dies ist Teil der Wittgensteinschen L?sung zum Problem der Deutung der Grammatik von "einer Regel folgen" und wird nach und nach in den 198242 verfeinert. 198202: Wittgenstein wirft ein Paradox auf, das in Zusammenhang mit der Deutung der Wendung "einer Regel folgen" auftaucht. Wenn die Verbindung zwischen Regel und deren Anwendungen in der "tglichen Praxis des Spielens" stattfindet, ist damit noch offen, wie die Regel einen lehrt, was er z.B. an einem konkreten Punkt einer Reihe als nchstes zu tun hat. Daher liegt es nahe, die folgende These aufzustellen: Regel und Anwendungen sind durch "irgendeine Deutung " der Regel zu verbinden. D.h.: Mein Befolgen einer Regel, meine Handlung danach, ist mit ihr (= der Regel) durch eine Deutung zu vereinbaren. Insofern k?nnen wir sagen, da die Beherrschung des zugeh?rigen Spiels auch eine solche Deutung beinhalten mu, damit eine Regel die "richtige" Anwendung bestimmt. Nennen wir diese gegnerische These Deutungsthese . Diese ist auch wie wir es im Argument 2.2 sehen werden ein Ausdruck des Regelskeptizismus, indem das Resultat der Deutung dazu fGhrt, da Regelversto und Regelfolge ununterscheidbar werden. Gegen die Deutungsthese argumentiert Wittgenstein. Argument 2.1 : Der Ausdruck "Deutung von Etwas" h?rt sich so an, als k?nne eine Deutung als StGtze fGr das Gedeutete (hier: fGr die Regel) fungieren (198). Dies aber geht nicht; zum einem: Sowohl die'vXp-++@@ Deutung als konsequenterweise auch das Gedeutete "hngen in der Luft" (198); zum anderen: Eine Deutung allein wGrde nicht ausreichen. Die Deutung hngt in der Luft, weil sie uns in einen Regressus  7 ad infinitum verwickelt  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Dies ist der Sinn des von Wittgenstein verwendeten Ausdrucks "Deutung hinter Deutung setzen" ( 201). "Deuten" ist fGr Wittgenstein etwas Sprachliches, nmlich eine syntaktische Ersetzung (Paraphrasierung) eines Ausdrucks durch einen anderen  7( Ausdruck, etwa "der Regel der Reihe 2n folgen" durch "die Folge 0, 2, 4, 6, 8, ... aufschreiben".: Man k?nnte nmlich konkurrierende Deutungen vorweisen, um eine Handlung nach einer Regel in Fbereinstimmung mit dieser zu bringen. Eine weitere Deutung wre dann n?tig, um zwischen den ersten konkurrierenden Deutungen auszuwhlen. Dieser Proze kann aber unendlich fortgesetzt werden. Somit wGrden wir Gefangene von Deutungen bleiben, ohne uns jemals davon befreien zu k?nnen. Dies zeigt uns, da wir nach einer Auffassung der Regel suchen sollen, die keine Deutung ist. Eine solch Auffassung finden wir in den einzelnen Fllen von deren Anwendung. Jedesmal, wenn wir eine Regel anwenden, stGtzen wir uns allerdings durch unser Tun auf einer solchen Auffassung: Wir haben diese nichtdeutende Auffassung der Regel, indem wir das herauslesen, was "von Fall zu Fall der Anwendung, [sich] in dem uert, was wir 'der Regel folgen' und was wir 'ihr entgegenhandeln' nennen" (201b). Anstelle der Deutung sei folgendes vorgeschlagen: Die Verbindung zwischen dem, was ich tue (d.h. meinen Handlungen) und dem Ausdruck der Regel, die sozusagen als Wegweiser fungiert, ist von der Abrichtung hergestellt, der ich mich unterzogen habe. Eine Regel ist ein Wegweiser, auf den ich gem meiner Abrichtung reagiere. Mein Reagieren ist nicht vom Wegweiser verursacht , sondern ist eine Anpassung durch Abrichtung an bestehende Gepflogenheiten, die in Form von "stndigen institutionalisierten Gebruchen" zu einer Sprechergemeinschaft geh?ren (199c). Mit Gepflogenheiten ist eine Regelmigkeit verbunden: "einer Regel folgen" ist eine wiederkehrende Ttigkeit. Sie schliet einmalige Vorkomnisse aus: "Es kann nicht ein einziges Mal nur ein Mensch einer Regel gefolgt sein" (199). Ein isolierterT$wBp-++@@ Mensch kann eben nicht einer Regel folgen, weil das Handeln nach einer Regel heit, da man sich einer Sprache unterzieht, die man  7X versteht. Mit der Sprache aber ist eine Pluralitt verbundenX  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Pluralitt wird expliziter in dem Selbstverstndlichkeitsargument. . Da wir "von Fall zu Fall der Anwendung" einer Regel folgen und die Kluft zwischen Regel und deren Anwendungen durch unsere Abrichtung im Rahmen von etablierten Gepflogenheiten fGllen, verleitet uns zum Schlu, da "der Regel folgen" eine Praxis nach diesen Gepflogenheiten ist. Als Praxis ist "der Regel folgen" keine private Angelegenheit des Regelbefolgers, die sich nur in seinem Glauben befnde. Weil die Argumentation uns bis jetzt zu dem Schlu gefGhrt hat, da wir es mit einer Praxis zu tun haben, so k?nnen wir es nicht mit dem Glauben dieser Praxis zu tun haben. Konsequenterweise "kann man nicht der Regel 'privatim'  7< folgen" (202)<   7 Ԟ ,.,. DEDEЍ.  199 und 202 sind Verankerungspunkte des Privatsprachenarguments; sie beinhalten es aber nicht vollstndig..  Zwei Anmerkungen seien in bezug auf das Argument 2.1 angebracht. Die erste drGckt einen Zweifel an der Fberzeugungskraft des Wittgensteinschen Abkehrens von der Deutung der Regel aus. Es ist zwar wahr, da eine Deutung eine weitere Deutung der  7 ersten Deutung hervorrufen kann x  7  Ԟ ,.,. DEDEЍ.Mit "kann" drGcken wir schon eine Korrektur der Wittgensteinschen Argumentation aus, denn wir versuchen, klarzumachen, da der Regressus ad Infinitum nicht zwingend ist, wie Wittgenstein es zu behaupten scheint: Eine Deutung mu nicht , sondern kann u.U. eine weitere Deutung hervorrufen. : Sei eine Regel R gegeben. Wir k?nnten sie z.B. durch den Ausdruck "Ich folge R, wenn die  7p Bedingungen B1, ..., Bn gelten" deuten. Versteht unser Gesprchs 7 partner ein Bi nicht, k?nnte er fragen, was darunter zu verstehen  7 ist, was unsererseits die weitere Deutung hervorruft: "Bi habe  7 ich erfGllt, wenn C1, ..., Cm gelten". Dieser Proze kann  7  offensichtlich mit den Ci's weitergehen. Es kann aber sein, da der Gesprchspartner eben aus dem Hintergrund seiner "Gepflogenheiten" heraus keine GrGnde mehr hat, den Deutungsproze weiterzufGhren. Drei GrGnde scheinen uns plausibel: (i) Die Praxis der Sprache, die zu den Gepflogenheiten der Sprecherge x( p-++@@Ԯmeinschaft des Gesprchspartners geh?rt, (ii) die "Familiaritt"  7, im Umgang mit den Ci's und (iii) die Gberlegte freie Entscheidung des Gesprchspartners. Zu (i): Dies ist die (von uns korrigierte) Richtung, die Wittgenstein eingeschlagen hat. Wittgensteins Argument 2.1 hie: Weil die Deutung uns in einen Regressus ad infinitum zwingt, kehren wir der Deutung den RGcken und wenden wir uns der bloen (ungedeuteten) und gepflogenheitsgesteuerten Praxis zu. Hier versuchen wir diesen Gedankengang zu korrigieren. Das Argument 2.1 sollte allerdings lauten: Weil die Deutung uns in einen Regressus ad infinitum zwingen kann , sollen wir uns der gepflogenheitsgesteuerten Praxis dort zuwenden, wo es m?glich ist, um einen eventuellen Regressus zu vermeiden. D.h.: Deuten werden wir oft, aber zur Deutung soll auch stets eine Suche nach gepflogenheitsgesteuerten Praktiken geh?ren, mit Hilfe deren ein eventueller Regressus unterbunden wird. Zu (ii): Das Argument 2.1 sieht in der gepflogenheitsgesteuerten Praxis den Ausweg aus dem Regressus ad infinitum . Dieser aber ist nicht der einzige Ausweg, wie Wittgenstein es anzudeuten scheint. Man kann sich vorstellen, da die Familiaritt im Umgang mit  7p zumindest einem Teil der Bedingungen B1, ..., Bn, C1, ..., Cm, usw. dem Regressus dadurch ein Ende bereitet, da sich der Gesprchspartner damit zufrieden gibt und durch anschlieende  7 Verhaltensweisen zeigt, da er die gedeutete Regel meistert   7L Ԟ ,.,. DEDEЍ. Man vergleiche hiermit das Argument Quines bzgl. der  7 Deutung der Ontologie des Diskurses in seiner Ontological Rela 7 tivity (Quine[1969], 2. Essay). Quine behauptet, da die explizierung der Entitten, auf die ein Diskurs verweist, endgGltig in einer Sprache stattfindet, mit der der Sprecher die gr?te Familiaritt hat. In einer solchen Sprache, die zum Beispiel eine  7" Muttersprache sein kann, k?nnen die Bedingungen B1, ..., Bn, C1,  7" ..., Cn so verstndlich sein, da jeglicher Regressus vermieden wird. . Zu (iii): Ein weiterer m?glicher Ausweg aus dem Regressus wre, eine Gberlegte und freie Entscheidung des Gesprchspartners zuzulassen. Dieser k?nnte allerdings selber den Regressus dadurch abschlieen, da er die ihm gedeuteten Elemente zur Anwendung der Regel R wahrnimmt, ohne sich dabei unbedingt von den Gepflogenheiten steuern zu lassen.!yp-++@@Ԍ Das Argument 2.1 verliert an Fberzeugungskraft, wenn der Fbergang von der Reihe der Deutungen, die ins Unendliche gehen mag, auf die Praxis nicht begrGndet wird. Was wir in dieser Anmerkung vorschlagen, ist ein solcher begrGndeter Fbergang, der die Deutungen rettet und in mehrere Auswege aus dem m?glichen Regressus ad infinitum mGndet. Die zweite Anmerkung hinsichtlich des Arguments 2.1 betrifft den von Wittgenstein angegebenen Ausweg (i): Ist der Satz "[Es gibt] eine Auffassung der Regel ..., die nicht eine Deutung ist; sondern sich von Fall zu Fall der Anwendung in dem uert, was wir 'der Regel folgen', und was wir 'ihr entgegenhandeln' nennen" selber auch nicht eine Deutung der W?rter "einer Regel folgen"? Man k?nnte zwar diesem Satz einen Sonderstatus eines Hinweises auf eine auersprachliche Deutung der Regelbefolgung einrumen; damit ist aber noch nicht aus dem Weg gerumt, da man es hier immer noch mit einer Deutung zu tun hat. Wittgenstein htte hier mit Vorteil zwischen sprachlichen und auersprachlichen Deutungen  7  explizit unterscheiden sollenX  7D Ԟ ,.,. DEDEЍ. Implizit scheint jedoch die Unterscheidung in  198 mit der dortigen Idee eines "Ausdrucks der Regel", der zu deuten sei, anwesend zu sein. . Damit lieen sich seine Attacken gegen die Deutungen nur gegen sprachliche Deutungen richten. Eine zweite Rekonstruktion des Arguments beruht auf dem in 201 angesprochenen Paradox und stellt Wittgensteins Angriff gegen den Regelskeptizismus dar: Argument 2.2 : Nehmen wir an wie der Gegner es behauptet , da jede Handlungsweise desjenigen, der einer Regel folgt, in Fbereinstimmung mit der befolgten Regel durch eine Deutung zu bringen sei. Dies fGhrt dazu, da eine Regel als gedeuteter Ausdruck keine Handlungsweise desjenigen, der der Regel folgt, bestimmen k?nnte. Dies aber ist paradox, denn wir wollten eigentlich einen Bestimmungsweg fGr die Handlungen nach gegebenen Regeln erreichen! Wie kommt es zu diesem paradoxen Schlu?%zp-++@@Ԍ 7 r1. BegrGndung3"  7X Ԟ ,.,. DEDEЍ. Diese BegrGndung ist nahliegend in  201a, im Hinblick auf den ersten Sinn des Wortes "Fbereinstimmung", den wir in  7 Abschnitt 4.2.2 aus den Philosophischen Untersuchungen herausfinden. 3: Sei die arithmetische Reihe '+4' gegeben. Ein Lehrer can SchGlern darum bitten, die Anfangsreihe '100, 104, 108' fortzusetzen. Angenommen, SchGler A vorlege die Fortsetzung '112, 116, 120, 124' und SchGler B '112, 116, 124, 128'. Dabei hat B die Zahl 120 Gbersprungen, vermutlich um zu deuten, da Zahlen, die das Vielfache von 10 sind, nicht zu berGcksichtigen sind. Das Einzige, was wir sagen k?nnen, um den Unterschied der Deutungen zu erklren, ist, da A und B die Reihe unterschiedlich verstanden haben. Aus dem Standpunkt der Deutung allein ist nicht zu entscheiden, wer recht hat; die unterschiedlichen Fortsetzungen sind zwei Deutungen einer einzigen Regel. Ist also eine Regel mit jeder Handlungsweise in Fbereinstimmung zu bringen, so k?nnen zwei unvertrgliche Handlungsweisen mit einer Regel Gbereinstimmen; wir gelangen in die  7 unangenehme Situation, wo einer Handlungsweise 'H1 zu tun' mit der Regel R Gbereinstimmt, wobei R zugleich mit der Handlungsweise  7 'H1 nicht zu tun' Gbereinstimmt, obwohl die beiden Handlungs 7 weisen unvertrglich sind.   7D @2. BegrGndungiD  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Siehe  200.i: Man denke sich eine Schachpartie, deren Regeln in ein assoziiertes Spiel von "Ausstoen von Schreien und Stampfen mit den FGen" Gbersetzt worden sind. Die ZGge des Schachspiels lieen@ sich so in ein Spiel von Ausstoen von Schreien und Stampfen mit den FGen Gbertragen. Durch die Fbereinstimmung wGrden wir das Schachspiel in das assoziierte Spiel GberfGhren. Es ist aber schwer hinzunehmen, da ein "Ausstoen und Stampfen"Spiel immer noch ein Spiel sei! Aus den obigen BegrGndungen geht hervor, da von einer "Fbereinstimmung" hier zu sprechen ein Miverstndnis sei. Wir!{Bp-++@@ k?nnen hier weder von Fbereinstimmung noch von Widerspruch spre 7, chen,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Das Argument fGr den "Widerspruch" wGrde analog verlaufen, wird aber von Wittgenstein nicht ausgefGhrt.. Da hier ein Miverstndnis vorliegt, zeigt sich auch an dem Regressus ad infinitum , in den der Ausdruck "Deutung" uns verwickelt (201b). Wie ist nun die Kluft zwischen Regel und Handlung nach der  7 Regel auszufGllen? Die Antwort ist: Durch die Praxis (202)X   7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Von nun an verluft das hiesige Argument weiter wie in Argument 2.1. Somit gilt hier auch unsere dort angebrachte zweite Anmerkung.  74 X4@  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Das "Paradox" und die dagegen m?glichen Einwnde wollen wir in Zusammenhang mit dessen Kripkescher Rekonstruktion in Kapitel 6 diskutieren.. Aus dem Argument 2.2 geht es hervor, da der von Wittgenstein vorgeschlagene Ausweg aus dem Regelskeptizismus ist die HinzufGgung einer weiteren Komponenten zur Deutung. Es soll nmlich die Praxis hinzugefGgt werden. Eine Praxis bringt uns nmlich dasjenige entscheidende Element, was nun eine Unterscheidung zwischen der Regelbefolgung und dem Regelverto bringt. Insofern die Praxis in einer Gemeinschaft der Regelbefolger eingebettet ist, kann zwischen Regelbefolgung und Regelversto dadurch unterschieden werden, da die Gemeinschaft die Rolle der Sanktionierungsinstanz spielt. Es ist daher fGr Wittgenstein schwer hinzunehmen, da das "Ausstoen und Stampfen"Spiel immer noch ein Spiel ist, denn es setzt die skeptische Auffassung voraus, nach der alles Verhalten eine Regelbefolgung ist und gegen die argumentiert wird.  198202 : Das nun folgende dritte Argument ist ein Verankerungspunkt der hauptschlich in 242315 angefGhrten Diskussion Gber die M?glichkeit einer Privatsprache. Es ist ein kurzes und sogar fragmentarisches Argument, dessen weitreichende Konsequenzen aber |` p-++@@ immer wieder in den darauf folgenden AusfGhrungen zu finden sein  7, werden,  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Man vergleiche hiermit die Diskussion von Kripke[1982] in Kapitel 6.. Der Gegner k?nnte versucht sein zu behaupten: Hat ein SchGler die ihm vom Lehrer gedeutete Regel verstanden, so kann er sie allein dieses einzige Mal anwenden, sich anschlieend zur Ruhe setzen und eine weitere andere von ihm zu deutende Regel abwar 7 ten   7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Dies ist die Interpretation, die wir zur gestellten Frage in  199a, angeben. Die Verbindung, die wir mit der in  198 vorangehenden AusfGhrung Gber die Deutung der Regel herstellen, liegt auf der Hand, denn sonst wGrde sich eine Zsur zwischen  198 und 199 einschleichen: Die Frage nach der Alleinigkeit und der Einmaligkeit wGrde wie aus dem Nichts fallen.. Der Gegner k?nnte also feststellen: Die Grammatik des Ausdrucks "einer Regel folgen" kann dadurch beschrieben werden, da "'einer Regel folgen' ... etwas [sei], was nur ein Mensch, nur einmal im Leben, tun k?nnte" (199). Gegen diese Privatheits und Ausschlielichkeitsthese argumentiert Wittgenstein: Argument 3.1 : Einer Regel nur ein einziges Mal seitens eines (isolierten) Menschen zu folgen, steht im Gegensatz zur Gegebenheit; "einer Regel folgen" ordnet sich in der Tat einem allgemeineren Rahmen ein: Es ist eine "Gepflogenheit", d.h. ein "Gebrauch", eine "Institution", unter anderen Gepflogenheiten, Gebruchen bzw. Institutionen (199b). Einer Regel folgen, heit, dem System der Gepflogenheiten folgen, sich in diese einbetten lassen, die  7 Technik ihrer Einsetzung beherrschenC  7" Ԟ ,.,. DEDEЍ. Dies ist eine Rekonstruktion der folgenden Stelle: XEinen Satz verstehen, heit, eine Sprache ver stehen. Eine Sprache verstehen, heit, eine Tech nik beherrschen. (199c)ƺ Im augenblicklichen Kontext ist das Verstehen eines Satzes S im Sinne eines Verstehens des Gebrauchs von S zu interpretieren. Da eben nach 199b eine Regel ein Gebrauch sei, liest sich das Verstehen von S als das Verstehen der Regel der Verwendung von S. C. Ein System der Gepflo}p-++@@Ԯgenheiten kann aber nicht nur von einem (isolierten) Menschen ein einziges Mal verwendet werden; denn es geh?rt eine Art Verwen 7X der gemeinschaft dazu, die das System immer wieder anwendetXX  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Diese Idee einer Verwendergemeinschaft ist hier nur implizit im Spiel. Der Leser m?ge hier auf Kapitel 6 verwiesen werden, in dem die Idee systematisch untersucht wird.. Daher kann der Schlu gezogen werden, da: "Es kann nicht ein einziges Mal nur ein Mensch einer Regel gefolgt sein" (199b). Argument 3.2 : Das Argument 2.1 hat uns gezeigt, da einer Regel folgen, "ein Handeln nach der Regel", kein Deuten, sondern Teil einer beherrschten Technik ist. Daher k?nnen wir folgerichtig den Schlu ziehen: " 'der Regel folgen' [ist] eine Praxis" (202). D.h.: Das, was wir 'der Regel folgen' nennen, ist ein Tun, ein Gemachtes. Als Praxis ist der Regel folgen keine sich im Regelbefolger abspielende mentale Aktivitt, d.h. kein "Glauben" und darum etwas >ffentliches. Daher kann das Glauben daran, da man der Regel folgt, nicht das Gleiche sein wie der Regel folgen; denn ein Glaube, einer Regel zu folgen, ist eine solipsistische und mentale Aktivitt, whrend letzteres eine ?ffentliche Praxis ist. Folgt jemand einer Regel, so leistet er eine ?ffentliche Aktivitt; Daher der Schlu: "[Man] kann ... nicht der Regel 'privatim' folgen" (202). WGrde allerdings die Regelbefolgung eine solipsistische Aktivitt sein, so wGrde der Glaube daran genGgen, um der Regel zu folgen, und somit wre der Glaube, der Regel zu folgen, gleichzusetzen mit der (?ffentlichen) Praxis der Regelbefolgung, was absurd wre. Es sei in bezug auf obige Argumente folgendes angemerkt: Das Argument 3.1 drGckt sowohl eine Kritik an der Privatheitsthese (d.h.: der These, da nur ein Mensch der Regel folgen kann) als auch eine Kritik an der Ausschlielichkeitsthese (d.h.: der These, da ein Mensch ein einziges Mal der Regel folgen kann) aus, whrend das Argument 3.2 nur eine Kritik an der ersten der beiden Thesen ausdrGckt. Zur Ausschlielichkeitsthese wollen wir einen Vorbehalt ausdrGcken. Aus dem Argument 3.1 herausgelesen lautet die Kritik dieser These zusammengefasst folgendermaen:&~p-++@@ Weil einer Regel folgen eine Gepflogenheit ist, die Teil einer beherrschten Technik, und als solche einer Regelverwendergemeinschaft zuzurechnen ist, [ so ] kann ein Mensch nicht "ein einziges Mal" der Regel folgen. In dieser Kritik Wittgensteins ist eine LGcke zu schlieen und eine Frage aufzuwerfen. Die LGcke, die wir schon in der Rekonstruktion des Arguments 3.1 zu schlieen versucht haben, liegt in dem impliziten Charakter der Rolle, die von der Regelverwendergemeinschaft in der Argumentation gespielt wird. Es lag fGr uns allerdings auf der Hand, an die Gemeinschaft der Regelbefolger zu denken, weil es um die "menschlichen" Gepflogenheiten geht, wie Wittgenstein es selber in Zusammenhang mit den AusfGhrungen Gber die Absicht sagt: "Die Absicht ist eingebettet in der Situation, den menschlichen Gepflogenheiten und Institutionen." (337) Das Gleiche liee sich allerdings auch von den W?rtern "einer Regel folgen" sagen: "der Regel folgen" ist eingebettet in den menschlichen Gepflogenheiten und Institutionen. Da menschliche Gepflogenheiten und Institutionen den meisten Menschen gemeinsam sind, k?nnen wir also von gemeinschaftlichen Gepflogenheiten reden. Da Institutionen und Gepflogenheiten einer Gemeinschaft im allgemeinen einen repetitiven Charakter besitzen, so ist der Schlu, da niemand ein einziges Mal einer Regel folgt, gerechtfertigt. Expliziert man diese Rolle der Gemeinschaft nicht, so kann eine Kluft zwischen den Weil und SoTeilen im obigen WeilSoSatz entstehen. Die Frage, die wir aufwerfen, ist die folgende: Kann man sich nicht eine Regel vorstellen, die vorschreibt, bei jeder Anwendung eine abgenderte Praxis zu etablieren? Man wGrde hier zwei Ebenen der Praxis unterscheiden: Die erste Ebene wre z.B. die eines GeschftsfGhrers G eines Unternehmens, der einem seiner Manager  7(# M befehlen wGrde: "Manager M1 soll bitte die Haltung H1 im  7T$ Beisein eines Kunden der Art A1, ..., Manager Mn die Haltung Hn im  7% Beisein eines Kunden der Art An einnehmen!" Die zweite Ebene wre  7& diejenige der vom Manager Mi auszufGhrenden Teilbefehle "Manager  7' Mi soll die Haltung Hi im Beisein eines Kunden der Art Ai einnehmen!", 1in. Nun kann man sich wohl vorstellen, da G  70* seinen Befehl an Mi nur ein einziges Mal gibt, denn es ist0*p-++@@  7 m?glich, da Mi der einzige Manager ist und den ihm gegebenen Befehl ohne Wiederholungsbedarf der Befehl ist ja nicht kompliziert! versteht. Der Befehl von G geh?rt zu seinen Gepflogenheiten als GeschftsfGhrer und wre dann nur ein einziges Mal gegeben. FGr G ist das Erteilen eines solchen Befehls das Befolgen der Regel, GeschftsfGhrer zu sein. G wGrde somit ein einziges Mal dieser Regel folgen und sich anschlieend zur Ruhe setzen. Dagegen werden die Teilbefehle beliebig oft von  7` Mi ausgefGhrt. 206208 : Ein Problem wird in 206 aufgeworfen: Auf welcher "Basis", mit welcher BegrGndung kann eine normierte Regelbefolgung unter den abweichenden Anwendungen der Menschen herausgefunden werden, die sich der gleichen Abrichtung unterzogen haben? Dieses Problem sei das "Unbestimmtheitsproblem" genannt. Wittgenstein bietet hierfGr eine holistische Antwort im folgendem Argument:  7D  Argument 4 Y D  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Das Wesentliche an diesem Argument befindet sich in 206. In 2078 befinden sich lediglich AusfGhrungen Gber W?rter, die den W?rtern "einer Regel folgen" nahestehen, mit ihnen "verwandt" sind. Siehe diesbezGglich den Abschnitt 4.2.Y: Das Unbestimmtheitsproblem kann in einer verschrften Form aufgeworfen werden: Ein Forscher kommt in ein ihm unbekanntes Land, um eine dort gesprochene und ihm fremde Sprache zu untersuchen. Dort kann er vor der Entscheidung stehen, ob Leute einen ihnen erteilten Befehl befolgen. Welche Umstnde zur Entscheidung in die eine oder in die andere Richtung festlegenn k?nnten, ist  7x nun die zu klrende Fragexx  7$ Ԟ ,.,. DEDEЍ. Man kann sich die Lage so vorstellen: Zwei vorbeigehende Leute wren auf Hasenjagd. Pl?tzlich Gberquert ein Hase deren Weg, worauf einer der beiden dem anderen befiehlt, er solle auf den Hasen schieen. Nun kehrt er dem Hasen den RGcken und bereitet seinen Schu vor. Wie soll nun der Forscher dieses RGckenkehren interpretieren? Ist dies eine Weigerung, dem Befehl zu folgen, oder doch eine Vorbereitung darauf, ihm zu folgen? . Die Antwort auf diese Frage ist:  p-++@@ԌXMDie gemeinsame menschliche Handlungsweise ist das Bezugssystem, mittels dessen wir uns eine fremde Sprache deuten." (206c)ƺ M Die Praxis des unbekannten Volks bildet die Grundlage dessen, was den Forscher dazu fGhrt, zu entscheiden, wer in seiner sprachlichen Handlungsweise recht hat und wer unrecht hat. Konkreter heit dies: Der Forscher verbindet eine sprachliche Handlungsweise mit einer Regelbefolgung wenn geeignete Proben zeigen, da die gesamte Praxis des unbekannten Volks diese Handlungsweise als Befolgung einer Regel besttigt.  Die L?sung, die Wittgenstein fGr das Unbestimmtheitsproblem  7 vorschlgt, ist ein HolismusX  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wittgensteins Holismus, genauso wie das ganze Argument weist starke hnlichkeiten mit Quines semantischem Holismus auf (siehe z.B., Quine[1960], S.12f.). , den wir nher anschauen und przisieren wollen. Unter "Holismus" verstehen wir eine BegrGn dungsstrategie, die eine Gegebenheit von einem breiteren Rahmen  7 aus deutet  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Dieser Vorgang hnelt sehr dem Kontextprinzip, nach dem eine Gegebenheit nur im Kontext ihres Vorkommens zu deuten sei. Wir werden aber in der vorliegenden Arbeit von dem Terminus "Holismus" Gebrauch machen, denn es ist uns nicht klar genug, wie man das Kontextprinzip auch als Doktrin definieren k?nnte.. Dies wollen wir Holismus als Methode nennen. Des weiteren definieren wir den Holismus als Doktrin folgendermaen: Die Deutung einer Gegebenheit ist der breitere Rahmen, in den sie sich einbettet. Uns scheint die L?sung Wittgensteins zum Unbestimmtheitsproblem eher ein Holismus als Methode als ein Holismus als Doktrin zu sein. Wittgenstein zeigt in der Tat eine Strategie auf, wie zwischen abweichenden Anwendungen einer Regel, zwischen abweichenden Reaktionen auf Befehle und Abrichtungen ausgewhlt werden kann: nmlich durch die Deutung mittels des breiteren Rahmens, den "die gemeinsame menschliche Handlungsweise" ausmacht. 217221, 228231 : X p-++@@Ԍ Der Gegner mag wahrscheinlich seinen ontologischen Zwang in der folgenden These aufstellen: MX"Wie kann ich einer Regel folgen?" ist eine Frage nach der Rechtfertigung meiner Handlung. Und die wre: Die Fbergnge sind alle schon vorab gemacht worden, so da ich der Regel wie einem Geleise folge. (217) ƺ M Gegen diese These, die wir in Anlehnung an 221 "Mythos der  7 ontologischen Bedingtheit" nennenX  7D Ԟ ,.,. DEDEЍ. In  221 nennt Wittgenstein solche Stze wie "Die Fbergnge sind eigentlich alle schon gemacht" "eine mythologische Beschreibung des Gebrauchs einer Regel"., argumentiert Wittgenstein: Argument 6 : Dem Gegner sei sofort geantwortet: XMHabe ich die BegrGndungen ersch?pft, so bin ich nun auf dem harten Felsen angelangt, und mein Spaten biegt sich zurGck. Ich bin dann geneigt zu sagen: 'So handle ich eben'. (217) ƺ MDem sei also geantwortet, da wir BegrGndungen auf BegrGndungen folgern k?nnen, ohne jemals fertig zu werden. Der einzige Ausweg aus diesem regressus ad infinitum ist, zur Praxis zu Gbergehen. Daher sollen wir sagen, wie wir handeln, anstatt BegrGndungen bzw. Rechtfertigungen ohne Ende zu geben. Auch die GeleiseRechtfertigung hilft dem nicht weiter, der einer Regel folgt. Sie ist nur ein Bild davon, was ihm vorkommt, whrend er der Regel folgt. Er htte auch seine GefGhle beim Befolgen einer Regel so ausdrGcken k?nnen: "Es kommt mir vor als wren die Fbergnge schon im voraus gemacht" (Siehe 219b). Anders gesagt: In der Tat sind die Dinge m?glicherweise anders als sie ihm vorkommen (219). Wenn der Satz "alle Fbergnge sind schon im voraus gemacht" Gberhaupt eine Rolle spielt, dann besteht diese nicht darin, eine ontologisch begrGndete Wahl zu unterstreichen. Das GeleiseBild ist insofern irrefGhrend, als damit "einer Regel folgen" mit einer Anpassung an eine leitendep&p-++@@ Entitt verbunden ist. Der Satz "Alle Fbergnge sind schon im voraus gemacht" hat zwar eine Berechtigung, aber nur eine  7X  grammatische ~X  7 ԍ. Vgl. Kapitel 2 fGr eine Interpretation des Begriffs "Grammatik", bzw. "grammatisch".~. "Er sollte einen Unterschied hervorheben zwischen kausaler Bedingtheit und logischer Bedingtheit." (220) Folge ich also einer Regel, so whle ich nicht und rechtfertige ich keine Wahl aufgrund irgendwelcher ontologischer Tatsachen, "ich folge der Regel blind ". (219)  Wir haben es hier mit demjenigen Argument zu tun, in dem die Kritik gegen den ontologischen Zwang am schrfsten und am deutlichsten erhoben wird. Dieses Argument ist auch die Stelle, an der der Regelplatonismus deutlich zuGckgewiesen wird. Wenn ich so oder so nach einer Regel handle, "whle ich nicht", etwa aufgrund einer BegrGndung, die sozusagen der feste Boden sei, auf dem meine Wahl der Anwendung der Regel beruhe. Denn BegrGndungen k?nnen auf vorangehende BegrGndungen folgen und so weiter, bis keine weitere BegrGndung mehr m?glich ist. Das einzige , das nun zu tun wre, ist, einen Sturz in die Praxis der Regelbefolgung  7 zu unternehmen: "So handle ich eben "w   7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Hervorhebung ist von uns.w. Unterschiedliche Formulierungen werden von Wittgenstein zum Ausdruck des gegnerischen ontologischen Zwangs verwendet: XM... die Idee, es wre die angefangene Reihe ein sichbares StGck unsichtbar bis ins Unendliche gelegter Geleise .... (218) ƺ XDie Regel, einmal mit einer bestimmten Bedeutung gestempelt, zieht die Linien ihrer Befolgung durch den ganzen Raum. (219a)ƺ XEine Reihe hat fGr uns ein Gesicht ! (...) in dem liegt ... schon alles. (228)ƺ X"Die Linie gibt's mir ein, wie ich gehen soll": das paraphrasiert nur: sie sei meine letzte Instanz dafGr, wie ich gehen soll. (230) ƺ%p-++@@ԌMЙDer ontologische Zwang lt sich den obigen Zitaten entsprechend wie folgt charakterisieren: Jemand folgt einer Regel, indem er sich von ihr wie von einer ein fGr alle Male im voraus bestimmten Entitt fGhren lt, die identifizierbar ("ein Gesicht") ist. Diese Entitt fungiert ihm als "letzte Instanz", als Bezugssystem, woran er sich richten kann, um zu handeln. Was der Regelbefolger hiernach tut, ist eine Regel ablesen ("auf den Mund der Regel [schauen]") und danach handeln (228). Der Ausdruck "Alle Fbergnge sind schon im voraus gemacht", aber auch dessen Verwandte wie "Ich bin von der Regel gefGhrt", "Die Linie gibt's mir ein, wie ich gehen soll", etc. sollen nach Wittgenstein "einen Unterschied hervorheben zwischen kausaler Bedingtheit und logischer Bedingtheit" (220). Die kausale Bedingtheit, die hier vorliegt, bestGnde darin, da fGr den Gegner die Identitt (das "Gesicht") der Regel den Befolger zur Wahl in eine bestimmte Richtung zwingt, genauso wie die Platonische Idee das Ma ist, wonach die konkreten Ideen sich richten; das Gesicht der Regel verursacht also das Tun, die Praxis des Befolgers. Dagegen liegt hier fGr den Gegner keine logische Bedingtheit vor. Diese bildet allerdings das GegenstGck zur kausalen Bedingtheit: Die sprachliche Deutung der Regel zwingt den Befolger zu seiner Praxis; d.h.: Seine Praxis sei die Konsequenz der syntaktischsprachlichen man k?nnte wie Wittgenstein selber sagen: grammatischen Deutung der Regel. Die Wittgensteinsche L?sung als Alternative zum ontologischen Zwang ist ein Bezugswechsel: Man solle anstelle einer fGhrenden "letzten Instanz" "die gemeinsame menschliche Handlungsweise" als Bezugssystem in Betracht ziehen (206c; vgl auch Argument 4). DiesbezGglich wollen wir ein Unbehagen hervorheben. Ein Grund dafGr, da Wittgenstein den ontologischen Zwang ablehnt, scheint uns der folgende zu sein: Die Regel hat nicht ein Gesicht, denn es gibt vieles, "was zur Physiognomie desjenigen geh?rt, was wir im alltglichen Leben "einer Regel folgen" nennen" (235); da "einer Regel folgen" kein (klar umrissenes) Gesicht besitzt, das als dessen Referenzinstanz fungieren k?nnte, schlgt Wittgenstein vor, anstelle einer solchen Instanz die gemeinsame menschliche Handlungsweise als Bezugssystem der Praxis der Regelbefolgung0*p-++@@ einzusetzen. Sollen wir nun dieses Einsetzen nicht auch als einen neuen Zwang interpretieren? Denn der Regelbefolger scheint nun zwar nicht mehr von einer klar umrissenen letzten Instanz, wohl aber von dem neuen Bezugssystem gezwungen zu werden. Das Bezugssystem hat sich gendert, der Zwang aber ist geblieben.  7 Wittgenstein ist den Zwang also nicht losx  74 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Da Wittgenstein den Zwang beseitigen wollte, liest sich aus dem Ton von  231 heraus; der dortige Satz "Nun, das ist eben die charakteristische uerung Eines, der von der Regel gezwungen ist" heit allerdings im Kontext des vorliegenden Arguments: "Das ist eben die charakteristische uerung Eines, der von der Regel gezwungen ist; wir aber werden nicht von der Regel gezwungen". 232723 : Wittgenstein nimmt die Art der Diskussion wieder auf, die er beim ersten Argument gefGhrt hat, nmlich die Auseinandersetzung mit einer Variante der dortigen gegnerischen These (i), die zugleich mit der Idee des GefGhrtwerdens, die im Argument 6 bekmpft wurde, behaftet ist. Der Gegner mag der folgenden Ansicht sein: Die Regel zeigt dem Regelbefolger, wie er danach zu handeln hat, wie "einer Linie mit den Augen nachgehen" (Siehe 232). Derjenige, der der Regel folgt bzw. der Linie mit den Augen nachgeht, folgt "einer Art Inspiration"; ihm werden von einer "inneren Stimme" Anweisungen gegeben, er solle so oder so der Regel bzw. der Linie mit den Augen nachgehen. Diesen Vorgang der Inspiration nennen wir die diesbezGglich vom Gegner aufgestellte These Inspirationsthese versucht Wittgenstein von der Praxis, einer Regel zu folgen, zu unterscheiden.  Argument 7 : Einer Regel folgen kann nicht nach dem Modell der Inspirationsthese geklrt werden. Denn beide Praktiken unterscheiden sich wesentlich. Bei einer Inspiration wartet der zu Inspirierenŭde darauf, was die Regel ihm sagen wird. Mit diesem Warten auf "Anweisungen" seitens der zu befolgenden Regel wird die In(#p-++@@Ԯspiration dem Abrichten entgegengestellt, das das Befolgen einer Regel charakterisiert (232a): Das Warten auf Anweisungen, oder die Technik eines solchen Wartens kann wegen seines privaten Charakters nicht gelehrt werden. Diese Technik kann nicht zur kontrollierbaren Abrichtung im allgemeinen Rahmen einer Gemeinschaft geh?ren; denn eine Abrichtung zum Warten auf die Inspiration wre nur als Lehren einer "Rezeptivitt", einer "Art des Hinhorchens", m?glich. Ein Lehren der Rezeptivitt garantiert aber nicht, da alle SchGler eines solchen Unterrichts anschlieend das gleiche Hinhorchen leisten; die SchGler k?nnten zwar am gleichen Unterricht des Hinhorchens teilnehmen, und dennoch jeder auf seine Weise hinhorchen, was unterschiedliche Arten, einer  7 Regel zu folgen, zur Konsequenz htte]  7h Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wittgenstein macht in  232b eine methodologische Anmerkung, die zur Vermeidung einer Selbstzerst?rung dient: XDies [d.h.: obige Bemerkungen zur Inspirationsthese] sind nicht meine Erfahrungen von Handeln nach einer Inspiration und nach einer Regel; sondern grammatische Anmerkungen.ƺ Die Stelle lt sich wie folgt lesen: Meine Aussagen, meine Kritik bzgl. der Inspiration bzw. der Regelbefolgung sind nicht Ausdruck meiner Praxis nach einer Inspiration und nach einer Regel sonst wre dies ein Fall des eben kritisierten Hinhorchens der EinflGsterungen der Regel sondern Ausdruck einer grammatischen Untersuchung. Wittgenstein entzieht sich damit der widersprGchlichen Aussage: "Aus der Erfahrung meines inspirierten Handelns nach einer Regel behaupte ich, da ich nicht nach einer inspirierenden Regel handele". Man findet hier einen Hinweis auf eine Unterscheidung zwischen einer deskriptiven Meta ĩEbene und einer Ebene der zu beschreibenden befolgten Regeln. Eine stillschweigende Annahme, die hier gemacht wird, ist diese: Die MetaEbene ist eine grammatische Ebene, die wir nicht beschreiben. Erneut findet man hier hnlichkeiten mit Quines "Inscrutability of ontology" (siehe Quine[1969], 2. Essay).]. Der Gegner k?nnte uns wahrscheinlich folgendes einwenden: Es  7h sei doch m?glich, von einem KunstrechnerXh  7% Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ein Kunstrechner sei einer, der Rechenaufgaben schnell und richtig wie intuitiv l?sen kann, ohne aber sagen zu k?nnen, wie er zu seinen Resultaten kommt. zu behaupten, da er rechnet, und zwar mit Hilfe einer Art Inspiration, irgendwie wie von einer auermenschlichen Kraft ("einer Gottheit") gefGhrt (233234, 236).p-++@@Ԍ dDem Gegner sei die folgende Antwort gegeben: XMDaraus siehst du nur, was alles zu der Physiognomie desjenigen geh?rt, was wir im alltglichen Leben'einer Regel folgen' nennen. (235)dƺ M Bei den gegnerischen Beispielen haben wir es nur damit zu tun, was "eine Familie von Fllen" dessen ist, was wir gew?hnlich "einer Regel folgen" nennen (236).  Bei dem vorliegenden Argument haben wir es mit einer Gberzeugenden Argumentation zu tun, die wie folgt zusammenzufassen ist: Einer Regel folgen ist nicht einer Inspiration folgen, denn das Befolgen einer Inspiration, im Gegensatz zum Befolgen einer Regel, sei nicht lehrbar . Der Grund der NichtLehrbarkeit scheint uns in der Privatheit der Inspiration zu liegen. Das Argument geht aber implizit weiter, indem erklrt werden sollte, warum die privaten Inspirationen nicht lehrbar seien. Wittgenstein gibt an dieser Stelle eine solche Erklrung nicht. Seine AusfGhrungen Gber die Privatsprache, also das Privatsprachenargument, lieen sich jedoch hier anwenden. 4.2 "Verwandte" des Wortes "Regel" Wittgensteins Argumente aus dem vorangehenden Abschnitt richten sich dagegen, was die Regelbefolgung nicht ist . Im nchsten Abschnitt rekonstruieren wir die Argumente, die Wittgensteins L?sungsanstze beinhalten und darauf ausgerichtet sind, das vorzufGhren, was einer Regel folgen bei Wittgenstein ist . Zwischen diesen beiden Polen liegt ein Argument, dessen Varianten zeigen, da das Wort "Regel" und konsequenterweise der Ausdruck "einer Regel folgen" zwar mit dem Wort "Fbereinstimmung" einerseits und mit "gleich" andererseits verwandt ist, mit ihnen aber nicht zusammenfllt (224225). Weiterhin mit "Regel" verwandt ist das Wort "regelmig" (208). Mit dem Wort "gleich" fangen wir zunchst an. (p-++@@Ԍ 4.2.1 215216, 223227: "gleich" Der Gegner k?nnte der Ansicht sein: Ich verfGge mit der Gleichheit Gber ein "unfehlbares Paradigma ... in der Gleichheit eines Dings mit sich selbst"; unfehlbar, weil ein SchGler, der ein Ding vor sich sieht, keine weitere Erklrung zum Verstndnis der Gleichheit braucht, denn er hat mit der Sicht des Dings einen direkten Zugang zu der Gleichheit (er "sieht" die Gleichheit) (215). Dieses Paradigma Gbertrage ich auf die Regelbefolgung: Der SchGler kann eine ihn gelehrte Reihe "in der gleichen Weise unter allen Umstnden fortsetzen". Der SchGler tut das gleiche ,  7 was ihm von der Regel vorgeschrieben wirdX  7< Ԟ ,.,. DEDEЍ. Unsere Rekonstruktion wurde in diesem Punkt von der Interpretation der Problematik von "einer Regel folgen" in StegmGller [1975], S.6513, beeinflut.. FGr Wittgenstein aber sollten wir uns von dem gegnerischen Vorurteil befreien, "da 'das Gleiche tun', 'in der gleichen Weise fortsetzen' nur eines und zwar unter allen Umstnden ein  7 und dasselbe bedeuten mu"u  7  Ԟ ,.,. DEDEЍ.StegmGller[1975], S. 652.u. Argument 5.1 : Das Paradigma der Gleichheit von Dingen ist nicht ohne weiteres Gbertragbar. Es wirft das Problem auf, da es zwei gleiche Dinge wie ein Ding betrachtet. Damit ist jedoch noch offen, wie  7 jeder Bezug auf ein Ding nun auf zwei Dinge zu verlegen ist@x  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wittgensteins eigene schlagfertige Erwiderung ist: XAlso sind zwei Dinge gleich, wenn sie so sind, wie ein Ding? Und wie soll ich nun das, was mir das eine Ding zeigt, auf den Fall der zwei anwen den? ( 215b) ƺ In anderen Worten, Wittgenstein vermit beim Opponenten die Angabe eines klaren Gleichheitskriteriums. . Man soll auerdem auf die Nutzlosigkeit von AusdrGcken wie "Ein Ding ist mit sich selbst identisch" hinweisen. Nutzlos ist dieser Ausdruck, weil er an einen weiteren umstrittenen Ausdruck appelliert, nmlich an das Wort "hineinpassen", "alsL p-++@@ legten wir das Ding, in der Vorstellung, und shen, da es [in ihr] [hinein]pat" (216). Angesichts dieser Schwierigkeiten ist das Paradigma der Gleichheit also fehlbar, und trotzdem ist "die Verwendung des Wortes 'Regel' ... [mit] der Verwendung des Wortes 'gleich' verwoben" (225). Es gibt eine Konstanz in der Regelbefolgung, eine Art Wiederkehr des Gleichen, weshalb der Regelbefolger nicht darauf gespannt zu sein braucht, was die Regel ihm fGr Fberraschungen be 7 reitetX  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Gegen die gegnerische EinflGsterungsthese k?nnte Wittgenstein erwidern: "Ich folge der Regel taub " (von Savigny[1988] BdI, S. 264).. Es gibt nmlich keine Fberraschungen fGr das, wofGr man abgerichtet wurde (223b). Es wre allerdings unsinnig von jemand, der "jedesmal etwas anderes tte ", zu behaupten, er wGrde einer Regel folgen (227). Die Verwandtschaft zwischen der Regelbefolgung und der Gleichheit hat als Konsequenz, da das Lernen des Gebrauchs der beiden W?rter parallel erfolgt (224).  Wittgenstein die betonnt die M?glichkeit der Abweichungen, die  7 in frGheren Argumenten erwhnt wurde  7d Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Kritik der Idee des Zwangs schliet allerdings mit ein, da Abweichungen von Regeln m?glich sind. . Wittgenstein bekrftigt hier, da etwas anderes tun oder das Gleiche tun unabhngig von einer Regel keinen Sinn macht, denn das Gleiche tun oder etwas anderes tun ist eng mit einer Regelbefolgung gekoppelt, ohne jedoch deren Kriterium zu sein. Es hat genau so wenig Sinn, "gleich" unabhngig von "Regel" wie "wahr" von "Satz" zu verwenden (225). Daher sind Abweichungen m?glich, welche wegen der Verwandschaft von "gleich" und "Regel" nicht zu befGrchten sind. L@p-++@@Ԍ 7  34.2.2  201, 224: "Fbereinstimmung" 0   7X Ԟ ,.,. DEDEЍ. Wegen ihres fragmentarischen Charakters werden die Wittgensteinschen AusfGhrungen Gber die W?rter "Fbereinstimmung" und "regelmig" nicht in Form eines Arguments, sondern frei rekonstruiert.0  7X  In den Philosophischen Untersuchungen gibt es zwei Sinne, in  7 denen Wittgenstein den Terminus "Fbereinstimmung" verwendet  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Entgegen der bisherigen Methodik, nach der die Diskussion der Literatur zur Problematik von "einer Regel folgen" erst in Kapitel 6 erfolgt, machen wir hier eine Ausnahme: Angesichts der groen Unterschiede zwischen BakerHackers Interpretation von  224 und unserer setzen wir uns mit ihrer Interpretation hier auseinander. Vgl Baker und Hacker[1985], S. 219.. Der Terminus steht zunchst im Sinne einer "Vereinbarung" eines Tuns mit einer Regel: Eine Handlung geschieht hiernach in Ein3ŭklang mit einer Regel. Dieser Sinn ist u.a. im Paradox in 201a zu finden. Der Terminus steht auch im Sinne eines "Konsens" zwischen Mitgliedern einer Gemeinschaft. Diesen Sinn hat offenbar der Terminus u.a. in 241242. Was bedeutet nun der Terminus in 224 im Zusammenhang der Verwandtschaft mit "Regel" und dadurch mit "gleich"? FGr Baker und Hacker ist die Verwendung von "Fbereinstimmung" in 224 im zweiten Sinne zu verstehen. Sie fGhren dafGr zwei GrGnde vor: (i) Wittgenstein unterscheide "verwandt" oder "Vetter sein" von "verwoben sein" (225); wenn dieser Unterschied nicht existiert htte, wren "Fbereinstimmung" und "Regel" genauso verwoben wie "das Gleiche tun" und "Regel"; (ii) die originale Fassung von 224 in den Manuskripten (MS 164) folgt einer Diskussion Gber "Fbereinstimmung" im zweiten Sinn. FGr uns ist der Terminus "Fbereinstimmung" in 224 im ersten Sinne zu interpretieren, und wir wollen dafGr zwei GrGnde angeben. Erstens gibt es nur einen geringen "grammatischen" Unterschied zwischen "verwandt" und "verwoben". Die Verwobenheit scheint uns nur eine strkere Verwandtschaft zu sein. Auch "Fbereinstimmung" und "das Gleiche tun" weisen einen geringfGgigen Unterschied auf. Beide W?rter involvieren den Aspekt "vereinbar mit", aber in unterschiedlichem Ma: Die Vereinbarung mit der Regel scheint bei der Gleichheit strker zu sein als bei ( p-++@@ der Fbereinstimmung. Deshalb spricht Wittgenstein in einem Fall von der Verwobenheit der Gleichheit mit der Regel und in dem anderen Fall aber von der Verwandtschaft der Regel mit der  7 Fbereinstimmung. Der zweite Grund ist der Kontext der Philo 7 sophischen Untersuchungen, in dem der Terminus "Fbereinstimmung" vorkommt: Auch wenn die originale Fassung von 224 in den Manuskripten zu einer anderen Interpretation htte fGhren k?nnen, gibt der jetzige Kontext, in dem es ja um Gleichheit geht, keinen Anla zum zweiten Sinn des Terminus. Im Licht des ersten Sinnes des Terminus "Fbereinstimmung" lt sich 224 wie folgt interpretieren: Solange kein unfehlbares  7 Paradigma der Fbereinstimmung=   7B Ԟ ,.,. DEDEЍ. Ein solches Paradigma wre in Anlehnung an  215 auf die Weise formulierbar: Wenn jemand eine Regel vor sich hat, so "sieht" er auch die Fbereinstimmung, er bruchte dann nur sein Tun mit der Regel zu vereinbaren.= angenommen wird, lehrt ein Trainer seinen SchGler, sich nach vorgefGhrten Regeln zu richten, damit in Einklang zu kommen, indem er ihn das Wort "Regel" lehrt. Die Handlung des SchGlers ist allmhlich mit der Handlung des Trainers zu vereinbaren. Es ist hiermit noch kein Konsens erreicht, sondern nur ein blindes Nachahmen. Auch dieses Nachahmen geh?rt zur "Physiognomie" von "einer Regel folgen". 3.2.3 207214: "regelmig" FGr Wittgenstein ist die Deutung der Regel der Verwendung eines Wortes einer Sprache auf eine Erkennung einer Regelmigkeit angewiesen (207). Denn: "Zu dem, was wir 'Sprache' nennen, [geh?rt] die RegelmŬigkeit" ( Ibidem ). Will ein Forscher eine Regel einer fremden Sprache erforschen, so ist er darauf angewiesen, das zu erforschen, was in dieser Sprache regelmig ist, denn die Grammatik von "Regel" wird durch diejenige von"Regelmigkeit" erklrt (208). Lernt man die Grammatik von "regelmig" bzw. "Regelmigkeit", so lernt man damit auch diejenige von "Regel". Nun wie lernt man so eine Grammatik? Nach Wittgenstein auf zwei Weisen (208a). Erstens: Besteht ein Sprachenunterschied zwischen dem Lehrer, dessen Unterricht in der%p-++@@  7 Sprache L1 abluft, und dem SchGler, der, sagen wir, L2 spricht,  7, so werden dem SchGler L2ĩW?rter fGr entsprechende L1ĩW?rter angegeben. Zweitens: derjenige, der aber sowohl in derselben Sprache als auch Gber Sprachen hinweg die Verwendung eines Begriffs noch nicht meistert, der wird den Gebrauch dieses Begriffs "durch Beispiele und durch Fbung " gelehrt (208a). Im einzelnen verluft ein Unterricht folgendermaen: XMIch werde ihm also ... gleiche Farben, gleiche Figuren zeigen, ihn sie finden und herstellen lassen, usw. Ich werde ihn etwa dazu anleiten, Reihenornamente auf einen Befehl hin "gleichmig" fortzusetzen. Und auch dazu, Progressionen fortzusetzen. Also etwa auf . .. ... so fortzufahren: .... ..... ...... .ƺ XIch mach's ihm vor, er macht es mir nach; und ich beeinflusse ihn durch uerungen der Zustimmung, der Ablehnung, der Erwartung, der Aufmunterung. Ich lasse ihn gewhren, oder halte ihn zurGck; usw. (208b,c) ƺ M Durch den Unterricht lernt der SchGler auch den Gebrauch der W?rter "etc.", "und so weiter" und "und so weiter ad infinitum ". Durch ihn lernt er, wie unterschiedlich die Grammatiken von "usw." als "AbkGrzung der Schreibeweise" und als "usw. ad inf. " sind. Wichtig dabei ist, da der Unterricht "Gber [die Beispiele] ' hinausweist '" (208g), in dem Sinne, da der SchGler auf eigene Kraft weitere Beispiele vorfGhren kann und dazu ermutigt  7 wirdu  7@ Ԟ ,.,. DEDEЍ. Vgl von Savigny[1988] BdI. u. Der soeben beschriebene Unterricht kann zum Erlernen von  7@ "regelmig" eingesetzt werden3 @X  7(# Ԟ ,.,. DEDEЍ. AusfGhrungen Gber den Unterricht durch Beispiele und Fbung gehen weiter bis zu  214. In  20914 werden allerlei m?gliche Einwnde gegen diese Art von Unterricht erwhnt und zurGckgewiesen.3. Wittgenstein gibt in 208 in der Tat eine allgemeine Beschreibung dessen, was das Lehren durch Beispiele und Fbung sei, lt aber offen, wie der Unterricht im Spezialfall von "regelmig" durchzufGhren ist. Dieser Spezialfall ist vermutlich offen gelassen, weil er trivial ist. #@p-++@@Ԍř 4.3 Anstze zur L?sung: Lebensform, Familienhnlichkeit und Kriterien Nachdem der negative Teil der AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung abgehandelt worden ist, versucht Wittgenstein ab 238 einen L?sungsansatz zu verfeinern, der schon aus frGheren Arguŭmenten ersichtlich war und den wir in Abschnitt 4.1 methodologischen Holismus nannten. In diesem Ansatz spielt der Begriff der Fbereinstimmenden Lebensform eine zentrale Rolle. In 4.3.1 rekonstruieren wir zwei Argumente, die den Lebensformansatz darstellen und u.U. verteidigen. Ein zweiter L?sungsansatz, den wir kurz ausarbeiten werden, kreist um den methodologichen Rahmen der Familienhnlichkeit. Er ist aus dem schon ausgefGhrten Argument 7 ersichtlich, das nun unter dem Gesichtspunkt einer L?sung zur Problematik der Regelbefolgung wieder aufgenommen wird, und wird im Abschnit 4.3.2 behandelt. 4.3.1 Fbereinstimmende Lebensform 238242 : Diese Abschnitte sind mit den Abschnitten 198202 die wichtigsten Stellen in bezug auf die Problematik von "einer Regel folgen". Es stand ein L?sungsansatz am Ende der AusfGhrungen in 198202, insbesondere in Argument 3, fest. Wittgenstein erlutert sie nun ausfGhrlicher und bekrftigt sie noch einmal. Zur Erinnerung sei die Problematik von "einer Regel folgen" wie  7 folgt formuliert  7! Ԟ ,.,. DEDEЍ. Nachdem Kritiken an dem ontologischen Zwang vorgebracht worden sind.: Wie gehe ich von einer Regel Gber zu deren Anwendungen, ohne dabei von einem Vorbild, von einer "Gbermigen Tatsache",von einer ontologischen Vorlage gefGhrt zu werden? Wittgensteins L?sung bzw. Antwort hierfGr ist: Durch die Praxis, d.h. durch die gemeinschaftlich eingebettete Praxis, wozu ich abgerichtet wurde. Daher ist einer Regel folgen eine Gepflogenheit, die als Charakteristikum die Regelmigkeit hat .& p-++@@Ԍ Der Aspekt der gemeinschaftlichen Einbettung wird nun sehr betont und durch die Fbereinstimmung der Lebensform der Regelbefolger charakterisiert. Argument 8 : Kritisiert wurde die Idee, die Regel htte alle ihre Anwendungen schon im voraus in sich; d.h. die Idee, da es einen Zwang gbe, einer Regel auf eindeutige und bestimmte Weise zu folgen. Falls nun diese Kritik stimmt, stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob wir Gberhaupt keiner Regel mehr folgen k?nnten, insbesondere ob wir beim Versuch, eine Reihe fortzusetzen, die Fbergnge von einer Zahl auf die darauf folgende Zahl nicht mehr Gberschreiten k?nnten. Auf diese Frage lautet die Antwort: Die Selbstverstndlichkeit des Fbergangs gewhrleistet dessen Realisierung. Nur weil der Fbergang mir selbstverstndlich ist, d.h. nur weil er zu meiner gew?hnlichen Umgebung geh?rt , kann ich von einer Regel zu ihren Anwendungen Gbergehen. Wenn ich dabei den Eindruck haben sollte, die Regel wGrde alle ihre Anwendungen in Form einer ontologischen Vorlage antizipieren, so ist dies nur ein Anschein, der dadurch erweckt wird, da der Fbergang mir  7p selbstverstndlich ist (238)p  7 ԍ. In der Tat spricht Wittgenstein in 238 von der Selbstverstndlichkeit der Regel. Wir interpretieren dies aber deshalb als eine Selbstverstndlichkeit des Fbergangs von der Regel auf deren Anwendungen, weil Wittgensteins Bekmpfung des Regelplatonismus ausschliet, da er hier von einer Art Vorlage namens Regel reden wGrde, die wie eine Entitt in der Gemeinschaft existiert und deswegen dem Regelbefolger familir bzw. selbstverstndlich ist. Wenn wir im folgendem von der Selbstverstndlichkeit der Regel sprechen, dann ist darunter die Selbstverstndlichkeit des Fbergangs von der Regel auf deren Anwendungen zu verstehen. . Der Fbergang von der Regel zu dieser oder jener Anwendung, oder anders ausgedrGckt, die Verbindung zwischen der Regel als Praxis und meiner augenblicklichen Fbernahme dieser Praxis beruht auf der Selbstverstndlichkeit, die die Regel geniet.  FGr Wittgenstein also wird die Kluft zwischen Regel und Anwendung durch die Selbtsverstndlichkeit der Regel ausgefGllt. Man mag sich natGrlich fragen, wie diese Selbstverstndlichkeit im einzelnen aussieht, wo sie zu orten ist und, vor allem, wie ( p-++@@ sie als Bindeglied zwischen Regel und deren Anwendungen zu verteidigen ist. Im folgenden Argument versucht Wittgenstein, diese drei Fragen zu beantworten. Argument 9 : Die Selbstverstndlichkeit einer Regel ist (a) mit derjenigen der Verwendung der Farbw?rter (239) und (b) mit derjenigen der Vorgnge in der Mathematikergemeinschaft zu vergleichen (240). Zu (a): Wir k?nnen die Selbstverstndlichkeit als Bindegliedskandidat durch die Diskussion der Benennung der Farbw?rter verteidigen. Farbw?rter sind uns allerdings selbstverstndlich. Hinsichtlich der Farbw?rter stellt sich in der Tat die Frage: "Wie soll [ein Sprecher] wissen, welche Farbe er zu whlen hat , wenn er 'rot' h?rt?" (239). Bezogen auf die Regelbefolgung heit die Frage: "Wie soll der Sprecher wissen, welche Verwendung einer Regel er zu whlen hat, wenn er der Regel zu folgen hat?". Das Einfallen eines Farbbildes als Kandidat zur Beantwortung der Frage ist aus dem Grund auszuschlieen, da damit kein Kriterium der Erkennung des Farbbildes, der Zuordnung dieses Bildes zu einer bestimmten Farbe gegeben ist. H?chstens k?nnte die Festsetzung "'Rot' bedeutet die Farbe, die mir beim H?ren des Wortes 'rot' einfllt" eine Definition der roten Farbe sein. Bezogen auf die Regel der Reihe 2x hiee dies: " '0, 2, 4, 6 ..' bedeutet das EntwicklungsstGck, das mir beim H?ren des Befehls '2x!' einfllt". Wiederum htten wir hiermit keine Erklrung dafGr, warum die Regel der Reihe 2x den in der Arithmetik gebildeten Menschen selbstverstndlich ist, sondern eine Definition der Selbstverstndlichkeit. Das, was wir suchen, ist aber eine Erklrung zur Verteidigung der Selbstverstndlichkeit als Bindegliedskandidats. Es  7(# geht uns darum, das "Wesen"(#  7% Ԟ ,.,. DEDEЍ. Das Wort ist offensichtlich nicht im metaphysichen Sinne gebraucht, sondern im Sinne von beschriebener Gegebenheit. der selbstverstndlichen Bezeichnung der Farben durch Farbw?rter bzw. der selbstverstndlichen Anwendung einer Regel zu erklren. Indem wir auf einen Vergleich mit den Vorgngen in der Mathematikergemeinschaft eingehen, k?nnen wir die gesuchte Erklrung finden.' p-++@@ԌZu (b): Bei den Mathematikern wird nicht darGber gestritten, ob sie den Regeln gem handeln, rechnen, integrieren, addieren, ... oder nicht, sondern es wird davon ausgegangen, da sie den Regeln gem vorgehen: Das Vorgehen gem den Regeln ist primr und fundamentaler als die Frage, ob danach gehandelt wird. Die Mathematikergemeinschaft ist der Ausgangspunkt der Selbstver 74 stndlichkeit, mit der gehandelt wirdX4  7 Ԟ ,.,. DEDEЍ. Die Idee der Gemeinschaft kommt daher, da Wittgenstein von "Streit ... zwischen Mathematikern" spricht, also von einem Streit innerhalb einer Menge von Personen. . Wir stellen also die These auf: Es geht den Regelbefolgern nicht darum, die Regelbefolgung zu definieren, sondern, umgekehrt, darum, von der vorhandenen Regelbefolgung, die zum "GerGst" der Wirkung der Sprache geh?rt, auszugehen (239); denn es herrscht de facto eine Fbereinstimmung (es gibt "keinen Streit") in einer Mathematikergemeinschaft darGber, wie sie der Regel gem vorgehen. Von dieser Fbereinstimmung aus "wirkt" unsere Sprache; d.h.: Die Sprecher sprechen, indem sie de facto Gbereinstimmend den Regeln gem vorgehen. Bei der Erklrung der Selbstverstndlichkeit sind wir nun auf den Begriff der Fbereinstimmung gestoen: Ich handle so oder so, weil meine Handlung mir selbstverstndlich aufgrund meiner Zugeh?rigkeit zu einer Gemeinschaft ist, in der eine Fbereinstimmung herrscht. Der Begriff Fbereinstimmung bedarf nun einer Charakterisierung: "Dies ist keine Fbereinstimmung der Meinungen,  7 sondern der Lebensform" (241). D.h.  7l Ԟ ,.,. DEDEЍ. Dies ist der Witz des Abschnitts  241.: Wenn es eine grundlegende Fbereinstimmung in den Vorgehensweisen gem den Regeln gibt und wenn diese Fbereinstimmung "geh?rt zu dem GerGst, von welchem aus unsere Sprache wirkt" (240), dann kann nur eine solche Fbereinstimmung den Grundrahmen der Verstndigung in der Gemeinschaft bilden und somit die Lebensformen der einzelnen unter einen Hut bringen. Denn die Gemeinschaftsmitglieder folgen der Regel Gbereinstimmend und stimmen somit in ihrer Lebensform Gberein. Da dies keine bloe Fbereinstimmung der Meinungen ist, liegt darin, da "richtig und falsch ist, was Menschen sagen ";%xp-++@@ Menschen k?nnen aber darGber divergieren, was sie sagen und dennoch "in der Sprache" Gbereinstimmen. Beim Gbereinstimmenden Befolgen der Regeln stimmen sie eben in der Sprache Gberein, obgleich sie in den durch die gemeinsame Sprache ausgedrGckten Meinungen auseinandergehen k?nnen. Menschen, die eine Gbereinstimmende Lebensform besitzen, stimmen allgemein Gber deren Definitionen Gberein. Aber zur Verstndigung besteht ein Bedarf nicht nur an einer Fbereinstimmung in Definitionen, sondern auch an einer Fbereinstimmung in der Einsetzung bzw. Verwendung der Definitionen, d.h. einer Fbereinstimmung der "Urteile". Die Menschen stimmen also sowohl Gber die Regeln ("Definitionen") als auch Gber die Art und Weise  7 ihrer Anwendungen ("Urteile") Gbereinx  7h Ԟ ,.,. DEDEЍ. Der Gegensatz zwischen Memethode und Messungsergebnissen dient dazu, diese Unterscheidung zwischen "Definition" und "Urteilen" zu verdeutlichen ( 242). Es mu in der wissenschaftlichen Gemeinschaft nicht nur eine Fbereinstimmung darGber geben, was die eingesetzte Memethode ist, sondern auch darGber, wie die daraus resultierenden Resultate, die Messungsergebnisse zu interpretieren sind. .  Nach der Darstellung der Argumente 8 und 9, in denen der methodologische Holismus, dem wir im Argument 4 begegnet waren, systematisch ausgeweitet worden ist, wollen wir nun die Argumente zusammenfassend charakterisieren. Anschlieend gehen wir auf einige Anmerkungen hinsichtlich der Argumentation ein. Das Wichtigste, worauf es in dem L?sungsansatz ankommt, nmlich die Rolle der Gbereinstimmenden Lebensform und darGber hinaus der Gemeinschaft, die diese Lebensform verk?rpert, wollen wir in Kapitel 6 ausfGhrlich behandeln. Um auf die eingangs im Abschnitt 4.1.1 prsentierten Varianten der Problematik von "einer Regel folgen" zurGckzukommen, stellen wir die dortigen Fragen IIV in verkGrzter Form erneut und formulieren Wittgensteins Antwort dazu im Hinblick auf die Rekonstruktion des vorliegenden L?sungsansatzes. Auf die Frage: "Was verbindet eine Regel mit deren Anwendungen?" (IV) ist die Antwort: Die Selbstverstndlichkeit sowohl der Regel als auch des Fbergangs von der Regel zu deren Anwendungen verbindet beide Pole. Auf die Frage: "Auf welchen uerlichen Tatsachen ruht das(#p-++@@ Spielen eines (Sprach)spiels?" (III) lautet die Antwort: Auf unserer Gbereinstimmenden Lebensform, verk?rpert durch eine Sprechergemeinschaft, ruht die Selbstverstndlichkeit, mit der der Fbergang von Regel zu Anwendungen garantiert ist. Die Antworten auf die Fragen III und IV finden wir in unserer Rekonstruktion der Argumente 8 und 9. Dort aber sucht man vergebens explizite Antworten auf die Fragen I und II. Aus der nheren Betrachtung der Argumente gegen den ontologischen Zwang entspringt jedoch eine naheliegende Antwort auf diese Fragen. Wir wollen die Fragen I und II wie folgt reformulieren: "Warum reicht die Beherrschung eines Spiels nicht aus, um auf die gleiche Weise fortzufahren oder sich fGr eine richtige Antwort zu entscheiden?" Die naheliegende Antwort darauf ist: Weil ich keinem ontologischen Zwang unterzogen bin und daher die Praxis der Regelbefolgung nicht als eine Handlung nach einer strengen Vorlage durchziehe und weil das Paradigma der Gleichheit ein Mythos ist, so kann es sein, da abweichende Anwendungen der Regel meinerseits auftreten k?nnen. In Bezug auf die Regelbefolgung heit nun die Kernfrage: "Was ist die Grammatik von 'einer Regel folgen'? ". Die Antwort hierfGr lautet: Einer Regel folgen ist eine ?ffentliche Praxis bzw. Handlung, in der Ich von der Regel zu einer bestimmten Anwendung dadurch Gbergehe, da ich mich auf eine Selbstverstndlichkeit beziehe, die meiner durch eine Gbereinstimmende Lebensform charakterisierten Sprechergemeinschaft entspringt. Man merke hier an, da der L?sungsansatz in der Tat vollstndig im Argument 8 zu finden ist. Das Argument 9 ist nur ein Ort, in dem Wittgenstein den L?sungsansatz begrGndet und verteidigt. Die Verteidigung des Ansatzes kann folgendermaen erlutert werden: Ich gehe von der Regel zu deren Anwendungen blind Gber, denn wie sollte ich kein Vertrauen in meine Gemeinschaft haben, in der sowieso eine GrundGbereinstimmung herrscht! Ich brauche also nur meine Lebensform nachzuahmen. Sie ist der allgemeine Rahmen, in dem Ich wegen der dort herrschenden Fbereinstimmung in meiner Praxis sicher bin, und das Bezugssystem meiner einzelnen Regelbefolgungen. Wittgensteins L?sung ist also ein Holismus, der, wie)p-++@@ in der Kritik zum Argument 4 bereits angemerkt, methodologisch ist. In der Kritik zum Argument 1 erschien uns der Schlu zur Praxis, zum gemeinschaftlichen Bezugssystem, als zu pl?tzlich gezogen. Im Hinblich auf die Argumente 8 und 9 aber findet man eine durchaus akzeptable BegrGndung dieses Schlusses. Will man die L?sung angreifen, so sollte man u.a. fragen, ob das neue Bezugssystem ohne Weiteres hinnehmbar ist; ob Wittgenstein hier nicht einen neuen Zwang eingefGhrt hat, nmlich einen "soziologischen Zwang"; wie die Gemeinschaft der Regelbefolger, die hier postuliert zu sein scheint, im einzelnen artikuliert ist. Auf diese Fragen und weitere andere wollen wir in Kapitel 6 eingehen. 4.3.2 Familienhnlichkeit und Kriterien der Regelbefolgung Ein zweiter L?sungsansatz, dem wir im Argument 7 begegnet sind und nun kurz systematisieren wollen, beruht auf dem Begriff der Familienhnlichkeit. Dieser Ansatz luft darauf hinaus, den methodologischen Rahmen der Familienhnlichkeit, der in dem ersten Teil der Philosophischen Untersuchungen entwickelt wurde, auf die verschiedenen Facetten des Begriffs der Wendung "einer Regel folgen" anzuwenden. Zur Erinnerung der Darstellung aus dem Kapitel 2 sei darauf hingewiesen, da der Begriff der Familienhnlichkeit im Rahmen der Diskussion Gber die Sprachspiele eingefGhrt wurde, um zu erklren, was die verschiedenartigen Sprachspiele eines abgegrenzten Bereichs miteinander zu tun htten (66f.): Zwischen Sprachspielen eines abgegrenzten Bereichs ist ein "Netz von hnlichkeiten, die einander Gbergreifen und kreuzen" zu beobachten, ein Netz von durch das Wort "Familienhnlichkeit" charakterisierbaren Verwandtschaften ( Ibidem ). Nun geh?ren die W?rter "einer Regel folgen" zu einem bestimmten abgegrenzten Bereich des Diskurses, nmlich zum Bereich des Diskurses darGber, was "Regel", "regelmig", "das Gleiche tun", "Handlung nach einer Regel", etc. sind. In bezug auf diese AusdrGcke lt sich Wittgensteins Maxime "Schau, ob ihnen etwas gemeinsam ist" (66) anwenden. Genauso wie bei der Betrachtung0*p-++@@ der Vorgnge, die "Spiele" genannt werden, ist hier die Festellung zu treffen: "wenn du sie anschaust, wirst du zwar nicht etwas sehen, was allen gemeinsam wre, aber du wirst hnlichkeiten, Verwandtschaften, sehen, und zwar eine ganze Reihe" ( Ibidem ). In dem logischbasierten Modell der Familienhnlichkeit ist der abgegrenzte Bereich des Diskurses Gber die Regelbefolgung wie folgt darzustellen: Die Gemeinschaft verfGgt Gber Beispielklassen von Aktivitten, die untereinander hnlich sind. Wendungen wie "Regel", "regelmig", "das Gleiche tun", etc. entsprechen klassifikatorischen Begriffen in dem Sinne, da diese Aktivitten enthalten, die denjenigen von bestimmten Beispielklassen hnlicher sind als denjenigen anderer Beispielklassen. Zur Aufforderung, darauf zu schauen, was "einer Regel folgen", "regelmig","das Gleiche tun", "nach einer Inspiration vorgehen", an hnlichkeiten haben etc., kommt Wittgenstein im Abschnitt 235, der erneut erwhnt wird: MXDaraus siehst du nur, was alles zu der Physiognomie desjenigen geh?rt, was wir im alltglichen Leben "einer Regel folgen" nennen. (235)ƺ M Der L?sungsansatz, der hierin steckt, lautet: "einer Regel folgen" hat viele Facetten, viele "Physiognomien", die alle "Eine Familie von Fllen" bilden (Siehe 236). Wenn einer sagt, er wGrde das Gleiche tun, einer Inspiration folgen, einer Vorlage entsprechend handeln, etc., so geh?rt dies zu einer Familie von Fllen, die hnlichkeiten aufweisen. Man sei dazu berechtigt, alle AusdrGcke zu diesen Fllen zu gebrauchen, aber unter dem Vorbehalt der Resultate der Argumente 1 bis 9 . Der auf der These der Familienhnlichkeit basierte L?sungsansatz steht in unseren Augen in direkter Verbindung mit Kriterien der Befolgung einer Regel. Das Problem der Kriterien ensteht dadurch, da die gemeinschaftlich eingebettete Praxis, wozu ich abgerichtet wurde, zum Beispiel eine Reihenfortsetzung nicht eindeutig garantiert. Trotzdem sind die von Wittgenstein propagierten Merkmale der Regelbefolgung so, da man auch in Fllen von Abweichungen u.U. immer noch von Regelbefolgung sprechen kann. *p-++@@Ԍ Die direkte Verbindung der FamilienhnlichkeitsL?sungsansatz mit Kriterien der Regelbefolgung besteht darin, da die "Physiognomien" oder, in unseren Termen, die klassifikatorischen Begriffe der Aktivitten der Regelbefolgung in der Tat das sind, worauf Wittgenstein in 238 hinweist, wenn er darauf auffordert Kriterien dafGr anzugeben, da die blaue Farbe "blau" zu nennen einem selbstverstndlich ist. Kriterien der Selbstverstndlichkeit der Regelbefolgung sind Wittgenstein nach u.a. die folgen 7` denI`  7 ԍ. Vgl. von Savigny[1988], S.273274. I: Ich folge der Regel ohne Zweifel (213); ich folge ihr blind und ohne GrGnde (211212); ich fGhle mich gefGhrt (231); ich brauche keine Information, um nach ihr zu handeln (222223); etc.. Die obigen Kriterien erm?glichen einem Beobachter, auch in Fllen von Abweichungen unter Umstnden immer noch von Regelbefolgung zu sprechen. Der Beobachter kann demjenigen, der handelt, bescheinigen, er folge einer Regel deswegen auf eine korrekte Weise, weil er ohne Zweifel handelt, ihr blind und ohne GrGnde folgt, sich gefGhrt fGhlt, etc.. 4.4 Wittgensteins L?sung als Mittelweg zwischen Platonismus und Skeptizismus In Kapitel 1 haben wir gesehen, da sich Wittgenstein in Zusammenhang mit der Regelbefolgung um eine ZurGckweisung sowohl des Regelplatonismus als auch des Regelskeptizismus bemGht. Die Beschftigung mit dem Regelplatonismus und auch, allgemeiner, mit dem Essentialismus nimmt eine weitaus wichtigere Stellung als die Beschftigung mit dem Regelskeptizismus, denn der ontologische Zwang setzt den ersteren dadurch voraus, da die ontologische Motivation zur Regelbefolgung durch die Existenz einer Entitt in Form einer Regel an sich. Wittgensteins eigene Position luft darauf hinaus, einen Mittelweg zwischen dem Regelplatonismus und dem Regelskeptizismus einzuschlagen. Der Regelplatonismus ist ihm insofern irrefGhrend, da er Regeln hypostasiert, und daraus ein unerschGterliche Realitt macht, obwohl eine Regel ihre Relevanz'Xp-++@@ und ihre Deutung nur im Zusammenhang mit einer Gemeinschaft der Regelbefolger erfhrt. Der Regelskeptizismus seinerseits ist fehlerhaft aus dem Grund, da der Zweifel in bezug auf Regeln nicht angebracht ist, da die in der Gemeinschaft praktizierte Regelbefolgung schon einen Sinn hat. Die Sprechergemeinschaft ist insofern ein Mittelweg zwischen Regelskeptizismus und Regelplatonismus, als sie der Ausgangspunkt fGr das Verstndnis der Regelbefolgung ist. Denn, einerseits, eine Regelbefolgung allein zu formulieren, zeigt immer noch nicht den Weg, wie in der Gemeinschaft die einzelnen Verhaltensweisen nach der betreffenden Regel auszusehen haben; andererseits, eine Deutung der Regelbefolgung ist einer Gemeinschaft klar. Die erste Alternative hnelt dem Regelskeptizismus und die zweite dem Regelplatonismus. Mit anderen Worten, Wittgensteins L?sung, die auf dem Begriff der Gemeinschaft beruht, kombiniert einige Aspekte sowohl des Regelskeptizismus als auch des Regelplatonismus, ohne jedoch die beiden Doktrinen zu rehabilitieren. pp-++@@  7  aa)׃  7,    a!K a p i t e l 5 Das Privatsprachenargument: Epilog zur Grammatik der Regelbe 7 folgung   5.0 Einleitung Wittgensteins AusfGhrungen Gber die Privatsprache oder, besser, die Unm?glichkeit einer solchen Sprache haben sich, gemessen an der FGlle der Kommentare und Kritiken dazu, als eines der  7 meist diskutierten Themen der Philosophischen Untersuchungen  7 erwiesen. Obwohl das Thema schon sehr frGh von namhaften Autoren behandelt wurde und die Diskussion darGber anhlt, ist kein Konsens Gber dessen Charakterisierung in der Literatur erzielt  7 wordenK  7 ԍ. FGr frGhere Interpretationen des Arguments bzgl. der Privatsprache siehe u.a. Macolm[1954], Rhees[1954], Ayer[1954], Strawson[1954] und Casta9eda[1966]. Die meisten spteren Interpretationen stGtzen sich hauptschlich auf diese frGheren (Vgl. Cooke[1974], S.25).K. Es gibt zwei Arten, die AusfGhrungen Gber die Unm?glichkeit einer Privatsprache zu rekonstruieren. Die erste Art der Rekonstruktion legt mehr Wert auf die Begriffe fGr Privates bzw. die Privatbegriffe, anhand deren die ZurGckweisung der Privatsprache von Wittgenstein geleistet wird, als auf diese ZurGckwei 7s sung selbst~sx  7{ ԍ. Ein Vertreter dieser Art der Rekonstruktion ist Strawson (siehe Strawson[1954], S.21f.).~. Die zweite Art privilegiert eher eine Darlegung des Arguments selbst als die Begriffe wie "Schmerz", "blau" oder "Empfindung", anhand deren das Argument veranschaulicht werden  7 wirds  7W$ ԍ. Malcolm[1954], Kripke[1982] und Pears[1989] sind gute Beispiele hierfGr. s. Unter den Vertretern der zweiten Art der Rekonstruktion sind wiederum zwei Hauptgruppen zu finden. Eine erste Gruppe konzentriert sich auf 243315 und versucht, die darin enthaltenen{( p-++@@  7 Argumentationslinien herauszufindenS  7X ԍ. Ein wichtiger Vertreter ist hier Cooke[1974].S. Dabei unterscheiden sich die meisten LektGren dadurch, welche Anzahl der Argumente von Wittgenstein ausgefGhrt werden und ob sich diese Argumente wesentlich voneinander unterscheiden oder nur Spezialflle von grundstzlicheren, allgemeinen Argumenten sind. Eine zweite Gruppe von Autoren betrachtet 243315 als einen Locus, in dem  7 das Privatsprachenargument nicht vollstndig zu finden seiZX  7 ԍ. Kripke[1982] und Pears[1989] sind Beispiele hiervon.Z. Pears zum Beispiel schreibt diesbezGglich: M X... the argument ... really is intended to demonstrate an absurdity and, therefore, it must satisfy the canons of a valid reductio. If it does not satisfy them as it stands, then it needs outside help drawn  7t from points made elsewhere in the book.2 t 7 ԍ. Pears[1989], S. 265. Wir merken an, da Pears nicht ausdrGcklich sagt, wo sich das Privatsprachenargument in seiner reductio ĩForm befindet. Angaben, die er hier und dort macht, veranlassen uns aber zum Schlu, da er wohl die 243f. meint. 2 ƺ M Pears ist in der Tat der Ansicht, da die GGltigkeit des Argu 7 ments auf andere Stellen in den Philosophischen Untersuchungen  7 als 243315 zu stGtzen sei, und der WennSatz im obigen Zitat wird im Verlauf seiner AusfGhrungen zu einer Behauptung, die er  7W rechtfertigt>W  7 ԍ. Ibidem , S.266273.>. Whrend Pears einen groen Teil des Arguments noch ab 243 lokalisiert, steht das "eigentliche" Argument nach Kripkes An 7 sicht "in den Abschnitten vor 243"8`  7# ԍ. Kripke[1982], S.3.8. Die AusfGhrungen Gber das Argument in 243f., wo dessen Anwendung auf Empfindungen stattfindet, seien "only a special case of much more general  7_ considerations about language previously argued ..."3_  7( ԍ. Ibidem .3. In unseren Augen steht das eigentliche Privatsprachenargument p-++@@Ԍnicht vor, sondern nach 243. Vor 243 steht nur die Wurzel des Arguments in den AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung. Die Grundstruktur des Arguments steht vollstndig in 243315, und die Hilfestellung von auen gilt nur der Klrung von Teilaspekten der Problematik. Im folgenden wollen wir diese unsere Ansicht darlegen und begrGnden. Die Grundstruktur des Privatsprachenarguments wird in 5.1 dargelegt, wobei auf das einzugehen sein wird, was Wittgenstein unter "Privatsprache" versteht. Ebenfalls in 5.1 werden die einzelnen Argumente der dargelegten Grundstruktur kurz charakterisiert. In 5.2 werden die vorhin charakterisierten Argumente detailliert rekonstruiert. Wert wird dabei nicht auf die Vollstndigkeit der einzelnen Instanzen der Argumente gelegt, sondern darauf, ausgewhlte Instanzen detailliert zu rekonstruieren. Der Frage danach, ob es doch entgegen Wittgensteins Beteuerung Privatsprachen in dem Spezialfall eines WolfKindes gbe, wird 5.3 gewidmet. Beginnend in 5.1 wird die Einbettung des Privatsprachenarguments in dem allgemeinen methodologischen und dok 7 trinalen Rahmen der Philosophischen Untersuchungen fortlaufend untersucht, wobei die direkte Verbindung mit der Regelbefolgung als deren Epilog eine besondere Stellung einnimmt. 5.1 Die Problematik 5.1.1 243: Grammatik der Privatheit als Epilog zur Grammatik des Ausdrucks "einer Regel folgen" Die Fragen, auf die hier eingegangen wird, lassen sich wie folgt stellen: Welche Bedeutung erfhrt der Begriff "Privatsprache", Gber den Wittgenstein handelt? Bei fester Bedeutung dieses Begriffs, welche Struktur haben die ausgefGhrten Argumente? Die Antwort auf die erste der beiden Fragen lt sich dadurch geben, da die Grammatik des Begriffs "Privatsprache" analysiert wird. Die zweite Frage lt sich durch die Angabe einer Grundstruktur der Wittgensteinschen ZurGckweisung der M?glichkeit einer Privatsprache beantworten. Auf die beiden Antworten sei nun nher eingegangen.3*p-++@@Ԍ Die Grammatik der Privatsprache ist von Wittgenstein in 243 angegangen worden. Zunchst sei 243 rekonstruiert. Zwei m?gliche Deutungen von "Privatsprache" werden in 243 unterschieden. Eine  7 erste m?gliche Deutung wird wie folgt eingefGhrtC  7 ԍ. Die Hervorhebung ist von uns.C: M XMan k?nnte sich also auch Menschen denken, die nur monologisch sprchen. Ihre Ttigkeiten mit Selbstgesprchen begleiteten (243a).ƺ M Das monologische Sprechen wird hier im Sinne von "sich selbst befehlen, tadeln, bestrafen, eine Frage vorlegen und auf sie antworten" verstanden. Aus der obigen Stelle geht hervor, da eine Privatsprache eine Sprache wre, die ein Sprecher monologisch, also ohne Mitwirkung eines Zweiten, sprche und deren Fbersetzbarkeit von einem Dritten gewhrleistet wre. In bezug auf das laufende ReihenBeispiel aus 185 k?nnte eine solche Sprache eine konkrete Erhellung bekommen. Denkt man sich einen Menschen, der Gber eine Privatsprache verfGgt, so heit dies, er sei in der Lage, zum Beispiel folgendes zu leisten: Er  7 k?nnte sich selbst befehlen, er m?ge die Reihe "+2!" oder "en!" entwickeln; nur er kenne die Regel der schrittweisen Fortsetzung solcher Reihen. Der Regel gehorche er dadurch, da er die Reihe tatschlich Glied fGr Glied aufschreibt. Weicht er von seiner Entwicklungsregel ab, so kann er sich selbst rGgen und abfllig durch eine mifallende uerung wie z.B. "Wie dumm von mir!", "Wie bl?d!", usw. urteilen. Er k?nnte sich sogar eine Bestrafung auferlegen, sich z.B. die Reihe nach seiner privaten Regel aneignen. Diese Privatttigkeit wre nach der ersten Deutung der Privatsprache (d.h. der Privatttigkeit der sprachlichen Regelbefolgung) eine berechtigte, privat geregelte Ttigkeit, weil eine unabhngige (d.h. eine von einem ueren Beobachter, "Forscher", festgelegte) Entsprechung ("Fbersetzung") vorliegen k?nnte. Die Privatsprache nach der ersten Deutung wollen wir weiter " Privatsprache " nennen. Sie beinhaltet Privatbegriffe , die Be8'Xp-++@@Ԯgriffe sind fGr den eigenen, privaten und fGr andere nicht verstndlichen Gebrauch. Eine zweite m?gliche Deutung des Begriffs "Privatsprache" ist die folgende: M X... eine Sprache [ist] denkbar, in der Einer seine inneren Erlebnisse seine GefGhle, Stimmungen, etc. fGr den eigenen Gebrauch aufschreiben, oder ansprechen k?nnte. (243b)ƺ M Die hierin gemeinte Sprache ist eine Sprache fGr Privates , d.h. fGr Inneres wie Schmerz, GlGcksempfindung, Trauer, usw., die jedoch privat ist, in dem Sinne, da sie unGbersetzbar bleibt: M X... die W?rter dieser Sprache sollen sich auf das beziehen, wovon nur der Sprechende wissen kann; auf seine unmittelbaren, privaten Empfindungen. (243b) ƺ M Die UnGbersetzbarkeit entpringt vermutlich der Unerreichbarkeit der privaten Empfindungen: Wenn nur der Sprecher wissen kann, was seine Empfindungen sind, dann kann die resultierende Empfindungssprache nur schwer, wenn Gberhaupt Gbersetzbar sein. Obwohl Wittgenstein eigentlich von einer privaten Sprache fGr Privates redet, spricht die Tatsache, da sich sptere Argumente gegen die zweite Deutung auf die Privatheit des Sprachbezugs konzentrieren,  7 dafGr, da hier von einer Sprache fGr Privates zu reden sei.x  7< ԍ. Von Kutschera, der eine hnliche Unterscheidung zwischen Ausdruck fGr Privates und privatem Audruck macht, meint, Wittgenstein htte diese Unterscheidung nicht im Sinne gehabt, obwohl seine Kritik gegen beide Arten der Privatheit gerichtet wird (siehe von Kutschera[1971], S.184f.). FGr uns aber beinhaltet 243, wie gezeigt, beide Deutungen der Privatheit einer Sprache.  Im Gegensatz zu 243, in dem die Privatheit der in Frage kommenden Privatsprachen allgemein festgelegt wird, konkretisieren 244255 diese Festlegung am Beispiel der Empfindungsw?rter.  7 Zunchst uert Wittgenstein eine Doppelwarnung X   7,) ԍ. Diese Warnung k?nnte man auch schon als Attacke gegen die Idee einer Privatsprache ansehen. Sie ist aber nur eine Vorstufe zu den eigentlichen Attacken, die erst ab 256 gestart*p-++Ԯet werden. : Auf der ei Xp-++@@Ԯnen Seite halte die Privatheit der Empfindungsw?rter der Sprachpraxis nicht stand (244245), und auf der anderen Seite beruhe sie auf einem falschen Verstndnis des Gebrauchs des Wortes "Wissen" (245247). Anschlieend gibt er zu, jedermans Empfindungen seien in einem gewissen Sinn zugnglich (248255). Die erste Warnung entspringt der Analyse der Art und Weise, wie sich W?rter auf Empfindungen beziehen (244). Die hier vorliegende Problematik kreist um die Bennenung des Privaten nach  7` Art des Referenzierungsmodells des Tractatus. Es geht Wittgenstein nicht darum, ob Sprecher eine Sprache fGr Privates je benutzen wGrden, denn dies sei in der Tat gegeben: "Darin scheint kein Problem zu liegen" (244). Es sei keine ObFrage der Art "Wird ein sprachlicher Bezug auf Empfindungen hergestellt?". Es sei eher eine WieFrage der Art "Wie wird ein solcher de facto bestehender Bezug hergestellt?" Wie kann eine Sprache fGr Priva 7 tes gedeutet werden, ohne an ein Tractatusĩhnliches Referenzierungsmodell zu appellieren? Wittgenstein reduziert die Beantwortung dieses Fragenkomplexes auf die Beobachtung des Prozesses des Erlernens von Empfindungsw?rtern, der ihm zufolge m?glicherweise wie folgt verluft: M XEs werden Worte mit dem ursprGnglichen, natGrlichen, Ausdruck der Empfindung verbunden und an dessen Stelle gesetzt. Ein Kind hat sich verletzt, es schreit; und nun sprechen ihm die Erwachsenen zu und bringen ihm Ausrufe und spter Stze bei. Sie lehren das Kind ein neues Schmerzbenehmen. (244)ƺ M Einiger Erluterungen bedarf die obige Beschreibung. Der erste Satz beschreibt den allgemeinen Proze des Erwerbs von Empfindungsw?rtern: Am Anfang seiner Entwicklung im Lernproze ist ein Kind nur dazu in der Lage, seine Empfindungen auf eine natGrliche Weise auszudrGcken; "natGrlich" versteht sich hierbei im Sinne von "vorsprachlich", "tierisch": Auf diese Weise k?nnen sich auch Tiere ausdrGcken, z.B. ein Hund durch ein Bellen, ein Fisch durch&Xp-++@@ ein Zucken, usw.. Der vorsprachliche und natGrliche Ausdruck wird unter Anleitung durch einen sprachlichen ersetzt. Der zweite Satz des Zitats illustriert die Vorgehensweise an dem Beispiel der Schmerzempfindung: Durch Anleitung der Erwachsenen ersetzt das Kind zunchst seine Schreie durch Ausrufe (wie z.B. "Aie!", "Ahua!", usw.) und danach durch ganze Stze als AusdrGcke seines Schmerzes. Was die Beobachtung des Lernprozesses uns lehre, ist folgendes: Die Praxis der gew?hnlichen Sprache beinhaltet einen Diskurs Gber Empfindungsw?rter, welcher nicht nach dem Muster des Refe 7 renzierungsmodells des Tractatus verluft, wonach sich der Ver 7 treter der Privatheitsthese zu richten scheint.2  7? ԍ. Grewendorf[1979] weist darauf hin, da das Zutreffen der These der >ffentlichkeit unserer Empfindungsw?rter hinreichend fGr den Nachweis der Inadquatheit des Referenzierungsmodells dieser W?rter sei. Wittgenstein ziehe sich jedoch nicht darauf zurGck, diese These als Voraussetzung zu unterstellen, sondern argumentiert zu deren Verteidigung, denn ihre Plausibilitt ist nicht bestreitbar (S.152153). Diese Verteidigung findet erst in einigen Argumenten der Abschnitte nach 155 statt. 2 Mit anderen Worten: Nicht unsere gew?hnliche Art des Erlernens und der Verwendung der Empfindungsw?rter ist anzugreifen, sondern das geg 7k nerische, Tractatusĩhnliche Referenzierungsmodell dieser W?rter. Die zweite Warnung betrifft etwas, was wir epistemische Privatheit nennen wollen. Diese wird von Wittgenstein untersucht und kritisiert. Eine fGr ihn "falsche" und "unsinnige" Auffassung der Privatheit ist die folgende: Derjenige, der Schmerzen hat, ist einzig allein in der Lage zu wissen , ob er tatschlich Schmerzen hat. Dies sei falsch, denn es entspreche dem gew?hnlichen Gebrauch des Wortes "Wissen" nicht. Der normale Gebrauch dieses Wortes setze so Wittgenstein implizit eine Kontrollierbarkeit von allen Seiten voraus. Folgerichtig wissen andere Leute, da (bzw. wenn bzw. ob) jemand Schmerzen hat. Wenn wir "Wissen" im normalen Sinn gebrauchen, dann mGssen wir streng unterscheiden zwischen "wissen, da p" und "p", also zwischen "wissen, da ich Schmerzen habe" und "Ich habe Schmerzen". Ist diese Unterscheidung vollzogen, so "kann man Gberhaupt nicht sagen ..., ich wisse , da ich Schmerzen habe ", denn ich habe sie einfach (246)"p-++@@ und brauche nicht zustzlich zu wissen, da ich sie habe. Ich habe sie, und die anderen wissen es. Da fGr Wittgenstein der Fbergang von "Ich habe Schmerzen" zu "Ich wei, da ich Schmerzen habe" nicht gewhrleistet ist, schlgt er eine LektGre vor von "Nur ich kann wissen, ob ich wirklich Schmerzen habe" als "Nur ich kann wissen, wie unsere  7 Sprechergemeinschaft die Worte 'meine Schmerzen' gebraucht"x  7` ԍ. Wittgenstein verwendet nicht direkt den Begriff "Sprechergemeinschaft". Da dieser aber hier gemeint ist, sieht man an der Behauptung "der Ausdruck der Ungewiheit [ist im Falle des Wissens] sinnlos" (247). Liegt der Ausdruck der Gewiheit vor, so liegt auch derjenige der Selbstverstndlichkeit vor, die ja, wie schon gesehen, mit der Sprechergemeinschaft eng verbunden ist (vgl. 238242).. D.h.: Wissen, ob man Schmerzen habe, ist nichts Privates, von der >ffentlichkeit Abgeschirmtes, sondern heit, da man in der Lage  7 ist, die Worte "meine Schmerzen" zu gebrauchen (247)X   7$ ԍ. In 247 geht es tatschlich um den Gebrauch von "Absicht". Dort ist der Ausdruck aber stellvertretend fGr "meine Schmerzen", die niemandem anderen zugnglich seien. . Der Fbergang ist nun also nicht mehr von "Ich habe Schmerzen" auf "Ich wei, da ich Schmerzen habe", sondern, vom Gebrauch von "Ich habe Schmerzen" auf "Ich wei, wie 'Ich habe Schmerzen' zu  7< gebrauchen ist"<(  7 ԍ. Es ist ziemlich unklar, inwiefern die Semantik von "Ich wei, wie 'Ich habe Schmerzen' zu gebrauchen ist" vom Gebrauch von "Ich habe Schmerzen" abhngt. Ein Vorschlag wre dieser: Die Verankerung in der Sprechergemeinschaft garantiert den Fbergang, der darin immer vollzogen ist. Obwohl schwer im Text begrGndbar, scheint uns dieser Vorschlag plausibel. . Neben den obigen beiden Warnungen leugnet Wittgenstein zwar nicht, da Empfindungen eine Art Privatheit genieen; er weist jedoch die Ansicht zurGck, man k?nne Identittskriterien fGr Schmerzen angeben, welche strikt privat wren (253). Der Gegner k?nnte allerdings versucht sein, zu behaupten: "Der Andere kann meine Schmerzen nicht haben" oder, beim Schlagen an die eigene Brust, "der Andere kann doch diesen Schmerz nicht haben!" Auf die erste Behauptung erwidert Wittgenstein Folgendes: Macht man sich klar, welche Identittskriterien physikalische Gegenstnde haben und wie diese Kriterien die Rede von "genau gleichen" Gegenp-++@@Ԯstnden regulieren, so wird einem klar, wie schwer solche Kriterien im Falle von Empfindungenanzugeben seien (253). Die zweite Behauptung wird dadurch zurGckgewiesen, da sie nur ein emphatisches Betonen und kein Kriterium der Identitt darstelle. Sie sei ein Betonen der Identitt und kein Kriterium dafGr ( Ibidem ). FGr Wittgenstein scheint es so zu sein, da es Sinn macht, von gleichem Schmerz nur soweit zu reden, wie es sprachlich Sinn hat zu sagen, man habe den gleichen Schmerz wie den eines Anderen, und nicht weil man Gber Identittskriterien fGr eigene objektivierbare Schmerzen verfGgen wGrde. Zur Beantwortung der Frage, welche Struktur die Gber die Unm?glichkeit der Privatsprache ausgefGhrten Argumente aufweisen, sei zunchst eine andere, wichtige Frage beantwortet, nmlich: Inwiefern hngt die Privatheit einer Privatsprache bzw. einer Sprache fGr Privates mit der Problematik von "einer Regel folgen" zusammen? Es gibt zwei Verankerungspunkte der Argumente gegen die M?g 7 lichkeit einer PrivatspracheX  7D ԍ. Wir werden fortan den Terminus "Privatsprache" fGr beide Deutungen einer Privatsprache verwenden, wenn nichts Anderes gesagt wird. vor 243, nmlich in 199 und 202. Der erste Verankerungspunkt hngt mit dem Argument 3.1 aus Kapitel 4 zusammen. Dort wird aus der Tatsache, da ein System der Gepflogenheiten nicht nur von einem isolierten Menschen ein einziges Mal verwendet wird, geschlossen, da kein isolierter Mensch nur ein einziges Mal einer Regel folge. Die Isoliertheit des betreffenden Menschen aber geht mit der Privatheit der von ihm befolgten Regeln und darGber hinaus mit der Privatheit der Sprache, zu der die Regeln geh?ren, einher. Das Argument 3.1 aus Kapitel 4 kann also nicht nur als Argument gegen die Privatheit der befolgten Regeln, sondern auch gegen diejenige der einbettenden Sprache gerichtet werden. Da dieses Argument aber vor 243 auftaucht, spricht dafGr, da hier der Aspekt Regelbefolgung im Vordergrund steht, whrend der Aspekt Sprache ab und nach 243 betont wird. Daher kann man nicht mit Kripke sagen, da das Wesentliche des Privatsprachenarguments vor 243 zu finden%p-++@@  7 seiD  7X ԍ. S. Kripke, op.cit. , S.3.D. Mit ihm aber stimmen wir darin Gberein, da das Privatsprachenargument ein Korollar der Argumente zur Regelbefolgung  7X ist:XX  7@ ԍ. Ibidem , Kap.3.:, denn wie bereits gesagt Sprache und Regeln der Verwendung der W?rter der Sprache sind voneinander untrennbar. Mit dem Argument 3.2 aus Kapitel 4 hngt der zweite Verankerungspunkt zusammen. In diesem Argument wird aus der Tatsache, da eine Regelbefolgung eine ?ffentliche Praxis ist, der Schlu gezogen, da diese nicht gleichzeitig eine private Aktivitt sein kann (vgl. 202). Was hier als Schlu gezogen wird, betrifft wiederum die Privatheit der Regel, nicht der Sprache. Letztere ist umfassender als erstere und Gegenstand der AusfGhrungen nach 243. Die Lehre aus beiden Verankerungspunkten des nach 243 ausgefGhrten Privatsprachenarguments sei wie folgt zusammengefat: Die Unm?glichkeit einer Privatsprache ist ein Epilog zur Unm?glichkeit der Privatheit der zu befolgenden Regeln einer Sprache. HinzugefGgt sei auch eine in Bezug auf 199200 viel diskutierte  7 Frage4  7d ԍ. DarGber siehe die frGhe Auseinandersetzung zwischen A. Ayer und Rush Rhees (Ayer[1954] und Rhees[1954]). FGr eine neuere Version dieses Themas siehe Pears[1989], der vom Fall des WolfKindes handelt. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema findet in 5.3 statt. 4: Werden Robinson Crusoe oder WolfKinder durch das Privatsprachenargument aus jeglicher Meisterung einer Sprache ausgeschlossen? Auf diese Frage kommen wir in 4.2 zurGck. Mit der in der Einleitung zum vorliegenden Kapitel bereits zitierten Auffassung Pears bezGglich der Struktur des Privatsprachenargument stimmen wir bis auf den schon ausgedrGckten Vorbehalt Gberein. Das Argument ist in unseren Augen tatschlich ein BGndel von unterschiedlichen Argumenten, die eine hnliche Struktur aufweisen und auf das Gleiche hinauslaufen. Die aufgewiesene Struktur ist wie Pears es ausdrGckt eine rexp-++@@Ԯ 7 ductio ad absurdum X  7X ԍ. Pears[1989], loc. cit. . Schon in Malcolm[1954] wurden Teile der Argumente aus dem BGndel als reductio ĩArgumente erkannt (Malcolm[1954], S.55). . Die Argumente zielen darauf, eine Absurditt oder, besser, eine Unm?glichkeit aufzudecken. Als unm?glich  7X wird eine Sprache fGr Privates, die privat wre, erweisen X  7 ԍ. Wittgenstein selber redet eigentlich nicht von der M?glichkeit vs. Unm?glichkeit einer Privatsprache, sondern von der "Denkbarkeit" ( vs. "Undenkbarkeit") einer solchen Sprache (243). . Am Beispiel der Empfindungsw?rter wird dies geleistet: Es wird gezeigt, da eine "Sprache, die meine innern Erlebnisse beschreibt und die nur ich verstehen kann", unm?glich sei (256). Man beachte, da die erste Deutung der Privatsprache von der zweiten impliziert wird, denn eine Sprache fGr Privates, die privat wre, ist auch eine Privatsprache; die Umkehrung aber gilt nicht, denn eine Privatsprache kann fGr andere "Gegenstnde" sein als nur fGr Privates. Angesichts dieser Tatsache k?nnte man meinen, eine Privatsprache fGr Gegenstnde auer des Privaten werde nicht in dem Argument mitberGcksichtigt. Die Rekonstruktion des BGndels von Argumenten wird aber zeigen, da Wittgenstein den allgemeinen Fall, also eine Privatsprache fGr beliebige Gegenstnde, im Sinne hat. Bevor die eigentliche Rekonstruktion der Argumente aus 243315 erfolgt, wollen wir eine Grundthese, die der in der Einleitung zu Kapitel 4 aufgestellten Grundthese hnelt, aufstellen. Die Tatsache, da die Wittgensteinschen AusfGhrungen Gber die Unm?glichkeit einer Privatsprache einen Epilog zu den AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung darstellen, wird in unserer folgenden Grundthese widergespiegelt: XIn 243315 verteidigt Wittgenstein die These, da die philosophische Ansicht, nach der "einer sprachlichen Regel 'privatim' folgen" hiee, eine ontologische Motivation, z.B. in Form von Empfindungserlebnissen, stGnde hinter allen einzelnen Anwendungen der befolgten Regel, ein philosophischer Mythos und eine "Verwirrung" durch den Begriff von "einer sprachlichen(#p-++@@ Regel 'privatim' folgen" sei. Folglich mGte man sich an einen Proze der Demythologisierung dieses Begriffs begeben. ƺ Die von Wittgenstein im hiesigen Zusammenhang bekmpfte These ist eine Version des ontologischen Zwangs. Sie sei privater ontologischer Zwang genannt und kann mit anderen Worten in Anlehnung an 217 wie folgt formuliert werden: Die Fbergnge der privaten Regelbefolgung sind alle schon vorab vollzogen worden, so da der Privatsprecher der Regel der Anwendung der Empfindungsw?rter wie einem Geleise folge. 5.1.2 Das Privatsprachenargument: Ein BGndel von spezifischen Argumenten  7  Bei den Warnungen in bezug auf das Benennungsmodell des Trac 7 tatus und die epistemische Privatheit sowie auf die genaue Identifizierung der Empfindungen werden einige der Aspekte vordergrGndig, die ab 256 zu systematischen Argumenten entwickelt werden: >ffentliche Bedeutung unserer Empfindungsw?rter, die Trennung des Aktuellen von den mentalen Einstellungen und die Irrelevanz des genau identifizierbaren Privatgegenstandes. 256 ist eine RGckkehr zu der Fragestellung von 243: "Wie ist es nun mit der Sprache, die meine innern Erlebnisse beschreibt und die nur ich selbst verstehen kann?" Beide Deutungen der Privatheit werden hierin mit herangezogen. Die "Denkbarkeit" dieser Sprache, "die meine innern Erlebnisse beschreibt und die nur ich selbst verstehen kann" sei ad absurdum durch eine Reihe von Argumenten  7 gefGhrt, die wir haben herauslesen k?nnend  7.# ԍ. Grewendorf[1979] hat eine korrekte Deutung der einleitenden Frage von 256: Wittgenstein frage sich, "ob eine ... Sprache 'denkbar' sei, die so geartet ist, da sich ihre W?rter auf das beziehen, wovon nur der Sprechende wissen kann, und die daher prinzipiell nur dieser verstehen kann" (S.154; wir heben hier vor). Es geht allerdings keinsfalls direkt aus der Frage in 256 hervor, da die UnGbersetzbarkeit der Privatsprache aus der epistemischen Privatheit folgt: Erst die BerGcksichtigung der Warnungen in 244255 verdeutlicht dies. d. Bevor die Argumen p-++@@Ԯte detailliert rekonstruiert werden, seien zunchst die von  7, Wittgenstein gemachten Annahmen der reductio festgehaltenP,  7 ԍ. Grewendorf und StegmGller sind neben Pears weitere Verteidiger der reductio ĩAuffassung des Privatsprachenarguments, die aber bemGht sind, die reductio ĩStruktur detailliert ans Licht zu bringen (Grewendorf, op. cit. ; StegmGller, op. cit , S. 653). Grewendorf erwhnt nur die erste und die dritte Annahmen und rekonstruiert somit Wittgensteins Argumente, als wren diese nur gegen Sprachen fGr Privates gerichtet. FGr eine weitere, aber quilibriertere Rekonstruktion, siehe von Kutschera[1971], 2.4. P: (A1) ` ` Die Empfindungssprache beschreibt (benennt) Empfindungen. b` (A2) ` ` Nur ich selbst, der Empfindende, kann die Empfindungssprache verstehen. b` (A3) ` ` Beschriebene Empfindungen sind mir, dem Empfindenden, privat.b` Das Privatsprachenargument zielt darauf, die Undenkbarkeit von (A1)(A3) zu zeigen und somit zum Schlu zu kommen, da (PSP) ` ` Es ist undenkbar, da (A1), (A2) und (A3) gelten (d.h.: Die durch (A1)(A3) charakte 7 risierte Sprache ist unm?glich)k  7 ԍ. PSP steht fGr " P rivat s prache fGr P rivates".k b` Die Argumente des BGndels namens Privatsprachenargument weisen die folgende Struktur auf: (A1)(A3) treffen nachweislich nicht zu, also gilt PSP. Dabei wird in den meisten Argumenten nur selten auf alle drei Annahmen (A1)(A3) gleichzeitig eingegangen. Im folgenden sei eine Aufzhlung der herausgelesenen Argumente  7 mit jeweils einer kurzen Charakterisierung zu finden:@X(  7% ԍ. Hinsichtlich der Anzahl der Argumenmte des BGndels gehen die Meinungen auseinander. Malcolm[1954] und von Kutschera[1971] z.B. haben 4 herausgelesen, whrend bei StegmGl ler[1975] und Grewendorf[1979] 2 bzw. 3 zu finden sind. Auch wenn zwei Autoren die gleiche Anzahl von Argumenten herauslesen, unterscheiden sie sich jedoch meistens, was den Inhalt der von ihnen herausgelesenen Argumente anbelangt. Der allgemeine Geist ist aber, sich nicht dogmatisch auf eine feste Anzahl festzu*p-++Ԯlegen, sondern vorsichtig die herausgelesenen Argumente darzulegen, ohne sie als die einzigen ein fGr alle Male durchsetzen zu wollen. p-++@@Ԍ1. XArgument (244, 256257, 260264, 270271): Unvertrglichkeit der ?ffentlichen Bedeutung der Empfindungsw?rter mit der angenommenen Privatheit. ƺ 2. XArgument (258267, 269): Mangel an Kriterien fGr die Richtigkeit der Privatsprache. ƺ 3. XArgument (272280): Mangel an einer Rechtfertigung einer Privatsprache durch Farbemfindungsw?rter. ƺ 4. XArgument (280287): Scheitern einer Privatempfindungssprache an der Natur des Menschen. ƺ 5. XArgument (288292): Undenkbarkeit der Selbstzuschreibung von Empfindungen auf Grund deren Identifikation. ƺ 6. XArgument (293299): Irrelevanz eines Privatgegenstandes. ƺ 7. XArgument (300315): Undenkbarkeit der Zuschreibung von Empfindungen an Andere auf Grund des eigenen ƺ XFalls. ƺ Die obigen Argumente 1 bis 7 seien nun im nachfolgenden Abschnitt rekonstruiert. Dabei werden wir wenn n?tig , wie schon in vorangegangenen Kapiteln bereits gemacht, am Ende jedes  7 Arguments auf dessen Schwachstellen hinweisenZ  7 ԍ. Mit der bereits verwendeten Konvention, rekonstruierten  7 Argumenten die Worte "Argument n" voranzustellen und mit dem Zeichen ^ zu beenden, fahren wir fort. . 5.2 Die Argumente zur "Undenkbarkeit" einer Privatsprache 256257, 260264, 270271 : Argument 1 : Nehmen wir an, ich htte eine Privatsprache fGr meine Empfindungen. Wir nehmen also an, da (A1) und (A2) gGltig sind. Falls nun die W?rter dieser Sprache, darunter auch die Empfindungs(# p-++@@Ԯw?rter, sich auf das Bezeichnete in unserer gew?hnlichen Weise beziehen und die Empfindungsw?rter als Ersatz fGr "natGrliche Empfindungsuerungen" stehen, dann sind diese Worte keine private Angelegenheit mehr und folglich ist die Empfindungssprache keine Privatsprache mehr. Denn jeder andere k?nnte sie verstehen, da die Bezeichnungsweise der W?rter jedem vertraulich ist (256). Nun k?nnte der Gegner aber zwei Flle vorfGhren (256): (i)X"[Ich bese] keine natGrlichen uerungen der Empfindungen, sondern nur die Empfindungen";ƺ (ii)X"[Ich] assoziiere ... einfach Namen mit den Empfindungen und verwende diese in einer Beschreibung".ƺ (i) und (ii) fGhren aber zu einer Absurditt bzw. zu unerwGnschten Konsequenzen respektive. Zu (i): Bese ich nur die Empfindung ohne deren natGrliche uerung, wie z.B. das St?hnen, den Gesichtsverzug, usw., so bestGnde keine einzige M?glichkeit mehr, einem Kind Empfindungsw?rter beizubringen. Anders gesagt, lernt ein Kind per Nachahmung des Benehmens der Erwachsenen, wie es dies immer tut, und gbe es solche uerlichkeiten nicht mehr, so wGrde das Kind nicht in der Lage sein, irgendein Empfindungswort zu lernen (257). Dies aber ist absurd. Zu (ii): Nehmen wir aber trotzdem an, ein Kind gbe seiner Empfindung einen Namen auch ohne Nachahmung des Benehmens der Erwachsenen. Damit sind zweierlei Konsequenzen m?glich ( Ibidem ): (a) Der Name der Empfindung wre so privat, da niemand anders ihn verstehen k?nnte, denn als privates Wort ist es vom Kind einem Dritten nicht verstndlich zu machen. Einem ein Wort verstndlich zu machen, heit aber, ihn in den Gebrauch davon einzufGhren. Dieser Gebrauch ist seine Bedeutung. WGrde das Kind nun dies nicht leisten k?nnen, so wren seine erfundenen Empfindungsnamen fGr die Allgemeinheit, also im gew?hnlichen Sinne, bedeutungslos (257), was unerwGnscht ist. (b) "Wenn man sagt 'Er hat der Empfindung einen Namen gegeben', so vergit man, da schon viel in der Sprache vorbereitet sein mu, damit das bloe Benennen einen Sinn hat."(257) D.h.: Es ist naiv hier an ein Genie zu glauben. Ein Kind kann nur dann seine0*p-++@@ Empfindung benennen, wenn es die Sprache voraussetzt . Denn das Benennen setzt schon voraus, da Mechanismen der Sprache, innerhalb derer das Benennen als solches zu verstehen ist, vorher in Gang gesetzt worden waren. Um einer Empfindung einen Namen zu geben, mu man dafGr in der Sprache vorbereitet gewesen sein. Die Grammatik eines Benennungswortes, sei es eines Empfindungswortes oder eines anderen Wortes, setzt eine Vorbereitung voraus. Also kann man hier von keiner Privatheit sprechen. Folglich sind (A1) und (A2) nicht gGltig, was schon vom Vertreter dieser Thesen unerwGnscht war. Ein weiterer "Grund" dafGr, da die allen Sprechern gemeinsame Sprache vorausgesetzt wird, ist Folgendes: Der ausgewhlte Name wird als Name einer Empfindung angesehen; das Wort "Empfindung" ist aber "ein Wort unserer allgemeinen, nicht mir allein verstndlichen, Sprache" (261). Es ist ein Wort, dessen Gebrauch einer Rechtfertigung, die von allen  7 Sprachern verstndlich ist, bedarf ( Ibidem ).:  7 ԍ. Das Wesentliche des Arguments 1 liegt, wie wir meinen, bis Ende von 261 vor. Die Abschnitte 262264 handeln von Przisierungen des Arguments mit Hilfe von Erwiderungen einiger m?glicher Einwnde des Gegners, wie z.B.: Es sei m?glich, sich einer Privatworterklrung begeben zu k?nnen, womit man in der Lage sein mGte, sich "im innern" vorzunehmen, wie das Wort "Empfindung" zu gebrauchen sei (262). Ein solches Vornehmen sei Wittgenstein zufolge absurd; denn der Gebrauch eines Wortes setze eine Technik voraus. Wie ist es nun mit dieser privaten Technik des Gebrauch? Zweierlei Antworten sind hierauf m?glich und werden durch die Alternativen in der Frage XSoll ich annehmen, da er [= Privatsprecher] die Technik dieser Anwendung [des Wortes "Empfindung"] erfindet; oder da er sie schon fertig vorgefunden hat? ƺ ausgedrGckt: (i) Ist die Technik der Anwendung der Privatsprache vorhanden, so setzt die Verwendung der W?rter der Privatsprache die allgemeine Technik unserer gew?hnlichen Sprache voraus und ist daher keine reine Privatsprache; (ii) ist sie vom Privatsprecher erfunden, dann heit dies, da er eine wirkliche private Sprache hat, die aber anderen Schwierigkeiten unterliegt (vgl. Argument 2). : ^ Hinsichtlich des obigen Arguments seien einige Kritikpunkte aufgebracht. Das Argument hat die folgende reductio ad absurdum geleistet: "Aus der Annahme, es gbe eine private Sprache [fGr Privates], folgten Konsequenzen, die zeigten, da dies keineDp-++@@  7 [private] Sprache ist"X  7X ԍ. Die Formulierung entnehmen wir bis auf die hinzugefGgten Vernderungen StegmGller[1975], S.653, in dem sie jedoch in Zusammenhang mit Argument 2 verwendet wird.. Inwiefern ist dies Wittgenstein gelungen? Die Beantwortung dieser Frage ist insofern wichtig, da Argument 1 fast ausnahmslos von allen Kritikern des Privatsprachenarguments erkannt worden ist. Wir fangen mit einem Hinweis darauf an, da Wittgenstein annimmt, der Privatsprecher wGrde die W?rter seiner Privatsprache in unserer gew?hnlichen Weise zur Beschreibung verwenden. Er fragt nmlich: "Wie bezeichne ich meine Empfindungen mit Worten? So wie wir's gew?hnlich tun?" (256) Wittgensteins Argument stGtzt sich auf eine bejahende Antwort zur letzteren der beiden Fragen. Aber wie ist es mit einer verneinenden Antwort darauf? Auf diese Alternative wird im vorliegenden Argument nicht eingegangen. Erst in Argument 2 findet diese Frage eine Antwort in Form des "E"Spiels aus 258, das von Wittgenstein kritisch  7h betrachtet wirdhh  7 ԍ. Den Ausdruck "'E'Spiel" entnehmen wir Grewendorf[1979], S.154. h. Da die verneinende Antwort nicht direkt hier angegangen wird, sondern auerhalb des hiesigen Arguments, ist unserer Meinung nach als eine Unvollstndigkeit im Argument anzusehen. Denn Argument 2, in dem sie vorkommt, handelt von einem zwar verwandten, aber anderen Thema. Eine weitere Kritik sei gegen die Art und Weise gerichtet, wie Wittgenstein den ersten der vom Gegner vorgefGhrten Flle, d.h. den Fall (i), konstruiert. Der Fall scheint uns offenkundig h?chst unwahrscheinlich. Man hat es hier mit einem Extremfall zu tun, nmlich: Einem Fall von jemandem, der sicherlich nicht mehr zu der Spezies der Tiere zu zhlen ist, vielmehr aber zu den Pflanzen; denn ein Mensch zu sein oder allgemein: Ein Tier zu sein geht mit einer Assoziierung der Empfindungen mit deren natGrlichen uerungen einher. Kein Gegner, so unklug er auch sein mag, wGrde so einen Fall vorfGhren. Unter den "natGrlichen uerungen der Empfindungen" allerdings ist die sprachliche uerung zu finden. Bese ich also keine solchen natGrlichen uerungen, so k?nnte ich auch keine zu verwendenden Namen einerT$@p-++@@ Sprache, sei es eine mir private oder nicht, mit diesen, meinen Empfindungen assoziieren. Anders gesagt: Die Kombinierung von (i) und (ii) ist eine unglGckliche Konstruktion. Die obigen Kritikpunkte haben eine Konsequenz hinsichtlich der SchlGssigkeit von Argument 1, was seine reductio ĩStruktur angeht. wenn wir allerdings mit unserem zweiten Kritikpunkt Recht haben, dann wre die auf die Flle (i) und (ii) folgende Argumentation hinfllig, was nur die diesen Fllen vorangehende Argumentation Gbrig bleiben liee. Letztere Argumentation aber leidet wie unser erster Kritikpunkt gezeigt hat an der Wittgensteinschen Parteinahme fGr die bejahende Antwort auf die Frage, ob der Gegner unsere gew?hnliche Bezeichnungsweise verwenden wGrde. Die Argumentation in Folge der bejahenden Antwort ist jedoch korrekt und Gberzeugend; sie erm?glicht schon die reductio ad absurdum . SchlGssig ist Argument 1 nur in dieser Hinsicht, sonst nicht. Argument 1 ist sozusagen nur eine Facette der Medaille, nmlich die negative, kritische Seite von dem Aspekt ">ffentlichkeit" des Privatsprachenarguments. Die andere Facette besteht aus einem positiven, konstruktiven Vorschlag, der einen Bezug zur Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft herstellt. Ausgangspunkt der Fberlegungen, die zum positiven Vorschlag fGhren, ist das  7 "E"Spiel aus 258:e  7 ԍ. Dieses Spiel kommt hauptschlich im Argument 2 zum Einsatz.e M XStellen wir uns diesen Fall vor. Ich will Gber das Wiederkehren einer gewissen Empfindung ein Tagebuch fGhren. Dazu assoziire ich sie mit dem Zeichen "E" und schreibe in einem Kalender zu jedem Tag, an dem ich die Empfindubg habe, dieses Zeichen. ƺ M Argument 1 (Fortsetzung ) : Sei das Empfindungszeichen "E" in meinem Tagebuch eingetragen worden. Nun stellen wir uns die folgende Verwendung des eingetragenen Zeichens vor: Ich messe die Empfindung, die ich habe, nmlich meinen Blutdruck, an dem Stand eines Blutdruckmessers.& p-++@@ Nach mehrmaligen Wiederholungen dieser Meerfahrung entfllt allmhlich jeglicher Bezug zum messenden Apparat. Das Steigen meines Blutdrucks wird mir so vertraut sein, da gar kein Apparat mehr ben?tigt wird, um es "richtig" anzusagen, genauso wie ich richtig sagen wGrde, da ich Fieber habe, mich erleichtern mu,  7 mich gleich rgern werde, usw. (271)D  74 ԍ. Vgl. von Savigny[1988], S.319.D. Von welchem Nutz kann nun so eine Erfahrung sein? Sie nutzt mir nicht dazu, meine Empfindung richtig wiederzuerkennen, d.h. richtig zu identifizieren; denn: Ob eine bestimmte Empfindung mit meiner Erfahrung identifiziert wurde, ist "ganz gleichgGltig". Auch ein Irrtum hinsichtlich eines solchen Erkennungsvorgangs wGrde gar nichts ausmachen, denn es geht ja hier gar nicht um eine Identifizierung. Wenn blutdruckmessungshnliche Erfahrungen nicht zur Identifizierung der eigenen Empfindungen vom Nutz sein k?nnen, dann ist die Frage nach der Rechtfertigung des Zeichens "E" fllig. Eine Kandidatantwort wre : "Vielleicht die Art und Weise, wie dies Zeichen in diesem Sprachspiel [d.h. "E"Spiel] verwendet wird." (270). Die stillschweigende Annahme, die mit dieser Antwort gemacht wird, ist die folgende: MXSoweit "E" als Bezeichnung einer Empfindung verwendet wird, wird es jedesmal als Bezeichnung derselben Empfindung verwendet, weil wir ... jedesmal denselben Ausdruck als Ausdruck der Blutdruckempfindung akzep 7 tieren.:X 7 ԍ. Ibidem , S.322.: ƺ M Sei die obige Annahme Identifikationspostulat genannt und MXDenke dir einen Menschen, der es nicht im Gedchtnis behalten k?nnte, was das Wort 'Schmerz' bedeutet und der daher immer wieder etwas Anderes so nennt das Wort aber dennoch in Fbereinstimmung mit den gew?hnlichen Anzeichen und Voraussetzungen des Schmerzes verwendete! (271)ƺ MH&p-++@@ԌD.H.: Das Identifikationspostulat ist nichts wert, denn das, was zhlt, ist nicht die Wiederkehr der gleichen Empfindung bzw. des gleichen "E"Zeichens, sondern die Verwendung dieses Zeichens in "Fbereinstimmung mit den gew?hnlichen Anzeichen und Voraussetzungen" der Empfindung. Das, was zhlt ist also die Tatsache, da ich das "E"Zeichen wie gew?hnlich verwende. Es ist mir somit egal, welches Wort es ist; nur dessen gew?hnliche Bedeutung zhlt. ^  7  Man erkennt hier ein Leitmotiv der Philosophischen Untersuchu 7C ngen: Ein "E"Zeichen, wie jedes Wort, diene im Sprachspiel dazu, in Fbereinstimmung mit dem allgemeinen Benehmen der Sprechergemeinschaft im Falle einer Empfindung verwendet zu werden. Derjenige, der das Wort "Schmerz" wie die meisten Mitglieder der Sprechergemeinschaft verwendet, setzt de facto den allgemeinen Gebrauch voraus. Was das Wort "Schmerz" bezeichnet so Wittgenstein implizit in 271 , ist nicht relevant; relevant ist der von den meisten Sprechern anerkannte Gebrauch. Der Bezug des positiveren Teils von Argument 1 zu der Problematik der Regelbe 7 folgung ist somit offenkundigt 7 ԍ. Besser gesagt: Es handelt sich hier um den Bezug zur L?sung von der Problematik der Regelbefolgung.. Dieser wird von von Savigny in folgenden Worten hergestellt: M XWeil seine [= des Sprechers] Neigung zu sagen : "ich glaube, ich habe Fieber" (oder dergleichen), mit dem Fieber zu einem bestndigen Muster verknGpft ist,  7 anerkennen wir sie als Ausdruck von FiebergefGhl...:  7! ԍ. Ibidem , S.320.:֬ƺ M In anderen Worten: Wichtig in diesem Zusammenhang ist nicht die Tatsache, da/ob das Wort "Fieber" im Mund desjenigen, der Fieber hat, einem bestimmten Zustand des Fiebers entsprche, sondern da die Verbindung seiner uerung "Fieber" mit dem FiebrigSein zum allgemeinen Muster der VerknGpfungen der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft passt. Nur so erkennen die anderen Sprecher"%p-++@@ die uerung "Ich glaube, ich habe Fieber" als Ausdruck des FiebergefGhls. 258267, 269 : Sei am Beispiel des "E"Spiels, einem Paradigma der gegnerischen Annahmen (A1) und (A2), die Denkbarkeit der Privatsprache GberprGft (258). Zu zeigen sei also Folgendes: Das "E"Spiel ist kein eigentliches Sprachspiel, in dem Sinn, da "die Regeln der privaten Sprache EindrGcke von Regeln [sind]" (259).  7  Argument 2 % 7< ԍ. Unsere Rekonstruktion des vorliegenden Arguments beruht gleichermaen auf Malcolm[1954] und StegmGller[1975], S. 647f..: Nehmen wir an, das "E"Spiel sei ein privates Sprachspiel, und der "E"Spieler wGrde nun versuchen, eine taugliche Definition des "E"Zeichens zu finden. "Eine Definition dient dazu, ... die Bedeutung eines Zeichens festzulegen." (258) Beim "E"Spiel heit dies: Der "E"Spieler lege die Verbindung zwischen dem "E"Zeichen und der wiederkehrenden Empfindung fest. Es ist festzustellen, da keine Definition fGr das "E"Zeichen tauglich ist; auch nicht einmal in Form einer selbstadressierten hinweisenden Definition der Art eines Konzentrierens der Aufmerksamkeit auf die wiederkehrende Empfindung, d.h. in Form eines inneren Zeigens auf die mit "E" assoziierte Empfindung. Denn: Sollte ein solches Konzentrieren der Aufmerksamkeit auf die Empfindung ein Versuch sein, sie sich einzuprgen, wie dies am einleuchtendsten zu sein scheint, so bezweckt dieser Versuch eine zukGnftige "richtige" Erinnerung an die Verbindung des "E"Zeichens mit der assoziierten Empfindung. Wir htten hier eine subjektive Richtigkeit, denn die Erinnerung ist etwas Subjektives (258, 269). Subjektiv ist diese Richtigkeit weil: "Richtig ist, was mir als richtig erscheinen wird." (258). Der Zweck des Gegners aber war es, das "E"Spiel als einen Paradefall eines Sprachspiels vorzufGhren. Ein Sprachspiel lt sich jedoch durch eine objektive Richtigkeit& p-++@@  7 charakterisieren, wofGr es Kriterien gibt9  7X ԍ. Wittgenstein spricht nicht explizit von objektiven Kriterien der Richtigkeit einer Sprache in 258259, die ja den Kern von Argument 2 ausmachen. An dieser Stelle aber steht dieses Thema nicht mehr zur Debatte, denn es ist bereits in den Abschnitten Gber die Regelbefolgung abgehandelt worden: Die objektive Richtigkeit lt sich aus dem Hintergrund der intersubjektiven, gemeinsamen und Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft beurteilen (vgl. die Richtigkeit der Fortsetzung einer arithmetischen Reihe).9. Die Richtigkeit der Erinnerung aber ist subjektiv: Ihr fehlt es an Kriterien, die die objektive Richtigkeit von echten Sprachspielen charakterisiert; sie ist nur eine Scheinrichtigkeit. Daher "heit [das] nur, da hier von 'richtig' nicht geredet werden kann" (258). Da das "E"Spiel sich auf die Einprgung bzw. die Erinnerung stGtzt und ihre Richtigkeit nur eine subjektive Richtigkeit ist, k?nnen die Regeln der Privatsprache, wofGr es ein Paradeparadigma ist, nur "EindrGcke von Regeln" sein (259). EindrGcke von Regeln sind aber keineswegs mit den Regeln selbst gleichzusetzen  7 ( Ibidem )3@   7 ԍ. Das Bild "Die Wage, auf der man die EindrGcke wgt, ist nicht der Eindruck von einer Wage" in 259 soll diese Tatsache hervorheben. Auf Regeln Gbertragen ist das Bild wie folgt zu deuten: Die Regeln, nach denen man richtig oder falch Gber EindrGcke spricht, sind nicht der Eindruck von Regeln. Von Savigny spricht von der "Regel, an der man seinen Eindruck mit , etwas richtig oder falsch zu machen ..." und die somit kein Eindruck sein kann (von Savigny[1988], S.309; wir haben hervorgehoben). 3. Aus der obigen Argumentation ist zu schlieen, da das "E" 7 Spiel kein Sprachspiel istx  7@ ԍ. Die Diskussion der Rolle der Erinnerung und der Subjektivitt der gegnerischen Argumententation wird in 265f. fortgesetzt, trgt aber nicht mehr entscheidend zur Argumentation in Argument 2 bei. Es soll lediglich dem Gegner klar gemacht werden, da ein Beharren auf der Erinnerung nicht ausreicht, um aus den Schwierigkeiten herauszukommen; es reiche auch nicht, sollte er Erinnerungen aufstapeln.. ^ StegmGller weist zurecht auf die folgende reductio ĩStruktur des obigen Arguments: "Aus der Annahme, es gbe eine private Sprache , folgten Konsequenzen, die zeigten, da dies keine Sprap-++@@Ԯ 7 che ist."  7X ԍ. StegmGller[1975], S.653; wir heben hervor. Siehe auch Malcolm[1954], S.54. FGr Malcolm ist dieses Argument "immanent" ("internal"), in dem Sinne, da der Schlu allein aus internen WidersprGchen der Annahme gezogen wird. Er selber gab nicht genau zu verstehen, was darunter zu verstehen ist, dieser Sinn aber entspringt seinem Text. Man merke den Unterschied zum ersten Argument: Dort folgte aus der Annahme einer Privatsprache, da dies keine Privatsprache sei; hier folgt daraus, da dies keine Sprache sei. Wie man sieht, ist Argument 1 ein Spezialfall von Argument 2. Da Argument 1 ein Spezialfall von Argument 2 ist, sieht man auch auf eine andere Weise. Der Einwand Wittgensteins in 258 gegen die Idee einer Feststellung einer Verbindung zwischen dem "E"Zeichen und einer Empfindung durch eine private Definition luft auf Folgendes hinaus: Um die privat festgelegte Definition auch in der Zukunft richtig gebrauchen zu k?nnen, ist ein Begriff der subjektiven Richtigkeit vorauszusetzen, der aber jegliche objektiven Kriterien fehlen; denn die Regeln dieser privat festgelegten Verbindungen sind private Regeln, die wegen ihrer Subjektivitt von EindrGcken von Regeln ununterscheidbar  7h Ԛsind@h@  78 ԍ. Vgl. auch StegmGller[1975], S.650. Ein Fehler wird jedoch von StegmGller begangen. Wittgenstein solle ihm zufolge gezeigt haben, die Privatheit der gegnerischen Sprache sei eine Schein privatheit. Diese wird unserer Meinung nach eher in Argument 1 als in Argument 2 gezeigt. Hier wird wie bereits unterstrichen worden ist gezeigt, da die Privatheit der gegnerischen Sprache dazu fGhrt, da diese gar keine Sprache mehr sein kann.. Charakteristisch fGr eine Sprache ist ihre objektive Richtigkeit. Fehlt es an Kriterien fGr die Beurteilung der objektiven Richtigkeit, dann kann man keine Sprache mehr haben, also auch keine Privatspache mehr. Mit dem Appell an Kriterien, die objektiv sein sollen, um von "richtig" und von "falsch" sprechen zu k?nnen, ist ein direkter Zugang zur Problematik von "einer Regel folgen" verknGpft. Es sei an die beiden L?sungsanstze zur Problematik der Regelbefolgung erinnert (vgl. 3.3): Es sind sprechergemeinschaftlich eingebettete Gepflogenheiten, einer Regel zu folgen, derer Anwendungen im Sprachgebrauch eine Familie von Fllen bilden. Diese L?sungen sollen dem Vorurteil entgegenwirken, "da 'das gleiche tun', 'inLH p-++@@ der gleichen Weise fortfahren' nur eines und zwar unter allen  7, Umstnden ein und dasselbe bedeuten mu"J,  7 ԍ. StegmGller, op.cit. , S.652.J. Sie sollen auch klar machen, da das Paradigma der Gleichheit (und darGberhinaus der mit der Regel verwandten Begriffe) von Dingen nicht ohne Weiteres auf Regeln zu Gbertragen sei. Auf das Privatsprachenargument angewandt, heit dies wie treffend von StegmGller formuliert worden ist Folgendes: M XErst wo ein allgemeiner Gebrauch besteht, k?nnen ƺ XKriterien der richtigen Anwendung einer Regel eingefGhrt werden. Die Anweisung, die der hypothetische Benutzer P einer Privatsprache erteilt: "dies nenne ich 'Schmerz' und wenn dasselbe Erlebnis wiederkommt, will ich es ebenfalls 'Schmerz' nennen ist keine Re 7P gel; die Anweisung zeigt in keine Richtung":PX 78 ԍ. Ibidem , S.653.:ƺ M In anderen Worten: Erst wo sprechergemeinschaftlich eingebettete Gepflogenheiten bestehen, kann von Kriterien der richtigen Anwendung einer Regel die Rede sein. Bei einer Privatsprache aber ist eine solche Einbettung nicht vorhanden. Die Anweisung des hypothetischen Benutzers P bedeutet auf keinen Fall, da er einer Regel folge, denn mit seiner Anweisung "dies nenne ich 'Schmerz'" mag vielerlei und zwar unter jeweiligen Umstnden verbunden sein, die sprechergemeinschaftliche Einbettung aber fehlt ihr. Die AusfGhrungen in Argument 2 haben einen Verankerungspunkt vor 243, nmlich in 202, wo die Argumentation darauf hinaus 78 luft, da eine Privatsprache keine soziale Praxis istC8  7" ԍ. Vgl. Kapitel 4, Argument 3.2.C und deshalb hinsichtlich ihrer Richtigkeit nicht kontrollierbar  7 Ԛwre;x  7& ԍ. Siehe 238f.. ;. Der Gegner k?nnte allerdings angesichts dieser Kritik versucht sein, die Kontrollierbarkeit seiner Privatsprache also die objektiven Anwendungskriterien derselben darin zu suchen, da er das "E"Spiel spielt, d.h. dadurch, da ihm je#p-++@@Ԯdesmal ein neuer Empfindungsgegenstand mit Hilfe seiner Erinnerung als derjenige, auf den er bereits das "E"Zeichen angewandt hatte, erscheint. Wittgensteins Antwort darauf ist obiges Argument 2. Gegen die Stichhaltigkeit der Argumentation in Argument 2 sei nun eine Kritik gerichtet, die durch von Kutschera ausgedrGckt wird: M X... die Funktionsfhigkeit einer Konvention ...[hngt] nicht von der Zahl derer ab, die diese Konvention treffen. (...) An Wittgensteins Argument ist zwar soviel richtig, da ein Fehlen einer Kontrolle des eigenen Sprachgebrauchs durch den Sprachgebrauch der anderen eine gewisse Unsicherheit in der Verwendung privater AusdrGcke zur Folge htte, die EinfGhrung privater W?rter wird aber damit noch nicht un 7X Ԛm?glich.NX 7 ԍ. Von Kutschera, op.cit. , S.187188.Nƺ M Diese vorsichtige Formulierung, der wir weitgehend zustimmen, k?nnte etwa wie folgt anders ausgedrGckt werden: Wegen der bekannten Neigung Wittgensteins zur Fbertreibung, ist seine strikte Ablehnung der Privatsprache so zu bewerten, da er uns dadurch nur davor warnen will, die stetige Kontrolle des eigenen Sprachgebrauchs durch den allgemeinen Sprachgebrauch zu vernachlssigen. HinzugefGgt sei, da es fGr die volle Kontrollierbarkeit und, dadurch, fGr die Funktionsfhigkeit einer sprachlichen Konvention zwar wGnschenwert ist, eine groe Zahl derer, die die betreffende Konvention treffen, zu haben, de facto aber gibt es Flle, wo ein einziger Mensch einer Konvention folgt. Ein solcher Fall tritt z.B. ein, wenn eine Sprechergemeinschaft, aus welchem Grund auch immer, so geschrumpft ist, da nur noch ein Mitglied davon Gbriggeblieben ist. Von diesem kann sinnvollerweise gesagt werden, er folge allein einer Konvention, die nur er ver 7% ԚstehtYX%X  7) ԍ. Vgl. auch Ayer[1954], S.63. Ayer meint, solche geschrumpften Sprachen seien keine Privatsprachen, denn sie waren nicht als solche gedacht . Dies scheint uns jedoch nicht der Punkt*p-++ des Streites zu sein. Wichtig ist, ob der Andere sie verstehen kann oder nicht.Y. Die Privatheit hier sollte man merken ist jedoch% p-++@@ keine prinzipielle Privatheit, sondern eine, die aus Mangel an Sprechern entsteht. Eine tiefgreifendere Kritik sei gegen die Relevanz der Argumentation in Argument 2 vorgebracht. Ist mit dieser Argumentation wirklich gezeigt worden, da die von Wittgenstein als privat charakterisierte Sprache undenkbar sei? Von ihm gezeigt wurde wie schon gesagt der nichtsprachliche Charakter des "E"Spiels. Die Relevanz der Argumenation ist jedoch fraglich auf Grund der Tatsache, da die von ihm abgeleitete Konsequenz nmlich der nichtsprachliche Charakter des "E"Spiels nicht von der Annahme der Argumentation d.h. es gbe eine Privatsprache herrGhrt, sondern von ihr prsupponiert wird. Derjenige Spieler, der das "E"Spiel spielt, geht allerdings davon aus, da eine ?ffentliche Sprache samt ihrer Richtigkeitskriterien von vornherein fGr sein Spiel nicht in Frage kommt. Wittgensteins Argumentation stellt also nur nachtrglich fest, was schon im Voraus gGltig war, nmlich, da der Fall des "E"Spiels a priori denjenigen der ?ffentlichen Sprache ausschliet. Eine Schwachstelle der Relevanz der Argumentation darin zu sehen, da die Wittgensteinsche Konsequenz eigentlich eine Voraussetzung ist, merkt auch Grewendorf; er sieht jedoch diese Schwachstelle nicht in der Argumentation selbst, sondern in ihrer auf Malcolm[1954] zurGckgehenden Rekonstruktion: "Meine These lautet, da Wittgensteins Argumentation in dieser Form [d.h. wie in der obigen Rekonstruktion in Form von Argument 2] trivial  7L wre.">L   7! ԍ. Grewendorf[1979], S.157.> Aus dieser von ihm entdeckten Trivialitt folgert er: "Das Problem, ob eine private 'Sprache' denkbar sei, erweist sich  7 somit als Scheinproblem.":  7% ԍ. Ibidem , S.158.: FGr Grewendorf ist die rekonstruierte Argumentation in Argument 2 nicht die adquate Rekonstruktion im Sinne von 258f., weshalb er eine Alternative vorschlgt, um ihm zufolge Wittgenstein gerecht zu werden. Es sei nun auf diesen Vorschlag eingegangen, bevor wir zeigen, daT$@p-++@@ unsere sich auf Malcolm stGtzende Rekonstruktion zwar die Argumentation Wittgensteins trivialisieren mag, aber adquat ist. Die AusfGhrungen in 258 sollen demonstrieren, da der private "bedeutungsverleihende Akt" des Sprechers, der allein seine Privatsprache verstehen wGrde, prinzipiell undurchfGhrbar  7 Ԛsei3  74 ԍ. Ibidem .3. Er nimmt dabei Bezug auf frGhere Rekonstruktionen von  7 Kenny und von von SavignyQX  7 ԍ. Siehe Kenny[1973], dt. [1974], S.224 und von Savigny[1969], S.94f.. Es sind beide Autoren, die das Wesentliche der Argumentation in 258 darin sehen, da das Konzentrieren der Aufmerksamkeit nicht in die Bedeutungsfeststellung mGndet. FGr weitere Stellen vgl. von Savigny[1988], S.309.Q. Wichtig in diesem Zusammenhang soll das Verstndnis bzw. die Bestimmung des Sinnes dessen sein, was es heien soll, "E" bezeichne eine bestimmte Empfindung. FGr ihn gibt die von Wittgenstein in 258 als "Zeremonie" bezeichnete Vorgehensweise des Gegners Aufschlu darGber. Hier ist Grewen 7 dorfs Rekonstruktion dieser Zeremonie:X   7| ԍ. Die Formulierung der Argumentationspunkte (1)(4) ist ein wortw?rtliches Zitat aus Grewendorfs Text. "SKG" steht fGr von S avigny, K enny und G rewendorf. Argument SKG : FGr den Gegner gelte Folgendes: X(1)X` ` Vom Zeitpunkt t an ist "E" die Bezeichnung fGr eine "Empfindung" der Art Xb` genau dann, wenn X(2)X` ` Zum Zeitpunkt t habe ich mir "E" als Bezeichnung fGr eine "Empfindung" der Art X eingeprgt.b` Da aber per Voraussetzung jegliche ?ffentlichen Kriterien fGr sein Einprgen ausgeschlossen sind, bleiben ihm dafGr nur noch die Erinnerung an die Einprgung Gbrig. Dies fGhrt also zur quivalenz von (2) mit ( p-++@@ԌX(3)X` ` Immer wenn ich nach dem Zeitpunkt t eine "Empfindung" der Art X habe, erinnere ich mich richtig an die Verbindung des Zeichens "E" mit der "Empfindung" X.b` Weil die richtige Erinnerung an die Verbindung "E"/"Empfindung" die Erinnerung an die Bezeichnung der betreffenden "Empfindung" durch "E" heit, ist (3) quivalent mit X(4)X` ` Immer wenn ich nach dem Zeitpunkt t eine "Empfindung" der Art X habe, erinnere ich mich daran, da "E" die Bezeichnung fGr diese "Empfindung" ist.b` Die Kette (1)(4), durch die der Gegner versucht, den Ausdruck X(*)X` ` "E" ist die Bezeichnung fGr eine "Empfindung" der Art X b` privat zu definieren, ist zirkulr, denn der Ausdruck (*) kommt in allen Gliedern der Kette vor. Wei man nicht, was etwas ist, so hilft auch keine Erinnerung daran weiter, zu wissen, was es ist. Auch die bestm?gliche Zuverligkeit unseres Gedchtnisses fGr eine "richtige Erinnerung" hilft nicht weiter, aus dem Zirkel heraus zu geraten, denn M XWittgensteins Argumentation luft .. nicht ... daraufhinaus, da wir bei der Erinnerung an die Verbindung von "E" mit einer "Empfindung" der Art X von unserem Gedchtnis getuscht werden k?nnten (...). [Sie] ist dahingegen zu interpretieren, da es eine Art privater Hinweisdefinition, aus logischen GrGnden nicht geben  7 kann.: 7 ԍ. Ibidem , S.159.: ^ ƺ M Entscheidend fGr Grewendorf in der Argumentation ist nicht die Subjektivitt, wie wir angenommen haben, sondern der Zirkel der gegnerischen Rechtfertigung seiner privaten Bezeichnung. Die Undenkbarkeit, um die es sich in 243 handelt, werde hier als logische Unhaltbarkeit gedeutet. Da unsere Rekonstruktion in Argument 2 adquat ist, zeigen wir zum einen dadurch, da Argument SKG nur ein StGck in der'Xp-++@@  7 Argumentation darin ist und zum anderen, da der Text der Philo 7/ sophischen Untersucbungen uns unterstGtzt. Zunchst sei die Einbettung von Argument SKG in unsere Rekonstruktion geleistet. VerkGrzt kann unsere Argumentation folgendermaen wiedergegeben werden: X($)X` ` Es sei denkbar, da (A1) und (A2) am Beispiel des "E"Spiels gGltig sind, wobei die durch dieses Spiel bezeichneten Gegenstnde nicht kraft uerer Kriterien, sondern durch eine Art privater hinweisender Definition mit dem "E"Zeichen assoziiert werden.b` X($$)X` ` Es gibt Schwierigkeiten , die durch die private hinweisende Definition des "E"Zeichens verursacht werden und zur Aberkennung jeglichen sprachlichen Charakters an dem "E"b` XX` ` Spiel fGhren.b` X($$$) Das "E"Spiel ist wegen (2) kein Sprachspiel. ƺ Nun kann der Schritt ($$) per Explizierung der erwhnten Schwierigkeiten entfaltet werden. Es gibt eine explizite , von Wittgenstein ausdrGcklich erwhnte und erluterte Schwierigkeit und eine, die dem Kontext implizit zu entnehmen ist. Die explizite Schwierigkeit hngt mit der Subjektivitt der eigenen Erinnerung an die privat eingeprgte Verbindung "E"/Empfindung zusammen. Sie ist ausfGhrlich im Korpus von Argument 2 rekonstruiert worden. Die implizite Schwierigkeit geht mit Argument SKG einher. Wenn die Kette (1)(4) in Argument SKG tatschlich zirkulr ist, dann besteht jeglicher Mangel an objektiven Kriterien in (1) weiter bis (4). Eine Hufung von Erinnerungen hilft allerdings nicht weiter, um aus dem Zirkel, innerhalb dessen der Mangel weiter besteht, herauszukomen. Da am Anfang der Kette schon eine Subjektivitt prsent ist, kann nicht bezweifelt werden, denn die anfngliche Einprgung ist ein subjektiver Akt. Da also die Subjektivitt aus logischen GrGnden wie in Argument SKG gezeigt unvermeidbar bleibt, werden ipso facto objektive Kriterien der Richtigkeit ausgeschlossen. Die angebliche Privat6*p-++@@Ԯsprache des Gegners ist somit wegen Mangel an objektiven Kriterien keine eigentliche Sprache. Wie man in obiger AusfGhrung sieht, lt sich argument SKG in Argument 2 einbetten. Dies fGhrt also dazu, da das grundstzlichere Argument unser Argument 2 ist, welches somit weiter besteht, ob auf eine "triviale" Weise oder nicht.  7  Da der Text der Philosophischen Untersuchungen uns in dieser Angelegenheit Recht gibt, merkt man an der Tatsache, da nicht der Zirkel, sondern unsere Argumentation explizit in 258f. zu finden ist, wo ausdrGcklich von der Richtigkeit der Erinnerung  7 und ihren Kriterien die Rede istd`  7 ԍ. Grewendorf zitiert zwar das Bild XAls kaufte Einer mehrere Exemplare der heutigen Morgenzeitung, um sich zu vergewissern, da sie die Wahrheit schreibt. (265) ƺ zur UnterstGtzung von Argument SKG. Genau betrachtet aber ist dieses Bild in 265 zur UnterstGtzung von Argument 2 angebracht: Es zeigt, da ein Appell an eine Erinnerung an eine frGhere Erinnerung nicht weiterhilft. Es kommt eben an einer Stelle vor, an der es um Details der Argumentation, nicht um deren Grundstruktur geht, die ja aus 258 herauszulesen ist.d. 272280: Parallel zu den Schmerzempfindungen, die in 244271 als Hauptfeld der Anwendung der Fberlegungen Gber die Empfindungsw?rter gelten, findet von 272 bis 280 eine Anwendung derselben Fberlegungen auf Farbempfindungen statt. Die Annahme, die angegriffen wird, ist in 272 formuliert und lt sich wie folgt ausdrGcken: Die Farbempfindung sei Menschen oder Gruppen von Menschen privat, in dem Sinne, da es eine eindeutige Zuordnung von Farben auf Menschen bzw. Gruppen von Menschen derart gibt, da der eine Mensch nicht wei, welche Farbe einem anderen Menschen privat ist, ob sie die gleichen Farben sehen oder nicht. Hauptschlich in 273275 und 280 findet die Erwiderung dieser Ansicht statt.# p-++@@Ԍř Argument 3: Die gegnerische Grammatik eines Farbwortes wie z.B. "rot" k?nnte so gedeutet werden (273): (i)XDas Wort "rot" bezeichnet eine (Platonische) Entitt, von der jeder von uns eine "eigene" Empfindung (Wahrnehmung) hat, die diesen Namen "rot" nicht trgt.ƺ (ii)XDas Wort "rot" bezeichnet eine allen bekannte Entitt, von der auch nur jeweiligen Sprechern bekannte Aspekte existieren.ƺ (iii) Es bezieht sich auf eine nur dem jeweiligen Sprecher Xbekannte Entitt. ƺ Sind diese Deutungen nun tauglich oder nicht? Die Frage sei durch eine Analyse der gegnerischen Verwendung von "bezeichnet" und "bezieht sich auf" beantwortet. Das Bezeichnen von etwas wie in (i) und (ii) st?t auf zweierlei Probleme. Zum einem erinnert es an das Augustinische Bild der Sprache, das ja wie bereits gesehen eine primitive Philosophie der Sprache darstellt. Zum anderen erinnert es an das "E"Spiel, worauf die bereits bekannten Einwnde aus Argument 2 anwendbar sind. Da die Erinnerung an das "E"Spiel hier geweckt wird, liegt an der Tatsache, da ein Sprecher eine eigene Empfindung, die auf eine Platonische Art wiederkehrt, mit einem Wort "rot" bezeichnet; d.h. er assoziiert seine wiederkehrende eigene (und somit private) Empfindung erneut und jedesmal mit dem Wort "rot". Mit dem Wort "bezieht sich auf" statt "bezeichnet" sind wir kein StGck weiter in der Klrung der Rolle des Farbwortes "rot" in Sprachspielen gekommen (274). Damit weitergekommen ist man nur hinsichtlich des Philosophierens, wo es als "der psychologisch treffendere Ausdruck fGr ein bestimmtes Erlebnis" betrachtet wird. Die durch "bezieht sich auf" gebrachte Przision wre die folgende: "'rot' bezieht sich auf ... " soll so viel heien, wie "'rot' bezeichnet ... und ich wei es". Dieses Wissen sei gedeutet als eine Art Introspektion auf seine Rotempfindung. Man htte damit zweierlei: Das Ansprechen des Farbwortes und einen "Seitenblick" auf die eigene Farbempfindung selbst ( Ibidem ). So0*p-++@@ ein Seitenblick aber kommt nur seltsamerweise beim Philosophieren vor, und nicht beim alltglichen, spontanen Aussprechen eines Farbempfindungswortes (275). Schauen wir einfach das, was im alltglichen Leben passiert, dann merken wir dort, da das spontane Aussprechen (oder Ausruf) eines Farbwortes keineswegs ein GefGhl der Privatheit aufruft (275). Solche Ausrufe sind nicht mit "philosophischen Absichten" verbunden; "... du hast kein Bedenken , diesen Ausruf an einen  7` Andern zu richten" ( Ibidem )C`  7 ԍ. Die Hervorhebung ist von uns.C. Es kommt also einem Sprecher natGrlich, selbstverstndlich vor, da sein Ausruf eines Farbwortes vom Dritten verstanden wird. Es kommt einem nicht vor, seine Farbempfindung sei nur ihm zuzuordnen. Nur ein "Philosoph", der Gber "die private Sprache" nachdenkt, kommt zu so etwas Seltsamem wie einer Privatheit der eigenen Farbempfindungen, die einen Ausruf eines Farbwortes begleiten wGrden. In der Hinsicht wGrde ein gew?hnlicher Sprecher, der ein Farbwort ausruft, nicht zugleich begleitend dazu seine "Aufmerksamkeit auf die Farbe zeigen" (275), so da er in der Lage wre, Gber seinen Eindruck hiervon einen Bericht an sich selbst anzufertigen (280). Vielmehr, um von Savigny zu zitieren: M XEs gibt die ?ffentliche Farbe "rot". "x empfindet y als rot" berichtet weder mit einem privaten Wort noch mit einem privat gebrauchten ?ffentlichen Wort Gber eine private Empfindung, sondern berichtet mit Hilfe eines ?ffentlichen Wortes Gber die ?ffentliche Tatsa 7 che, wie jemand etwas empfindet.?X 7p! ԍ. Von Savigny[1988], S.328.?ƺ M Da dieses Argument eigentlich ein Spezialfall von Argument 2 ist, beschrnken wir uns darauf, dessen Struktur zu analysieren. Argument 3 besteht aus zwei gut abgegrenzten Teilen, von denen der eine negativ und der andere positiv ist. Der negative Teil handelt von einer Kritik an den Worten "bezeichnet" und "bezieht sich auf". Die Argumentation in diesem Teil befindet sich zum Teil nicht explizit im Text der herangezogenen Abschnitte der&p-++@@  7 Philosophischen Untersuchungen. Die Hervorhebungen in 273 geben uns jedoch den Aufschlu, die Kritik des Augustinischen Bildes der Sprache und diejenige des "E"Spiels heranzuziehen, wie wir es getan haben. In 27 werden genau die Worte "eigene" in bezug auf Empfindung und "bezieht" (also implizit auch "bezeichnet") hervorgehoben. Das ruft auf klare Weise einen Zusammenhang mit der Assoziierung des "E"Zeichens (Farbwortes) mit einer privaten, wiederkehrenden Empfindung (eigener Farbempfindung) hervor. Der positive Teil des Arguments stellt eine Anwendung des methodologischen Rahmens der Familienhnlichkeit dar: Man schaue die Flle des Gebrauchs von "rot", "blau", "grGn", usw., in der alltglichen Sprache, um dort Eines ihnen hnliche zu bemerken, nmlich, da man kein "Bedenken" habe, die Farbw?rter an andere zu richten. In der ?ffentlichen Sprache sind Farbw?rter de facto eingebettet, weshalb sie kein "Bedenken" hervorrufen. 280287: Das vorherige Argument hat gezeigt, da ein gew?hnlicher Sprecher Gber einen privaten Eindruck einer Farbe keinen an sich selbst gerichteten Bericht anfertigt, sondern allen zu VerfGgung stehende Farbw?rter verwendet, um einen Diskurs Gber ?ffentliche Tatsachen vom Farbempfinden zu halten. Ein anderer, neuer Weg wird mit der Problematik der Privatheit eingeschlagen, wenn Folgendes eingewendet wird: Da Wittgenstein die Privatheit von Empfindungen und ihren Ausdruck als echte Mitteilung im Sinne einer Objektbeschreibung ablehnt, sollte man also z.B. sagen, der Schmerz existiere keineswegs unabhngig vom Schmerzbenehmen? Wittgensteins Antwort auf diese Frage stellt ein weiteres Argument des BGndels von Argumenten zur Undenkbarkeit der Privatsprache dar. Argument 4: Zur Unabhngigkeit des Schmerzes vom Schmerzbenehmen vom Gegner als Schlu gezogen sei die folgende Przisierung hinzugefGgt: "Es kommt darauf hinaus: man k?nne nur vom lebenden3*p-++@@ Menschen, und was ihm hnlich ist, (sich hnlich benimmt) sagen, es habe Empfindungen; es she; sei blind; sei taub; sei bei Bewutsein, oder bewutlos." (281) ^ Zweierlei sei hiernach also zu unterscheiden: (i)XSchmerz ist mit Schmerzbenehmen eng verbunden; undƺ (ii)XSchmerz ist nur Menschen oder ihm benehmenshnlichen Wesen zuzuschreiben. ƺ Wittgensteins AusfGhrungen in 282287 kreisen hauptschlich um den Punkt (ii). Punkt (i) ist hier eher am Rand zu finden, beschftigt sich aber mit einem wesentlichen Aspekt der Wittgensteinschen Auffassung der Empfindungsw?rter, nmlich der Diskussion, ob diese Auffassung ein Behaviourismus ist. Darauf wurde in 1.3 eingegangen. Das Problem, was in Punkt (ii) angesprochen wird, ist dasjenige von Schmerztrgern. Insbesondere um den Einwand, auch Wesen ohne menschliches Schmerzbenehmen k?nnten Schmerzen haben, kreist die Diskussion. Wenn man sich klar macht, "unter welchen Umstn 7 den " Zuschreibungen von Schmerzen an leblose WesenX  7D ԍ. Leblose Wesen werden stellvertretend fGr Wesen ohne menschliches Schmerzbenehmen von Wittgenstein in der Diskussion eingesetzt. geschehen, so Wittgenstein , dann wird man merken, da diese Umstnde einen Verweis auf einen Zusammenhang mit lebendigen Wesen beinhaltet (282). Die Zuschreibung von Schmerzen an leblose Wesen geschieht in Nachahmung einer Hauptverwendung , in der die Schmerzempfindung nur lebendigen Wesen zugeschrieben wird ( Ibidem ). "Nur von dem, was sich benimmt wie ein Mensch, kann man sagen, da es Schmerzen hat" (283). In anderen Worten: Das Schmerzbenehmen ist unser Zugang zum Schmerz, der von jemandem empfunden wird, ob dieser tatschlich existiert oder nicht, ist hier nicht relevant. Wir sind berechtigt zu sagen, da jemand Schmerzen hat, wenn er sich auf eine Art benimmt, die wir gew?hnlich mit dem Ausruf "Er hat Schmerzen!" quittieren. Es kann also nach dieser Auffassung vorkommen, da wir sagen, da jemand Schmerzen hat, ohne da er tatschlich von solchen geqult wird. Kurz gesagt: Es k?nnte ein Schmerzbenehmen ohne Schmerzen geben, aber einen Schmerz kann es nicht ohne Schmerzbenehmen geben.&p-++@@ Genau in diesem Punkt scheint uns Argument 4 ein Argument gegen die Denkbarkeit einer privaten Empfindungssprache zu sein. Das Schmerzbenehmen ist allen Mitgliedern einer Sprechergemeinschaft vertraut und zugnglich. Da dieses Benehmen der alleinige Zugang zu den Schmerzempfindungen (zumindest der Anderen) ist, k?nnen diese keine private Angelegenheit sein, Gber die nur der Empfindende reden k?nnte und die folglich eine nur von ihm verstndliche Sprache htte. Wie in hiesigen AusfGhrungen ersichtlich ist, wird durch Argument 4 die Idee einer Privatsprache fGr Privates zurGckgewiesen. Der Bezug auf die Problematik der Regelbefolgung lt sich mit dem vorliegenden Argument durch die Zuschreibung von Empfindungen an Menschen bzw. sich menschenhnlich benehmende Wesen herstellen. In 281 allerdings ist von der Zuschreibung von Empfindungen wie Seh, Schmerz und H?rempfindungen die Rede, aber auch von anderen typisch menschlichen Merkmalen, wie das Bewutsein bzw. die Bewutlosigkeit. Auch "nur von Menschen, und was ihm hnlich ist, [sagen wir,] es denke" (360). hnliches lt sich vermutlich in bezug auf Begriffe sagen, die mit Denken, Bewutsein, Empfindung, usw., verwandt sind. Wir sind der Meinung, da sich hnliches im Wittgensteinschen Sinne von der Regelbefolgung sagen lt: Nur von Menschen und was ihm hnlich ist, kann man sagen, es folge einer Regel. Die hnlichkeit mit Menschen betrifft hier seine soziale Anbindung. Nur von einem solchen sozial gebundenen Wesen lt sich sagen, es folge einer Regel. Dies ist eine Vermutung, die nicht direkt im Text der  7x Philosophischen Untersuchungen nachweisbar ist, die aber aus dem Grund plausibel ist, da der soziale Rahmen den Bezugspunkt fGr Wittgenstein darstellt, auerhalb dessen die Regelbefolgung  7! sinnlos wre und Streitigkeiten ausbrchen (vgl. 240)!  7W$ ԍ. Man k?nnte einwerfen, auch die physikalische Natur folge  7% Regeln. Der Eindruck, der in den Philosophischen Untersuchungen  7% geweckt wird, veranlat uns dazu zu meinen, da die Diskussion von solchen Naturregeln nicht grundstzlich eingeschlossen werden kann. Es geht Wittgenstein in erster Linie darum, sprachliche bzw. in sprachliche Regeln Gbersetzbare Regeln zu deuten. .!Bp-++@@Ԍř 288292: Die in 288292 er?rterte Problematik entpringt dem Argument in 281: Auf Wittgensteins Ansicht, da Zuschreibung von Empfindungen auf Grund des Verhaltens des Sprechers erfolgen, k?nnte nmlich seitens des Gegners eingewendet werden: Es mag sein, da Fremdempfindungen auf Grund eines Benehmens zugeschrieben werden, eine Selbstzuschreibung aber lt keinen Platz frei fGr einen Irrtum (288); denn meine Selbstzuschreibung von Schmerzempfindungen per Satz "Ich habe Schmerzen" rechtfertigt mich " vor mir selbst " (289) und geschieht per identifizierende Beschreibung meiner empfundenen Empfindungen. Der Einwand heit in anderen Worten: Mit dem Satz "Ich habe Schmerzen" quittiere ich eine treue Beschreibung meiner Empfindungen (292). Die Antwort Wittgensteins gipfelt in 290 und 292: M XIch identifiziere meine Empfindung freilich nicht durch Kriterien, sondern gebrauche den gleichen Ausdruck. Aber damit endet je das Sprachspiel nicht; damit fngt es an. (290) ƺ Xƺ XGlaub nicht immer, da du deine Worte von Tatsachen abliest; diese nach Regeln in Worte abbildest. Denn die Anwendung der Regel im besonderen Fall mGtest du ja doch ohne FGhrung machen. (292)ƺ M Sie sei nun rekonstruiert mit dem folgenden Argument. Argument 5: Sage ich: "Ich habe Schmerzen", so bin ich fGr den Gegner mir gegenGber berechtigt, dies zu sagen (289), denn damit habe ich mich selbst treu abgebildet. WGrde nun ein Zuh?rer wissen (d.h. identifizieren), was mit dem Wort "Schmerz" benannt wird, so wGrde er die Richtigkeit meiner Verwendung dieses Wortes bescheinigen. Meine Rechtfertigung bestGnde also darin, das Wort auch fGr andere Sprecher richtig verwendet zu haben. Dazu sei aber folgende Kritik eingebracht (289): Ich kann vollkommen)p-++@@ berechtigt ein Wort ohne Rechtfertigung meines Gebrauchs verwenden, denn die Abwesenheit einer Rechtfertigung bedeutet nicht, da ein Wort unberechtigt ("zu Unrecht") verwendet worden  7 sei.x  7 ԍ. Vgl. von Savignys Interpretation: Der erste Satz in 289, d.h. "Wenn ich sage 'Ich habe Schmerzen', bin ich jedenfalls vor mir selbst gerechtfertigt", bezieht sich der Interpretation zufolge auf 288a, Satz 3, d.h auf "Aber ich kann mich doch nicht irren ...". Diesem stimmen wir zu, der Bezug jedoch scheint uns strker auf 288c, wo von der Idee der Identifikation die Rede ist, zu bestehen als auf 288a. Kriterien werden nicht zur Identifikation meiner Empfindung gebraucht; dazu gebrauche ich denjenigen Ausdruck, den ich zur uerung meines Empfindens verwendet habe, nmlich "Ich habe Schmerzen". Sobald ich mit dem Gebrauch des Ausdrucks fertig bin, bin ich damit immer noch nicht mit dem Empfindungssprachspiel fertig; damit hat das Spiel nur begonnen: ".. its [des Spiels] terminus is subject to correction, improvement, and refine 7 ment.":   7| ԍ. Hacker[1990], S.105.: (290). In dieser Hinsicht mGssen Sprachspiele mit Empfindungsw?rtern von denjenigen mit physikalischen Objekten unterschieden werden; d.h.: Das Wort "beschrieben" mag sich "vielleicht zum besten" zur Charakterisierung des Satzes "Ich habe Schmerzen" eignen, dabei mu man sich aber stets daran erinnern, da ein physikalisches Objekt zu beschreiben nicht das gleiche Spiel ist, wie eine Empfindung zu beschreiben ( Ibidem ). Das Spiel mit "beschreiben" im Rahmen der Empfindungssprache ist in Ordnung, solange man damit keine Seelen bzw. K?rperzustnde reifiziert und sich klar macht, eine Empfindung sei nicht z.B. im Sinne eines Stuhls in einem Zimmer oder eines sonstigen,  7 anderen physikalischen Objekts wahrnehmbar ( Ibidem ).  7# ԍ. In diesem Zusammenhang hat Malcolm Recht, wenn er Strawsons Kritik, wonach Wittgenstein schreibe, W?rter benennen nie Empfindungen, verwirft. 244, wo von dem Lernen der Bedeutung von Empfindungsnamem die Rede ist, sprche gegen Strawsons Kritik (siehe Malcolm[1954], S.7172; fGr Strawsons Kritik, siehe Strawson[1954], S.22).  Was nun die treue Abbildung meiner Empfindung angeht, so setzt sie Regeln voraus, nach denen die Realitt abzubilden sei. p-++@@ Dagegen aber ist Folgendes einzuwenden (292): Nicht immer erfolgt eine Wortabbildung nach strengen Regeln. Der Grund dafGr liegt in der ganzen Diskussion von "einer Regel folgen": Bei der Anwendung der Regel folgt man keinem Platonischen Regelmuster, das sich wie ein MuseumsstGck am Beispiel des Pariser Metermasses starr anwenden lt, sondern "die Anwendung der Regel im besonderem Fall mGtest du ja doch ohne FGhrung machen" (292). Anders gesagt: Folgt jemand der Regel blind, so ist er Variationen derselben ausgeliefert und kann somit nicht zu einer treuen Abbildung der Tatsachen nach der Regel der treuen Abbildung der Realitt verdammt sein. ^ Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, da AusfGhrungen Gber die Regel zur ZurGckweisung der Privatsprache im Sinne der Selbstzuschreibung der Empfindungen, wie dies in "Ich habe Schmerzen" geschieht, angewandt wird. Obwohl ErstePersonEmpfindungsstze wie "Ich habe Schmerzen" an sich von Interesse  7 sindX  7 ԍ. Siehe u.a. StegmGller[1975], S. 665f.. Von Interesse sind sie fGr den Ausdruck der positiven Theorie Wittgensteins bzgl. des Gebrauchs solcher Stze., ist fGr unser Anliegen der Zusammenhang mit der Regelbefolgung am interessantesten. Die Anwendung der AusfGhrungen Gber "einer Regel folgen" scheint uns hier zwar gelungen zu sein, verdient aber eine Przisierung. Die Argumentation in Argument 5 suggeriert eine Unterscheidung zwischen einer deskriptiven und einer nichtdeskriptiven  7 Auffassung des ErstePersonSatzes "Ich habe Schmerzen".Z  7@ ԍ. In StegmGller[1975], S.664f. wird diese Unterscheidung auch gemacht, dort aber wird sie explizit als aus dem Text der  7 Philosophischen Untersuchungen folgend dargestellt. Dieser wird genau dann deskriptiv verwendet, wenn er als beschreibender Ausdruck einer identifizierbaren Entitt namens "Schmerz" dasteht. Nichtdeskriptiv wird er genau dann verwendet, wenn dadurch der Lernproze des Wortes "Schmerz" mit dem damit gekoppelten Schmerzverhalten im Vordergrund steht; "die Frage ist .. die: wie lernt ein Mensch die Bedeutung der Namen von Empfindungen? Z.B. des Wortes 'Schmerz'." (244). Die deskriptive Auffassung ist also mit einer Antwort auf eine WasFrage verbunden,(# p-++@@ whrend die nichtdeskriptive mit einer auf eine WieFrage gekoppelt ist. Es ist nun klar, da Wittgensteins Kritik der deskriptiven Auffassung gilt. Diese ist diejenige Auffassung, durch die sich die Denkbarkeit einer Privatsprache Gber Privates einschleicht: Nur der Sprecher wGrde wissen, was sein Schmerz hiee; er k?nne dieses Private per Wort "Schmerz" treu abbilden. Argument 5 zeigt eben, da dies angesichts der Resultate der AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung nicht standhlt.  293299: Das in diesen Abschnitten dargelegte Argument ist nach Argument 2 das wohl bekannteste Argument Wittgensteins gegen die  7< Denkbarkeit einer Privatsprache{<  7 ԍ. Die meisten Kommentatoren haben es erkannt und diskutiert: Siehe u.a. Malcolm[1954], S.55; Strawson[1954], S.22; Cook[1965], S.311312; Pitcher[1964], S.298f.; Cooke[1974], S.32; Genova[1978], S.51; von Savigny[1988]. Von Savigny gibt Hinweise auf weitere Lesarten der Wittgensteinschen Fberlegungen in 293 ( op. cit. , S.344). {. Dessen Gipfelpunkt ist  gleich am Anfang der Abschnitte 293 bis 299 zu finden. Das Wesentliche des Arguments ist darin zu finden. 294299 sind nur die Entfaltung dessen, was schon anfangs in 293 gesagt wird. Argument 6: M XWenn ich von mir selbst sage, ich wisse nur vom eigenen Fall, was das Wort "Schmerz" bedeutet, mu ich das nicht auch von Andern sagen? Und wie kann ich denn den einen Fall in so unverantwortlicher Weise verallgemeinern? (293a)ƺ XNun, ein Jeder sagt es mir von sich, er wisse nur von sich selbst, was Schmerzen seien! Angenommen, es htte Jeder eine Schachtel, darin wre etwas, was wir "Kfer" nennen. Niemand kann je in die Schachtel des Andern schaun; und Jeder sagt, er wisse nur vom Anblick seines Kfers, was ein Kfer ist. Da k?nnte es ja sein, da Jeder ein anderes Ding in seiner Schachtel htte. Ja, man k?nnte sich vorstellen, da sich ein solches Ding fortwhrend vernderte. Aber wenn|$@p-++@@ nun das Wort "Kfer" dieser Leute doch einen Gebrauch htte? So wre er nicht der der Bezeichnung eines Dings. Das Ding in der Schachtel geh?rt Gberhaupt nicht zum Sprachspiel; auch nicht einmal als ein Etwas : denn die Schachtel k?nnte auch leer sein. Nein, durch dieses Ding in der Schachtel kann 'gekGrzt werden'; es hebt sich weg, was immer es ist. (293b)ƺ XDas heit: Wenn man die Grammatik des Ausdrucks der Empfindung nach dem Muster von 'Gegenstand und Bezeichnung' konstruiert, dann fllt der Gegenstand als irrelevant aus der Betrachtung heraus. (293c) ^ƺ M Der oben in voller Lnge zitierte Abschnitt 293 bringe nach von Savigny gedanklich nichts Neues, was nicht schon in 289290 gesagt worden wre, sondern male nur die dortigen Gedanken be 7 sonders prgnant aus?  74 ԍ. Von Savigny[1988], S.343.?. Wir geben aber eine Rekonstruktion an, die zeigt, da die Fberlegungen in 293 Gber die in 289290 behandelte Identifikation von Empfindungen hinausgehen. Unsere Rekonstruktion von 293 lautet wie folgt: 293a skizziert die zu untersuchende These des Gegners; 293b stellt die reductio ad absurdum der gegnerischen These in dem sog. KferInDerSchachtelArgument dar; und schlielich wird in 293c eine Folgerung hinsichtlich der Grammatik des Ausdrucks der Empfindung gezogen. Zu 293a: Die zu untersuchende These des Gegners lautet: Wenn ich mir durch den Satz "Ich habe Schmerzen" Schmerzen zuschreibe, so heit dies, da ich nur von meinen eigenen Schmerzen ("vom eigegen Fall") wisse, welches Designatum das Wort "Schmerz" hat.  7D Sei diese These PGThese genannt[D X  7,$ ԍ. "PG" steht fGr " p rivater G egenstand". [. In bezug auf die PGThese sind zwei Fragen gestellt: (1) Dieses Etwas ("das"), was "Schmerz" in meinem Fall heit, kann ich es auch nicht von Anderen behaupten? D.h. behaupten, da der Andere Schmerzen habe und wisse von seinem eigenen Fall, was das Wort "Schmerz" bedeutet? $p-++@@Ԍ(2) Ist die erste Frage bejaht, wie ist dann diese Fbertragung des eigenen Falls auf Andere eine Verallgemeinerung in der Tat zu verantworten? Die Verallgemeinerung des Gegners hat die Form: aus der Tatsache, da ich vom eigenen Fall wei, da ich Schmerzen habe, d.h. was "Schmerz" bedeutet, behaupte ich, da Andere auch wissen, was "Schmerz" bedeutet und zwar von ihren eigenen Fllen  74 aus04  7 ԍ. Vgl. auch Hacker[1990], S.111: X... the problem of 'generalizing one's case' here does not address the question of how I know that others are in pain, but rather how I know how others assign meaning to 'pain'.ƺ Die kritisierte These nennt Hacker "semisolipsismus" und erklrt diesen bezugnehmend auf MS 150 und 165 wie folgt: X'semisolipsism' since the proponent of this philosophical mythology does not argue that he is the only person who has pain (indeed the only person who can intelligibly be said to have pain). Rather does he claim that others likeweise know what 'pain' means from their sensation ... ( Ibidem ).ƺ Dagegen wird der Solipsist folgendermaen charakterisiert: Xthe solipsist ... argues that it is inintelligible that anyone but he should have [his own exemplar of private experience] ( Ibidem ).. Wie wei ich also, wenn ich nur vom eigenen Fall wei, was ein Empfindungswort bedeutet, wie Andere diesem Wort eine Bedeutung verleihen? Eine solche Verallgemeinerung ist "unverantwortlich". Unverantwortlich ist sie, weil eben von diesem einen Fall, nmlich meinem eigenen privaten Fall, keineswegs mit Gewhr wegen GrGnden, die in 293b ersichtlich sein werden, auf Flle der Anderen geschlossen werden kann. Zu 293b: Angenommen, der SemiSolipsismus gelte; es heit damit, man nehme an, "ein Jeder sagt es mir von sich, er wisse nur von sich selbst, was Schmerzen seien!". Was sind die Folgen davon? Die Annahme hnelt dem KferInDerSchachtelGleichnis.Dp-++@@ԌDie Anwendung davon auf das Wort "Schmerz" ist klar: Die Annahme bedeutet, da jeder wisse, wie das Wort "Schmerz" zu gebrauchen sei und damit etwas meine bzw. bezeichne, von dem nur er selber einen "Anblick" htte. Damit hat man aber keine Bezeichnung eines "Etwas" namens Schmerz, denn das Gleichnis zeigt, da kein Etwas zum Sprachspiel mit dem Wort "Schmerz" geh?rt. Der Grund dafGr, da das gegnerische Etwas nicht zum Sprachspiel geh?rt, ist der folgende: Wenn das Etwas, was bei jedem anders sein oder sich bei der gleichen Person stndig verndern kann, zum Sprachspiel geh?ren wGrde, dann bestGnde kein Raum mehr fGr eine sprachliche Verstndigung durch das Wort "Schmerz" , die der SemiSolipsist ja nicht ausklammert; denn das Etwas sei jedem strikt privat. Vielleicht ist es dies, was Wittgenstein "unverantwortliche" Verallgemeinerung des Gegners nennt. Die M?glichkeit der Rede Gber den Schmerz der Anderen geht wegen Mangel an Verstndigung verloren: Man wGte nicht, wovon man redet und somit aneinander vorbeiredete. Dies unterstreicht besonders 294: M XIst das [= Problematik des 293a] nicht, als sagte ich von einem: "Er hat Etwas. Aber ob es Geld, oder Schulden, oder eine leere Kasse ist, wei ich nicht." ƺ M Der Zentralpunkt in der Argumentation liegt in den Voraussetzungen des FrageAntwortPaares "Aber wenn nun das Wort 'Kfer' dieser Leute doch einen Gebrauch htte? So wre er nicht der der Bezeichnung eines Dings". Die Antwort ist einleuchtend: Sicher, da Sprecher einer Gemeinschaft einen Gebrauch von "Kfer" machen, aber es ist nicht unbedingt ein bezeichnender Gebrauch. Zu 293c: Es wird hier sowohl ein Licht auf die Struktur der Argumentation in 293b geworfen als auch eine Folgerung gezogen. Zur Struktur der Argumentation wird folgendes gesagt: Der Gegner rekonstruiert den Gebrauch des Empfindungsausdrucks "nach dem Muster von 'Gegenstand und Bezeichnung'", wonach also die Relevanz des bezeichneten Gegenstandes vordergrGndig sein soll; dies aberl*p-++@@ fGhrt zu dem von ihm nicht gewGnschten Ergebnis, da der bezeichnete Gegenstand "als irrelevant aus der Betrachtung heraus[fllt]". Des Gegners Ausgangsannahme sei also nicht aufrechtzuerhalten. Die hier verdeutlichte Struktur ist also diejenige einer reductio ad absurdum . Die Folgerung, die Wittgenstein ableitet, zielt darauf, zu warnen, da es zwecklos sei, den Weg einer Konstruktion der Grammatik der EmpfindungsausdrGcke nach dem soeben kritisierten "Muster von 'Gegenstand und Bezeichnung'" einzuschlagen, denn das unerwGnschte Resultat der Irre 7 levanz der bezeichneten Dinge ergibt sich immer daraus9@  7 ԍ. Diese zweite Deutung des WennDannSatzes in 293c scheint uns sogar fGr Wittgenstein vordergrGndig zu sein: Durch den letzten Satz in 293b, nmlich "... durch dieses Ding in der Schachtel kann 'gekGrzt werden' ..." sagt Wittgenstein eigentlich, da die gegnerische Annahme zur Irrelevanz des bezeichneten Dings fGhre; durch den WennDannSatz in 293c kommt eine weitere Verschrfung ins Spiel: Jeder, der so verfhrt, wie der Gegner es tut, wird das gleiche Migeschick wie er erleben. 9. Was hat nun unsere Rekonstruktion von 293 gezeigt, das Gber die in 289 und 290 gehandhabte Identifikation hinausgeht? Es ist Eines: Man soll nicht von dem solipsistischen Fall ausgehen, um von Empfindungen des Anderen nach dem gleichem Muster zu reden, denn keine Verstndigung wre hier mehr m?glich. Hier kommt die Verbindung zur Regelproblematik auf klare Weise zu Tage. Meine Verwendung des Wortes "Schmerz" wird nicht durch eine ontologische Motivation reguliert, die hinter diesem Wort in Form eines Etwas zu finden wre, welches durch den Namen "Schmerz" bezeichnet wGrde. Vielmehr wre ein anderer Weg einzuschlagen, als derjenige "nach dem Muster von 'Gegenstand und Bezeichnung'". Um welchen Weg handelt es sich eben? Wittgenstein sagt es in 293300 nicht. Angaben zu einer Antwort auf diese Frage sind  7  aber verstreut in den Philosophischen Untersuchungen ersichtlich. So z.B. in 384: "Den Begriff 'Schmerz' hast du mit der Sprache gelernt". Im Licht der AusfGhrungen in 244, wo der gleiche Lerngedanke vorkommt, heit dies, da man sich nur noch darum kGmmern solle, wie "Schmerz" gebraucht wird, wie seine Grammatik aussieht. Es liegt hier also auf der Hand, zu sagen: Schau mal!p-++@@ auf die Flle des Gebrauchs von "Schmerz" in der Sprache und lies davon die hnlichkeiten ab. Hinsichtlch 293c macht Hacker offensichtlich einen Fehler. Er paraphrasiert den Teil c des Abschnitts richtig wie folgt: M (*)XIf we think of 'pain' as the name of a sensation we have on the model of names of objects ..., then so 7 lipsism is unavoidable.< 7 ԍ. Op. cit. , S.112.<ƺ M Weiter auf der gleichen Stelle behauptet er, da der folgende Schlu von Wittgenstein gezogen wird: M (**)XAnd the incoherence of solipsism is a consequence of the logical impossibility of a private language.ƺ M Der Schlu (**) erscheint uns Gberraschend, denn die Kontraposition von (*) ergibt, da eine Empfindungssprache undenkbar wre, wenn der Solipsismus vermieden wGrde, z.B. dadurch, da seine Unm?glichkeit gezeigt wGrde. Diese Kontraposition aber steht nicht im Einklang mit (**). Ein Kritikpunkt, den wir hinsichtlch des Arguments in 293 aufbringen wollen, betrifft den Schlu "dann fllt der Gegenstand als irrelevant aus der Betrachtung aus". Wittgenstein will wie oben geschildert damit ausdrGcken, da die bezeichneten Gegenstnde nicht zur Sprache zu beziehen sind. Der Eindruck wird aber hierdurch vermittelt, als wGrde die Sprache ausschlielich immanent hinsichtlich der Empfindungsw?rter bleiben. Sie dreht sich nur um die ihr zugeh?rigen Gebruche. Dies scheint uns Gbertrieben zu sein, denn Wittgenstein macht damit eine stillschweigende Annahme, nmlich: Es gbe nur einen Gebrauch von "Entitt", von "Etwas" und zwar nach dem Muster von 'physikalischer Gegenstand und Bezeichnung'. Sobald es um "Etwas" geht, denkt er an dieses Muster und schreckt sich zurGck, "Etwas" Gberhaupt noch in anderen Verwendungen zu gebrauchen. Diese Haltung ihm aber nicht. Liberal htte er auch in bezug auf den Gebrauch von "Etwas" sein k?nnen und zwar bis auf die Annahme'Xp-++@@ eines Gebrauchs von "Schmerz" als von "Etwas" in einem gewissen Sinne. Eine weitere Kritik sei gegen die Tauglichkeit des Gleichnisses selbst als Veranschaulichung des von Wittgenstein ausgefGhrten Falles gerichtet. Die wichtigsten Entsprechungen in der Veranschaulichung des Gleichnisses sind die folgenden: "Kfer"/ "Schmerz", DasDingInDerSchachtel/DasUnter"Schmerz"FallendeDing, Schachtel/eigener Fall der Schmerzempfindung. Ein entscheidender Unterschied zwischen dem Schachtelgleichnis und der eigenen Schmerzempfindung liegt darin wie von von Kutschera ausgedrGckt , da "Wittgensteins Kferbeispiel ... darauf [beruht], da der Kfer in der Schachtel ein isoliertes Phnomen ist, das mit anderen, sichtbaren Phnomenen in keinem  7< Zusammenhang steht."A<  7 ԍ. Von Kutschera[1971], S.189.A Isoliert ist DasDingInDerSchachtel grundstzlich, denn eines Jeden Kfer bleibt bis auf seinen Namen per Wittgensteinscher Konstruktion des Gleichnisses Fremden hermetisch abgeschlossen. DasUnter"Schmerz"FallendeDing ist aber von vornherein, zumindest bis auf seinen Namen, nicht verborgen: Es ist von Anfang an gelufig 4und steht nicht am Schlu einer Argumentation. Insofern scheint uns der Vergleich  7p der Empfindungen mit dem Schachtelgleichnis irrefGhrendZpX  7X ԍ. Von Kutscheras Meinung dazu ist, da der Vergleich schief gehe. Wir glauben, da der Vergleich nicht schiefgeht, solange man das Gleichnis mit der Vorbehaltsklausel versieht, da DasDingInDerSchachtel namentlich von vornherein auf eine Weise der >ffentlichkeit zur VerfGgung stehen sollte.Z. 4 300315: Nach der ZurGckweisung der deskriptiven Auffassung von "Ich habe Schmerzen", widmet sich Wittgenstein in 300315 der Behauptung "Er hat Schmerzen". Es handelt sich hierbei um die Zuschreibung von Empfindungen an Andere. Der Kern der AusfGhrungen zu Fremdempfindungen macht 302 aus. Kritisiert wird eine Auffassung, die wie folgt charakterisiert ist: Ich bin berechtigt, von jemandem zu sagen, er habe Schmerzen, denn ich kann mir (#p-++@@ den Schmerz des Anderen nach dem Vorbild des eigenen Falls " vorstellen " (302). Der Punkt in der zu kritisierenden Auffassung kreist um die Fbertragung von Empfindungsw?rter, die am eigenen Fall gewonnen worden sind, auf Andere. In 350 wird der Punkt weiter przisiert: "Aber wenn ich annehme, Einer habe Schmerzen, so nehme ich an, er habe dasselbe , was ich so oft  7 gehabt habe."C  7` ԍ. Die Hervorhebung ist von uns.C Das eigentliche, gegen die Fbertragung der am eigenen Fall gewonnenen Empfindungsw?rter gerichtete Argument aus 300 rekonstruieren wir zuerst. Argument 7: Nehmen wir an, ich k?nnte nur dann den Begriff "Schmerz" auf Andere durch den Satz "Er hat Schmerzen" Gbertragen, wenn ich ihn an meinem eigenen Fall (d.h. durch die Identifikation des eigenen Schmerzes mit einschlieendem Benennen durch den Begriff "Schmerz") gewonnen habe und mir somit den Schmerz der Anderen vorstellen kann. Als Vorstellender fGhle ich die Schmerzen des Anderen nicht . Nur dieser fGhlt seine eigenen Schmerzen. Es mu also nicht "leicht" sein, sich die Schmerzen des Anderen vorzustellen, die man selber nicht fGhlt, weil nur der Andere sie fGhlt und zwar genauso wie ich, nmlich nach dem Muster seiner eigenen Schmerzen (302). Denn, angenommen, der Andere htte Schmerzen; wie wGrde ich mir genau die Stelle vorstellen, an der er sie genau spGrt? Wie wGrde ich mir vorstellen, er habe Schmerzen an seinem Arm und nicht an seiner Hand? Wie soll ich mir den SchmerzGbergang von einer Stelle seines K?rpers auf eine andere K?rperstelle vorstellen, ohne dabei die Schmerzen des Anderen selber zu empfinden, was ich ja nicht kann? (302) Alle diese Schwierigkeiten zeugen davon, da jeder in seinem Solipsismus eingemauert bleibt. Also wird sich der am eigenen Fall gewonnene Begriff "Schmerz" nicht leicht Gbertragen lassen k?nnen. ^%Xp-++@@Ԍ Es sei angemerkt, da der Schlu des Arguments, wie wir es rekonstruiert haben, die Fbertragung des eigenen Begriffs von Schmerz auf Andere nicht absolut ausschliet. Indizien dafGr im Text sind die Worte "dann ist das keine so leichte Sache" (302). Es scheint so, als wGrde Wittgenstein damit schon sagen wollen, da die Fbertragung zwar m?glich ist, aber nicht nach dem hier kritisierten Muster abluft. Wie luft sie dann ab? Die Antwort darauf befindet sich in 302b: M XDas Schmerzbenehmen kann auf eine schmerzhafte Stelle deuten, aber die leidende Person ist die, welche Schmerz uert.ƺ M Die Argumentation in dieser Stelle ist die folgende: Richtig ist nicht zu sagen, da ich den Satz "Er hat Schmerzen" uern kann, wenn ich mir den Schmerz des Anderen nach dem Vorbild meines eigenen Falles vorstelle, sondern: Der Andere benimmt sich bei seinem Schmerz derart, da auf eine schmerzhafte Stelle auf seinen K?rper hingewiesen werden kann ; aber nur die leidende Person ist diejenige, die zu der Schmerzuerung "Ich habe Schmerzen" im Sinne eines Ausrufes kommt. Damit ist also von Wittgenstein nicht ausgeschlossen, da jemand sagt, ein Anderer habe Schmerzen; dies solange er sich auf das Benehmen des Anderen stGtzt. Es ist nur ausgeschlossen, da die uerung "Er hat Schmerzen" auf Grund des eigenen Falls von Schmerz erfolgt. Die Przisierung von Argument 7 geschieht eigentlich in einem anderen Rahmen als demjenigen des Privatsprachenarguments, nmlich im Rahmen der Anwendung einer neuartigen Kritik an der gegnerischen These, wonach der Schmerz des Anderen aus dem eigenen Fall abgeleitet werden k?nne, auf das Denken, im Sinne des Wissens der Gedanken des Anderen nur aus dem eigenen Fall (347). Was neu zur Argumentation in bezug auf die Problematik der Empfindung des Anderen dabei hinzukommt, ist die Kritik der Versuchung, da man einen Ausweg in der folgenden Ansicht finden k?nnte: Eine Gleichheit bestGnde zwischen den eigenen Empfindungen und denjenigen eines Anderen (350). Wittgensteins Antwort lautet: M*p-++@@ԌXEs ist als sagte ich: "Du weit doch, was es heit 'Es ist hier 5 Uhr'; dann weit du auch, was es heit, es sei 5 Uhr auf der Sonne. Es heit eben, es sei dort ebensoviel Uhr wie hier, wenn es hier 5 Uhr ist." Die Erklrung mittels der Gleichheit funktioniert hier nicht. Weil ich zwar wei, da man 5 Uhr hier "die gleiche Zeit" nennen kann, wie 5 Uhr dort, aber eben nicht wei, in welchem Falle man von Zeitgleichheit hier und dort sprechen soll. (350)ƺ M Unterstrichen an dieser Stelle ist die Tatsache, da die Schmerzgleichheit beim eigenen Fall immer noch problematisch bleibt, auch wenn mein Schmerz demjenigen des Anderen gleich wre. Die Anspielung auf die Grammatik der Gleichheit (215216,  7 223227) ist offenkundig<  7X ԍ. Vgl. Kapitel 4, 3.2.1.<. Durch diese lt sich eine Verbindung zur Problematik der Regelbefolgung herstellen. Die Gegnerische These, gegen die Wittgenstein in bezug auf die Gleichheit vorgeht, heit bezogen auf den Schmerzfall nun: Den gleichen Schmerz in der gleichen Weise zu empfinden, sei nur eines und zwar unter allen Umstnden ein und dasselbe. Wittgensteins L?sung zur Problematik der Gleichheit der Schmerzempfindungen im eigenen Fall wGrde vermutlich auf hnliche Weise lau 7` ten, wie im Fall von "das gleiche tun" in der Regelbefolgung:B`X  7H ԍ. Vgl Kapitel 4, Argument 5.1.B Es gibt keine Fberaschungen fGr das Empfindungsbenehmen, wofGr man abgerichtet wurde, weshalb man schon von gleichen Empfindungen sprechen kann, aber nur nicht im Sinne eines unfehlbaren Paradigmas der Gleichheit (vgl. 223).  5.3 Der "WolfKind"Fall: Wittgensteins Stellungsnahme  Zum Abschlu des vorliegenden Kapitels wollen wir auf die Frage, ob jemand einer Regel allein und ein einziges Mal folgen kann (199), zurGckkommen, um einem weiteren Aspekt dieser Problematik nachzugehen. Dieser Aspekt lt sich am besten durchD%p-++@@ den Ayerschen Fall eines Robinson Crusoes erklren, der als Kind allein auf einer Insel gelassen worden ist: M XImagine a Robinson Crusoe left alone on his island while still an infant, having not yet learned to ƺ Xspeak. Let him, like Romulus and Remus be nurtured by a wolf, or some other animal, until he can fend for himself; and so let him growing to manhood. He will certainly be able to many things upon the island, in the sense that he adapt his behaviour to them. Is it  7x inconceivable that he should also name them? 7x  7 ԍ. Ayer[1954], S.70.7ƺ M In Anlehnung an die Ayersche Beschreibung des Robinson Crusoes nennt Pears ihn verstndlicherweise "WolfKind" und fragt diesbezGglich: "What makes it possible for a person to set up a  7, language for his own use?",X  7 ԍ. Pears[1989], S.276. Pears zitiert Ayer[1954] nicht explizit, die Anspielung darauf aber ist offensichtlich. Mit anderen Worten lautet die Frage: Ist ein WolfKind in der Lage, eine Sprache fGr den eigenen Gebrauch zu entwickeln? Ayers Antwort darauf ist eindeutig: M XI conclude, first, that for a person to use descriptive language meaningfully it is not necessary that any other person should understand him, and, secondly, that for anyone to understand a descriptive statement it is not necessary that he should himself be able to  7 observe what it describes.  7 ԍ. Ayer, op. cit. , S.76. Von dieser Position scheint Ayer nicht in Ayer[1985] abgerGckt sein; denn er gibt dort die gleichen GrGnde an, warum er seinen Schlu in Ayer[1954] zog (siehe Ayer[1985], S.77).ƺ M FGr Ayer also ist das WolfKind in der Lage, eine eigene Sprache zum Ausdruck von dem, was er vor sich in der ueren Welt hat, aber auch in seinem "Inneren" empfindet, zu entwickeln. Ayers Ausgangspunkt sind zwei falsche Annahmen, die ihm zufolge von  7 Wittgenstein in Argument 1 gemacht werden, nmlich:8   7* ԍ. Ibidem , S.718Es sei ( p-++@@ logisch unm?glich, ein Zeichen zu verstehen, wenn keine Beobachtung des assoziierten Objekts erfolgt; und eine Person kann eine Bedeutung eines Zeichens nur dann festlegen, wenn auch andere Menschen diese Bedeutung verstehen. Die Konstruktion des WolfKindFalles soll klar machen, da die M?glichkeit des Verstndnisses von Aussagen Gber private Empfindungen eines Anderen gegeben sei kann. Es sei Folgendes bezGglich des Ayerschen Ausgangspunktes angemerkt: Die erste Wittgenstein zugeschriebene Annahme wird gar nicht von ihm gemacht. Diese Annahme k?nnte h?chstens dem Gegner Wittgensteins zugeschrieben werden. Der Gegner wie bereits in Argument 1 gesehen ist derjenige, der eben davon ausgeht, da nur die Assoziierung eines "E"Zeichens mit einer beobachtbaren Empfindung die nur ihm verstndliche Empfindungssprache erm?glicht. Was die zweite Annahme anbelangt, so kann sie zwar Wittgenstein zugeschrieben werden, aber nicht an der Stelle (d.h. in 256 und 270), wie Ayer behauptet. Unsere Rekonstruktion hat gezeigt, da Wittgenstein in Argument 1 keine Annahme macht, sondern den Schlu zieht, da die ?ffentliche, intersubjektive Sprache im "E"Spiel vorausgesetzt wird. Wir ziehen den Schlu, da Ayers Konstruktion des WolfKinFalles auf einer brGchigen Basis steht, weshalb sie fGr unsere vorliegenden Fberlegungen nicht tauglich ist. Die Basis ist zwar brGchig, der Fall an sich aber intrikat genug, um weitere Er?rterung zu verdienen. Die ganze Sichtweise wollen wir deshalb ndern: Nicht von auen wollen wir den Fall konstruieren, son 7x dern wir zeigen, da er aus den Philosophischen Untersuchungen nicht hervorgeht. Eine Kritik an Ansichten Pears hierGber bietet  7 uns einen guten Zugang dazu=  7+# ԍ. Pears[1989], S.275278.=. FGr Pears ist Wittgensteins Stellungnahme zum WolfKindFall  7+# in den Philosophischen Untersuchungen gar keine im eigentlichen Sinne: "... he does not repudiate it [= den WolfKindFall] ...  7% He carefully and deliberately avoids committing himself.":%X  7n) ԍ. Ibidem , S.276.: Er%p-++@@ zitiert zur BegrGndung seiner Position zwei Stellen aus 199, nmlich M(*)XIst, was wir "einer Regel folgen" nennen, etwas, was nur ein Mensch ...ƺ M und M (**)X... nur einmal im Leben, tun k?nnte? ƺ M FGr Pears ist gerade die Kombination beider Fragen ein Indiz dafGr, da Wittgenstein den WolfKindFall doch nicht ablehnt. Htte Wittgenstein nmlich den Fall ablehnen wollen, dann htte ihm die erste Frage gereicht: Er htte einfach darauf eine negative Antwort gegeben. Die doppelte Frage (*)(**) soll Wittgenstein in folgender von Pears zitierten Stelle beantwortet ha 7  ben:3   7x ԍ. Ibidem .3 M XEs kann nicht ein einziges Mal nur ein Mensch einer Regel gefolgt sein. Es kann nicht ein einziges Mal nur eine Mitteilung gemacht, ein Befehl gegeben, oder verstanden worden sein, etc. Einer Regel folgen, eine Mitteilung machen, einen Befehl geben, eine ƺ XSchachpartie spielen sind Gepflogenheiten (Gebruche, Institutionen).ƺ XEinen Satz verstehen, heit, eine Sprache verstehen. Eine Sprache verstehen, heit, eine Technik beherrschen. (199) ƺ MDiese Stelle soll nach Pears wie folgt gelesen werden: Der erste Satz aus dem Zitat besage, da die Frequenz einer Regelbefolgung h?her sein mu als nur ein mal. Die zur Veranschaulichung gegebenen Beispiele zeugen aber von keiner Sprache fGr den eigenen Gebrauch, sondern von einer ?ffentlichen Sprache. Pears bedauert  7X% deswegen diese Veranschaulichungen3X%X  7@) ԍ. Ibidem .3. X%p-++@@Ԍ Die von Pears gelieferte Rekonstruktion der obigen Stelle scheint uns offensichtlich unberechtigt zu sein. Wittgensteins Antwort braucht gar keine Beispiele von einer Sprache fGr den eigenen Gebrauch zu beinhalten, denn der erste Satz seiner Antwort entspricht eigentlich einem "Nein" als Antwort auf (**) und  7 der dritte Satz einem "Nein" auf (*)H  74 ԍ. Vgl. auch Kapitel 4, Argument 3.1.H. Warum sollte Wittgenstein also Beispiele einer Privatsprache ausfGhren, wenn die Antwort auf (*) und (**) jeweils "Nein" ist? Auerdem hat Wittgenstein sich durch sein zweimaliges "Nein" so gegen den WolfKindFall ausgesprochen, da Pears Ansicht, da er sich fGr keine Antwort ausgesprochen htte, unberechtigt ist.  Xp-++@@  7  aa)׃  7,    a!K a p i t e l 6 Zur Stellung der Sprechergemein 7 schaft   6.0 Einleitung: Der rote Faden der Rekonstruktion In den beiden vorangegangenen Kapitel wurde gezeigt, wie der Mythos des ontologischen Zwangs von Wittgenstein in 185315 bekmpft wird. Seine verschiedenen Kritiken mGnden in eine "positive" These hinsichtlich der Regelbefolgung; eine These, die seine L?sungsanstze fGr das Problem, was einer Regel folgen sei, beinhaltet. Der wohl explizitere und von Wittgenstein ausfGhrlich entwickelte Ansatz ist wie wir gesehen haben derjenige, der um den Begriff der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft kreist. Eine Auswertung der verschiedenen Interpretationen der Wittgensteinschen AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung mag zwar um vielerlei rote Fden organisiert werden, wir ziehen es aber vor, unsere Auswertung der Literatur Gber die Regelbefolgung um den wichtigsten Wittgensteinschen L?sungsansatz zu organisieren, d.h. um die Rolle, die der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft in  7 der Literatur zugewiesen wird.  7 ԍ. Wir beschrnken uns, was die ausgewertete Literatur zu Wittgensteins AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung angeht. Die FGlle der Arbeiten zu der Regelbefolgung hat in den letzten 15  7L Jahren, angeregt durch die Ver?ffentlichung von Kripkes Wittgen 7 stein on Rules and Private Language (Kripke[1982]; dt. [1987]), einen so beachtlichen Umfang erreicht, da wir es fGr n?tig und vorteilhaft halten, uns mehr auf die Hauptrichtungen der Rekonstruktionen bzw. Interpretationen zu konzentrieren als auf detaillierte Untersuchungen der einzelnen Werke. Dies erleichtert die Auswertung der vorhandenen Literatur und macht sie verstndlich. Es gibt einen andauernden Konflikt bzgl. der Rolle, die dem Begriff der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft in Wittgensteins AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung zukommt. Drei Gruppen sind diesbezGglich unterscheidbar: Die "Community"Sichtweise, die "AntiCommunity"Sichtweise und die "SuperCommunity"Sichtweise. Die "Community"Sichtweise weist der Sprechergemeinschaft eine bedeutende Rolle zu, die die "AntiCommunity" , p-++@@ԫSichtweise ihr aberkennt. In der "SuperCommunity"Sichtweise letzlich wird diese Rolle Gberbetont. Das vorliegende Kapitel setzt sich einerseits mit den drei Richtungen der Rekonstruktion der Wittgensteinschen AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung auseinander (siehe 6.1); es setzt sich aber auch andererseits mit Kripkes skeptischer Rekonstruktion auseinander, die in unserer Auffassung auch um den Begriff der Sprechergemeinschaft kreist (6.2). Die Diskussion Gber die Rolle der Sprechergemeinschaft  7` wird in 6.3 auf dem Hintergrund der gesamten Philosophischen  7 Untersuchungen weitergefGhrt. Darin argumentieren wir weiter fGr  7 die Einheit der Philosophischen Untersuchungen im Licht der Stellung der Sprechergemeinschaft. In 6.3 gehen wir auch der Frage nach, welche klassischen Thesen der Philosophie in Zusammenhang mit Wittgensteins AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung zurGckgewiesen werden. 6.1 Die Rolle der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft Es ist eingangs unterstrichen worden, da der Begriff der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft uns als Leitfaden durch den Irrgarten der Rekonstruktionen der Wittgensteinschen AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung dienen wird. Der vorliegende Abschnitt setzt sich mit denjenigen Sichtweisen auseinander, die auf den besagten Begriff direkt bezug nehmen. 6.1.1 Die "Community"Sichtweise Die Gruppe der Philosophen, die der Sprechergemeinschaft eine bedeutende Rolle zuweisen, verteidigt eine These, die in W?rtern von Hertzberg wie folgt charakterisiert werden kann: "... questions of linguistic meaning can be raised only in connection  7]$ with a community of speakers ... ."<]$  7& ԍ. Hertzberg[1990], S.47.< Unter "question of linguistic meaning" sind in der Rekonstruktion von Hertzberg unserer Ansicht nach auch "questions of rule following" zu subsumieren, denn es geht in den Philosophischen Untersuchungen'Xp-++@@ um eine Klrung von Bedeutungen von Begriffen und damit auch um die Klrung der Bedeutung des Begriffs von "einer Regel folgen". FGr Wittgenstein kann jedoch der Proze der Klrung nicht ad infinitum fortgesetzt werden (siehe 198201). Man "ersch?pft" irgendwann die BegrGndungen der Klrung und erreicht somit "den harten Felsen", wobei man geneigt ist zu sagen: "So handle ich eben" (206). Da die Praxis der Regelbefolgung, zu der der Sprecher irgendwann gezwungen wird, nur in Zusammenhang mit einer Sprechergemeinschaft hervorgerufen werden kann, so ist auch die Deutung der Wendung "einer Regel folgen" nur in Zusammenhang mit einer Sprechergemeinschaft zu explizieren. Von Savigny, Hertzberg, sowie Kripke, auf die nun eingegangen  7 wird@  7h ԍ. Siehe von Savigny[1988], Einleitung; Hertzberg[1990]; Kripke, op.cit. . Da aber Kripkes Werk h?chst umstritten ist und inzwischen einen besonderen Stellenwert in der WittgensteinLiteratur eingenommen hat, werden wir es in einem dafGr vorgesehenen Abschnitt behandeln. @, sind drei Reprsentanten der "Community"Sichtweise, wie oben charakterisiert.  7h  Von Savigny organisiert seine Kommentare zu den Philosophi 7 schen Untersuchungen um eine von ihm rekonstruierte zentrale These Wittgensteins Gber das Meinen, zu deren BegrGndung "alle  7 Argumentationen der PU direkt oder indirekt dienen" x  7 ԍ. Von Savigny[1988], S.10. Vgl. auch unsere AusfGhrungen hierzu in der Einleitung zur vorliegenden Arbeit: Dort ist die zentrale These, die von Savigny Wittgenstein zuschreibt, wiedergegeben. . Ihm zufolge mache sich Wittgenstein vom Gebrauch der W?rter fGr See 7J lisches ein Bild, das er sein "Musterrezept" nenntJ`  7:! ԍ. Ibidem , S.15. "Rezept" rGhre daher, da es sich weniger um eine Theorie handele, als um einen Vorschlag.. Nicht nur bei der Charakterisierung der W?rter fGr Seelisches mache sich Wittgenstein dieses Bild, sondern "es k?nnte wahrscheinlich auch benutzt werden, wenn man das Bild von den Familienhnlichkeiten  7 weiter konkretisieren m?chte"2  7B( ԍ. Ibidem .2. Das Wort "Muster" solle "in dem alltglichen Sinne gebraucht [werden], den es in 'gemustert'&H p-++@@  7 hat (nicht im Sinne von 'Vorbild' oder 'Vergleichsmastab')"4  7X ԍ. Ibidem . 4. Die Sache, die das Muster enthlt wird "Ensemble" und dessen Teile "EnsemblestGcke" genannt. Diese k?nnen einerseits als "grammatisches Subjekt der Beschreibung von Musterverhalten dienen, die diese EnsemblestGcke mehr als andere EnsemblestGcke angehen ..." und andererseits als Subjekt, das die Kennzeichnung  7 des Musters insgesamt ersetzt9X  7 ԍ. Ibidem , S.17.9. Das, was unter von Savignys Interpretationskonzept zu verstehen ist, kann anders ausgedrGckt werden: Wittgenstein sei der Auffassung, da EnsemblestGcke von "einer Regel folgen" als grammatisches Subjekt der Beschreibung des Regelbefolgungsmusters ingesamt dienen, und da diese EnsemblestGcke die Kennzeichnung des Regelbefolgungsmusters insgesamt ersetzen k?nnen. Sprachliche uerungen k?nnen als EnsemblestGcke  7< selber "signalisieren, in welchem Muster sie vorkommen"9<  7 ԍ. Ibidem , S.19.9. Die Umgebung kann auch besagen, um welches Muster es sich han 7 delt9x  7 ԍ. Ibidem , S.21.9. Das MusterKonzept spielt in von Savignys LektGre eine Rolle, die derjenigen des Begriffs der Familienhnlichkeit in unserer Rekonstruktion hnelt. Man k?nnte allerdings sagen: Das Muster eines Begriffs B oder das, was unter B zu verstehen ist, sei fGr Wittgenstein durch die Untersuchung der EnsemblestGcke, in denen das Muster von B vorkommt, gegeben. "Schau Dir die EnsemblestGcke des B an", wGrde Wittgensteins Motto in von Savignys Worten lauten. Unsere Rekonstruktion aber unterscheidet sich von der LektGre von Savignys hinsichtlich der Reichweite der Ausarbeitung der einzelnen Anwendungen dieser Idee auf die von Wittgenstein er?rterten Begriffe. Es ist allerdings noch abzuwarten, wie die Details einer solchen Anwendung aussehen wGrden; denn von Savigny macht kaum Gebrauch seines MusterKonzeptes im Korpus seiner Kommentare. Wichtig jedoch fGr unsere Diskussion ist seine schon zitierte Behauptung, da "die Muster [des] individuellen(#p-++@@ Verhaltens [eines Individuums] in bestimmter Weise in Muster des sozialen Verhaltens in der Gemeinschaft, zu der [es] gerechnet  7X wird, eingebettet sind."8X  7 ԍ. Ibidem , S.7.8 Die Argumentation hinsichtlich der Regelbefolgung unter anderen diene der BegrGndung dieser These. Von Savigny versteht 198242 so: M XRegelfolgen besteht nicht darin, da man den internen Regelausdruck auf den vorliegenden Fall anwendet; sondern damit jemand einer Regel R folgt, mu das von R vorgeschriebene Verhalten von allen als gemeinsame Gepflogenheit regelmig, selbstverstndlich und als  7 erlernbare Leistung aufgewiesen werden.: X 7 ԍ. Ibidem , S.235.:ƺ M Mit ihm stimmen wir weitgehend Gberein bis auf die fehlende eigenstndige Ausarbeitung der von ihm erkannten Rolle der  7| Gemeinschaft, in der die einzelnen Sprecher eingebettet sindQ |  7 ԍ. Man mGte diese Kritik wohl abschwchen, denn von Savignys Zielsetzung in seinen Kommentaren ist eine schrittweise,  7 durchgehende Interpretation der Philosophischen Untersuchungen. Es ist nicht sein Ziel gewesen, Ausarbeitungen zu einzelnen Themen abzuliefern. Q֬. Von Savigny unterstreicht besonders die Wichtigkeit der Abschnitte 238242, in denen die Rolle der Selbverstndlichkeit des Handelns nach Regeln als "notwendige Bedingung" desselben  7, anerkannt werde: ,  7V ԍ. Ibidem , S.273.:. FGr diese gebe 240 ein wichtiges Indiz an:  7X "Bei Abweichungen liegen Ttlichkeiten in der Luft.": X*  7" ԍ. Ibidem , S.276.: Von Savigny liest den letzten Satz aus 240, d.h. "Das [= Ttlichkeiten bei Abweichungen] geh?rt zu dem GerGst, von welchem unsere Sprache wirkt ...", richtig wie folgt: M p-++@@ԌXp"Das 'GerGst', von welchem aus unsere Sprache wirkt" besteht genausogut in der selbstverstndlichen Fbereinstimmung bei einzelnen Regelanwendungen wie darin, da man mit Selbstverstndlichkeit zu zahllosen Gbereinstimmenden konkreten Feststellungen in Einzelfllen  7 kommt.3  7l ԍ. Ibidem .3pƺ M Die Hervorhebungen der "selbstverstndlichen Fbereinstimmung" stellt von Savigny ganz eindeutig auf die Seite der Verteidiger der "Community"Sichtweise. Die Verankerung in dieser Sichtweise ist wohl endgGltig durch einen Satz, nmlich "die Menschen sprechen dieselbe Sprache, und sie sagen dasselbe", zu befestigen, der bei ihm 241 zusammenfassen und die Fbereinstimmung der Sprecher erklren soll. Hertzbergs Zugeh?rigkeit zur "Community"Sichtweise lt sich aus seinem Kommentar zu einer Debatte zwischen Baker und Hacker einerseits sowie Malcolm andererseits Gber die Rolle der Sprechergemeinschaft ablesen, wobei er die ersteren der "AntiCommunity"Sichtweise und den letzteren der "Community"Sichtweise  7T zuweist< TX  7< ԍ. Siehe Hertzberg[1990].<. Er charakterisiert selber seine Position wie folgt: M XMy contention ... is that, although questions of linguistic meaning can be raised only in connection with a community of speakers, it is misleading to say that  7 meaning is determined by community agreement .9 7 ԍ. Ibidem , S.47.9 ƺ M Hier wird der klare unterschied zwischen den folgenden Fragen benutzt: (i) Was ist die Bedeutung eines Ausdrucks? (ii) Wie wird die Bedeutung eines Ausdrucks festgelegt? (iii) Wann kann die Frage der Bedeutung sinnvoll gestellt werden? Die beiden letzten Fragen werden im obigen Zitat beantwortet: Die Bedeutung eines Ausdrucks ist nicht durch die gemeinschaftliche Fbereinstimmung; nur in Verbindung ("connection") mit der Sprechergemeinschaft kann die Frage der Bedeutung eines Ausdrucks sinnvoll gestellt$xp-++@@ werden. Hertzberg weist auf 30 und 32 hin, als auf Stellen, die diese von ihm hervorgehobene Verbindung ("connection") mit einer Sprechergemeinschaft besonders zusammenfassen. Wittgenstein soll  7 sich in den Philosophischen Untersuchungen hauptschlich um die Bedeutung von (sprachlichen) AusdrGcken kGmmern. Wittgensteins Position sei: Die Festlegung der Bedeutung eines Ausdrucks erfolgt letztendlich durch die Beobachtung der konkreten Situationen, in denen der Ausdruck von Sprechern gebraucht wird. Fehle jemandem dieser Hintergrund, so werde er nicht dazu in der Lage sein, die Instanzen der Verwendung des Ausdrucks semantisch festzulegen. Die Instanzen seien im Licht des Hintergrunds der vorherigen Beherrschung der Sprache seitens desjenigen zu deuten,  7 der die Bedeutung festlegen m?chte.9  7k ԍ. Ibidem , S.49.9 Bezugnehmend auf eine Auseinandersetzung mit Malcolm, der behauptet, die Regelbefolgung bestimme und setze den Hintergrund  7 eines sozialen Rahmens der Fbereinstimmung voraus2X  7 ԍ. Vgl. 6.1.3. 2, begrGndet Hertzberg seine Position: Die Bedeutung, und damit auch die Bedeutung von "einer Regel folgen", aufgefasst als von der Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft bestimmt , wGrde zur Unm?glichkeit einer kohrenten Wiedergabe des Standpunktes Wittgensteins fGhren. Die Inkohrenz sei diese: Eine Bestimmung der Bedeutung durch die Gemeinschaft hiee, da die Bedeutung aus den einzelnen Instanzen des Gebrauchs abgeleitet werden kann. Ein isolierter Sprecher tut aber dasselbe: Er leitet die Bedeutungen von AusdrGcken von deren Gebrauchsinstanzen ab. In dieser Hinsicht sei also kein Unterschied mehr zwischen isolierten und gemeinschaftlich eingebetteten Sprechern feststellbar, denn ein Sprecher , ob isoliert oder nicht, werde nicht in der Lage sein, Bedeutungen zu bestimmen, weil diese eben aus den Gebrauchsinstanzen abzuleiten sind. Man k?nne deswegen keine Bedeutung per Bestimmung angeben, weil diese zu einem Zirkel fGhre: M X... the idea that the practice of the community determines meaning presupposes a method by which past ac_&p-++@@Ԯtions can be projected on to future actions. But this suggestion involves a vicious circle, for the relevant method of projection depends on the meaning of the  7  expressions in question.9  7d ԍ. Ibidem , S.50.9 ƺ M Es komme hinzu, da die Bestimmung der Bedeutung und die Angabe einer Methode dafGr Ansichten sind, die an die Angabe der all 7 gemeinen Form des Satzes im Tractatus erinnern9X  7| ԍ. Ibidem , S.51.9. Das Einzige, was Gbrig bliebe, sei also die Idee der Bestimmung der Bedeutung durch die Gbereinstimmende Sprechergemeinschaft zugunsten der Idee einer Abhngigkeit von derselben fallen zu lassen. Hertzberg versteht diese Abhngigkeit im folgenden Sinne: M XThe plurality, I wish to say, does not provide a procedure for setting disagreements, rather it provides a space in which there can be disagreement (and hence agreement too), because there can be a confrontation of reactions.ƺ XBecause there can be such a confrontation, there is a meaningfull job to be done by phrases like "This word means __" or "That word can't be used here". The particular way they are employed on various occasions, on the other hand, is up to the speakers themselves, it  7 is not a matter to be determined in Philosophy.9 7C ԍ. Ibidem , S.52.9 ƺ M Die Idee einer Bestimmung der Bedeutung durch die Sprechergemeinschaft ist mit Recht zurGckgewiesen worden und die Argumentation Hertzbergs ist in dieser Hinsicht Gberzeugend. Was Hertzberg aber als seine Auffassung der Abhngigkeit der Bedeutung von der Sprechergemeinschaft darlegt, ist weniger Gberzeugend. Nach obigem Zitat sei diese Abhngigkeit zu deuten als die Bereitstellung der Sprechergemeinschaft im Sinne eines Raums von fehlenden bzw. herrschenden Fbereinstimmungen. Da die Gemeinschaft kein Verfahren zur Bestimmung von Fbereinstimmungen bereitstellen[%xp-++@@ soll, scheint einleuchtend. Das heit aber nicht, da der Philosoph keine Methode htte zum Herauslesen der Art und Weise, wie die Abhngigkeit der Bedeutung aussieht. In diesem Sinne ist es zu wenig, zu behaupten, die Abhngigkeit sei die Bereitstellung des sprechergemeinschaftlichen Raums. Es mGte auch zur Deutung der Abhngigkeit der Bedeutung die Art und Weise geh?ren, wie das Fbereinstimmungsinstrumentarium so in Gang gesetzt wird, da W?rter, AusdrGcke und Stze eine Bedeutung haben. Wir , als Beobachtungsinstanz, mGten dazu in der Lage sein, zu sagen, da die Bedeutung des Ausdrucks A von dem bereitgestellten gemeinschaftlichen Raum auf diese oder jene Art und Weise abhngt. WahrheitsgrGnde werden zwar nicht gebraucht, um zu zeigen, wie die Bedeutung von der Sprechergemeinschaft abhngt; denn die von Wittgenstein abgewiesene ontologische Motivation zum Befolgen einer Regel wGrde dadurch rehabilitiert. Ein erklrender Hinweis auf die Abhngigkeit und nicht nur ein bloer Hinweis, wie von Hertzberg vorgeschlagen, ist jedoch im Sinne der Philosophie Wittgensteins n?tig. Ein unabhngiger Beobachter ein Philosoph sagen wir hat diese Aufgabe und nicht wie Hertzberg behauptet die Sprecher selbst, es sei denn, diese begeben sich in einen Akt der Autoreflexion. 6.1.2 Die "AntiCommunity"Sichtweise Die Auffassung, die von der "AntiCommunity"Sichtweise vertreten wird, kann wie folgt charakterisiert werden: Bedeutungen von sprachlichen AusdrGcken und folglich die Bedeutung des Ausdruck "einer Regel folgen" k?nnen auch aus der Praxis isolierter Individuen hervorgehen. Die Wiederholung wGrde hier die absichernde Rolle spielen, die die Sprechergemeinschaft in der "Community"Sichtweise spielt. FGr Baker und Hacker, die die fGhrenden Vertreter dieser  7% Sichtweise sind7%  7' ԍ. McGinn[1984] kann ebenfalls dieser Sichtweise zugerechnet werden. Wir beschrnken uns aber auf eine Diskussion der AusfGhrungen von Baker und Hacker (in Baker[1981] und Baker und Hacker[1984]). Baker schrieb in Baker[1981] stellvertretend fGr beide Philosophen. 7, ist das Ziel der 143242 die ZurGckweisung%xp-++@@  7 der "Idee einer versteckten oder unbewuten Regelbefolgung"8  7X ԍ. Baker[1981], S.43.8. Baker schreibt: M X... the general argument would reduce to absurdity the thesis that the intelligent use of language is grounded in our following, unbeknowst to ourselves, a com 7h plex set of uniform meaning rules ... .3hX 7P ԍ. Ibidem .3ƺ M Die 143242 stellen nach Auffassung von Baker und Hacker die  7 Kr?nung der Philosophischen Untersuchungen dar. FGr sie zeigen die ersten 142 Abschnitte, da die Realisierung des Augustinischen Bildes der Sprache mit einer "Mythologie der Bedeutungs 7K k?rper"{K   7 ԍ. D.h. eine Entitt (= "K?rper") ist als Bedeutung von AusdrGcken zu suchen.{ verbunden ist. Ein Entmythologisierungsprogramm, durch das die "Objekte", die die Bedeutung der W?rter bestimmten, ausgeklammert werden mGten, ist daher von Wittgenstein angeboten. Wittgenstein aber merke, da dieses erste Entmythologisierungsprogramm einen zweiten Mythos einfGhrt, nmlich einen Gber Regeln als etwas Festes hinter der Verwendung der W?rter. Also mGsse Wittgenstein zufolge der Entmythologisierungsproze wei 7 tergehen: "Regeln" seien genauso wie "Objekte" auszuklammern9@  7O ԍ. Ibidem , S.45.9. Wittgenstein zeige damit, da das Ideal der Vollstndigkeit und  7 der Objektivitt der Regeln "leer" bzw. "inkohrent" sei3  77! ԍ. Ibidem .3. Man merkt schon den "AntiCommunity"Ton der Interpretation von Baker und Hacker: Wittgenstein wolle zeigen, die Objektivitt die auf eine Weise wohl ?ffentlich begrGndet ist sei leer; seine Argumentation wGrde die These zur "Absurditt" fGhren, da "the ... use of language is grounded in our following ... a  7 complex set of uniform meaningrules ... ."6 `  7* ԍ. Ibidem , S.6 Baker und Hacker p-++@@ unterteilen 143242 in zwei Gruppen: 143184 handeln von subjektiven und 185242 von den objektiven Aspekten der  7X Regelbefolgung9X  7 ԍ. Ibidem , S.50.9. Subjektive Aspekte htten mit der "Starrheit" der Regeln zu tun, whrend objektive Aspekte mit dem GefGhl des GefGhrtwerdens zu tun htten. Wir konzentrieren uns auf den Aspekt des GefGhrtwerdens. FGr Baker und Hacker hebt Wittgenstein diesbezGglich einige Quellen von IrrtGmern hervor, nmlich u.a. die Unerbittlichkeit der Regeln, die Transzendenz ihrer Objektivitt und die Konsistenz ihrer Instanzen, die allesamt Quelle der folgenden Fehldeutung sein sollen: M XWe conceive of a system of rules as a huge machine in motion, which turns out applications and derived rules; all of this is as independent of our will as the  7 motion of the stars.9X 7 ԍ. Ibidem , S.54.9 ƺ M Anstatt dieser Fehldeutung ersetze Wittgenstein den Aspekt des GefGhrtwerdens durch "Regeln als Wegweiser": "Following a sign 7| post is a paradigm of guidance without mechanism."9|  7 ԍ. Ibidem , S.55.9 In diesem Rahmen weisen Baker und Hacker das zurGck, was sie "very prominent misconceptions" hinsichtlich der Regelbefolgung nennen; eine dieser Fehldeutungen sei ihnen zufolge wie folgt charakterisierbar: M X... it is thought, ... that the pattern of actual or potential behaviour of the members of a relevant community of rulefollowers is a tertium quid that mediates between a ruleformulation and its applica 7l Ԛtions.9l x 7t' ԍ. Ibidem , S.57.9ƺ M Wie man sieht, ist das, was hier als Fehldeutung zurGckgeworfen wird, in der Tat eine Charakterisierung der "Community"Sicht#p-++@@Ԯweise. Der von Baker und Hacker angegebene Grund dafGr, warum sie diese Sichtweise ablehnen, ist: Die Gemeinschaft ("regularities in behaviour") ist nur eine Voraussetzung fGr die Identifikation von Symbolen als Formulierung von Regeln und nicht mehr als  7 das:  7 ԍ. Ibidem , S. 57.:. FGr Baker und Hacker empfiehlt Wittgenstein, die Regeln als Symbole oder Instrumente mit besonderen Verwendungen zu  7 betrachten: X  7 ԍ. Ibidem , S. 59.:. Soweit haben wir hervorgehoben, inwiefern Baker und Hacker die "Community"Sichtweise ablehnen. Im Rahmen ihrer Diskussion des Begriffs der "Fbereinstimmung" bei Wittgenstein bekrftigen sie  7 diese AblehnungG!   70 ԍ. Baker und Hacker[1984], S. 232f..G. Sie schreiben: "A further array of misunderstanding surrounds the relation between interpersonal agree 7 ment and meaning ... .":"x  7 ԍ. Ibidem , S.233.: Aus den von ihnen herausgelesenen Miverstndnissen in der Interpretation des Verhltnisses zwischen Fbereinstimmung und Bedeutung (des Ausdrucks "einer Regel folgen") betrachten wir zwei. Die erste formulieren sie folgendermaen: M XIt is sometimes held that agreement between members of a linguistic community is a sine qua non of a language because objectivity in following rules is possibly [sic] only by reference to a public standard set by community consensus. It is this alone which allegedly fixes a difference between following a rule and thin 7 king that one is following a rule ...E# 7# ԍ. Ibidem ; wir heben hervor.Eƺ M Diese von Baker und Hacker kritisierte Ansicht, da ein durch allgemeinen Konsens erreichter Standard die Regelbefolgung fixiert , erinnert an die vorhin erwhnte Position Malcolms. Sie sei ihnen zufolge eine Fehlinterpretation. Die BegrGndung dafGr sei u.a.: !#p-++@@ԌMЙXThe pivotal point in Wittgensteins remarks on following rules is that a rule is internally related to acts which accord with it. The rule and nothing but the rule determines what is correct (PI 189). This idea is incompatible with defining 'correct' in terms of what is normal or standard practice in a community. To take the behaviour of the majority to be the criterion of correctness in applying rules is to abrogate the internal relation of a rule to acts in  7$ accord with it.>$$  7| ԍ. Ibidem , S.171172.>ƺ M Diese BegrGndung von Baker und Hacker ist uerst Gberraschend. Sie koppelt die Richtigkeit der Regelbefolgung von der Standardpraxis einer Sprechergemeinschaft ab. Dabei stGtzt sie sich auf 189. Darin geht es aber nach unserer Auffassung nicht darum, da "the rule and nothing but the rule determines what is correct". Im Gegenteil steht klarerweise in 189a, da diese Idee fehlerhaft ist. Die Frage in 189a lt sich wie folgt deuten: Der Gegner behauptet, die algebraische Formel, oder die Regel davon, bestimme alle Schritte ihrer Anwendung (189b). Es wird darauf hingewiesen, da die Behauptung des Gegners eine weitere Frage aufwirft: " Wie wird [der behauptende Ausdruck des Gegners] verwendet?" Ein m?gliches Explikat ist: Die Erziehung bringe Menschen dazu, bei jeder Stufe einer arithmetischen Reihe den gleichen Fbergang zu machen. Ein weiteres, m?gliches Explikat lautet: Die Behauptung heit, da eine Formel einer bestimmten Art in der Reihe vorliege. Beide Explikate und die Deutung der gegnerischen Frage besagen, da zwar von einer Bestimmung der korrekten Verwendung durch die Regel geredet werden kann, aber nur nicht im Sinne einer Antwort auf die Frage, wie "bestimmen" verwendet wird. Es gibt also keine Spur davon in 189, da Wittgenstein behaupte, die Regel allein bestimme die Korrektheit ihrer Anwendung, sondern davon, da ein soziales Training wichtig sei. Es kommt hinzu, da nach Baker und Hacker das Sprechen einer Sprache nach Wittgenstein grundstzlich eine soziale Tatsache ist und Regeln nach dem Muster eines sozial eingebetteten Wegweisers(X$p-++@@  7 funktionieren:%  7X ԍ. Ibidem , S.170.:. Anstatt aber auf eine eindeutige "Community"Sichtweise zu schlieen, beharren sie auf der Annahme eines WolfKindFalls seitens Wittgenstein in unver?ffentlichten Manu 7 skripten^&X  7l ԍ. Ibidem , S.172; es handelt sich um MS 155166 u.a..^. Der Fall bei Baker und Hacker ist zwar kein Fall von einem Robinson Crusoe, der auf seiner Insel allein blieb, ohne vorher je eine Sprache gelernt zu haben, und somit in einem gewissen Sinne eine Privatsprache zult; er liee jedoch die Erfindung neuer Regeln zu. Baker und Hackers Einstellung erscheint uns widersprGchlich: Sie geben zwar eine Beschreibung der Wittgensteinschen AusfGhrungen wieder, die klarerweise auf eine "Community"Sichtweise fGhrt, weigern sich aber, den daraus zu folgernden natGrlichen Schlu zu ziehen, da die grundstzliche soziale Einbettung des Sprechers einer Sprache jeden Fall  7< eines WolfKindes verdchtig macht.'<  7 ԍ. Malcolm hat auch die widersprGchliche Haltung von Baker und Hacker richtig gesehen (Malcolm[1989], S. ). 6.1.3 Die "SuperCommunity"Sichtweise Eine Charakterisierung der "SuperCommunity"Sichtweise lautet wie folgt: Die Sprechergemeinschaft, besser: die Fbereinstimmung in der Sprechergemeinschaft, bestimmt die Bedeutung, also auch die Regelbefolgung. Ein prominenter Vertreter dieser Sichtweise  7 ist MalcolmW(@  7l ԍ. Siehe Malcolm[1986], Kapitel 9 und Malcolm[1989].W. Malcolms AusfGhrungen sind teilweise eine Auseinandersetzung mit der "AntiCommunity"Sichtweise am Beispiel von Baker und  7  Hackers Werk7)   7% ԍ. In Malcolm[1989].7. Hinsichtlich der Interpretation des Begriffs von "einer Regel folgen" unterscheidet er zwei Gruppen von Philosophen, wobei die erste Position wie folgt charakterisiert ist: M ` )p-++@@ԌXThis concept [of following a rule] presupposes a human community in which there is agreement as to whether doing such and such is or is not following a particu 7  lar rule.8*  7d ԍ. Ibidem , S.5.8ƺ M Die Position der zweiten Gruppe lautet wie folgt: M XWhen Wittgenstein says that following a rule is 'a practice', he does not invoque a community of rulefollowers, but instead he emphasizes that following a rule presupposes a regularity, a repeated or recuring way of acting, which might be exemplified in the life  7 of a solitary person.3+ X 7h ԍ. Ibidem .3 ƺ M Die erste Charakterisierung kann fGr die "Community"Sichtweise gelten und die zweite fGr die "AntiCommunity"Sichtweise. Malcolm rechnet sich der zweiten Gruppe zu und fGhrt somit eine Diskussion in Malcolm[1989] als Vertreter der "Community"Sichtweise aus. In Malcolm[1986] jedoch wird der Frage nachgegangen, wie die Sprechergemeinschaft vom Begriff der Regelbefolgung prsupponiert wird. FGr Malcolm lautet Wittgensteins Antwort auf diese Frage: M XWhat fixes the meaning of a rule is our customary way of applying the rule in particular cases . There is a  7 way of acting that we call 'following the rule'.;, 7 ԍ. Malcolm[1986], S.155.;ƺ M Weiterhin, behauptet er, sei es eine Tatsache, da "everyone, almost without exception, will apply the rule in new cases, all  7  agreeing that this is the right way to apply it"3-x  7& ԍ. Ibidem .3. Der hier mit dem Wort "fixes" neu hinzugekommene Aspekt des Verhltnisses zwischen der Regelbefolgung und den Gewohnheiten ist eine Strkung der einfachen Prsupposition, von der die Rede ist. Es(#-p-++@@ handelt sich hier um eine Bestimmung der Regelbefolgung durch die  7, Gemeinschaft der Regelbefolger.,  7 ԍ. Ibidem , S.156. Malcolm spricht hier nun auch davon, da "the concept of following a rule implies the concept of a community of rulefollowers". Spter in Malcolm[1989] aber geht es wie schon gesagt um "this concept [of following a rule] presupposes a human community"(S.5). Beide Redeweisen k?nnen gerechtfertigt werden. Die erste insofern, als derjenige Beobachter oder Philosoph, der die Flle der Regelbefolgung beobachtet, auf die Sprechergemeinschaft schliet; die zweite, weil der Regelbefolger der von ihm befolgten Regel nur in Abhngigkeit der Gemeinschaft folgt, in der er eingebettet ist. . In der folgenden Stelle vereinigt Malcolm sowohl die "Community" als auch die "SuperCommunity"Sichtweisen, indem er zusammenfassend behauptet, da "... for Wittgenstein the concept of a rule presupposes a community within which a common agreement in actions fixes the meaning  7 of a rule":/`  7 ԍ. Ibidem , S.175.:. Die vorhin angesprochene Auseinandersetzung von Hertzberg mit der "SuperCommunity"Sichtweise Malcolms hat unserer Ansicht nach gezeigt, inwiefern die "SuperCommunity"Sichtweise doch eine Fbertreibung der Rolle der Sprechergemeinschaft in Wittgensteins AusfGhrungen darstellt. Auf die Angemessenheit der "Community"Sichtweise kommen wir in 6.3 zurGck. 6.2 Kripkes Rekonstruktion  Kripke unterteilt das von ihm ausgemachte Hauptanliegen Witt 7 gensteins in den Philosophischen Untersuchungen in zwei Haupt 7 thesen, die er verteidigt:0   7o ԍ. Kripkes Rekonstruktion ist Objekt intensiver Diskussionen seit nun mehr als einem Jahrzent. Viele Rezensionen, Kritiken und akademische Arbeiten sind Gber Kripkes Werk erhltlich. StegmGller[1986], Scholz[1990], Hrycaj[1990] und Shongeji[1991] sind unter anderen Beispielen zu nennen. FGr bibliographische Angaben zu den zahlreichen Rezensionen und Kritiken, siehe Frongia und McGuinness[1990]. Unser Vorhaben ist nicht, Kripkes Ansichten per se zu diskutieren, sondern sie als Bezugspunkt der Diskussion der Stellung des Begriffs der Sprechergemeinschaft zu nehmen.  (1) Wittgenstein stelle ein "be0p-++@@Ԯstimmtes Problem", "ein skeptisches Paradox" hinsichtlich der Regelbefolgung dar und prsentiere dafGr eine "skeptische L? 7X sung":1X  7 ԍ. Kripke[1982], S.34.:; und (2) das "eigentliche Privatsprachenargument" samt dessen Konklusion stGnden schon explizit vor dem Abschnitt 243, ab dem das von Wittgenstein vorhin schon explizierte Argument zur  7 Privatsprache angewandt werde?2X  7 ԍ. Ibidem , S.3, 107f..?. Beide Thesen werden nun in den anschlieenden Unterabschnitten 6.2.1 und 6.2.2 dargelegt. 6.2.1 Wittgensteins "skeptisches Paradox" und seine "skepti sche L?sung" 6.2.1.1 Wittgesteins "skeptisches Paradox" hinsichtlich der Regelbefolgung  7h  Nach Ansicht Kripkes drGcken die Philosophischen Untersuchun 7 gen einen radikalen Skeptizismus hinsichtlich der Bedeutung von AusdrGcken allgemein und des Begriffs von "einer Regel folgen" insbesondere aus. Kripke stellt allerdings die These auf, da die  7 Philosophischen Untersuchungen folgendes verteidigen: Es gibt keine Tatsache "in bezug auf mich", die die Motivation dessen konstituieren kann, was ein Ausdruck bedeutet oder ob ich einer  7 (bestimmten) Regel folge:3  7 ԍ. Ibidem , S.7f..:. Die These, die Kripke Wittgenstein zuschreibt, sei Wittgensteinscher Skeptizismus genannt. Wir mGssen anmerken, da die Argumentation hinsichtlich dieser Zuschreibung viel komplexer ist, als sie erscheinen mag: Der Wittgensteinsche Skeptizismus ist in der Tat wie wir sehen werden eine These, die vom Gegner ins Spiel gebracht und verteidigt wird und der Wittgenstein zustimmt. Aus der Mathematik verwendet Kripke ein Beispiel, welches eine Rekonstruktion des von Wittgenstein in 143 und 185 aufgebrachten Beispiels ist. ]$x3p-++@@Ԍ PlusQuusBeispiel : Betrachten wir einen SchGler, der von seinem Lehrer die Regel der Addition lernt. Er fngt zunchst damit an, kleine Zahlen auf eine "korrekte" Weise zu addieren. Langsam aber sicher geht er auf gr?ere Zahlen Gber. Man fragt sich nun: Was passiert eigentlich whrend dieses Lernprozesses? Eine sehr plausible Antwort ist: Der SchGler verwendet das Wort "plus" wie die meisten Verwender der Arithmetik im Sinne der "Gblichen" mathematischen Funktion der Addition. Und der Witz des ganzen Prozesses liegt darin, da das Meistern der Regel der Addition im voraus alle kGnftigen Anwendungen der genannten Regel zu beinhalten scheint. Nehmen wir nun an, der SchGler meistere die Addition der Zahlen bis 100. Da er die Regel der Addition meistert, wird er auch mit Sicherheit z.B. 68 und 57 addieren und zum Ergebnis 125 kommen k?nnen, obwohl 125 weit Gber 100 hinaus liegt. Wir als Beobachter, der Lehrer inklusive, des Additionsprozesses werden dann sagen, da der SchGler auf eine mathematisch korrekte Weise gehandelt habe; aber auch, da er das Wort "plus" auf eine vom Lehrer gelehrte Weise verwendet habe. Er habe diese Weise beabsichtigt, die zum Resultat 125 fGhrt. Nun stellen wir uns einen exzentrischen Skeptiker vor, der das Resultat 125 in Frage stellt, in dem er behauptet, der SchGler htte nicht 125, sondern 5 als Resultat erhalten sollen, denn es bestGnde wohl die M?glichkeit, da der SchGler bis zum Zeitpunkt der Angabe seines Resultats in der Tat eine andere mathematische Funktion htte verwenden k?nnen, die durch das Zeichen  symbolisiert werden kann und durch MX  Y := X + Y falls X,Y < 57 X  Y := 5 sonst M definiert wird. Eine solche Funktion sei "quus" anstatt "plus" genannt. Eine Kernfrage stellt sich: Wer hat nun Recht? Ist es der Skeptiker oder doch der Lehrer? In anderen Worten: Wer oder was kann bestimmen, ob mit der Aufgabe "68+57" nicht "plus" sondern "quus" vom SchGler beabsichtigt wurde? Sei die Operation mit +3p-++@@ "quus" "Quaddition" genannt. Die Frage heit somit: Haben wir Tatsachen, die uns bei der Entscheidung helfen k?nnen, ob der SchGler die Quaddition und nicht die Addition gemeint bzw. beabsichtigt hat? "Nein", sagt der Skeptiker. ^ Nach Auffassung Kripkes stellt Wittgenstein das folgende Problem dar: M XIt [=Die skeptische Herausforderung] purports to show that nothing in my mental history of past behaviour not even what an omniscient God would know could establish whether I meant plus or quus. But then it appears to follow that there was no fact about me that constituted my having meant plus rather than quus. ƺ X(...)ƺ XThis, then, is the sceptical paradox. When I respond in one way rather than another to such a problem as '68+57', I can have no justification for one response  74 rather than another.944 7 ԍ. Ibidem , S.21.9ƺ M In anderen Worten verneint der Skeptiker zweierlei: Er verneint die Existenz jeglicher Tatsachen , die zur Entscheidung verhelfen k?nnten, und er weist die M?glichkeit zurGck, da es BegrGndungen fGr die eine oder die andere der vorhandenen Alternativen gbe. Um den Wittgensteinschen Skeptizismus besser zu deuten, vergleicht Kripke ihn mit dem Humeschen Skeptizismus. FGr Kripke sind beide zwei Facetten ein und desselben Skeptizismus. Der Skeptizismus Humes und die Humesche L?sung dazu seien Schemata,  7 die Kripke in den Philosophischen Untersuchungen wiederfindet.  7 Der Skeptizismus Humes lasse sich wie folgt formulieren:;5X  7" ԍ. Ibidem , S.62f..; Es wird von den meisten Menschen akzeptiert, da wenn es eine kausale VerknGpfung zwischen zwei Typen von Ereignissen gibt, d.h. wenn z.B. Ereignisse vom Typ A Ursache von Ereignissen vom Typ B sind, und wenn ein Ereignis e vom Typ A stattfindet, dann mu auch ein Ereignis e' vom Typ B konsequenterweise stattfinden. %5p-++@@Ԍ Nun aber taucht ein Skeptiker auf, der die kausale VerknGpfung zwischen Ursache und Wirkung bezweifelt. Die L?sung zum Skeptikerproblem kann entweder eine direkte oder eine indirekte sein: M XCall a proposed solution to a sceptical philosophical problam a straight solution if it shows that on closer examination the scepticism proves to be unwarranted; an elusive or complex argument proves the thesis the sceptic doubted. (...) A sceptical solution of a sceptical philosophical problem begins on the contrary by conceding that the sceptic's negative assertions are unanswerable. Nevertheless our ordinary practice or belief is justified because ... it need not require the justification the sceptic has shown to be unten 7 able.96 7 ԍ. Ibidem , S.66.9ƺ M Hume habe fGr sein skeptisches Problem die folgende skeptische L?sung vorgeschlagen: M XNot an a priori argument, but custom, is the source of our inductive inferences. If A and B are two types of events which we have seen constantly conjoined, then we are conditioned to expect an event of type B on  7L being presented with one of type A.97LX 74 ԍ. Ibidem , S.67.9ƺ M 6.2.1.2 Wittgensteins skeptische L?sung Zwischen Wittgensteins Skeptizismus und Humes "klassischem" Skeptizismus bestehen nach Kripkes Auffassung "bedeutende hn 7, lichkeiten":98,  7$ ԍ. Ibidem , S.62.9 Man finde bei beiden ein skeptisches Paradox, welches darauf beruhen wGrde, da "a certain nexus from past to future" in Frage gestellt wird. Wittgenstein stelle eine bestimmte VerknGpfung zwischen einem frGheren Meinen und der aktuellen Praxis in Frage, whrend Hume auf einer Seite die kausale VerknGpfung zwischen einem vergangenen Ereignis und der Notwen%x8p-++@@Ԯdigkeit eines kGnftigen Ereignisses und auf der anderen die VerknGpfung zwischen der Vergangenheit und der Zukunft mittels des induktiven Schlieens in Frage stelle. Genauso wie Hume eine skeptische L?sung zu seinem skeptischen Paradox gibt, genauso sei Wittgensteins L?sungsvorschlag zum eigenen skeptischen Paradox skeptisch: M XHe does not give a straight solution, pointing out to the silly sceptic a hidden fact he overlooked, a condition in the world which constitutes my meaning addition by 'plus'. In fact he agrees with his own hypothetical sceptic that there is no such fact, no such condition in either 'internal' or the 'external' ƺ  7$ Xworld. 9$ 7| ԍ. Ibidem , S.69. Kripke verwirft andere Explikate zum Problem, die im Sinne Wittgensteins direkte L?sungen darstellen wGrden, wie z. B. Dispositionen (S.2237) und platonische Ideen (S.5354). Da Platonische Ideen von Wittgenstein zurGckgewiesen werden, haben wir gesehen. Da er aber auch den Skeptizismus zurGckweist, scheint Kripke nicht gesehen zu haben.  ƺ M FGr Kripke will Wittgenstein nicht leugnen, da die Sprecher ganz im Recht sind, wGrden sie behaupten, sie meinten etwas mit ihren Worten oder sie wGrden Regeln folgen usw.. Von Wittgenstein bestritten sei nur eine existierende "Fbermige Tatsache" ("superlative fact"), die Philosophen auf irrefGhrende Weise den normalen und angemessenen Formulierungen der Sprecher zu 7\ Ԛordnen.9:\@  7, ԍ. Ibidem , S.69.9 Eine wichtige und folgenschwere Frage, die sich nun stelle sei die folgende: M XWittgenstein holds, with the sceptic, that there is no fact as to whether I meant plus or quus. But if this is to be conceded to the sceptic, is this not the end of the matter? What can be said on behalf of our ordinary attributions of meaningful language to ourselves and to others? Has not the incredible and selfdefea:p-++@@Ԯting conclusion, that all language is meaningless,  7 already been drawn?<; 7\ ԍ. Ibidem , S.7071.<ƺ M Anders ausgedrGckt: Kann man noch von einem sprachlichen Verstndigen ohne Tatsachen als Verankerungspunkte reden? Die Antwort Wittgensteins auf diese Frage laute: Die Sprache ist noch m?glich, denn es zhlen nur die Umstnde, unter denen unsere uerungen (also auch unsere arithmetischmathematischen uerungen) gemacht werden. Wittgensteins Motto sei fGr Kripke: M XDo not look for 'entities' and 'facts' corresponding to numerical assertions, but look at the circumstances under which utterances involving numerals are made, and the utility of making them under these circumstan 7P ces.9<PX 78 ԍ. Ibidem , S.77.9ƺ M Die skeptische L?sung Wittgensteins ist nach Kripke im Rahmen  7 eines Paradigmenwechsels gegenGber dem Tractatus gegeben worden: Wittgenstein gebe zwar zu, der Skeptiker habe Recht, behalte aber bei, da unsere gew?hnliche sprachliche Praxis berechtigt ist. Sie sei deswegen berechtigt, weil sie die Sorte der Berechtigung, die von dem Skeptiker zurGckgeworfen ist, nicht ben?tige. Die  7 Bedeutung eines Wortes ist nicht mehr wie im Tractatus durch seine Wahrheitsbedingungen gegeben, sondern besteht aus zwei Polen: (i) den Umstnden einer passenden Verwendung und (ii) der Rolle, die die Praxis des Wortes in unserem Leben unter den betreffenden Umstnden spielt. Beide Pole geben das an, was Kripke "Behauptbarkeits bzw. Rechtfertigungsbedingungen" nennt. Die von Kripke als Wittgensteinsch prsentierte L?sung bringt uns somit zu einer "community"Sichtweise der Bedeutung zurGck. W?rter haben eine Bedeutung nach Kripkes Wittgenstein nur im Kontext der sprachlichen Praxen einer bestimmten Sprechergemeinschaft. Die L?sung besteht also darin, da Mr%<p-++@@ԌXAll that is needed to legitimize assertions that someone means something is that there be roughly specifiable circumstances under which they are legitimately assertable, and that the game of asserting them under such conditions has a role in our lives. No suppositon that 'facts correspond' to those assertions is nee 7 ded.<= 7p ԍ. Ibidem , S.7778.<֬ƺ M In der Sprechergemeinschaft werde herausgefunden, welche Rolle Behauptungen wie "Ich folge einer Regel"., "Ich meine mit S X" usw. zugewiesen wird. Da eine Fbereinstimmung hinsichtlich der Addition in der jetzigen Mathematikergemeinschaft herrscht, bescheinigt diese jedem eine Beherrschung jener Addition, solange die Hufigkeit der Fbereinstimmung seiner eigenen L?sungen der  7P Addition mit denjenigen der Gemeinschaft hoch genug sei<>PX  78 ԍ. Ibidem , S.9192.<. "Einer Regel folgen" sei somit ein Tun, welches hufig in Einklang mit dem Tun der Gemeinschaft ist; ein Tun, welches niemand lediglich auf privater Basis leisten kann. Von diesem Punkt an wendet Kripke seine Rekonstruktion auf das Privatsprachenargument an, wobei er zu zeigen versucht, wie sich die skeptische Struktur dort abbildet und es als ein Korollar der AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung erscheinen lt. 6.2.2 Privatsprachenargument als Korollar zu den AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung Das von Kripke rekonstruierte Argument Wittgensteins hinsichtlich der Privatsprache ist eigentlich ein Spezialfall der allgemeinen und klassischen Skepsis Humes. Die vorgeschlagene L?sung Wittgensteins rekonstruiert er ebenfalls im Sinne der skeptischen  7" L?sung Humes.\?"  7' ԍ. Vgl. hauptschlich Kripke[1982], S 86104, 107113.\ Im Fall der Regelbefolgung lautete die nach Auffassung Kripkes von Wittgenstein ausgedrGckte Skepsis wie folgt: Kein Sprecher kann seinen Gebrauch eines Wortes so rechtfertigen, da er%x?p-++@@ Schwierigkeiten aus dem Weg rumt, die von einem Skeptiker aufgeworfen werden, der behaupte, der Sprecher meinte etwas anderes mit seinem Wort, er folge nmlich einer anderen Regel als derjenigen, der er zu meinen glaubte. Die Herausforderung des Skeptikers bestehe darin, da die Falschheit der Annahme des Skeptikers bewiesen werden mGte. Die Frage ist nun: Auf welchen Tatsachen beruht ein solcher Beweis? Die Antwort des Skeptikers ist: Auf keiner, da nichts, weder im Geist des Skeptikers noch in seiner vergangenen Regelbefolgung, die M?glichkeit ausschliet, da er einer anderen Regel des Gebrauchs eines Wortes folgte als derjenigen, der er zu folgen glaubte. Kripke zufolge ziehe Wittgenstein den Schlu in 201, da das skeptische Argument persistent bleibt, wGrde man es auf einem direkten Weg l?sen wollen: M XThe sceptical argument, then, remains unanswered. There can be no such thing as meaning anything by any word. (...) So there can be neither accord nor con 7x flict.9@x 7 ԍ. Ibidem , S.55.9ƺ M Mit anderen Worten: Wolle man, was es kostet, auf einer direkten L?sung beharren, so fGhre die Persistenz des skeptischen Paradoxes zur Unm?glichkeit der Sprache, da sowohl Fbereinstimmungen als auch Konflikte nicht mehr m?glich sein k?nnen. Angewandt auf die M?glichkeit einer Privatsprache, lt sich die obige resGmierte Argumentation Kripkes wie folgt wiederge 7 ben:<AX  7! ԍ. Ibidem , S.107f..< (1) Wittgensteins skeptisches Argument nehme hier an, da ich die Begriffe wie "Schmerz" oder "rot" jetzt (oder in der Vergangenheit ) so "erfasse" (oder erfasst habe), da damit auch alle kGnftigen Anwendungen dieser Begriffe bestimmt sind. In meiner Erfassung lgen schon die zukGnftigen Anwendungen der Begriffe im Sinne einer Rechtfertigung. Die Erfassung k?nnte z.B. im Falle von Empfindungen per Richten der Aufmerksamkeit auf die Empfindung mit anschlieendem Benennen derselben erfolgen. Die Skepsis'Ap-++@@ hiee: Ich werde durch nichts, was ich in der Vergangenheit oder jetzt getan habe bzw. tue, in der Zukunft bestimmt sein, meinen Empfindungsbegriff, den ich durch Richten der Aufmerksamkeit gewonnen habe und anschlieend Benenne, auf das gleiche Designatum anzuwenden. (2) Wittgensteins L?sung hiee: Nur durch eine skeptische L?sung k?nnen im Sinne Humes die in (1) entstandenen Probleme der "Kausalitt" und "Schlufolgerungen" beseitigt werden. Nur bei der "Subsumierung" des Paares "vergangener, bedeutungsvoller Empfindungsbegriff B" vs. "zukGnftige Anwendung von B" unter einer Regelmigkeit wie in Humes L?sung glaube Wittgenstein so Kripke zu zeigen, "that all talk of an individual following rules has reference to him [= dem Sprecher] as a member of a  7< community ...":B<  7 ԍ. Ibidem , S.109.:. Die hier von Wittgenstein angewandte Humesche L?sung schliee somit also aus, da wir von einem isolierten Menschen sagen, er folge einer gegebenen Regel, da der wichtige Aspekt der Regelmigkeit oder der Gewohnheit zur Verbindung der vergangenen bzw. jetztigen Regel mit ihren kGnftigen Anwendungen fehle. BerGcksichtige man aber die Zugeh?rigkeit der Menschen zu einer Gemeinschaft, so wird diese demjenigen, der behaupte , er folge einer Regel, dies zugestehen, wenn er genGgende Proben bestanden hat. So gesehen sei das Argument gegen ein "privates Modell" der Regelbefolgung gerichtet, genauso wie Hume gegen das "private  7  Kausalittsmodell" argumentierte;C X  7 ԍ. Ibidem , S.109. ;. Da dieses Modell fehl 7L Ԛschlgt, folgt daraus, da eine Privatsprache unm?glich sei:DL  7" ԍ. Ibidem , S.110.:. Somit sei das Privatsprachenargument ein Korollar zu den AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung. Dies soll die zentrale idee  7 ("the point") von 202 sein3E x  7' ԍ. Ibidem .3. !Ep-++@@Ԍ 6.2.3 Kritische Betrachtung Ein erster Einwand gegen die Rekonstruktion Kripkes hngt mit dem Charakter des Werkes selbst zusammen. Kripke prsentiert allerdings die Argumentation seines Werkes weder als eine Arguŭmentation Wittgensteins noch als seine eigene, sondern als "Wittgensteins Argument ..., wie es auf mich gewirkt und fGr mich ein  74 Problem dargelegt hat.";F4  7 ԍ. Ibidem , S.viii.; Man k?nnte ihn hier beim Wort nehmen  7` und ihm deswegen vorwerfen, nicht dem Text der Philosophischen  7 Untersuchungen treu gewesen zu sein. Vielmehr aber scheint Kripke damit erkennen zu lassen, da er mehr als nur eine Interpretation anbieten m?chte; er m?chte eine auf den Text hinausgehende Rekonstruktion der Wittgensteinschen AusfGhrungen anbieten. Eine offensichtliche Einschrnkung des Werkes Kripkes liegt darin, da es eine "elementare" Darstellung und keine Kritik des  7 Wittgensteinschen Begriffs von "einer Regel folgen" ist.9GX  7 ԍ. Ibidem , S.ix.9 Man wGnscht natGrlich, da Kripke uns seine Bewertung und Kritik der Wittgensteinschen AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung liefert. Der Punkt bleibt jedoch noch offen. Grundlegender als die obigen Bemerkungen ist die Kritik der Kripkeschen Rekonstruktion selbst. Fber das Werk gehen die Meinungen auseinander. Auf einer Seite findet man Autoren, die das Werk fast grenzenlos loben und auf der anderen Seite welche, die  7 es fast hysterisch ablehnen._H  7r ԍ. Unter den Bewunderern sind StegmGller[1986] und Strawson[1983]; unter den Kritikern sind Winsch[1983], Baker und Hacker[1984], McGinn[1984], Malcolm[1986], Pears[1988] und Summerfield[1990] zu finden. Im folgenden sind exemplarisch nur die Ansichten StegmGllers und Summerfields herangezogen._ StegmGller schreibt im Vorwort zu StegmGller[1986] Folgendes: M XDie Rekonstruktion der Sptphilosophie von Wittgenstein durch Kripke ist beispiellos und ohne Vorbild. Und dies in einem doppelten Sinn. Erstens hat Kripkes BemGhen, die Kernthese von Wittgenstein in dessen  7f" Philosophischen Untersuchungen zu interpretieren,f"Hp-++@@ keine hnlichkeit mit irgend welchen vorangehenden Versuchen einer Deutung dieses wichtigsten Werkes aus Wittgensteins spter Phase der Philosophie. Zweitens aber ... sind Ideen von der Art, wie sie Kripke Wittgenstein zuschreibt, in der gesamten Geschichte der abendlndischen Philosophie Gberhaupt nicht vertreten  7 worden.AI 7p ԍ. StegmGller[1986], S.vii.Aƺ M Vom obigen Loblied stimmen wir nur dessen erstem Teil zu. Kripkes Rekonstruktion ist allerdings eine meisterhafte, klare und "ein 7 fache" Darstellung des originalen Textes der 143242 der Phi 7 losophischen Untersuchungen. Dem zweiten Teil k?nnen wir wegen dessen dogmatischem Charakter nicht zustimmen. Vielmehr wenden wir uns dem Kern der Kritik gegen Kripkes Rekonstruktion aus der Literatur zu. Die meisten Erwiderungen zu dieser Rekonstruktion der 143242 weisen daraufhin, da die nhere LektGre des zweiten Teils des ersten Absatzes von 201 die wahre Deutung dessen, was Wittgenstein im ersten Teil des gleichen Absatzes "Paradox"  7 nennt, offenbartlJX  7 ԍ. Vgl u.a. Baker und Hacker[1984], McGinn[1984] und Summerfield[1990].l. Wie Summerfield treffend bemerkt, gibt es einen Unterschied zwischen dem, was Wittgenstein in 201a "Paradox" nennt und dessen Kripkescher LektGre. 201a besagt allerdings: M XUnser Paradox war dies: eine Regel k?nnte keine Handlungsweise bestimmen, da jede Handlungsweise mit der Regel in Fbereinstimmung zu bringen sei.ƺ M Dessen Kripkesche LektGre kann wie folgt wiedergegeben werden: Das Paradox sei dies gewesen: FGr jede von mir geleistete Handlung gibt es eine Interpretation eines Ausdrucks der Regel hinsichtlich derer meine Handlung mit der Regel Gbereinstimmt. FGr die gleiche Handlung habe man eine andere Interpretation desselben Ausdrucks der Regel, in bezug auf die meine Handlung mit der Regel nicht Gbereinstimmt. Mit dieser LektGre Kripkes ist jedoch der zweite Teil des ersten Absatzes, nmlich&&Jp-++@@ԌMЙXDie Antwort war: Ist jede mit der Regel in Fbereinstimmumg zu bringen, dann auch zum Widerspruch. Daher gbe es hier weder Fbereinstimmung noch Widerspruch. (201)ƺ M schwer verstndlich. Darin sei allerdings um Summerfield  7h weiter zu folgen anzumerken:?Kh  7 ԍ. Summerfield[1990], S.418.? Wittgenstein sagt, "[es] gbe weder Fbereinstimmumg noch Widerspruch", whrend Kripkes LektGre des Paradoxes klar macht, da es sowohl Fbereinstimmung als auch Widerspruch gbe. Gravierend ist jedoch die Tatsache, da fGr Kripke der ganze erste Absatz das Paradox darstelle, obwohl Wittgenstein selber behauptet, das Paradox im zweiten Teil des ersten Absatzes beantwortet zu haben: M XThe sceptical argument, then remains unanswered. There can be no such thing as meaning anything by any word. Each new application we make is leap in dark; any present intention could be interpreted so as to accord with anything we may choose to do. So there can be neither accord, nor conflict. This is what Wittgen 7 stein said in [201].BLX 7 ԍ. Kripke, op.cit. , S.55.Bƺ M Es gibt also einen Unterschied zwischen den Strukturen des tatschlichen Wittgensteinschen Paradoxes und derjenigen des von Kripke rekonstruierten Paradoxes. Verschiedene Philosophen haben versucht, das Paradox im Licht des zweiten Teils von dem ersten Absatz von 201a zu rekonstru 7 ierenM  7<# ԍ. Vgl. u.a. Baker und Hacker[1984], S.10f., McGinn[1984], S.68f., Malcolm[1986], S.154f. und Summerfield[1990], S.424f... Unsere eigene Rekonstruktion von 201 schlgt einen hnlichen Weg ein (vgl. Kapitel 4, Argument 2.2). Kripke bietet uns einen Inhalt, der zwar sehr original, und weitgehend kompatibel mit den AusfGhrungen in 143242 ist, dem er aber einen falschen Namen gibt, oder, besser gesagt, den er  7# nicht richtig in den Philosophischen Untersuchungen ortet. In anderen Worten: Das von Kripke rekonstruierte Paradox Wittgen$@Mp-++@@Ԯsteins ist dem Gegner zuzuschreiben. Die Antwort Wittgensteins auf das Paradox, wie es in 201a formuliert worden ist, ist keine skeptische, sondern eine direkte Antwort; d.h. die EinfGhrung der regulierenden Rolle der gesellschaftlichen Gepflogenheiten ist nach unserer Auffassung nicht belegbar im Text durch eine Humesche L?sung, sondern durch einen in 201b belegbaren Hinweis auf eine direkte L?sung, nmlich: Der Grund dafGr, da die gegnerische Erklrung der Regel als Fbereinstimmung mit der befolgten Regel durch eine Deutung als direkt verwerfbar zu betrachten ist, liegt an der reductio ad infinitum , in die der Begriff der Deutung verwickelt ist (vgl. Kapitel 4, Argument 2.2). Erst dieses Unbehagen bringt Wittgenstein zu dem Schlu, da nichts anders Gbrigbleibt, als an die Gepflogenheiten zu appellieren. Man k?nnte freilich eine Humesche L?sung darin sehen, diese aber ist eine pure Spekulation Kripkes, die jedoch an sich wertvoll ist. Wittgensteinsch ist sie aber explizit nicht. Eine weitere grundlegende Kritik an Kripke sei gegen dessen Stellungsnahme gerichtet, wonach die Sprechergemeinschaft genGgende Proben bejahen dGrfte, bevor von einer (korrekten) Regelan 7D wendung die Rede sein kann@ND  7 ԍ. Kripke[1982], S.9192, 96.@. Bezugnehmend auf eine Kritik von Hertzberg an der Auffassung, da "a single instance is not sufficient by itself to determine meaning; ... the meaning can be conveyed by providing a sufficient number of instances  7 Ԛ..."EOX  7 ԍ. Hertzberg, op.cit. , S.49.E, kann auf Kripkes Stellungsnahme eingewendet werden, da die Anzahl der passenden Flle der Regelbefolgung zwar wichtig, aber im Sinne der L?sung Wittgensteins, wie wir sie in Kapitel 4 herausgearbeitet haben, nicht entscheidend ist. Denn die Anzahl der restlichen Flle, die noch auf Probe von der Gemeinschaft zu bejahen oder zu verneinen sind, ist im Gegensatz zu den schon bejahten Fllen unendlich. Von "genGgenden" Proben zu sprechen wre also nicht sonderlich aussagefhig. Entscheidend im Wittgensteinschen Sinne ist in unseren Augen das, was wir mitT$Op-++@@  7 Pears den "cautious realism" Wittgensteins nennen k?nnen?P  7X ԍ. Pears[1989], S.275. ?. DiesbezGglich schreibt Pears: M XIf [Wittgenstein] puts so much emphasis on the social conditions for learning and maintaining a language, that is largely because he is trying to give a true description of the way things are actualy going in the  7l world .\QlX 7T ԍ. Ibidem , S.274275. Die Hervorhebung ist von uns.\ ƺ M FGr Wittgenstein sind die Dinge, wie sie eben sind, und die Beschreibung unserer Praxis der Regelbefolgung, wieviel bejahende Flle auch immer man haben mag, legt die Gepflogenheiten offen,  7 die unsere Regelanwendungen rechtfertigen Rx   7 ԍ. Zugunsten Kripke aber sei gesagt, da er unterstreicht, wie wichtig es ist, Wittgensteins L?sung zur Problematik der Regelbefolgung als eine Behauptbarkeits bzw. Rechtfertigunstheorie anzusehen und nicht als Wahrheitstheorie (siehe op.cit. , S.7379, 8688, 110112 u.a.). Die Rechtfertigungstheorie kGmmere sich um die Umstnde, unter denen Behauptungen aufstellbar sind ( Ibidem , S.74). , denn eine einzige Bejahung k?nnte soweit ausreichend sein, wenn einem klar ist, da eine grundlegende Gepflogenheit der Regelanwendung besteht. Eine letzte, kurze Kritik sei gegen das KorollarSein des Privatsprachenarguments im Kripkeschen Sinne gerichtet. Zunchst sei zugunsten Kripkes Rekonstruktion gemerkt, da es richtig ist, das Privatsprachenargument als Korollar der AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung darin zu sehen, da es im Grunde genommen immer noch um die Regelbefolgung geht, aber nur in einem nicht mehr ?ffentlichen, sondern privaten Sinne. Unsere Auffassung divergiert aber von Kripkes Rekonstruktion in zwei Hinsichten: Zum einen lokalisiert er das Argument dort, wo nur dessen Quellen zu finden sind (vgl. 5.1.1). Kripkes eigene Worte veranlassen auch dazu, unsere Auffassung zu bekrftigen; FGr ihn sei nmlich das  7 "private Modell" der Regelbefolgung die "Pointe" von 202:S(  7@) ԍ. Ibidem , S.110.:. Die "Pointe" also sei dies und nicht das ganze Argument, das, wie Sp-++@@ aus Kapitel 5 der vorliegenden Arbeit ersichtlich ist, nach 242 zu finden ist. Zum anderen ist Kripkes BegrGndung des KorollarSeins eine andere als die unsere. Whrend Kripkes BegrGndung die Humesche Struktur des Arguments sei, haben wir sie darin gesehen, da die Argumente aus dem BGndel des Privatsprachenarguments im Allgemeinen gegen einen privaten ontologischen Zwang gerichtet sind. 6.3 Ansatz Wittgensteins zur Stellung der Sprechergemeinschaft Saul Kripke schreibt zur Rechtfertigung seiner Gliederung der  7 Philosophischen Untersuchungen, da das skeptische Paradox Witt 7 gensteins "the fundamental problem of philosophical investiga 7B tions" sei: 1137 bereiten durch die Rumung des aus dem Tractatus vererbten Augustinischen Bildes der Sprache den Weg fGr die  7 Hauptabschnitte der Philosophischen Untersuchungen, nmlich 138242, in denen es um das skeptische Problem und seine skeptische L?sung gehe. Die auf 243 folgenden Abschnitte seien nach Kripke nur eine Anwendung der in 138242 erzielten Ergebnis 7P se;TP  7 ԍ. Ibidem , S.78f..;. Insbesondere seien Aspekte der Wittgensteinschen Philosophie der Psychologie in den Abschnitten nach 243 ein Anwen 7 Ԛdungsfeld der betreffenden erzielten Ergebnisse:UX  7 ԍ. Ibidem , S.112.:. Die Kripkesche Vorgehensweise ist deswegen beachtlich, weil sie drei wichtige Aspekte der Betrachtung der Philosophischen Untersuchungen vermittelt, nmlich (i) die Rekonstruktion des Grundproblems des Werkes, (ii) die Charakterisierung von einigen  7 Gegenthesen, die von Wittgenstein aus dem Weg gerumt werdenV   7# ԍ. Nicht nur das Augustinische Bild der Sprache ist eine der kritisierten Gegenthesen, sondern auch speziell von Kripke er?rterte Gegenthesen, wie z.B. die Dispositionstheorie, die von Wittgenstein selbst nur einmal erwhnt wird (149)., und (iii) die Einheit des Werkes hinsichtlich des er?rterten Grundproblems. Die drei Aspekte sind im Verlauf unserer vorliegenden Untersuchung hier und dort ersichtlich geworden. Wir wollen nun den ersten und den letzten per se betrachten, um die4#Vp-++@@ besondere Stellung, die der Begriff der Sprechergemeinschaft in  7, den Philosophischen Untersuchungen einnimmt, zu thematisieren und  7[ herauszuhebenUW[  7 ԍ. FGr den zweiten Aspekt, siehe Abschnitt 1.3.U. In 6.3.1 wird der Aspekt (i) angegangen, wobei die in 1.2 aufgestellte Hauptthese gerechtfertigt wird. Wir kGmmern uns in 6.3.2 um die (erneute) Verteidigung der These, da die Philosophischen Untersuchungen einheitlich sind. 6.3.1 Regelbefolgung und Sprechergemeinschaft Die kritische Betrachtung der drei Sichtweisen zur Stellung der Sprechergemeinschaft in Wittgensteins AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung hat zweierlei gezeigt. Zum einen sahen wir am Beispiel der Auffassung von Baker und Hacker, da die "AntiCommunity"Sichtweise deswegen eine falsche Ansicht ist, weil wie reichlich in den vorangehenden Kapiteln gezeigt worden ist klarerweise ersichtlich ist, da der Begriff der Sprechergemeinschaft eine bedeutende Rolle in Wittgensteins AufGhrungen spielt. Die "SuperCommunity"Sichtweise erweist sich zum anderen als unhaltbar: Am Beispiel der Position Malcolms ist nmlich von Hertzberg gezeigt worden, da sie zu einem Zirkel fGhrt. Fbrig bleibt also die "Community"Sichtweise, deren Charakterisierung und Angemessenheit nun zu betrachten sein wird. Zunchst sei die Charakterisierung der "Community"Sichtweise angegangen. Mit Malcolm wurde diese als eine Prsupposition einer Gbereinstimmenden Sprechergemeinschaft durch die Bedeutung des Begriffs von "einer Regel folgen" und mit Hertzberg wurde sie als eine Deutung derselben Bedeutung in Verbindung mit einer Sprechergemeinschaft charakterisiert (vgl. 6.1.1). Dies sei nun weiter verdeutlicht. Mehr oder weniger explizite Hinweise auf eine Gemeinschaft von  7+# Sprechenden sind Gberall in den Philosophischen Untersuchungen+#XWp-++@@  7 zu findenX  7X ԍ. Siehe u.a. 120121, 143146, 182, 185, 197202, 238242, 256257, 275276, 578580, 683f.. Obwohl wir uns hier auf die Verbindung zwischen der Regelbefolgung und der Sprechergemeinschaft konzentrieren, k?nnen hiesige Fberlegungen auf die  7x gesamten Philosophischen Untersuchungen Gbertragen werden (vgl. 6.3.2).. In seiner Interpretation von 202 bietet Peacocke eine Charakterisierung an, die wir er?rtern werden: M XThe conclusion of Wittgenstein's argument about following a rule is, in his own words, that '"obeying a rule" is a practice' (202). By 'practice' here he  7h means the practice of a community ... .NYhB 7: ԍ. Peacocke[1981], S. 72. Wir heben hervor.Nƺ M Da in 202 von der Praxis einer Gemeinschaft die Rede ist, unterstGtze 224, in dem die Verwandschaft der W?rter "Regel" und "Fbereinstimmung" unterstriechen wird. BezGglich dieser Verwandschaft schreibt Peacocke: M XWittgenstein's point is not the banale claim that in a community with a conventional rule, persons attempt to make their individual rule accord with the conventional rule; his claim is a more radical one, that what it is for a person to be following a rule, even individually, cannot ultimately be explained without  7d reference to some community.9Zd 7 ԍ. Ibidem , S.73.9ƺ M Da Wittgensteins Behauptung in 224 tatschlich in dem Sinne radikal ist, da auch eine individuelle Regelbefolgung nicht ohne Prsupposition einer Gemeinschaft der Regelbefolger erfolgt, haben wir durch unsere These des EpilogSeins des Privatsprachenarguments reichlich gezeigt. Die einheitliche Rolle der Sprechergemeinschaft in der Regelbefolgung (und folglich in dem Privatsprachenargument) m?chten wir nun resGmieren; dabei artikulieren wir sie um zwei Kerngedanken herum, die hier und dort in Kapitel 4 zum Ausdruck kammen, nmlich: Die Sprechergemeinschaft ist im Sinne Wittgensteins sowohl ein Bezugs ĩ als auch !b Zp-++@@ ein Fixpunkt der Regelbefolgung. Auf diese Kerngedanken wird nun eingegangen. In 197202 entsteht auf klare Weise die Idee einer Sprechergemeinschaft in Zusammenhang mit der Verbindung zwischen der Regel und deren Anwendungen. "In der tglichen Praxis" des Sprachspiels ist diese Verbindung zu suchen (197; vgl. auch Kapitel 4, Argument 1). Der Philosoph fGllt die Kluft zwischen der Regel und deren Anwendungen nicht dadurch, da er in dem Befolgen der Regel etwas Greifbares, welches den Regelbefolger zum Befolgen der Regel zwingt, herausfindet, sondern dadurch, da er den Regelunterricht und die tgliche Praxis, die mit der Regel verbunden ist, beschreibt. Das Verstndnis des Fbergangs von der Regel auf deren Anwendungen erfolgt somit auf dem Hintergrund der Praxis der betreffenden Regel. Wittgenstein przisiert diese Praxis (d.h. das durch Abrichtung erworbene Reagieren) als eine Art von "stndigen" institutionalisierten Gebruchen (189); wie Peacocke sehen wir aus diesem Grund keine bessere Charakterisierung fGr die hier von Wittgenstein besprochene Praxis als eine Praxis einer Gemeinschaft, denn "stndige" Gebruche, die Gepflogenheiten sind, sind typisch fGr Gemeinschaften. Da die Verbindung mit einer Gemeinschaft herzustellen ist, ist an dem Beherrschen der Technik beim Regelbefolgen zu sehen: Einer Regel folgen hiee nmlich, dem System der Gepflogenheiten folgen, welches aber eine Art Verwendergemeinschaft voraussetzt, die es immer wieder anwendet (vgl. Kapitel 4, Argument 3.1). Aus den obigen Er?rterungen herauskristallisiert, ist die Sprechergemeinschaft charakterisierbar als ein Bezugspunkt der menschlichen Aktivitten. Unter Bezugspunkt verstehen wir ein Koordinatensystem, hisichtlich dessen menschliche Aktivitten einen Sinn haben. "Einer Regel folgen" ist wie wir in Kapitel 4, Argument 3.1, sahen in menschlichen Gepflogenheiten und Institutionen eingebettet. Diese, die nichts anderes sind als die Sprechergemeinschaft, sind bei Wittgenstein sozusagen der Sockel, auf dem die Regelbefolgung steht. Die Charakterisierung der Sprechergemeinschaft als Bezugspunkt wird noch expliziter in 238242. FGr Wittgenstein allerdings wird die Kluft zwischen der Regel und deren Anwendungen durch die0*Zp-++@@ Selbstverstndlichkeit der betreffenden Regel ausgefGllt (vgl. Kapitel 4, Argument 8). Die Antworten auf die Fragen, wo diese Selbstverstndlichkeit zu orten sei und wie sie die Kluft ausfGllt, offenbart die Anwesenheit einer Gemeinschaft von Regelbefolgern. Die Selbstverstndlichkeit ist am Beispiel der mathematischen Regeln dort zu orten, wo den Regeln gem vorgegangen wird. D.h.: Die Mathematikergemeinschaft bildet das "GerGst", aus dem heraus beim Regelbefolgen vorgegangen wird, denn die betreffende Gemeinschaft weist eine Fbereinstimmung der Vorgehensweisen bei der Regelbefolgung vor (vgl. Kapitel 4, Argument 9). In der Gemeinschaft ist Gber die Selbstverstndlichkeit hinaus auch eine Fbereinstimmung in den zu fllenden Urteilen und in den Lebensformen zu orten. Anders gesagt: Wie die Kluft zwischen der Regel und deren Anwendungen ausgefGllt wird, wird durch die Antwort verdeutlicht, die im Sinne Wittgensteins auf die Frage nach der uerlichen Gewiheit des Spielens eines Spiels nach Regeln gegeben wurde, nmlich: Die durch eine Sprechergemeinschaft verk?rperte Gbereinstimmende Lebensform leitet den Fbergang von der Regel als Wegweiser auf deren Anwen 7D dungenp[D  7 ԍ. Vgl. hierfGr Er?rterungen im Anschlu an Argument 9 in Kapitel 4.p. Der allgemeine Eindruck, der den AusfGhrungen in 238242 entspringt, fGhrt uns zur folgenden weiteren Charakterisierung: Die Sprechergemeinschaft ist ein Fixpunkt der Deutung des Ausdrucks von "einer Regel folgen". Unter "Fixpunkt" verstehen wir einen Bezugspunkt, der keines weiteren Bezugspunktes zur eigenen Deutung bedarf. Da die Gemeinschaft fGr Wittgenstein ein Fixpunkt ist, sehen wir daran, da der Sprecher nicht an ihr zweifelt, denn eine GrundGbereinstimmung herrscht darin. Der Sprecher geht nicht Gber diesen Rahmen hinaus, um sich eine Deutung zweiter Ordnung seiner Regelbefolgung in Form einer Deutung seiner Sprechergemeinschaft zu verschaffen. In dem hiesigen Zusammenhang lassen sich die Er?rterungen Gber die Sinnlosigkeit der Philosophie zweiter Ordnung (120121) anwenden: Innerhalb der Gemeinschaft kann wohl von der Gemeinschaft die Rede sein, wie von der Philosophie innerhalb der Philosophie die Rede sein' [p-++@@ kann. Um eine Gemeinschaft zweiter Ordnung handelt es sich deswegen aber nicht. An dieser Stelle wollen wir erneut eine Kritik, die andeutungsweise gegen die Charakterisierung der Sprechergemeinschaft als Bezugssystem in Zusammenhang mit Argument 9 in Kapitel 4 gerichtet wurde, aufgreifen, um sie auf die weitere Charakterisierung derselben als Fixpunkts zu erweitern. In Zusammenhang mit Argument 9 in Kapitel 4 wurde allerdings hervorgehoben, da ein neuer Zwang, nmlich ein soziologischer Zwang, von Wittgenstein eingefGhrt wird. Mit der Sprechergemeinschaft als Fixpunkt wird dieser Zwang erheblich verstrkt. Die Gemeinschaft scheint uns zu einer neuen "Gbermigen Tatsache" geworden zu sein. Es war zwar aus guten GrGnden lobenswert, "Gbermige Tatsachen", die hinter der Verbindung der Regel mit deren Anwendungen vermutet sind und die gezwungenermaen von dieser Regel zu den betreffenden Anwendungen GberfGhren wGrden, als einen Mythos zu verwerfen. Eine Sprechergemeinschaft jedoch, die nicht weiterfGhrt als nur auf sich selbst, scheint zu einem so unerschGtterlichen Sockel der Deutung des Ausdrucks von "einer Regel folgen" geworden zu sein, da uns nichts Gbrig bleibt, als sie als eine neue "Gbermige Tatsache" zu bezeichnen. Solche Tatsachen, die auf der Ebene der Regelbefolgung von Wittgenstein ausgerumt worden sind, scheinen somit nicht ganz verschwunden zu sein. Im Gegenteil kommt zumindest eine davon, nmlich die Sprechergemeinschaft als Fixpunkt, durch eine HintertGr zurGck. Eine weitere Kritik an Wittgensteins Auffassung der Sprechergemeinschaft kann wie folgt formuliert werden: Wittgenstein betrachtet ausschlielich eine synchronische Charakterisierung der Idee einer Sprechergemeinschaft. Seine Auffassung mag wohl standhalten, solange nur auf den augenblicklichen Ausschnitt der Gemeinschaft bezug genommen wird. Betrachtet man sie aber auch diachronisch , so mu man mit Vohra zugeben, da M Xthe history of man, especially the history of his social, moral and aesthetic life is replete with cases where he has broken all traditions and started entirely new practices ... . The one Crusader convinced)[p-++@@ others of the correctness of his views and won them  7 over.8\ 7\ ԍ. Vohra[1990], S.61.8ƺ M Solche diachronische Betrachtungen k?nnen dazu helfen, die Verabsolutierung, die die Sprechergemeinschaft bei Wittgenstein erfhrt, zu mindern. Sie zeigt, wie entscheidend auch die menschliche Freiheit und Kreativitt zur Deutung der Regelbefolgung sein k?nnen. Freie und kreative Menschen k?nnen in der Tat jederzeit "das GerGst, von welchen aus unsere Sprache wirkt" verndern und somit neue Bezugsrahmen schaffen, welche die Freiheit, die zu ihrer Entstehung fGhrte, nicht richtig offenbaren, wenn man sie nur in synchronischen Momenten betrachtet. Was die Angemessenheit der "Community"Sichtweise der Regelbefolgung angeht, so entspringt sie der von uns explizierten Charakterisierung der Sprechergemeinschaft. Was allerdings Gbertrieben erscheint, ist die UnerschGtterlichkeit des Bezugspunktes der Deutung des Ausdrucks von "einer Regel folgen", nicht die Deutung selbst. Man kann also aus diesem Grund sagen, da die Wittgensteinsche Sprechergemeinschaft von der Regelbefolgung als Explizierungsrahmen prsupponiert, aber nicht bestimmt wird.  7L  6.3.2 Zur Einheit der Philosophischen Untersuchungen im Licht der AusfGhrungen zur Sprechergemeinschaft  7  Wir wollen dafGr weiter argumentieren, da die Philosophischen  7 Untersuchungen eine Einheit bilden, obwohl die unterschiedlichen Abschnitte, die das Werk ausmachen, den Anschein erwecken k?nnten, es sei ein unsystematischer Haufen von Anmerkungen. Die Frage nach der Einheit des Werkes ist eigentlich bereits in Kapitel 2 beantwortet worden: FGr die Einheit spricht erstens die Tatsache, da eine Struktur, die um die Bedeutung von Begriffen kreist, aus dem Werk herausgelesen werden kann. Es handelt sich allerdings um eine Reihe von Begriffen, von denen jedesmal erfragt wird, wie sie gebraucht werden. In anderen Worten, die Worte "Der Begriff B wird so und so gebraucht" sind eine Struktur, die in Verbindung mit "Verstehen", "einer Regel(X\p-++@@ folgen", "Wollen", "Meinen", usw. fGr B immer wieder zurGckkommen. FGr die Einheit des Werkes sprechen zweitens auch seine Strategie und seine Hauptthese. Die Tatsache, da ein einziges Netzwerk von allgemeinen Begriffen die Methode festlegt, die auf die weiteren von Wittgenstein er?rterten Begriffe angewandt wird, vereinheitlicht die verschiedenen Untersuchungen des Werkes. Die Hauptthese hat ihrerseits dadurch eine vereinheitlichende Rolle, da sie die Doktrin darstellt, die von Wittgenstein auf die verschiedenen von ihm betrachteten Begriffe angewendet wird. Die Hauptthese unterstreicht die herausragende Stellung, die die Gemeinschaft u.a. der Regelbefolger in der Deutung der Begriffe einnimmt. Oben in 6.3.1 ist die Gemeinschaft im Sinne Wittgensteins charakterisiert worden. Die Verallgemeinerung der dort besprochenen  7h Charakterisierung auf andere in den Philosophischen Unter 7 suchungen er?rterte Begriffe besttigt die Hauptthese des Werkes. Am Beispiel von "Meinen" und "Vorstellbarkeit" sei dies gedeutet. In Zusammenhang mit der Er?rterung des Begriffes des Meinens sahen wir, da die richtige Grammatik dieses Begriffes auch um  7J die Gbereinstimmende Gemeinschaft kreist3]J  7 ԍ. Vgl. 2.3.2.2.3. Den Hinweis dafGr fanden wir darin, da fGr Wittgenstein die Technik des Meinens nur dann gelernt werden kann, wenn die Menschen, die sie lernen, voll miteinander Gbereinstimmen (Teil II, S.573). Hinzu kommt die Tatsache, da die Beherrschung einer Technik ein Kriterium dafGr sei, wonach zu beurteilen ist, ob jemand etwas mit einem bestimmten Ausdruck gemeint hat oder nicht (692). Einer Technik beherrschen geht aber mit der Beherrschung der Regelbefolgung einher, in dem Sinne, da letzteres vom ersterem vorausgesetzt wird (vgl. 199c). Sommit ist auch im Licht der ganzen Er?rterungen in 197202 auch eine Gemeinschaft der Regelbefolger vorausgesetzt. In der Er?rterung Gber die Grenzen der Vorstellbarkeit macht Wittgenstein eine Bemerkung, die die Vorstellbarkeit so deutet,  7& da ihre Natur als Spezialfall der Hauptthese der Philosophischen  7' Untersuchungen ans Licht kommt. Er bemerkt allerdings:'X]p-++@@ԌMЙXStatt "Vorstellbarkeit" kann man hier auch sagen: Darstellbarkeit in einem bestimmten Mittel der Darstellung. Und von einer solchen Darstellung kann allerdings ein sicherer Weg zur weitern Verwendung fGhren. (397)ƺ M WGrde man nun die Sprache als "Mittel der Darstellung" nehmen, wie Wittgenstein es durch das Wort "Verwendung" suggeriert, so wre diese Stelle wie folgt zu deuten: Man k?nne von einer Darstellbarkeit nur in der Sprache als Mittel der Darstellung reden; und von der in der Sprache erfolgten Darstellung kann deswegen ein sicherer Weg zur kGnftigen und gleichen Verwendung des Dargestellten fGhren, weil die Sprache eine Gbereinstimmende Gemeinschaft der Sprecher voraussetzt, die auf selbstverstndlicher Basis operiert. Wie man oben sieht, geschieht die Deutung der Begriffe "Meinen" und "Vorstellbarkeit" auf dem Hintergrund der Gemeinschaft, in der diejenigen, die etwas meinen oder sich vorstellen, eingebettet sind. Einen direkten Zugang zur Gemeinschaft verschafft jedoch der methodologische Rahmen der Familienhnlichkeit. Die Anwendung des Wittgensteinschen Mottos, wonach man die Flle des Gebrauchs eines Begriffes B zu "schauen" habe, um die grammatische Deutung von B zu erreichen, fGhrt zwangslufig zu einem Raum des Gebrauchs, der nur plural sein kann. Wittgenstein kann sicherlich nicht an diesen Raum appelliert haben, wenn er solipsistisch gewesen wre; denn die Denkbarkeit einer Privatsprache wre dadurch wieder hoffhig. 4!]p-++@@  7,  aa)׃  7X   a$Schluwort ă In der Einleitung zur vorliegenden Arbeit haben wir uns zwei Ziele gesetzt. Zum einen sollte eine textnahe Interpretation der  7 Stellen in den Philosophischen Untersuchungen gegeben werden, an denen die Problematik der Regelbefolgung behandelt wird. Zum anderen war eine Rekonstruktion der interpretierten Stellen innerhalb eines einheitlichen methodologischen und doktrinalen Rahmens anzugeben, wobei die den AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung vorangehende Behandlung des Verstehens und die ihnen folgenden AusfGhrungen Gber die Undenkbarkeit einer Privatsprache heranzuziehen war. Des weiteren stellten wir die These auf, da Wittgenstein die Ansicht zGrGckweist, eine ontologische Motivation stehe hinter der Regelbefolgung. Letztlich war in unserer Rekonstruktion die besondere Stellung herauszuarbeiten, die die Sprechergemeinschaft in bezug auf die Regelbefolgung einnimmt. Unsere Untersuchung hat zu einigen Ergebnissen gefGhrt, die nun zusammengefat werden: (i) Trotz der von ihnen bereiteten Schwierigkeiten weisen die  7 Philosophischen Untersuchungen eine Struktur auf, die wir haben herauslesen k?nnen. Diese Struktur diente als Wegweiser zur Reise durch die WinkelzGge des Werks. Durch sie haben wir festgestellt, da das werk eine Strategie verfolgt, die auf eine Hauptthese hinausluft. Was die Strategie des Werks anbelangt, kammen wir zur Erkenntnis, da zwei Begriffsnetzwerke darin er?rtert werden. Das erste Netzwerk, welches in 1133 zu finden ist, legt die Methode fest, die in den darauf folgenden Abschnitten auf das zweite Netzwerk angewandt wird, welches ihrerseits einen doktrinalen Inhalt hat. Durch die Begriffe "Bedeutung", "Grammatik", "Sprachspiel", "Lenbensform", "Familienhnlichkeit" und "Philosophie" legt Wittgenstein seine Methode fest wie folgt: Die Philosophie hat als Aufgabe die Beschreibung der Grammatik der verhexenden W?rter der Sprache, wobei derart vorgegangen wird, da der Begriff der Bedeutung durch ein Netzwerk der in 1133 vorkommenden Begriffe erhellt wird. Der Inhalt der gesamten6*]p-++@@  7 Philosophischen Untersuchungen ist argumentativ so rekonstruiert worden, da das Netzwerk der (nach 133) er?rterten Begriffe mit Hilfe einer Hauptthese in einem einzigen doktrinalen Rahmen hineinpasst. Das besonders groe Gewicht des methodologischen Rahmens der Familienhnlichkeit ist ans Licht gekommen: Ist P ein zu l?sendes Problem, so wird es durch eine Reihe von Fllen bzw. Beispielen derart paraphrasiert, da es am Ende aus den hnlichkeiten zwischen diesen Fllen klar ist, auf welche Weise die in P vorkommenden Begriffe verwendet werden. In bezug auf die Begriffe "Wissen", "Meinen", "Denken", usw., werden die Flle des Gebrauchs davon sorgfltig gem des Vorbildes des sozialen Verhaltens der Gemeinschaft der Wissenden, der Denkenden, der Meinenden, usw., betrachtet. Dabei werden die Mythen des logischen, des ontologischen und des psychologischen Zwangs bekmpft. (ii) Die Grammatik des Verstehens offenbart die subjektiven Aspekte der Regelbefolgung. Wittgenstein kritisiert hier den logischen Zwang, d.h. die Auffassung, nach der jemand, der einer Regel folgt, alle Verwendungen dieser Regel in voraus in Form eines mentalen Aktes miterfat. Dabei etabliert er eine Parallele mit der Grammatik des Wortes "Lesen", das genauso wie das Wort "Verstehen" keine inneren psychischen Zustand und Vorgang voraussetzt und u.U. richtig verwendet wird. Wir haben argumentiert, da die AusfGhrungen Gber das Verstehen ein Prolegomenon zu der Problematik der Regelbefolgung ist, denn die Frage, die sich im Fall der Regelbefolgung stellt, sich auf das Verstndnis der sprachlichen Formulierung der Regel bezieht. Genauso wie derjenige, der einen beliebigen Ausdruck versteht, keineswegs alle m?glichen Verwendungen dieses Ausdrucks in voraus erfat, so auch derjenige, der den Ausdruck "der Regel R folgen" versteht. Daher lassen sich Ergebnisse der AusfGhrungen Gber das Verstehen auch auf die Regelbefolgung anwenden. (iii) Die Grammatik der Wendung "einer Regel folgen" geht mit der ZurGckweisung des ontologischen Zwangs einher, d.h. der Auffassung, nach der eine ontologische Motivation stGnde hinter den einzelnen Anwendungen der befolgten Regel. Auf der einen Seite wird der Regelbefolger nicht von einer Art Vorlage gezwungen,3*]p-++@@ sich treu nach ihr zu verhalten; kein Regelplatonismus bzw. Essentialismus kann in der Hinsicht verteidigt werden. Auf der anderen seite wird der Regelbefolger sich nicht nach beliebigen Mustern verhalten und hinter seinem Verhalten wird man nicht immer eine Regelbefolgung herauslesen k?nnen; kein Regelskeptizismus kann in der Hinsicht gerechtfertigt werden. Wittgensteins ZurGckweisung der verschiedenen Varianten des ontologischen Zwangs nimmt eine zentrale Stellung in seinen AusfGhrungen ein. Neun Argumente sind identifiziert, rekonstruiert und u.U. kritisiert worden. Sie fGhren zu zwei konstruktiven Anstzen in bezug auf die Regelbefolgung. Wittgensteins erste konstruktive Ansatz beruht auf dem begriff der Gbereinstimmenden lebensform. Er ist derjenige Ansatz, der eine zentrale Rolle in Wittgensteins AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung spielt und lautet: Die Regelbefolgung ist eine Praxis, die in der Gemeinschaft derjenigen, die Regel folgen, eingebettet ist; sie ist eine regelmige und selbstverstndliche Gepflogenheit; von dieser praxis mu man ausgehen, um zu klren, was die Wendung "einer Regel folgen" bedeutet. Dieser Ansatz stellt einen Mittelweg dar zwischen Platonismus und Skeptizismus. Wittgensteins L?sung, die auf dem Begriff der Gemeinschaft beruht, kombiniert einige Aspekte sowohl des Regelskeptizismus als auch des Regelplatonismus, ohne jedoch diese Doktrinen zu rehabilitieren. Der Zweite konstruktive Ansatz beruht auf der These der Familienhnlichkeit und lautet: Die Gemeinschaft verfGgt Gber Beispielklassen von Aktivitten, die untereinander hnlich sind. Daher entsprechen Wendungen wie "Regel", "regelmig", "das Gleiche tun", etc. klassifikatorischen Begriffen in dem Sinne, da diese Begriffe Aktivitten enthalten, die denjenigen Aktivitten von bestimmten Beispielklassen hnlicher sind als denjenigen anderer Beispielklassen. Es gibt eine direkte Verbindung des zweiten Ansatzes mit Kriterien der Regelbefolgung darin, da die klassifikatorischen Begriffe der Aktivitten der Regelbefolgung in der Tat Kriterien fGr die Regelbefolgung sind. Diese Kriterien, wie z.B. der Regel blind, one GrGnde oder ohne vorherige Information zu folgen, erm?glichen einem Beobachter,0*]p-++@@ auch in Fllen von Abweichungen u.U. immer noch von Regelbefolgung zu sprechen. (iv) Wir haben entgegen der Affassung Kripkes argumentiert, da Wittgensteins AusfGhrungen Gber die Privatsprache hauptschlich nach 242 zu finden sind. Der Grund dafGr liegt darin, da das BGndel der Argumente, die zusammen das Privatsprachenargument bilden, aus den Abschnitten 243315 rekonstruiert worden sind. Wie kripke aber haben wir gezeigt, da das Privatsprachenargument ein Epilog zur Grammatik der Regelbefolgung ist, jedoch aus einem unterschiedlichen Grund. Kripke sieht in dem Argument eine Verlngerung seiner skeptischen Rekonstruktion der AusfGhrungen Gber die Regelbefolgung, whrend wir darin die Fortsetzung der Problematik der Regelbefolgung in Form der Frage: Was heit, einer Regel privat zu folgen? Neu ist nur die HinzufGgung "privat" gekommen. Sieben verschiedene Argumente sind identifiziert, rekonstruiert und u.U. kritisiert worden. Ihre explizite oder implizite Verbindung mit der Regelbefolgung ist jedesmal ans Licht gebracht worden. Dabei haben wir gesehen, da Wittgenstein die folgende These verteidigt: Die philosophische Ansicht, nach der "einer sprachlichen Regel 'privatim' folgen" hiee, eine ontologische Motivation, z.B. in Form von Empfindungserlebnissen, stGnde hinter allen einzelnen Anwendungen der befolgten Regel, sei ein philosophischer Mythos. Folglich mGte man den Begriff von "einer sprachlichen Regel 'privatim' folgen" demythologisieren. Was hier von wittgenstein bekmpft wird ist ein privater ontologischer Zwang. Die Denkbarkeit einer privaten Regelbefolgung wird von ihm ad absurdum gefGhrt; die einzelnen Argumente des BGndels geben GrGnde dafGr an, unter denen die Unvertrglichkeit der ?ffentlichen Bedeutung der Empfindungsw?rter mit der angenommenen Privatheit, der Mangel an Kriterien fGr die Richtigkeit der Privatsprache und die Irrelevanz eines Privatgegenstandes die wichtigsten sind. (v) Wir haben die Sekundrliteratur um die Rolle, die sie der  7& Sprechergemeinschaft in den Philosophischen Untersuchungen  7' zuweist, organisiert. Drei klare Gruppen sind unterschieden worden: Eine erste Gruppe (die "Community"Sichtweise) weist )]p-++@@Ԍder Sprechergemeinschaft eine bedeutende Rolle zu; eine zweite (die "AntiCommunity"Sichtweise) erkennt ihr diese Rolle ab; schlielich, in einer dritten (der "SuperCommunity"Sichtweise) wird diese Rolle Gberbetont. Wir haben uns einerseits mit den drei Sichtweisen und andererseits mit Kripkes skeptischer Rekonstruktion auseinandergesetzt. Wir haben fGr die "Community"Sichtweise argumentiert, da sie fGr uns die angemessene Rekonstruktion ist. Angemessen ist sie, weil einerseits Wittgensteins L?sung zur Problematik der Regelbefolgung klarerweise auf der Sprechergemeinschaft beruht und andererseits die M?glichkeit von Abweichungen von ihm nicht ausgeschloen ist. Kripke verteidigt die "Community"Sichtweise. Von Kripke aber gehen wir Gber die Art auseinander, wie die Sprechergemeinschaft ihre Rolle in der Regelbefolgung spielt. FGr Kripke verteidigt Wittgenstein einen Hummeschen Skeptizismus in bezug auf die Regelbefolgung, wobei die Gemeinschaft diejenige Instanz ist, die die Humesche Gewohnheit stGtzt. FGr uns aber verteidigt Wittgenstein keinen Skeptizismus, sondern er legt einen konstruktiven Ansatz vor, der ein Mittelweg zwischen Skeptizismus und Platonismus bzw. Essentialismus darstellt und in der die Sprechergemeinschaft sowhol ein Bezugspunkt als auch ein Fixpunkt der Deutung des Ausdrucks "einer Regel folgen" ist.  7  FGr die Einheit der Philosophischen Untersuchungen im Licht der Stellung der Sprechergemeinschaft spricht die Tatsache, da diese in Wittgensteins Argumente den Hintergrund dessen bildet, was die verschiedenen Begriffe, die er betrachtet, bedeuten. Kritiken sind in Verlauf der einzelnen Argumente u.U. an deren Strukturen, SchlGssen, Details und SchlGssigkeit gerichtet worden. Was aber den zentralen Punkt unserer Untersuchung anbelangt, nmlich die Regelbefolgung und die Stellung, die die Sprechergemeinschaft darin einnimmt, so sollte man u.a. fragen, ob das von Wittgenstein eingefGhrte neue Bezugssystem der Regelbefolgung ohne Weiteres hinnehmbar ist; ob er dadurch nicht einen neuen Zwang einfGhrt, den wir "soziologischen Zwang" genannt haben. Die Sprechergemeinschaft, die wegen ihrem Fixpunkt Charakter auf sich selbst fGhrt, scheint bei Wittgenstein zu einem schwer zu erschGtternden Sockel der Deutung der Wendung3*]p-++@@ "einer Regel folgen" geworden zu sein, und daher auch zu einer neuen "Gbermigen Tatsache". Wie nun eine Theorie der Regelbefolgung, in der die Sprechergemeinschaft keine verabsolutisierte Instanz ist, zu formulieren ist, bleibt offen. Eine andere Kritik an Wittgensteins Auffassung der Sprechergemeinschaft ist deren ausschlieliche Betrachtung der synchronischen Charakterisierung der Idee einer Sprechergemeinschaft. Diese Auffassung mag standhalten, solange nur auf den Zustand der Gemeinschaft in einem bestimmten Zeitpunkt bezug genommen wird. Nimmt man sie aber auch diachronisch in betracht, so scheint sie nicht mehr zu gelten, denn die menschliche Geschichte so voller Kreativitt ist, da sie die Gepflogenheiten manchmal ganz umgekehrt hat. Wie nun diachronische und synchronische Aspekte harmonisch integrierbar sind, ist eine weitere offene Frage. M ]p-++@@ M  7,  aa)׃  7X    aLiteraturverzeichnis ă Ayer, A.[1954]: "Can There Be a Private Language?", in: Procee dings of the Aristotelian Society (Supplementary Volumes) 28, 6376. [1985]: Wittgenstein, London, Weidenfeld & Nicolson; NewYork, Random House.  7 Baker, G.P.[1981]: "Following Wittgenstein: Some Signposts for   7  Philosophical Investigations 142242", in: Leich und Holtzman[1981], 3171. Baker, G.P. und Hacker, P.M.S.[1980]: Wittgenstein: Meaning and  7?  Understanding. An Analytical Commentary on the Philosophical  7n  Investigations Vol. I, Oxford, Basil Blackwell. [1984]: Scepticism, Rules, and Languages, Oxford, Basil Blackwell. [1985]: Wittgenstein: Rules, Grammar, and Necessity. An Analy  7!  tical Commentary on the Philosophical Investigations Vol. II, Oxford, Basil Blackwell. Bambrough, R.[196061]: "Universals and Family Resemblances", in: Proceedings of the Aristotelian Society 61, 207222. Binkley, T.[1973]: Wittgenstein's Language, The Hague, Martinus Nijhoff. Bouveresse, J.[1976]: Le mythe de l' int)riorit). Exp)rience, signification et langage priv) chez Wittgenstein, Paris, Les (ditions de Minuit. Casta9eda, H.N.[1966]: "The PrivateLanguage argument", in: R. Ollins[1966], 88105. Cook, J.W.[1965]: "Wittgenstein on Privacy", in: Philosophical Review 74, 281314. Cooke, V.M.[1974]: "Wittgenstein's Use of the Private Language Discussion", in: International Philosophical Quaterly 14, 25 49.  7' Feyerabend, P.[1954a]: "Wittgenstein's Philosophical Investiga  7)  tions", in: Philosophical Review 64, 449483. [1954b]: "Ludwig Wittgenstein", in: Merkur 8, 10211038.B*]p-++@@ԌFrongia, G. and McGuinners, B.[1990]: Wittgenstein: A Bibliographical Guide, Cambridge, MA, Basil Blackwell. Gabriel, G.[1995]: "Solipsismus", in: J. Ritter und K. GrGnder (Hrsg.), Historisches W?rterbuch der Philosophie Bd. 9, Basel, Schwabe & Co, Sp.10181023.  7 Genova, J.[1978]: "A Map of the Philosophical Investigations", in: Philosophical Investigations 1, n. 1, 4156. Grewendorf, G.[1979]: "Ist Wittgensteins Privatsprachenargument trivial?", in: Ratio 21, 150161. Hacker, P.M.S.[1990]: Wittgenstein: Meaning and Mind. An Analy  7  tical Commentary on the Philosophical Investigations Vol. III, Oxford, Basil Blackwell. [1996a]: Wittgenstein: Mind and Will. An Analytical Commenta ry on the Philosophical Investigations, Vol. IV, Oxford, Cam bridge, MA, Basil Blackwell. [1996b]: Witggenstein's Place in the TwentiethCentury Analy tic Philosophy, Oxford, Basil Blackwell. Haller, R. und Brandel, J.[1990] (Hrsg.): Wittgenstein Eine Neubewertung. Akten der des 14. Internationalen Wittgenstein Symposiums, Wien, Verlag H?lderPichlerTempsky.  7v Hallet, G.[1977]: A Companion to Wittgenstein's Philosophical  7  Investigations, Ithaca, Cornell University Press. Hertzberg, L.[1990]: "Wittgenstein and the Sharing of Language", in: Haller und Brandl[1990], 4756. Hrycaj, P.L.[1990]: An Essay on Kripke's "Wittgenstein on Rule and Private Language", Diss., Syracuse University. Kenny, A.J.P.[1973]: Wittgenstein, London, Allen Lane; Cambrid ge, Harvard University Press (dt.: Frankfurt, Suhrkamp, 1974; 3. Aufl. 1987). Kripke, S.[1982]: Wittgenstein on Rules and Private Language. An Elementary Exposition, Oxford, Basil Blackwell. Leich, C.M. und Holtzman, S.H.[1981] (Hrsg.): Wittgenstein to Follow a Rule, London, Routledge & Kegan Paul. Leinfellner, W. und Wuketits, F. [1986] (Hrsg.): Die Aufgaben der Philosophie in der Gegenwart. Akten der 10. Internationa len WittgensteinsSymposiums, Wien, Verlag H?lderPichlerTem psky.<*]p-++@@Ԍ 7 Malcolm, N.[1954]: "Wittgenstein's Philosophical Investiga  7/  tions", in: Philosophical Review 63, 530559; wiederabgdr. und zitiert nach Morick[1967], 4581. [1967]: "Wittgenstein", in: P. Edwards (ed.), The Encyclopedia of Philosophy Vol. 8, London and NewYork, Macmillan. [1986]: Nothing is Hidden: Wittgenstein's Criticism of his Early Thought, Oxford, Basil Blackwell. [1989]: "Wittgenstein on Language and Rules", in: Philosophy 64, 528. Malone, M.E.[1985]: "There is in Wittgenstein's Work no Argument and no Conclusion", in: Philosophical Investigations 8, 174 188. Mauser, A. [1967]: "Games and Family Resemblances", in: Philoso phy 42, 210224. McGinn, C.[1984]: Wittgenstein on Meaning. An Interpretation and Evaluation, Oxford, Basil Blackwell. Morick, H.[1967] (Hrsg.): Wittgenstein and the Problem of Minds, NewYork, McGrawHill. Peacocke, C.[1981]: "Reply: RuleFollowing: The Nature of Witt genstein's Arguments", in: Leich und Holtzman[1981], 7295. Pears, D.[1986]: "The Origin and Development of Wittgenstein's Treatment of RuleFollowing", in: Leinfellner und Wuke tits[1986], 420425.  7 ԩ [1989a]: "RuleFollowing in Philosophical Investigations", in: Grazer Philosophical Studies 3334, 249161. [1989b]: "The Structure of the Private Language Argument", in: Revue Internationale de Philosophie 43, 264278. Pitcher, G.[1964]: The Philosophy of Wittgenstein, NewYork, Englewood Cliffs.  7" ԩ [1966]: Wittgenstein: The Philosophical Investigations, Garden City, NewYork, Anchor Boder. Quine, W.V.[1960]: Word and Object, Cambridge, The Technology Press of MIT; NewYork and London, John Wiley & Sons. [1969]: Ontological Relativity and Other Essays, NewYork and London, Columbia University Press.']p-++@@ԌRhees, R.[1954]: "Can There Be a Private Language?", in: Procee dings of the Aristotelian Society (Supplementary Volumes) 28, 7794. Scholz, B.[1990]: Kripke's Wittgensteinian Paradox, Diss., Ohio State University. Scholz, O.R.[1995]: "Zum Status von Teil II der Philosophischen Untersuchungen", in: von Savigny und Scholz[1995], 2440. Schneider, H.[1972]: "Essentialismus", in: J. Ritter (Hrsg.), Historisches W?rterbuch der Philosophie Bd. 2, Basel, Schwabe & Co, Sp.751753. Schulte, J.[1989]: Wittgenstein. Eine EinfGhrung, Stuttgart, Reclam Shongeji, T.[1991]: Sceptical Paradoxes of Rule Following, Diss. University of South California. Smart, H.R.[1957]: "LanguageGames", in: Philosophical Quaterly 7, 224235. Specht, R.[1971]: "Cartesianismus", in: J. Ritter (Hrsg.), Hi storisches W?rterbuch der Philosophie Bd. 1, Basel, Schwabe & Co, Sp.969. StegmGller, W.[1975]: Hauptstr?mungen der Gegenwartsphilosophie, Bd.I. Wittgenstein: Philosophie II, Stuttgart, Kr?ner. [1986]: Kripkes Deutung der Sptphilosophie Wittgensteins, Stuttgart, Kr?ner Stern, D.G.[1994]: "Review Essay: Recent Work on Wittgenstein, 19801990", in: Synthese 98, 415458.  7L Summerfield, D.[1990]:"Philosophical Investigations 201: A Witt gensteinian Reply to Kripke", in: Journal of the History of Philosophy 28, 417438.  7 Strawson, P.F.[1954]: "A Critical Notice of Wittgenstein's Phi  7"  losophical Investigations", in: Mind 63, 70100; wiederabged. in und zitiert nach Morick[1967], 342. [1983]: "Review of Kripke[1982]", in Times Literary Supplement February, 123124. Vohra, A.[1990]: "Rules and Rule Following", in: Haller und Brandl[1990], 5761. Von Kutschera, F.[1971]: Sprachphilosophie, MGnchen, Fink (2. Aufl. 1975).9*]p-++@@ԌVon Savigny, E.[1969]: Die Philosophie der normalen Sprache, Frankfurt a.M., Suhrkamp.  7X ԩ [1988]: Wittgensteins Philosophische Untersuchungen. Ein Kom mentar fGr Leser Bd. 1, Frankfurt, Vittorio Closterman.  7 ԩ [1989]: Wittgensteins Philosophische Untersuchungen. Ein Kom mentar fGr Leser Bd. 2, Frankfurt, Vittorio Closterman. Von Savigny, E. und Scholz, O.R.[1995] (Hrsg.): Wittgenstein Gber die Seele, Frankfurt a.M., Suhrkamp. Von Wright, H.[1982]: Wittgenstein, Oxford, Basil Blackwell. [1995]: "The Troubled History of Part II of the Investiga tions", in: Grazer Philosophische Studien 42, 1992, 182192; zitiert nach von Savigny und Scholz[1995], 1223. Wennerberg, H.[1967]: "The Concept of Family Resemblance in Wittgenstein's Later Philosophy", in: Theoria 33, 107132. Winsch, P.[1983]:"Critical Study of Kripke[1982]", in: Philoso phical Quaterly 33, 398404. Wittgenstein, L.: Tractatus LogicoPhilosophicus; TagebGcher 19141916; Philosophische Untersuchungen, Werkausgabe Bd. 1, Frankfurt, Suhrkamp, 1984. Philosophische Grammatik, Werkausgabe Bd. 4, Frankfurt, Suhr kamp, 1984. Bemerkungen Gber die Grundlagen der Mathematik, Werkausgabe Bd. 6, Frankfurt, Suhrkamp, 1984. ~]p-++@@  7  A N H A N G  7,   Plan der Philosophischen  5[ Untersuchungen  Teil I I. Begriffe aus dem Tractatus : Eine Revision, 1133 A. Bedeutung als Gebrauch vs Bildtheorie der Bedeutung, 159 X(i) Die Bedeutung der WortausdrGcke, 119aƺ X(ii) Die Bedeutung der SatzausdrGcke, 19b25ƺ X(iii) Das Hinweisen setzt die Beherrschung der Spra che voraus und bestimmt seinen Gegenstand nicht allein, 2637ƺ X(iv) Das absolut Einfache ist trGgerisch, 3859ƺ B. Neue Ziel und Voraussetzungen fGr die Sprachanalyse, 6088 X(i) Der Begriff "analysierte Form" ist mehrdeutig, 6064ƺ X(ii) Die allgemeine, ideale Sprache existiert nicht, 6580ƺ X(iii) Die Forderung nach (Meta)Regeln ist unerfGll bar und funktionslos, 8088ƺ C. EntIdealisierung der Logik, 89108 X(i) Die Sublimierung der Sprachlogik hnelt der "Jagd nach Chimren", 8998, 105108ƺ X(ii) Einwnde gegen ein Pldoyer fGr eine "kristall reine" Logik, 99103ƺ D. Zur Rolle der Philosophie, 109133 X (i) Philosophie als Kampf gegen die Verhexung des Verstands durch die Sprache, 109116 ƺ X (ii) Rehabilitierung der Alltagssprache durch die Philosophie,  116b123ƺ X(iii) Grenzen der Philosophie, 124132ƺ X(iv) Fazit zur Kritik der Begriffe aus dem Tracta tus , 133ƺ 3*]p-++@@ԌII. Erkenntnistheoretische Begriffe, 134184 A. Aussagen, 134138 X(i) Die Bedeutung der Aussage ist ihr Gebrauch in der Sprache, 134135ƺ X(ii) Die Deutung des Wahrheitswerts der Aussagen als Teilhabe des Spiels mit dem Wort "Aussage", 136138ƺ  B. Verstehen, 139155 X(i) Das Verstehen wird durch die Sprechergemein schaft normiert, 139142 ƺ X(ii) Beschreibbarkeit und Kontextbedingtheit des Verstehens, 142147ƺ C. Lesen, 156178 X(i) Verwendung des Lesebegriffs fGr eine Familie von Lesesituationen, 156164ƺ X(ii) Kontextbedingtheit des Lesevorgangs bzw. Lese erlebnisses, 165171ƺ X(iii) ZurGckweisung des Postulats des Lesens als Erlebnis, 172178ƺ D. Verstehen als Wissen, 148155, 179184 X (i) Verstehen als Wissen unter Umstnden, 148155ƺ X(ii) Anwendung der Ergebnisse der Untersuchung des Lesebegriffs auf das Verstehen, 179184ƺ III. Begriff von "einer Regel folgen", 185142 A. Befolgen eines Befehls als Spezialfall des Befolgens einer Regel, 185197 X(i) Befolgen eines Befehls ist kein alleiniges Mei nen des Sprechers, 185185ƺ X(ii) Der Fbergang von einem Schritt zum folgenden Schritt ist nicht von der Intuition einer Be deutung des Befehls abhngig, 190197ƺ B. Einer Regel folgen ist eine von einer Gepflogenheit bestimmte Praxis, 198205 X(i) Ein Paradox bezGglich der Regelbefolgung, ƺ 198200 X(ii) L?sung des Paradoxes, 199, 201202ƺ0*]p-++@@ԌX(iii) Verteidigung der L?sung des Paradoxes, ƺ 203205 C. Die gemeinschaftsspezifische Beherrschung einer Technik, 206217 X(i) Eine Regelbefolgung bezieht sich auf die Hand lungsweise einer Gemeinschaft, 206217ƺ X(ii) ein geeigneter Unterricht fGhrt Neulinge in die Regelbefolgung der Gemeinschaft ein, 208ƺ X(iii) Eine Regelbefolgung ist ein Handeln ohne ƺ jegliches Erraten und Intuition, 209217 D. Einer Regel folgen ist eine konsensuelle Selbstverstnd lichkeit, die mehrere falsche Physiognomien hat, 218242 X(i) Die Regelbefolgung ist eine Selbstverstndlich keit, die kein Zwang ist, 218223 ƺ X(ii) "Das gleiche tun" bzw, "etwas anderes tun" ist kein Kriterium des Folgens einer Regel, ƺ 224227 X(iii) Die Selbstverstndlichkeit der Regelbefolgung ist weder ein Handeln nach dem "Gesicht" einer Regel, noch nach einer Inspiration, 228237ƺ X(iv) Die Selbstverstndlichkeit der Regelbefolgung ist eine Fbereinstimmung der Lebensform, ƺ 238242 IV. Begriffe fGr Privates bzw Privatbegriffe: Empfindung, Schmerz, ..., 243315 A. Klrung bzw. Grammatik der Privatheit, 243255 X(i) Privatheit vs. Sprache fGr Privates, 243ƺ X(ii) Die Privatheit der Empfindungsw?rter hlt der Sprachpraxis nicht stand, 244245ƺ X(iii) Die Privatheit der Empfindungsw?rter ist eine Scheinprivatheit, die auf einem falschen Ver stndnis des Gebrauchs des Wortes "wissen" beruht, 245247ƺ']p-++@@ԌX(iv) Die Privatheit heit nicht, meine Empfindungen wren Dritten unzugnglich; Przisierung der Aufgabe der Philosophie, 253255 ƺ B. Unm?glichkeit einer Privatsprache, 256315 X(i) Bezeichnungen einer Privatsprache setzen die ?ffentliche Sprache voraus, 256257, 260264, 270271ƺ X(ii) Einer eventuellen Privatsprache fehle es an Kriterien und Rechtfertigung, 258267, 269ƺ X(iii) Private Farbempfindungen k?nnen keine Privat sprache rechtfertigen, 272280ƺ X(iv) "Man k?nne nur vom lebenden Menschen, und was ihm hnlich ist, (sich hnlich benimmt) sagen, es habe Empfindungen", 280287ƺ X(v) Weder Kriterien noch Beschreibungen liefern eine Rechtfertigung, oder allgemein, eine Identifika tion der eigenen Empfindungen (in erster Person) und, folglich, eine Sprache darGber, 288292 ƺ X(vi) "Der Gegenstand [d.h. die privat denotierte Entitt] fllt als irrelevant aus der Betrach tung heraus", 293303ƺ (vii) Nur das Schmerzbenehmen und die Schmerzumstnde rechtfertigen die ?ffentliche uerung "Er hat Schmerzen", die keinen mentalen Proze reflektiert, 304315 V. Begriffe fGr Geistiges: Denken, Vorstellen, ..., 316436 A. Denken, 316362 X(i) Denken ist kein Doppelproze, 316326ƺ X(ii) Denken vs. Reden: Miverstndnisse bzgl. der "Natur" des Denkens, 327330a, 339341ƺ X(iii) Diagnostizierung der Miverstndnisse und Ausweg, 330b338, 342346ƺ X(iv) Keine Privatheit, insbesondere keine private ostensive Definition, ist aus dem Denken als )]p-++@@ Selbstgesprch in der Vorstellung abzuleiten, 347362 ƺ B. Vorstellung ("sich vorstellen"), 344402 X(i) Die private Vorstellung ist keine Quelle der hinweisenden Erklrung an sich selbst, 344362ƺ X(ii) Die Grammatik des Wortes "Vorstellung" zeigt uns, was das "Wesen" der Vorstellung ist, 363382 ƺ X(iii) Grenzen der Vorstellbarkeit, 390397ƺ X(iv) Die Problematik des Vorstellungstrgers, ƺ 397402 C. Begriffe des Selbst: "ich", "mich", "mein" und "Bewut sein", 398436 X(i) "Ich" ist nicht referentiell, 398411ƺ X(ii) Die GegenGberstellung von innerem Bewutsein und uerem Gehirnvorgang ist ein Bild, das uns nicht zum Cartesianismus zwingt, 412422ƺ X(iii) Das Bild der Seele, des Bewutsein, soll man von seinen Anwendungen unterscheiden, ƺ 423427 X(iv) Der Gedanke ist ein Parallelbild zum Bewut sein: Hier vereinigt der Gebrauch Sprache, Gedanke und Realitt, 328436ƺ VI.Intentionsbegriffe: Wollen, Glauben, Meinen, WGnschen, ..., 437653 A. Wunsch und Erwartung, 437448, 452454 X(i) Von Natur aus oder durch Erziehung erlernen wir das, was WGnsche seien, 437445ƺ X(ii) Parallele zur Negation: In beiden Fllen geht es nicht um das "Vorhandensein von Etwas", 443, 446448ƺ X(iii) Nur in der Anwendung des Wortes "erwarten" kann man diesen Begriff klren, 452454ƺ X(iv) Das WGnschen oder das Erwarten ist in einer Umgebung eingebettet, 581586ƺ B. Meinen, 449451, 455457, 491508, 5585700*]p-++@@ԌX(i) Meinen ist keine Begleitung jedes Wortes eines Satzes mit einer Vorstellung, 449451ƺ X(ii) Meinen und "auf jemanden zugehen" haben hn liche Grammatik, 455457ƺ X(iii) Grammatik des Worts "Sprache", 491495ƺ X(iv) Grammatik des Wortes "Grammatik", 495508ƺ X(vi) "Die Bedeutung [d.h. der Gebrauch] des Wortes ist das, was die Erklrung der Bedeutung er klrt", 558560 ƺ X(vii) Ein Wort kann mehrere Gebruche vorweisen, von denen einige den "Witz" des Sprachspiels zu Tage bringen, 561568ƺ X(viii) Begriffe der Sprache, durch die wir meinen, sind Instrumente zur Lenkung und zum Ausdruck unserer Interessen, 569570.ƺ C. Befehlen, 458465 X(i) Befehlen ist ein Spezialfall des Wunsches und als solches zu untersuchen, 458461ƺ X(ii) Bei der Klrung der Grammatik des Befehlens ist ein Fbergang von einem "nicht offenkundigen Unsinn" zu einem "offenkundigen" behilflich, 462465 ƺ D. Rechtfertigung von intentionalen Begriffen, 466490 X(i) Die WarumFrage steht nur "manchmal" richtig am Platz zur Rechtfertigumg der Intentionsbegriffe, 466471ƺ X(ii) Die Natur des Glaubens an die Induktion, ƺ 472478 X(iii) Diskussion der Bedeutung von "Grund zur An nahme, es werde etwas geschehen", 479484ƺ X(iv) Gebrauch von "Rechtfertigung" und "Berechti gung": Zusammenhang zwischen dem Intentionsbe griff und der Handlung, 485490 ƺ E. Verstehen, 525546 X(i) "Die Gebrauchsarten von 'verstehen' bilden den Begriff des Verstehens", 525533ƺ X(ii) Das Verstehen von Empfindungen, 534539ƺ0*]p-++@@ԌX(iii) Die gew?hnliche Umgebung trgt zum Verstehen von W?rtern bei, 540546ƺ F. Verneinen, 446448, 547557 X(i) Negieren ist nicht Negieren vom "Vorhandensein von Etwas", 446448ƺ X(ii) Verneinen ist keine geistige Ttigkeit, ƺ 547549 X(iii) Verneinen ist eine sprachliche Funktion, die in verschiedenen Fllen Verwendung findet, 450457 ƺ G. Verhaltensmuster als Kriterien fGr Intentionsbegriffe, 571593, 601610 X(i) Die Beobachtung des Sprecherbenehmens gibt ƺ Aufschlu Gber intentionale Begriffe, 571 X(ii) Eine Ansicht haben ist kein Zustand, weder der Seele, noch des Geistes, 572573ƺ X(iii) Glauben, Erwarten und Hoffen sind keine ƺ isolierten GefGhle, sondern beziehen sich auf Phnomene des menschlichen Lebens, 574587 X(iv) Sich entschlieen ist situationsbedingt, und kein GefGhl der Unabnderlichkeit, 588593ƺ X(v) Das Wiedererkennen besteht nicht darin, Ein drGcke miteinander zu vergleichen, sondern hngt von den Umstnden des Ausdrucks der Wiedererken nungsw?rter ab, 601610ƺ H. Exkurs: Nachtrag zur Rolle der Philosophie, 593600 X(i) Einseitigkeit bildet eine Hauptursache philoso phischer Krankheit, 593594ƺ X(ii) Ein hufiger Irrtum in der Philosophie: "Wir m?chten GefGhle hypostasieren, wo keine sind", 595598ƺ X(iii) Hypostasieren, SchlGsse ziehen, geh?rt nicht zur Philosophie: "diese stellt nur fest, was jeder ihr zugibt", 699600 ƺ I. Wollen, 611632 X(i) "Ich k?nnte das Wollen nicht wollen"; denn Wol len ist keine Handlung und auch keine willkGrƺ0*]p-++@@Ԍ liche, 611619 X(ii) Das Wollen ist von einem angeblichen, anschlies senden Tun in Form eines inneren GefGhls abge koppelt, 620628ƺ X(iii) Aus der uerung des Willens ist die Handlung eines Menschen vorherzusagen, 629632ƺ J. Sagen Wollen, 633653 X(i) "Sagen Wollen" deutet keine Fortsetzungsm?glich keit, sondern bildet eine Erinnerungsreaktion, 633637ƺ X(ii) Das Sagen Wollen steht im Einklang mit der "Vorgeschichte" des Ausdruckszeitpunktes, 638644ƺ X(iii) Das Sagen Wollen ist kein "inneres Erlebnis" etwa in Form eines Bildes, woran ich mich erinnere, 645651 ƺ X(iv) Beim Sagen Wollen folgt man keinem "privaten Plan", 652653ƺ VII. "Tiefengrammatik" des Begriffs des Meinens, 654693 A. "Meinen" hat seine Bedeutung in der Feststellung eines Sprachspiels, 654665 X(i) "Das Sprachspiel ist das Primre", alles ande re, etwa eine Betrachtungsweise des Sprachƺ spiels, 654656 X(ii) Der Zweck des Ausdrucks "Meinen" ist das Ken nenlernen meiner Reaktion, nicht die Deutung eines Vorgangs bzw. Zustands, 655663 ƺ X(iii) In Bezug auf die Bedeutung von "Meinen" werden wir darGber von seiner "Oberflchengrammatik" irregeleitet, was seine "Tiefengrammatik" angeht, 664665ƺ B. Die unterschiedlichen Gebruche der Wendung "Ich meine S mit den W?rtern W", 666693 X(i) Meinen entspricht keinem "NachInnenBlicken", 666671ƺ0*]p-++@@ԌX(ii) Meinen ist keine Mitteilung einer "Affektion der Seele", 672679ƺ X(iii) Meinen ist nicht Meinen eines klar umrissenen Objekts, 680683ƺ X(iv) Meinen deutet auf einen umfassenden Zusammen hang, der kein geistiger Mechanismus ist, ƺ 683693  7`  Teil II ^X`  7  ,.,. DEDEЍ. Im Gegensatz zu deren Verwendungen in unserer Einteilung IVII von Teil I, entsprechen die r?mischen Zahlen ixiv hier den Kapiteln i bis xiv von Teil II. VIII. Intentionsbegriffe (Fortsetzung), Kapitel ix Kap. i: W?rter allgemein, und Intentionsbegriffe insbesonde re, sind Flle der Sprache, welche ihre Lebensform bildet Kap. ii: Intentionsbegriffe haben einen Bezug auf einen Zusammenhang, von dem ihre Bedeutung abhngt Kap. iii: Die Beschreibung vom Vorgestellten in W?rtern "kann ... statt der Vorstellung stehen" Kap. iv: Auf den "Dienst" einer Intentionsuerung kommt es uns an Kap. v: Es kommt bei Intentionsbegriffen auf das Benehmen des Menschen an, das nicht wie der Gegenstand der Physik zu handhaben ist, sondern Objekt der Psycho logie ist Kap. vi: Wir haben keine "Intention" im Sinne eines Vor schwebens der Verwendungen eines Wortes, und Inten tionsw?rter sind weder innere Vorgnge, noch werden sie von einem GefGhl begleitet, noch haben sie einen eindeutigen Charakter Kap. vii: Traumerzhlungen brauchen nicht unbedingt mit im Traum gesehenen Bildern verknGpft zu werden Kap. viii: Parallelfall zu den Intentionsbegriffen: Der grammatische Unterschied zwischen W?rtern fGr %^p-++@@ SinneseindrGcke tragen zur Unterscheidung dieser bei Kap. ix: Am Beispiel der W?rter "Ich fGrchte mich" lt sich die Vielfltigkeit der Verwendung der Intentions begriffe illustrieren Kap. x: "Ich glaube ..." ist Ausdruck weder einer Beschrei bung von SinneseindrGcken noch einer Disposition des Glaubenden  7 IX. Grammatik von "sehen"Y_  7  ,.,. DEDEЍ. Y A. Die zwei Verwendungen des Wortes "sehen", S. 518 (a) "dies sehen" vs. "dies sehen als", S. 518 (b) "dies sehen" ist eine genaue Abzeichnung eines Objekts, S. 518 (c) "dies sehen als" ist "das Bemerken eines Aspekts", S. 518 (d) Illustration des Bemerkens eines Aspekts, S. 518523 B. Charakterisierung von "sehen als", S. 518552 (a) Das "Sehen als" ist mit keinem "inneren Bild" ver knGpft, sondern hat die "Darstellung des Gesehenen" als Kriterium und ist mit meiner "Einstellung zum Gesehenen", meiner Erziehung sowie meiner Vorstel lungskraft verknGpft, S. 552546 (b) Untersuchung des Bezugs zur Zeitangabe: Verwandtschaft mit der Vorstellung, S. 546551 (c) Untersuchung der "Aspektblindheit", die mit "dem Mangel des 'musikalischen Geh?rs' verwandt ist, S. 551552 C. "Zusammenhang der Begriffe 'Sehen des Aspekts' und 'Erle ben der Bedeutung eines Wortes'", S. 553556 (a) "Sehen eines Aspekts" ist "Erleben der Bedeutung" hnlich, indem beide Begriffe kein Vorschweben eines Bildes voraussetzen, S. 556554 %X_p-++@@Ԍ (b) Die Erfahrungen des Sehens eines Aspekts und (des Verstehens) einer Bedeutung sind keine Erlebnisse der SinneseindrGcke, S. 554556 X. Begriff des Meinens (Fortsetzung), S. 556577 A. "Das Meinen ist so wenig ein Erlebnis wie das Beabsich tigen", S. 5567 (a) "Das Meinen [hat] keinen Erlebnisinhalt", S. 556559 (b) "Das Meinen ist kein Vorgang, der [das] Wort beglei tet", S. 559560 (c) hnlichkeit mit der Grammatik von 'Ich finde das 'richtige' Wort", S. 560562 B. Das "innerliche Reden" ist ?ffentlich, S. 562569 (a) Das innerliche Reden ist kein verborgenes Phnomen, S. 562564 (b) Zur philosophischen Sinnlosigkeit von "Ich wei, was ich will, wGnsche, glaube, fGhle, ...", S. 564569 C. Meinen vs. Sicherheit, S. 569577 (a) "Die Art der Sicherheit ist die Art des Sprach spiels", S. 569571 (b) Die Sicherheit ist kein Vorgang, sondern in ihrer uerung in der Handlung des Menschen zu beschreiben, und basiert auf einer Lebensform, S. 571572 (c) Die Sicherheit beruht auf gelernter Fbereinstimmung, S. 572577 D. Varia (a) "Begriffe" vs. "Naturtatsache", Kap. xii (b) Der Begriff "Erinnerung", Kap. xiii (c) Die Philosophie der Psychologie lt sich mit den "Grundlagen der Mathematik vergleichen", Kap. xiv